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Schimmel in der Wohnung: Gefahr für Schwangere und Kinder vermeiden!

Schimmel ist vor allem für Schwangere und Kinder gefährlich, aber nicht nur.
Schimmel bitte nicht einatmen und schnell entfernen! / Bild © AndreyPopov, Getty Images

Schimmel in der Wohnung kann zum ernsthaften Problem werden, vor allem für Schwangere und Kinder! Wie du vorbeugst und wie du ihn loswirst, fassen wir hier zusammen.

Schimmel in der direkten Umgebung ist keine Kleinigkeit. Leider! Denn je nach Gebäude, Wohnort und Jahreszeit ist er relativ häufig in deutschen Wohnungen anzutreffen. Das macht es nicht besser, denn ein größerer oder dauerhafter Schimmelbefall ist schlecht für die Gesundheit. 

Schimmel und Asthma bei Kindern

Ein unbehandelter Schimmelbefall kann zu dauerhaften gesundheitlichen Problemen führen. Der Grund: Viele Schimmelarten, wenn auch nicht alle, bilden Giftstoffe (Toxine). Die Sporen verteilen sich in der Atemluft und schwächen das Immunsystem über einen langen Zeitraum. Bei Schwangeren, Kindern und alten Menschen ist das besonders ungünstig – also bei allen, deren Immunabwehr gerade nicht, noch nicht oder nicht mehr zu 100 Prozent funktioniert. So haben schwere Atemwegsinfekte ein leichteres Spiel. Häufige Infekte können dann Asthma, Allergien und andere systemische Erkrankungen begünstigen. Vermutet hat man das schon lange. Aber auch einige Studien haben zum Beispiel einen direkten Zusammenhang zwischen Schimmelexposition in jungen Jahren und späterem Asthma gefunden.

Die gute Nachricht: Schimmel lässt sich vorbeugen und effektiv bekämpfen. Panik ist also nicht nötig. So geht’s:

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Tipps zum Vermeiden von Schimmel

1. Halte deine Wohnung gut belüftet 

Schimmel liebt es feuchtkühl und hasst frische Luft. Indem du deine Wohnung mehrmals täglich und planvoll stoßlüftest, sorgst du dafür, dass die Luft zirkuliert und Feuchtigkeit keine Chance hat, sich niederzulassen. Fenster kippen reicht nicht aus, im Gegenteil. Wenn Lüften nicht funktioniert, kann eine Lüftungsanlage helfen. Achte immer darauf, dass Außenwände und Ecken möglichst nicht zugestellt werden, vor allem, wenn sie ungedämmt sind. Möbel sollten mindestens einen Abstand von 10 Zentimeter zur Wand haben. Wenn du im Bad eine Lüftung hast, verschließe sie besser nicht, auch wenn es dann zieht.

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Details zum richtigen Lüften hat das Bundesumweltamt veröffentlicht. 

2. Überwache die Luftfeuchtigkeit

Besorge dir ein Hygrometer, also einen Feuchtemesser, um die Luftfeuchtigkeit in deiner Wohnung im Auge zu behalten. Miss am besten an besonders kalten Stellen und nicht in der Mitte des Raums. Idealerweise sollte sie überall zwischen 40 und 60 Prozent liegen. Liegt sie darüber und reicht Lüften allein nicht aus, kann ein Luftentfeuchter Abhilfe schaffen. Wenn du häufig Wäsche in der Wohnung trocknest, kann so ein Gerät durchaus eine sinnvolle Anschaffung sein. Aber auch die menschlichen Ausdünstungen reichen oft aus, um die Luftfeuchtigkeit nach oben zu treiben.

3. Heize nicht zu sparsam

Auch wenn immer wieder zum Heizkostensparen aufgerufen wird: Wer eine schimmelanfällige Wohnung hat, darf es damit nicht übertreiben. Denn Luftfeuchtigkeit schlägt sich an kalten Wänden nieder, bevorzugt in den unteren Ecken. Achte also darauf, dass deine Wohnung auch im Winter ausreichend beheizt ist. Mindestens 16 bis 18 Grad sollten es auch an der kältesten Stelle im Raum sein. Mit einem Raumthermometer kannst du das überprüfen. Warme Innenluft ist auch wichtig, damit die Feuchtigkeit beim Lüften in die kältere Außenluft entweicht. Je größer die Temperaturunterschiede, desto schneller geht es.

4. Lebe klug

Sorge nach dem Duschen, Baden, Kochen oder Schlafen dafür, dass der Raum gut belüftet wird. Verwende einen Abzug, falls vorhanden, oder öffne das Fenster weit, um Feuchtigkeit gleich nach draußen zu lassen. Halte die Tür zu Feuchträumen am besten geschlossen, damit die feuchtwarme Luft nicht in die Wohnung zieht. Mit einem Fliesenabzieher kannst du die gröbste Nässe entfernen. Wenn du Fliesen und Fugen dann gleich mit einem Handtuch abtrocknest, noch besser. Schimmel haftet besonders gut an organischen Rückständen. Deswegen beugt regelmäßiges Putzen mit normalen Haushaltsreinigern auch dem vor. 

5. Handle bei Wasseraustritt sofort

Waschmaschine ausgelaufen? Rohr defekt? Wenn du größere Mengen Wasser oder Lecks entdeckst, handle sofort. Trockne betroffene Bereiche gründlich und beseitige die Ursachen, damit sich kein Schimmel bilden kann. Denn Wasser sucht sich seinen Weg und Schimmel kann auch im Mauerwerk oder hinter Tapeten, Paneelen und Fußleisten entstehen.

6. Wähle die passende Wandgestaltung 

Wenn Räume renoviert werden, kann die Wahl der Materialien Schimmel begünstigen oder vorbeugen. Tapeten und Tapetenkleister bieten Schimmel einen guten Nährboden. Bilderrahmen, Wandpaneele und Leisten ebenfalls, falls das Problem in der ungedämmten Wand liegt. Kalkfarbe oder Silikatfarbe halten Schimmel dagegen fern, weil sie eine saure Umgebung schaffen, auf der Sporen nicht gedeihen. Der einzige Nachteil: Sie sind etwas teurer und du hast dich dann auf diese Art der Wandfarbe festgelegt, nach dem Motto „Einmal Kalkfarbe, immer Kalkfarbe!”. Eine Überlegung ist es trotzdem wert, vor allem an feuchten, kalten Außenwänden und in Bad und Küche.

Umgestaltungen sollten wegen der Schadstoffbelastung eigentlich nicht im letzten Schwangerschaftsdrittel oder in der Babyzeit erfolgen. Bei akutem Schimmelbefall sind sie dennoch nötig. Aber bitte nur dann, wenn Schwangere und/oder Baby nicht im Haus sind. Das Gute: Reine Kalk- oder Silikatfarben sind ungiftig. Achte am besten darauf, Naturprodukte zu verwenden oder zumindest Produkte mit dem „Blauen Engel“ Siegel.

Tipps, wenn du Schimmel entdeckst

1. Entferne kleinere Schimmelflecken umgehend 

Reagiere schnell, wenn du Schimmel findest, sich der Befall aber im Rahmen hält. Reinige die betroffenen Stellen gründlich mit Schmierseife, Allzweckreiniger oder 80-prozentigem Alkohol (Vorsicht, brennbar!) und einem Lappen. Schimmelsprays werden von der Verbraucherzentrale nicht empfohlen. Willst du sie trotzdem einsetzen, beachte dabei die Sicherheitsvorkehrungen auf dem Produkt. Eine gute Atemmaske, Gummihandschuhe und Schutzbrille sind ganz wichtig, denn die Toxine können auch über Haut, Schleimhäute und Augen eindringen. Bist du schwanger oder stillst, lass es bitte jemand anderen machen. Kinder sollten bei der Aktion nicht im Raum sein. Glatte Oberflächen lassen sich besser reinigen, sind aber Textilien befallen, am besten wegwerfen. Danach bitte Lappen entsorgen, Körper abduschen und gründlich lüften! Denke daran, Pflanzenerde ebenfalls auszutauschen, denn auch sie ist ein Nährboden.

Essig und Fruchtsäuren deaktivieren Schimmelsporen zwar, sie bilden aber auch einen Nährboden für neuen Schimmel. Außerdem reagieren sie mit Chlorprodukten, wodurch ätzendes Chlorgas entstehen kann. Also bitte Vorsicht beim Kombinieren!

2. Beseitige die Ursachen 

Finde heraus, warum sich der Schimmel gebildet hat, und behebe, wenn möglich, das Problem beziehungsweise lasse es beheben. Ursache könnten undichte Rohre, fehlerhafte Dichtungen, Wärmebrücken unter Fenstern oder kalte, zugestellte Ecken sein. Oft, aber nicht immer, ist auch falsches Lüften der Grund. In gut gedämmten Häusern mit isolierten Fenstern ist eine „Zwangslüftung“ deshalb meist unumgänglich. Manchmal gibt es aber auch Fassadenschäden oder andere Baumängel, die die Hauswand Wasser ziehen lassen oder kalte Stellen begünstigt. 

3. Ziehe bei größerem Befall Profis hinzu

Ab einem halben Quadratmeter, also etwa 1 Meter x 50 Zentimetern, gilt der Befall als groß. Ob es sich um eine gefährliche Schimmelsorte wie „schwarzen Schimmel“ handelt, kannst du von außen nicht erkennen, dazu braucht es eine Laboruntersuchung. Wohnst du in einer Mietwohnung, solltest du die Flecken dokumentieren und die Hausverwaltung sofort informieren, damit sie ihren Pflichten nachkommen kann. Schwangere und Kinder sollten möglichst vorübergehend woanders unterkommen. Bei großflächigem oder hartnäckigem Schimmel ist es immer ratsam, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Hier gibt es Fachfirmen, die auf Bautrocknung und Schimmelentfernung spezialisiert sind. 

4. Reinige die Luft

Es gibt unterschiedlich leistungsfähige Luftfilter. Manche können auch Schimmelsporen aus der Raumluft filtern. Dazu sollten sie laut einer Studie jedoch einen Hepa-Filter haben. Wenn deine Wohnung oder das Haus besonders belastet scheinen, kann ein solcher Luftfilter einem weiteren Befall vorbeugen und eure Gesundheit schützen. Verlässliche Daten, welche Kriterien ein solches Gerät noch erfüllen sollte, gibt es leider nicht. Wichtig ist aber immer, dass die Filter regelmäßig getauscht werden.

Fazit

Angriff ist bei Schimmel die beste Verteidigung, denn aussitzen solltest du das Problem nicht. Die Hausverwaltung ist bei größerem Befall die erste Ansprechpartnerin. Von allein wird der Schimmel aber nicht verschwinden. Je schneller du handelst und je effektiver du neuem Schimmel vorbeugst, desto wahrscheinlicher ist es, dass der Schimmel nicht wiederkommt. Halte deine Wohnung möglichst trocken, gut beheizt und belüftet. Auch wenn es aufwendig erscheint: Es lohnt sich. Besonders, wenn Schwangere und/oder Kinder im Haus sind.

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Quellen

Veröffentlicht von Anke Modeß

Als waschechte Berlinerin und späte Mutter eines Schulkindes schreibt Anke seit 7 Jahren über Themen, die Babyeltern im Alltag beschäftigen - am allerliebsten mit einer Prise Humor.

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