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Was macht eine Hebamme? Aufgaben, Leistungen & Kosten

Hebamme untersucht Schwangere auf einem Sofa
Eine Hebamme gibt Sicherheit – von der Schwangerschaft bis in die erste Zeit mit Baby. / Bild © AntonioDiaz, Adobe Stock

Eine Hebamme ist in der Schwangerschaft, bei der Geburt und im Wochenbett eine der wichtigsten Begleiterinnen an deiner Seite. Sie beantwortet Fragen, übernimmt Vorsorgeuntersuchungen, hilft bei Beschwerden, begleitet Geburten und unterstützt dich nach der Geburt beim Stillen, Füttern, Wickeln und Ankommen als Familie.

Was viele nicht wissen: Hebammen können oft deutlich mehr als „nur“ Wochenbettbesuche machen. Manche bieten Akupunktur, Taping, Stillberatung, Beckenbodenarbeit, Trageberatung oder andere Zusatzangebote an. Ob die Krankenkasse das bezahlt, ist allerdings nicht immer eindeutig. Genau deshalb lohnt sich ein genauer Blick.

Das Wichtigste in Kürze

  • Du kannst Hebammenhilfe während Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillzeit in Anspruch nehmen.
  • Nicht jede Hebamme bietet alle Leistungen an.
  • Im Krankenhaus wirst du von einer Hebamme betreut. Ob das eine diensthabende Klinikhebamme, eine Beleghebamme aus dem Hebammenpool oder deine eigene Beleghebamme ist, hängt von der jeweiligen Klinikstruktur ab.
  • Viele Basisleistungen werden von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen.
  • Zusatzangebote wie Taping, Bachblüten, Akupunktur, Hypnobirthing, Partnergebühren oder Rufbereitschaft solltest du vorher bei Hebamme und Krankenkasse abklären.

Welche Hebammen gibt es?

Das ist eine der wichtigsten Fragen, weil Hebammen in unterschiedlichen Bereichen arbeiten und nicht jede Hebamme dieselben Leistungen anbietet.

Eine freiberufliche Hebamme begleitet dich meist in der Schwangerschaft und im Wochenbett. Manche bieten zusätzlich Geburtsvorbereitungskurse oder die Betreuung bei Hausgeburten, Geburtshausgeburten oder Beleggeburten (in der Klinik) an.

Eine Klinikhebamme arbeitet im Krankenhaus. Wenn du dort zur Geburt ankommst, wirst du von der Hebamme betreut, die gerade Dienst hat.

Eine Beleghebamme ist freiberuflich tätig, arbeitet aber mit einer bestimmten Klinik zusammen. Sie kann dich dort zur Geburt begleiten, wenn die Klinik dieses Modell anbietet.

Eine Familienhebamme hat eine Zusatzqualifikation und begleitet Familien in besonderen Belastungssituationen oft länger als bei der klassischen Wochenbettbetreuung, zum Teil bis zum ersten Geburtstag.

Bei einer Geburt im Krankenhaus wirst du immer von einer Hebamme begleitet. Welche Hebamme das ist, hängt aber von der Klinik ab. In manchen Häusern betreuen festangestellte Klinikhebammen die Geburten, andere arbeiten mit Beleghebammen oder einem Belegsystem. Wenn du dir wünschst, dass deine eigene Hebamme bei der Geburt dabei ist, solltest du früh in deiner Wunschklinik nachfragen, ob das dort möglich ist.

Aufgaben der Hebamme in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft ist deine Hebamme vor allem Ansprechpartnerin für alle Fragen, die zwischen den Terminen in der Frauenarztpraxis auftauchen. Das können größere Themen sein wie Geburtsangst, Geburtsort oder Stillvorbereitung. Es können aber auch ganz praktische Fragen sein: Darf ich das essen? Sind diese Beschwerden normal? Was hilft gegen Sodbrennen, Rückenschmerzen oder Wassereinlagerungen?

Viele Hebammen übernehmen außerdem Vorsorgeuntersuchungen. Dabei kontrollieren sie zum Beispiel deinen Blutdruck, die Lage und das Wachstum deines Babys sowie seine Herztöne.

Wichtig: Die regulären Ultraschalluntersuchungen finden derzeit meist in der gynäkologischen Praxis statt. Viele Frauen wechseln ihre Vorsorgetermine deshalb zwischen Frauenärztin oder Frauenarzt und Hebamme ab. Andere nutzen die Hebamme vor allem ergänzend, wenn sie Beschwerden oder Fragen haben. 

Hilfe bei Schwangerschaftsbeschwerden

Bei typischen Beschwerden in der Schwangerschaft kann deine Hebamme dich begleiten. Dazu gehören zum Beispiel Übelkeit, Rückenschmerzen, Schlafprobleme, Wassereinlagerungen, Sodbrennen, Ischiasbeschwerden oder Unsicherheit bei Übungswehen.

Jede Hebamme bringt eigene Erfahrungen, Schwerpunkte und Zusatzqualifikationen mit. Viele bieten deshalb neben der klassischen Hebammenhilfe weitere Leistungen an (siehe unten).

Geburtsvorbereitung bei der Hebamme

Viele Hebammen bieten Geburtsvorbereitungskurse an. Dort erfährst du, was während der Geburt passiert, welche Gebärpositionen es gibt und wie du mit Wehen umgehen kannst. Auch das Wochenbett, Stillen oder Füttern und die erste Pflege deines Babys sind häufig Thema.

Daneben bieten viele Hebammen je nach Ausbildung, Schwerpunkt und Erfahrung zusätzliche Leistungen an, wie:

  • Schwangerenyoga
  • Hypnobirthing
  • Meditation
  • Massagen
  • Akupunktur 
  • spezielle Entspannungskurse

Solche Angebote können eine schöne Ergänzung sein, ersetzen aber nicht automatisch einen regulären Geburtsvorbereitungskurs. 

Aufgaben der Hebamme bei der Geburt

Während der Geburt begleitet dich eine Hebamme durch die einzelnen Geburtsphasen, kontrolliert die Wehentätigkeit, gibt Tipps zur Atmung und zu Gebärpositionen und unterstützt dich dabei, mit den Wehen umzugehen. Sie behält dabei im Blick, wie es dir und deinem Baby geht. 

Zu ihren Aufgaben gehören zum Beispiel:

  • dich im Kreißsaal oder am Geburtsort aufzunehmen
  • Muttermund und Geburtsverlauf einzuschätzen
  • die Herztöne deines Babys zu überwachen
  • dich bei Atmung, Bewegung und Gebärpositionen zu unterstützen
  • dein Baby bei der Geburt in Empfang zu nehmen
  • die erste Versorgung von Mutter und Kind zu begleiten
  • beim ersten Anlegen oder Füttern zu helfen

In Deutschland ist die Geburtshilfe eine vorbehaltene Tätigkeit: Ärztinnen und Ärzte müssen dafür sorgen, dass bei einer Geburt eine Hebamme hinzugezogen wird.

Aufgaben der Hebamme im Wochenbett

Nach der Geburt besucht dich deine Hebamme regelmäßig und steht dir telefonisch oder per Video für Fragen zur Verfügung. Gerade in den ersten Tagen ist das eine große Entlastung, weil sich viele Unsicherheiten erst dann zeigen, wenn das Baby wirklich da ist.

Im Wochenbett achtet die Hebamme unter anderem auf:

  • deine körperliche Erholung
  • Rückbildung der Gebärmutter
  • Wochenfluss
  • Geburtsverletzungen oder Kaiserschnittnarbe
  • Stillen oder Fläschchenfütterung
  • Gewichtsentwicklung deines Babys
  • Nabelpflege
  • Haut, Verdauung und Allgemeinzustand deines Babys
  • deine seelische Verfassung

Sie zeigt dir außerdem, wie du dein Baby hältst, wickelst, badest, anlegst oder fütterst. Und sie kann einschätzen, wann ärztliche Hilfe sinnvoll ist.

Gerade in den ersten Tagen nach der Geburt ist eine enge Betreuung möglich: Ab Geburt beziehungsweise ab deiner Entlassung aus der Klinik kann deine Hebamme dich in den ersten 10 Tagen bis zu zweimal täglich begleiten – zu Hause, telefonisch oder per Video. Bis zum Ende der 12. Woche nach der Geburt sind weitere Kontakte möglich. Wichtig: Auch ein ausführliches Telefonat oder eine Videoberatung zählt als Hebammenkontakt. Bei Still- oder Ernährungsfragen kann dich deine Hebamme bei Bedarf auch danach noch unterstützen.

Die Betreuung richtet sich nach Bedarf und kann unterschiedlich stattfinden.

Hebammenhilfe nach dem Wochenbett 

Auch nach dem klassischen Wochenbett kann deine Hebamme noch wichtig sein. Viele Fragen entstehen erst später: Das Stillen tut plötzlich weh, dein Baby trinkt unruhig, du möchtest abstillen oder mit Beikost starten.

Hebammen können dich bei Stillproblemen, Ernährungsfragen und der Umstellung auf Beikost beraten. Wie viele Termine von der Krankenkasse übernommen werden und bis wann, hängt von der jeweiligen Leistung und Situation ab. 

Welche Hebammenleistungen zahlt die Krankenkasse?

Gesetzlich Versicherte haben während der Schwangerschaft, bei der Geburt und danach Anspruch auf Hebammenhilfe. Auch im Wochenbett wird die Betreuung in der Regel bis 12 Wochen nach der Geburt übernommen. In manchen Fällen sind darüber hinaus weitere Termine möglich.

LeistungWichtig zu wissen
Hebammenberatung in der SchwangerschafBei Fragen, Beschwerden und zur Begleitung der Schwangerschaft
Vorsorge durch die HebammeIn der Regel ohne Ultraschall, dieser erfolgt derzeit vor allem in der gynäkologischen Praxis
Hilfe bei SchwangerschaftsbeschwerdenWenn es sich um reguläre Hebammenhilfe handelt
GeburtshilfeIn Klinik, Geburtshaus oder bei Hausgeburt, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind
WochenbettbetreuungBesonders eng in den ersten Tagen, danach je nach Bedarf weiter
Still- und ErnährungsberatungAuch nach dem Wochenbett möglich
Geburtsvorbereitungskurs für die SchwangereMeist bis zu 14 Stunden
RückbildungskursIn der Regel 10 Stunden, Abschluss meist bis 9 Monate nach Geburt*

Besser vorher nachfragen

Viele Hebammen haben Zusatzqualifikationen, zum Beispiel in Akupunktur, Kinesio-Taping, Stillberatung, Trageberatung, Beckenbodenarbeit, Aromatherapie oder Hypnobirthing. Das kann sehr hilfreich sein, ist aber nicht automatisch Kassenleistung. Frag deshalb vor der Behandlung, ob Kosten entstehen und ob deine Krankenkasse sie (anteilig) übernimmt.

LeistungWichtig zu wissen
Rufbereitschaft einer BeleghebammeGehört nicht überall zur Standardleistung; manche Kassen erstatten einen Zuschuss
Partnergebühr beim GeburtsvorbereitungskursWird häufig selbst gezahlt, manche Kassen beteiligen sich
AkupunkturKann je nach Anlass und Hebamme Kassenleistung oder Selbstzahlerleistung sein
Kinesio-TapingHäufig Zusatzleistung oder Materialkosten
Bachblüten, Aromatherapie, HomöopathieMeist Zusatzangebot, nicht automatisch erstattungsfähig
Hypnobirthing oder SpezialkurseWird nicht immer als regulärer Geburtsvorbereitungskurs anerkannt
Trageberatung, Babymassage, zusätzliche StillberatungJe nach Anbieter und Kasse unterschiedlich
Geburtshaus-PauschalenVorher klären, ob direkt mit deiner Kasse abgerechnet wird

Die Rufbereitschaft ist ein gutes Beispiel dafür, warum Nachfragen wichtig ist: Sie gehört nicht zum gesetzlich vorgeschriebenen Leistungskatalog, wird aber von einigen Krankenkassen trotzdem bezuschusst.

Gute Fragen fürs Erstgespräch

Beim ersten Gespräch mit einer Hebamme darfst du ruhig konkret werden. Es geht nicht nur darum, ob ihr euch sympathisch seid, sondern auch darum, welche Begleitung sie wirklich anbieten kann. Diese Fragen helfen dir:

Zur Betreuung:

  • Begleitest du mich in Schwangerschaft und Wochenbett?
  • Übernimmst du Vorsorgeuntersuchungen?
  • Wie bist du erreichbar?

Zur Geburt:

  • Arbeitest du als Beleghebamme?
  • In welcher Klinik?
  • Begleitest du Haus- oder Geburtshausgeburten?

Zu Kosten:

  • Was rechnest du direkt mit der Krankenkasse ab?
  • Welche Leistungen sind privat zu zahlen?
  • Entstehen Materialkosten?
  • Bietest du Rufbereitschaft an?

Gerade wenn du schon ein Kind hast, kann so ein Gespräch anders laufen als beim ersten Mal. Vielleicht brauchst du keine ausführliche Erklärung zur Babypflege mehr, aber dafür mehr Unterstützung beim Stillen, bei der Organisation mit Geschwisterkind oder bei der Frage, wie du diesmal gebären möchtest.

Wann sollte ich eine Hebamme suchen?

Am besten so früh wie möglich. In vielen Regionen sind Hebammen schnell ausgebucht. Sobald du weißt, dass du schwanger bist, kannst du anfangen zu suchen – besonders dann, wenn du dir eine Beleghebamme, eine Hausgeburt, eine Geburtshausgeburt oder eine intensive Wochenbettbetreuung wünschst.

Du findest Hebammen über:

  • Empfehlungen von Freundinnen oder Familie
  • Frauenarztpraxis
  • Geburtskliniken
  • Geburtshäuser
  • Hebammenlisten der Städte und Gemeinden
  • Hebammenverbände
  • Krankenkasse
  • Online-Suchportale wie Ammely oder die Hebammenliste des GKV-Spitzenverbandes

Fazit: Gut begleitet durch Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett

Eine Hebamme kann dich weit über das Wochenbett hinaus begleiten – in der Schwangerschaft, bei der Geburt, beim Stillen oder Füttern und beim Ankommen mit Baby. Weil nicht jede Hebamme alle Leistungen anbietet und nicht alles automatisch von der Krankenkasse bezahlt wird, lohnt es sich, früh zu suchen und im Erstgespräch konkret nachzufragen.

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Quellen

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✔ Inhaltlich geprüft am 03.09.2026
Dieser Artikel wurde von Christine Müller geprüft. Wir nutzen für unsere Recherche nur vertrauenswürdige Quellen und legen diese auch offen. Mehr über unsere redaktionellen Grundsätze, wie wir unsere Inhalte regelmäßig prüfen und aktuell halten, erfährst du hier.

Veröffentlicht von Patricia Schlösser-Christ

Patricia widmet sich als Kulturanthropologin mit Leidenschaft der Kindheits- und Familienforschung. Ihre liebsten (und herausforderndsten) „Studienobjekte“ sind ihre beiden kleinen Töchter. Wenn sie nicht gerade Feldforschung im Kinderzimmer ihrer kleinen Rasselbande betreibt, powert sie sich beim Handball aus.