Close Babelli.deBabelli.de

Beikost 1x1 1 - Das Beikost 1x1: 10 Fragen, 10 Antworten

Das Beikost 1×1: 10 Fragen, 10 Antworten

Inhaltlich geprüft von Hebamme Emely Hoppe.

praesentiert hipp - Das Beikost 1x1: 10 Fragen, 10 Antworten

Der Beikoststart ist ein wichtiger Meilenstein. Ab wann solltest du mit der Einführung beginnen? Woran erkennst du, dass dein Baby „reif“ dafür ist? Und wie sieht sie aus, die optimale Ernährung? Fragen über Fragen, die sich alle Erstlingseltern stellen. Wir beantworten hier die 10 häufigsten Fragen.

1. Wann kann ich mit der Beikost starten?

Die Nationale Stillkommission rät dazu, zwischen dem Beginn des 5. Monats und dem 7. Monat mit Beikost zu beginnen. Zu diesem Zeitpunkt steigt der Nährstoffbedarf eines Kindes. Außerdem gibt es „nur zwischen dem fünften und siebten Monat ein offenes Fenster für die Geschmacksentwicklung“ (Kinder- und Jugendärztin Dr. med. Gunthild Kayser). Danach wird es schwieriger, neue Kost einzuführen.

Aber: Einen festen Zeitplan gibt es nicht. Jedes Kind ist anders. Wichtig ist, dass dein Baby bereit für Beikost ist. Bevor du mit der Beikost beginnst, solltest du dir daher folgende Fragen stellen:

  • Kann mein Kind den Kopf selbstständig halten?
  • Kann mein Kind mit Hilfe aufrecht sitzen?
  • Zeigt mein Kind Interesse am Essen anderer und greift danach?
  • Macht mein Kind Kaubewegungen?
  • Ist der Zungenstreckreflex weg, schiebt mein Baby die Nahrung nicht mehr mit der Zunge aus dem Mund?

Du solltest diese Fragen mit „ja“ beantworten können, bevor du dein Kind an „feste“ Nahrung heranführst.

Mehr zum Thema

2. Welche Lebensmittel sind für den Einstieg geeignet?

Für den Einstieg eignen sich Gemüsesorten, die einen etwas süßeren Geschmack haben. Pastinake, Karotte oder Kürbis. Denn: Babys bevorzugen Süßes. Die Muttermilch schmeckt süßlich, sie kennen diesen Geschmack bereits. Außerdem hat die süße Vorliebe einen evolutionsbiologischen Hintergrund. Süß gilt als unbedenklich. Bei Bitter schrillen hingegen die Alarmglocken. Denn giftige Pflanzen schmecken bitter. Es ist in den Genen verankert, dass Bitter „Gefahr“ bedeutet.

Zum Beikoststart hat sich daher ein Brei aus Gemüse, Kartoffel und Fleisch bewährt. (Wichtig: Die Zutaten werden einzeln, mit mehreren Tagen Abstand eingeführt!) Er liefert dem Baby Eisen und Zink.

Aber: Nicht alle Gemüsesorten sind zum Einstieg geeignet. Gemüsesorten, die viel Nitrat und/oder Oxalsäure enthalten, solltest du in den ersten acht Lebensmonaten meiden oder nur sehr sparsam einsetzen. Dazu gehören:

  • Rote Bete
  • Blattgemüse (etwa Mangold, Spinat)
  • Salat
  • Kohl (außer Blumenkohl und Brokkoli).

Nitrat wird durch Bakterien zu Nitrit umgewandelt. Nitrit behindert den Sauerstofftransport des Blutes.

Mehr zum Thema

3. Wie sollte ich die Beikost einführen?

Du solltest Beikost langsam, Schritt für Schritt einführen. Beginne mit einer einzigen Mahlzeit und füttere zunächst nur wenige Teelöffel reinen Gemüsebrei. Anschließend (und zu den anderen Mahlzeiten) erhält dein Baby wie gewohnt Milch, bis es satt ist. Muttermilch beziehungsweise Pre-Milch bleibt in der ersten Zeit die Hauptnahrungsquelle.

Tipp: Am besten startest du mittags mit der Beikosteinführung. Verdauungsprobleme sind in der Anfangszeit keine Seltenheit. Wenn du abends mit der Beikost startest, kann dein Baby womöglich nicht schlafen. Und morgens sind Babys oft sehr hungrig und bevorzugen die schnell verfügbare und vertraute Milch.

Wenn dein Baby die erste Gemüsesorte gut verträgt, kannst du ein paar Tage später Kartoffel einführen und einen Gemüse-Kartoffel-Brei anbieten. Dein Baby verträgt auch die Kartoffel gut? Dann kannst du den Brei um mageres Fleisch und Obstsaft (oder Öl) ergänzen.

Hier die ersten Schritte in der Übersicht:

MorgensMittagsNachmittagsAbends
1. Schritt: Gemüse
Muttermilch / Pre-Milch nach Bedarf2. Schritt: Gemüse & KartoffelMuttermilch / Pre-Milch nach BedarfMuttermilch / Pre-Milch nach Bedarf
3. Schritt: Gemüse, Kartoffel & Fleisch

Bei den Gemüsesorten kannst du variieren, die Kartoffel kannst du durch Nudeln oder Reis ersetzen. Das bringt Abwechslung in den Speiseplan. Das Fleisch solltest du ein bis zweimal pro Woche durch fettreichen Fisch wie Lachs ersetzen.

Oft kann bereits nach einem Monat eine ganze Milchmahlzeit durch Brei ersetzt werden. Dann braucht dein Kind nach dem Brei keine zusätzliche Milch mehr. Das ist aber nur ein Richtwert. Jedes Kind ist anders.

Weitere Mahlzeiten nach und nach ersetzen

Wenn du die erste Milchmahlzeit vollständig durch Brei ersetzt hast, kannst du eine zweite feste Mahlzeit einführen. Am besten einen Milch-Getreide-Brei als Abendbrei. Hierzu eignet sich Vollkorngetreide wie Hafer, Weizen, Dinkel oder Hirse. Der „Speiseplan“ deines Babys sieht dann so aus:

MorgensMittagsNachmittagsAbends
Muttermilch / Pre-Milch nach BedarfGemüse-Kartoffel-Fleisch-BreiMuttermilch / Pre-Milch nach BedarfMilch-Getreide-Brei

Rund vier Wochen später kannst du eine dritte Breimahlzeit anbieten (nachmittags), beispielsweise einen Getreide-Obst-Brei.

MorgensMittagsNachmittagsAbends
Muttermilch / Pre-Milch nach BedarfGemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei + TrinkenGetreide-Obst-Brei + TrinkenMilch-Getreide-Brei + Trinken

Solange dein Baby überwiegend Muttermilch oder Pre-Nahrung bekommt, benötigt es keine zusätzliche Flüssigkeit. Wenn du mehr als zwei Mahlzeiten vollständig ersetzt hast, solltest du deinem Kind zur Beikost Trinken anbieten. Am besten eignen sich Wasser und ungesüßter Tee.

Die Dauer des vollständigen Breiaufbaus kann stark variieren – von wenigen Tagen bis zu mehreren Wochen.

Gegen Ende des ersten Lebensjahres zeigen viele Babys Interesse am Frühstück der Erwachsenen. Dann kannst du deinem Kind beispielsweise Vollkornbrot mit Butter oder einem Gemüseaufstrich servieren. Schneide das Brot anfangs in kleine Streifen. Mit etwa einem Jahr findet dann meist auch der Übergang von der Beikost zur Familienkost statt. Dann solltest du salz- und gewürzarm kochen. Würze lieber am Tisch nach.

4. Fertiggläschen vs. selber kochen: Was ist besser?

Babygläschen haben hierzulande eine gute Qualität. Sie unterliegen strengen Kontrollen. Die Zutaten sind schonend zubereitet und stehen im richtigen Verhältnis zueinander. Aber: Manche Babygläschen enthalten Zusatzstoffe, um den Brei länger haltbar zu machen. Auch Zucker kann enthalten sein. Das ist nicht gut für die Geschmacksbildung. Daher empfehlen wir, beim Kauf von Babygläschen auf die Zutatenliste zu achten.

Wenn du den Brei selber zubereitest, kannst du sicher gehen, dass nichts darin enthalten ist, was nicht hineingehört – weder Zucker noch irgendwelche Zusatzstoffe. Außerdem kannst du die Zutaten nach Belieben kombinieren.

Selber kochen bietet somit einige Vorteile. Allerdings ist das im Alltag nicht immer machbar. Gerade unterwegs oder wenn es schnell gehen muss, sind sie eine gute Alternative. Deswegen gibt es von uns kein klares „Besser“ oder „Schlechter“.

Mehr zum Thema

5. Stimmt es, dass man dem Babybrei Öl und Saft beifügen sollte?

Öl liefert wertvolle essenzielle Fettsäuren wie Omega-3. Es verbessert die Aufnahme von fettlöslichen Vitaminen und trägt zur leichteren Verdauung bei. Das Baby kann die Nahrung besser im Magendarmtrakt verarbeiten. Gerade zu Beginn der Beikost kann Öl (etwa 1 Esslöffel Raps-, Maiskeim- oder Leinöl) Verdauungsproblemen vorbeugen.

Saft oder püriertes Obst (etwa 1 ½ Esslöffel) sind ebenfalls wertvolle Zutaten. Sie erhöhen den Vitamin-C-Anteil. Das ist gut für die Eisenaufnahme und das Immunsystem.

6. Sollte Babybrei gewürzt sein?

Babys sollten zunächst den Grundgeschmack der verschiedenen Lebensmittel kennenlernen. Salz hat in Babybrei ohnehin nichts zu suchen, da die Nieren eines Babys noch nicht voll entwickelt sind. Auch auf andere Gewürze solltest du verzichten. Die Geschmacksnerven eines Babys sind viel sensibler als die von Erwachsenen. Was uns fade erscheint, ist für ihren Gaumen eine Geschmacksexplosion. Lass Gewürze also besser weg. Du kannst stattdessen zu frischen Kräutern greifen.

7. Wie kann ich Babybrei erwärmen?

Du kannst Beikost in einem kleinen Topf, im Wasserbad oder – falls du einen hast – im Flaschenwärmer erwärmen. Auch das Erhitzen in der Mikrowelle ist möglich. Wichtig: Egal, welche Methode du bevorzugst, rühre den Brei gut durch und überprüfe die Temperatur, bevor du dein Baby damit fütterst. Vor allem bei der Zubereitung in der Mikrowelle können Kälte- und/oder Hitzenester entstehen. An den Hitzenestern kann sich dein Baby verbrennen. In den Kältenestern können Bakterien überleben. Beides gilt es zu vermeiden.

Wichtig: Babybrei kein zweites Mal erwärmen!

Du solltest Babybrei kein zweites Mal aufwärmen. Über den Löffel können Keime aus dem Mund des Babys ins Gläschen gelangen.

Außerdem enthalten manche Gemüsesorten (etwa Spinat) viel Nitrat. Nitrat kann sich in Nitrit umwandeln. Nitrit kann für Babys und Kleinkinder gefährlich werden, da es den Sauerstofftransport im Blut behindert.

8. Kann ich mein Baby vegetarisch ernähren?

Es ist möglich, ein Baby vegetarisch zu ernähren, aber es wird nicht empfohlen. Denn Fleisch und Fisch enthalten wichtige Nährstoffe, die für das Wachstum und die Entwicklung wichtig sind – alle voran Eisen. Wenn du dein Baby vegetarisch ernähren möchtest, musst du sicherstellen, dass dein Baby auch ohne Fleisch alle Nährstoffe in ausreichender Menge erhält, die für sein Wachstum notwendig sind. Besprich dein Vorhaben, dein Baby vegetarisch zu ernähren, daher unbedingt mit eurer Kinderärztin. Sie kann dir wertvolle Tipps geben.

9. Was ist Baby-Led Weaning?

Baby-Led Weaning ist eine „Baby-geführte Beikosteinführung“. Das Kind isst das, was es selbst zum Mund führen kann. Das ermöglicht deinem Baby, Nahrung spielerisch zu entdecken und selbst auszuwählen, was es probieren möchte. Am besten eignen sich weiches Obst und gegarte Gemüsesticks für das Baby-Led Weaning.

Wichtig: Du solltest nicht zu früh damit beginnen. Viele Kinderärzte sind wenig begeistert von dieser Beikost-Methode. Allen voran wegen der erhöhten Aspirationsgefahr (Ersticken durch Einatmen). Auch die Nährstoffversorgung ist Kritikern zufolge beim Baby-Led Weaning zu unsicher. Es könnte ein Eisenmangel entstehen.

Vielleicht ist Baby-Led Weaning für euch genau das Richtige. Vielleicht auch nicht oder eher in Kombination mit Brei. Probiere aus, was für euch am besten passt.

Mehr zum Thema

10. Mein Baby verweigert die Beikost. Was soll ich tun?

Vielleicht ist dein Kind noch nicht so weit. Es gibt Kinder, die verweigern die Beikost nahezu das gesamte erste Lebensjahr und entwickeln sich trotzdem ganz normal. Sprich das Thema bei eurer Kinderärztin an. Sie kann das persönliche Risiko deines Kindes für einen Eisenmangel gut einschätzen. Falls sie es als notwendig erachtet, kann sie euch Eisentropfen verschreiben, bis dein Kind so weit ist, dass es den Babybrei annimmt.

Habt ihr weitere Fragen? Was sind eure Erfahrungen mit dem Beikoststart? Wir freuen uns über eure Kommentare!

5cf2e0a75d844fb8b1d6bfd3918eca77 - Das Beikost 1x1: 10 Fragen, 10 Antworten

Quellen

Wie hat dir dieser Artikel gefallen?

Was können wir an diesem Artikel verbessern?

+ = Verify Human or Spambot ?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.