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Mikroplastik in der Muttermilch! Echt jetzt?

Mikroplastik in der Muttermilch

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Bisher war es unbestritten: Stillen ist für Babys in den ersten Lebensmonaten die beste Ernährungsform. Eine neue Studie bringt nun jedoch ans Licht: Es lässt sich Mikroplastik in der Muttermilch nachweisen. Echt jetzt?

Genau genommen überrascht es wenig, dass sich auch in der Muttermilch Mikroplastik nachweisen lässt. Immerhin wurden bereits kleinste Plastikteilchen in früheren Studien in der Lunge oder in der Plazenta und anderswo im menschlichen Organismus nachgewiesen. Warum also sollte die Muttermilch frei von mikroskopisch kleinen Plastikpartikeln sein? Und was bedeutet dieses Studienergebnis nun für das Stillen per se?

Besorgniserregende Ergebnisse

An der Studie italienischer Forscher nahmen 34 gesunde Mütter teil, deren Schwangerschaft ohne Komplikationen verlief. Eine Woche nach der Entbindung wurde ihre Muttermilch auf Rückstände kleinster Plastikpartikel untersucht. Das Ergebnis ist besorgniserregend: Bei 26 von ihnen ließen sich kleinste Partikel von PVC, Polyethylen sowie Polypropylen nachweisen. Das sind 75 Prozent. Zusammen mit den zu einem früheren Zeitpunkt nachgewiesenen Plastikteilchen in der Plazenta ein sehr besorgniserregender Umstand.

Die gute Nachricht: Trotz der Belastung mit Mikroplastik ist die Muttermilch dennoch die beste Ernährung für dein Baby! Schließlich enthält sie alle wichtigen Nährstoffe. Zudem bietet dieses natürliche Superfood deinem kleinen Schatz sehr viele Vorteile. Unter anderem funktioniert die Muttermilch als:

  • natürlicher Infektionsschutz,
  • Entwicklungshelfer,
  • optimal auf Babys Bedürfnisse abgestimmter Versorger,
  • heilender Allrounder und vielem mehr.

Die Forscher sehen die Zunahme an nachgewiesenem Mikroplastik im menschlichen Körper zwar als sehr besorgniserregend an. Dennoch betonen sie, dass das Stillen nach wie vor für ein Baby die beste Ernährung darstellt, da die gesundheitlichen Vorteile deutlich überwiegen. Immerhin kann der kleine Organismus wesentlich mehr und stärkere Abwehrstoffe bilden, wenn er ausreichend mit Muttermilch versorgt wird.

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Allerdings weist das Forscherteam nach dieser Studie auch ausdrücklich darauf hin, dass es zwingend erforderlich ist, weitere Studien durchzuführen. Denn aktuell gibt es noch keine wissenschaftlich belegten Erkenntnisse, inwieweit sich die mit Mikroplastik belastete Muttermilch oder die Mikroplastikablagerungen in der Plazenta auf die Gesundheit von Säuglingen und Kindern auswirkt. Wirklich gesund kann es aber nicht sein. Die Frage ist nur: Wie stark wird Kindergesundheit dadurch beeinträchtigt oder welche Langzeitfolgen können sich daraus entwickeln.

Wie lässt sich das Risiko minimieren?

Da Mikroplastik mittlerweile überall in unserer Umwelt anzutreffen ist, scheint es auf den ersten Blick nahezu unmöglich, eine Belastung in der Muttermilch auszuschließen. Aber es gibt dennoch Wege, um giftiges Plastik im Blut wenigstens einzuschränken.

Unter anderem kannst du mit folgenden Tipps das Risiko der Mikroplastikbelastung wenigstens etwas minimieren:

  • Verzichte auf Lebensmittel, die in Plastik verpackt angeboten werden.
  • Benutze weder Plastikgeschirr noch beschichtetes Kochgeschirr.
  • Entferne Hausstaub möglichst oft, denn Mikroplastik haftet gern am Staub und kann dadurch einfach eingeatmet werden.
  • Wähle für dein Kind besser Spielzeug aus unbedenklichen Materialien wie Holz aus. 
  • Achte bei Kunststoff-Gegenständen darauf, dass möglichst keine Weichmacher enthalten sind. Selbst BHPF, wie er in modernen Trinkflaschen vorkommt, ist nicht immer unbedenklich.
  • Verzichte auf kosmetische Produkte, Zahncreme und andere Hygieneartikel, bei denen primäre Mikropartikel in den Inhaltsstoffen stecken.

Unser Tipp: Sei selbstkritisch und achtsam. Vieles lässt sich heute durch plastikfreie Alternativen ersetzen. Hast du beispielsweise schon mal über ein gläsernes Babyfläschchen* nachgedacht, wenn du zwischen den Stillmahlzeiten etwas Tee geben willst?

Fazit

Mikroplastik: Der Fluch der modernen Zivilisation. Gefühlt kommt es in allem vor, was unsere Umwelt ausmacht. Dass diese winzig kleinen Partikel auch vor der Muttermilch nicht Halt machen, scheint da nur logisch. Dennoch hat uns das Ergebnis der neuesten Studie ziemlich geschockt. Doch mit etwas mehr Achtsamkeit lässt sich der Anteil von Mikroplastik in der Muttermilch wenigstens etwas verringern. Ganz verhindern kann man ihn vermutlich nicht, denn selbst in der Kuhmilch zum Beispiel wurde bereits Mikroplastik nachgewiesen. Aber Plastik, in welcher Form auch immer, zu reduzieren, ist sicher ein guter Anfang.

War dir bewusst, dass auch Muttermilch mit Mikroplastik belastet ist? Was tust du, um Plastik möglichst zu vermeiden?

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Quellen

✔ Inhaltlich geprüft am 09.11.2022
Dieser Artikel wurde von Emely Hoppe geprüft. Wir nutzen für unsere Recherche nur vertrauenswürdige Quellen und legen diese auch offen. Mehr über unsere redaktionellen Grundsätze, wie wir unsere Inhalte regelmäßig prüfen und aktuell halten, erfährst du hier.

Veröffentlicht von Manuela Schneider

Schon als Erzieherin hat Manuela sich der kleinen und großen Dinge angenommen, die Vorschulkinder beschäftigen. Kreativ gestaltete sie für ihre Mäuse den Kindergartenalltag, sodass jeder Tag ein neues Abenteuer bereithielt. Als zweifache Mama hat sie sich diesen kreativen Einfallsreichtum ebenso beibehalten wie ihr besonderes Verständnis für das Gefühlsleben der Kleinen. Manuela sammelte unsagbar viele nützliche und wertvolle Erfahrungen in der Arbeit sowohl mit Kita-Kindern zwischen 3 und 6 Jahren als auch nach der Wende in Freizeiteinrichtungen für 6- bis 18-Jährige wie den Spielstuben, Kinderkreativ-Workshops und Jugendclubs der Stadt Chemnitz. Seit 2013 hat sie ihr Hobby zum Beruf gemacht und arbeitet als freiberufliche Autorin, die gefühlvoll in Worte fasst, was anderen nur auf der Zunge liegt.

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