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Giftiges Plastik im Blut: Wie du deine Kinder schützen kannst

Immer mehr Medien berichten, dass die meisten Kinder stark mit Rückständen aus Kunststoffen wie z.B. Weichmachern belastet sind. Was genau daran schlimm ist, welche Kunststoffarten gefährlicher als andere sind und was genau du tun kannst, um deine Kinder und dich selbst zu schützen, klärt dieser Artikel.

Das Wichtigste in Kürze

  • Nahezu alle Kinder in einer großen deutschen Studie hatten Plastikrückstände im Blut. 1 von 5 Kindern so viel, dass Gesundheitsprobleme nicht ausgeschlossen werden können.
  • Die 3- bis 5-jährigen sind sogar noch stärker betroffen.
  • Auch Muttermilch ist belastet!
  • Gut: Der Körper kann viele gefährliche Plastikrückstände wieder abbauen, riskant ist dauerhafter Kontakt.
  • Nicht jede Kunststoffart ist gleichermaßen bedenklich.
  • Um welche Plastikart es sich handelt, verrät der Code, der sich meist unter dem Boden oder auf der Packung befindet.
  • Besser Finger weg von ungekennzeichneter Ware.
  • Ein plastikärmeres Leben ist auch mit kleinem Budget machbar, wenn die ganze Familie dabei ist.
  • Komplette Plastikfreiheit ist ein größeres Projekt, das nur für wenige machbar ist.

Das Problem mit dem Plastik

Im Urin von 97 bis 100% der Kinder in einer großen deutschen Studie des Umweltbundesamtes und des Robert-Koch-Instituts wurden bedenkliche Rückstände von Plastik festgestellt. 1 von 5 Kindern ist so belastet, dass spätere gesundheitliche Probleme nicht ausgeschlossen werden können. Die jüngsten und damit empfindlichsten Kinder sind sogar noch stärker betroffen.

Jährlich werden etwa 400 Millionen Tonnen Plastik produziert und vor allem für Verpackungen und im Bau aber auch für viele andere Dinge verwendet. Nur 14% davon werden weltweit recycelt. Der „Rest“ landet auf Deponien (40%), wird verbrannt (14%) oder endet schlicht in der Umwelt (32%).

Immerhin 6,4 Millionen Tonnen Plastik gelangen pro Jahr neu in unsere Weltmeere, wo sie sich nach und nach zersetzen. Die berühmten Müllstrudel zeigen klar, wie schlimm es schon jetzt um die Meere bestellt ist.

Der Ausgangsstoff für die Plastikherstellung ist immer Erdöl. Aber Plastik ist nicht gleich Plastik, es gibt hunderte verschiedene Zusammensetzungen. Wie bedenklich Plastikmaterial in der Umwelt für den Menschen ist, hängt davon ab, welche Hilfsstoffe, Stabilisatoren, Flammschutzmittel, Füllstoffe, Imprägnierungen oder Farbstoffe bei der Produktion zugesetzt wurden. Und eben auch gefährliche Weichmacher wie z.B. Phthalate, die besonders in der Kritik stehen.

Das sichtbare Plastik ist nicht das Schlimmste. Schlimmer noch sind die kleinen Teilchen, also Mikroplastik und freiwerdende Chemikalien. Denn erst sie gelangen in unseren Körper und richten dort Schaden an. Die gesundheitsgefährdenden Stoffe kommen nicht nur über das Wasser in unser Blut und unsere Zellen. Das macht (bisher) sogar nur einen kleinen Teil aus. Nein, es gibt etliche andere Wege, Plastikbestandteile aufzunehmen:

Wie gelangen Stoffe wie Weichmacher in mein Kind?

1. Über die Nahrung – das ist momentan der Hauptweg:

Bedenkliche Bestandteile lösen sich aus Verpackungen, Folien, Aufbewahrungsdosen, beschichtetem Kochgeschirr, Kochbesteck, Einweg- sowie Essgeschirr und finden sich als Mikroplastik in Lebensmitteln wie Fisch, Gebäck, Milchprodukten, Trinkwasser und sogar in Muttermilch!

2. Durch einatmen – die zweitgrößte Quelle

Substanzen aus Kunststoff heften sich an den Hausstaub und werden so eingeatmet. Sie stammen aus Kleidung, Bodenbelägen und Textilien wie Vorhängen, Bezügen etc. sowie aus Kunstrasen, Straßenverkehr und Baugewerbe.

3. Durch in den Mund nehmen – vor allem bei den Kleinsten

Trinkflaschen, Nuckel und Beißringe können bedenkliche Stoffe enthalten. Auch wenn Kinder an billigem Plastikspielzeug, Decken oder Kleidung herumkauen oder lutschen, lösen sich feinste Partikel im Speichel und gelangen so in den Darm und von dort ins Blut.

4. Über die Haut

Kinderkleidung enthält oft viele verschiedene Kunststoffe, z.B. in Aufdrucken und Beschichtungen. Aber auch Windeln und Kosmetika sind alles andere als frei davon. Öl- oder wasserlösliche Inhaltsstoffe sowie kleinste Nanopartikel können sogar über die Haut eindringen.

Wir sind doch auch trotz Plastik groß geworden (oder nicht?)

Das klingt wie ein gutes Argument, ist es aber nicht. Selbst wenn wir in jungen Jahren noch wenig bis keine Probleme hatten, viele von uns entwickeln zwischen 30 und 40 die ersten gesundheitlichen Beschwerden.

Seit es Plastik gibt, steigen die Krebsraten bei Kindern (Kinderleukämie) und jungen Erwachsenen (Brustkrebs). Übergewicht, Diabetes, ADHS und Asthma werden schon bei Kindern mit Plastik in Zusammenhang gebracht. Schilddrüsenerkrankungen und Fälle von Unfruchtbarkeit haben bei Erwachsenen zugenommen.

Eine Grafik des BUND aus dem „Plastikatlas 2019“ zeigt, welche Erkrankungen allein mit hormonell wirksamen Substanzen aus Plastik in Verbindung stehen könnten.

plastik-gesundheitliche-folgen

Da es unzählige Kunststoffarten und darin enthaltene Chemikalien gibt, ist anzunehmen, dass die Mischung daraus sich auf unseren Körper auswirken MUSS.

Bewiesen ist der Zusammenhang jedoch nur für wenige Stoffe wie Phthalate (Weichmacher) und PFOA in Teflon-Beschichtungen. Das heißt aber nicht, dass es ihn nicht gibt. Die wissenschaftliche Herleitung ist sehr kompliziert, denn viele Faktoren spielen in die Entstehung einer Krankheit hinein. Das Geld für großangelegte Studien fehlt. Die Wirtschaft hat kein Interesse daran, dass Erkenntnisse dieser Art publik werden. Die Lobby der Plastikhersteller und der Nahrungsmittelindustrie ist stark.

Die ganz zu Anfang genannte Studie des Umweltbundesamtes von 2017, auf die sich dieser Artikel bezieht, wurde bisher nicht veröffentlicht. Scheinbar wurde sie geleaked, denn dem Spiegel liegt sie dennoch vor. Wir haben das Umweltbundesamt während der Recherche telefonisch und per E-Mail kontaktiert, bekamen aber bis jetzt weder mehr Infos zur Studie selbst noch ein Interview von einem Experten. Auch das mitwirkende Robert-Koch-Institut wollte sich dazu nicht äußern.

Warum die Regierung die Ergebnisse nicht öffentlich zugänglich macht? Darüber kann man nur mutmaßen.

Wusstest du, das Plastik so gefährlich für Kinder sein kann?

Bedenkliche Stoffe in den verschiedenen Kunststoffen

Wenn ein Kunststoff keine Kennzeichnung hat, ist das schlecht. Aber auch wenn eine vorhanden ist, ist das allein keine Garantie für Unbedenklichkeit. Welche Kunststoffe es gibt und wie sie gekennzeichnet sind, zeigt die Tabelle weiter unten.

Erwiesenermaßen schädlich sind Kunststoffe wie PTFE, PVC, PC, PU und andere Kunststoffarten mit dem Code „07 O“ (siehe Tabelle unten). Ganz besonders von ungekennzeichneten Kunststoffen solltest du die Finger lassen, weil niemand weiß, was wirklich drin ist. Aber auch das allgegenwärtige PET kann nach und nach hormonwirksame Stoffe ins Wasser abgeben, vor allem bei Licht- und Wärmeeinfluss. Und selbst wenn PP, PE-LD und PE-HD als einigermaßen sicher gelten: meist stellt sich doch im Nachhinein heraus, dass auch sie gesundheitsschädliche Stoffe abgeben.

Vorsicht: BPA-frei bedeutet nicht unbedenklich. Oft werden ähnliche Weichmacher wie Bisphenol S oder Bisphenol F eingesetzt, deren Wirkung aber noch nicht erforscht ist. Der in Tritan (z.B. in neueren Kindertrinkflaschen) enthaltene Weichmacher BHPF scheint ebenfalls nicht ungefährlich zu sein. 

Für Weichmacher (Phthalate) gibt es zwar Grenzwerte, das Problem ist, dass wir und unsere Kinder immer mehreren Substanzen aus verschiedenen Quellen ausgesetzt sind. Diesen Cocktail an verschiedenen Substanzen kann niemand unter wissenschaftlichen Bedingungen testen.

CodeKunststoffAnwendungBedenkliche Stoffe
PET_01PETPolyesterfasern in Kleidung, Decken, Bezügen etc.
Folien
Lebensmittelverpackungen
Einwegflaschen
Acetaldehyd
Antimontrioxid
hormonwirksame Stoffe
PE-LD 04PE-LDPlastiktüten
Frischhaltefolien
Müllsäcke
Tuben
Kartonbeschichtungen
evtl. nicht bekannte Zusatzstoffe
HD-PE 02PE-HDMehrwegflaschen
Reinigungsmittelbehälter
Trinkwasserrohre
Haushaltswaren
evtl. nicht bekannte Zusatzstoffe
PP 05PPLebensmittelverpackungen
Trinkflaschen
Kindersitze
CD/DVD Hüllen
Innenraumverkleidungen (Auto)
gilt als unbedenklich, wenn keine unbekannten Zusatzstoffe enthalten sind
PS 06PSLebensmittelverpackungen
Styropor
Dämmstoffe
Verpackungsfolien
unbekannte Zusatzstoffe, der Stoff ist selten "rein", oft sind andere hormonwirksame Weichmacher als BPA enthalten
PVC 03PVCGummistiefel
Bodenbeläge
Kunstleder
Fensterrahmen
Rohre
Duschvorhänge
kein BPA, aber andere hormonähnliche Weichmacher wie DEHP, Dioxin, Chlor, Schwermetalle
O 07PCAlte Babyflaschen
Kinderspielzeug
Küchenutensilien
Dosenbeschichtungen
BPA
O 07viele andere KunststoffeKinderspielzeug
manche Brotdosen
Mikrowellengeschirr
Zahnbürstenborsten
Seile
Elektrogeräte etc.
BPA und viele andere unbekannte Zusatzstoffe
C/PAP 84VerbundstoffeTetrapacks
Lebensmittelverpackungen etc.
Beschichtung kann PE enthalten, aber auch Aluminium oder EVOH
PTFE
auch Teflon genannt
Beschichtungen von Pfannen,Töpfen, Backgeschirr, Waffeleisen
beschichtetes Einweg-Papier wie bei Pappbechern, Pizzakartons, Fastfood-Schalen, Backpapier etc.
auf Regenkleidung, Teppichen, Sofas etc.
PFOA und FTOH, beide leberschädigend, reproduktionstoxisch und krebserregend

Die gute Nachricht: der Körper kann die meisten Plastikrückstände wieder loswerden

Seit die Ergebnisse der wenigen Studien nach und nach durchsickern, gibt es immer mehr Selbstversuche in den Medien. Die meisten testen, ob ein plastikfreies Leben überhaupt möglich ist, manche lassen ihr Blut vor und nach dem Verzicht auf Plastik auf Schadstoffe kontrollieren. Jenke von Wilmsdorff hat in seinem aktuellen Experiment auf RTL 4 Wochen lang absichtlich plastikbetont gelebt und die Ergebnisse dokumentiert.

Die Versuche, bei denen Blut und Urin kontrolliert wurden, zeigen eins: Die Menge der Rückstände im Körpers steigt parallel zum Plastikkonsum an. Menschen, die ganz normal leben, sind meist schon deutlich belastet. Die Konzentration von Rückständen in Blut und Körperzellen sinkt aber auch, wenn wir auf Plastik verzichten. Menschen, die es geschafft haben, 1 Jahr ohne Plastik auszukommen, haben nur noch geringe Spuren im Blut. Aber auch schon ein Monat hilft, um wieder unter die Grenzwerte zu kommen.

Das heißt also, Plastik zu reduzieren lohnt sich für unsere Gesundheit und die unserer Kinder! Wir sind ohnehin so vielen Umwelteinflüssen ausgesetzt, warum also nicht das ändern, was wir in der Hand haben?

Natürlich ist ein plastikarmes Leben keine Garantie dafür, dass uns nicht trotzdem eine schwere Krankheit ereilt. Aber wir können selbst das Risiko verringern, damit wir auch im Alter noch für unsere Kinder da sein können.

Wie du deine Kinder vor Plastikrückständen im Blut schützen kannst

Das Falscheste wäre jetzt wahrscheinlich, in Panik zu verfallen und alle verrückt zu machen, ohne einen Plan zu haben. Nimm dir Zeit, um euren Lebensstil zu überdenken. Wie lebt ihr? Was benutzt ihr? Woher kommt es? Könnte es schädlich für deine Kinder sein? Gibt es Alternativen?

Wenn du dir Gedanken gemacht hast, kannst du deine Familie auf Veränderungen vorbereiten und dann Schritt für Schritt damit beginnen, Dinge anders zu machen. Starte mit dem Offensichtlichsten und arbeite dich nach und nach vor. Wie das genau aussehen kann, zeigen wir in unserem 4-Stufen-Aktionsplan weiter unten.

Mach es zum Thema in der Familie, bei Freunden, in der Kita und in der Schule. Als Elternvertreter wissen wir, wie schwierig das ist. Denn vielen Eltern, Großeltern, Erziehern und auch Lehrern ist das Thema egal oder schlicht zu anstrengend und sie möchten sich am liebsten überhaupt nicht damit beschäftigen. Aber nur, wenn immer mehr Menschen erkennen, was hier mit uns und unserem Kindern gemacht wird, kann sich etwas ändern. Denn von allein werden Politik und Wirtschaft das nicht tun. Es muss schon von Vielen Druck aufgebaut werden.

4-Stufen-Aktionsplan

Stufe 1 – Erst mal klein anfangen

Von jetzt auf gleich ganz ohne Plastik zu leben, ist schlicht unmöglich. Besser ist klein anzufangen. Lass Verpacktes weg wo es geht. Damit die Kids nicht allzu stark protestieren, darfst du sie mit ins Boot holen. Vielleicht backt ihr die Kekse, Riegel etc. von nun an einfach selbst? Quetschies sind teuer und sie braucht eigentlich kein Mensch. Obstmus kannst du selbst machen oder in Gläsern kaufen und mit dem Löffel geben. Dann gehen die Zähne auch nicht so kaputt. Eine Liste mit Ideen gibt es hier.

  • Öfter Staub saugen, wöchentlich Staub wischen, mehrmals täglich lüften (Plastikpartikel haften am Staub)
  • Verpackte Snacks & Süßigkeiten und Mini-Getränke weglassen
  • Gezielt zu unverpackten Lebensmitteln greifen (z.B. Gemüse und Obst)
  • Wer kann: Märkte, Gemüsekistenlieferanten oder Unverpackt-Läden in der Nähe suchen
  • Getränke in Glasflaschen kaufen (liefern lassen?)
  • Auf Coffee-to-go und Fastfood verzichten
  • Möglichst selbst kochen und mitnehmen, wenig Fertigprodukte und wenn dann ohne Verpackung erwärmen
  • Speisen generell nicht in Kunststoff erwärmen
  • Reste in Schalen mit Tellern drauf aufbewahren, statt in Frischhaltefolie
  • Käse, Wurst und Fleisch wenn möglich in eigene (PP- oder Glas-)Behälter füllen lassen
  • Für Obst und Gemüse Mehrwegnetze verwenden
  • Auf Plastikgeschirr/-besteck & Strohhalme verzichten.
    Übrigens: Melamin und Bambus (meist ebenfalls mit Melamin) sind auch bedenklich, wenn darin warme Speisen/Getränke zubereitet oder serviert werden, da dann Formaldehyd in die Nahrung übergeht.

Stufe 2 – durchgehen und aussortieren

Nein, du musst nicht alles aus Kunststoff wegwerfen. Aber Dinge, die mit Nahrungsmitteln in Kontakt kommen, sollten unbedenklich sein. Spielzeug, das deine Kinder täglich benutzen oder vielleicht sogar in den Mund nehmen, ebenfalls. Pfannen, Töpfe und Backformen mit Beschichtung sind übrigens besonders kritisch, da die giftigen Stoffe bei sehr großer Hitze direkt ins Essen übergehen. Daher gilt, bei Kratzern lieber sofort austauschen, ansonsten Einsatz reduzieren und fürs Backen unbeschichtetes Backpapier verwenden. Unser Tipp also:

  • Billiges Kinderspielzeug aus Plastik sofort aussortieren. Gleiches gilt für altes Plastikspielzeug.
  • Porzellan, Keramik, Holz. Edelstahl und Gläser nach vorne räumen.
  • Plastikgeschirr und -behälter auf Kennzeichnungen kontrollieren (siehe Tabelle) und bedenkliches aussortieren.
  • Küchenutensilien durchgehen und nach und nach aussortieren, vor allem beschichtete Pfannen und Backformen, alte oder billige Plastikcontainer, Kochbesteck und Wasserkocher aus Plastik.
  • Besonders bedenkliche Kleidung sparsam nutzen oder aussortieren. Brüchige Materialien nicht weiter anziehen.

Es gibt einige Pfannenbeschichtungen, die ohne das krebserregende PFOA auskommen, wie z.B. Silitan, das von WMF verwendet wird oder auch Keramik-Beschichtungen. So erfreulich das auch ist, es gibt keine konkreten Informationen darüber, was genau in diesen alternativen Beschichtungen enthalten ist. Daher raten wir, lieber ganz auf beschichtetes Kochgeschirr zu verzichten.

Stufe 3 – weniger nachkaufen, dafür wohlüberlegt

Wir geben zu, eine komplett neue Ausstattung ist selten im Budget. Und gute, wirklich unbedenkliche Waren kosten meist um einiges mehr. Aber vielleicht brauchst du gar nicht so viel, wie du immer dachtest? Das Schöne ist, Dinge aus Omas und Uromas Zeiten sind meist viel wertiger als jegliche neue Massenware. Also vielleicht hat die Familie noch fehlende Küchenutensilien aus Edelstahl oder Gusseisen abzugeben. Und auch auf Flohmärkten findet sich viel Porzellan, Keramik und Glas zu günstigen Preisen. Das ist dann vielleicht nicht so stylisch, aber Charme hat es allemal. Daher:

  • Wenn möglich nur noch Küchenutensilien und Geschirr aus Edelstahl, Gusseisen, Keramik/Porzellan, Glas und Holz anschaffen.
  • Zertifiziertes Kinderspielzeug aus Holz kaufen. Wenn Plastik, dann nur PP oder PE-HD. Auch Plüschtiere können stark belastet sein (gibt es auch aus Baumwolle mit Wollfüllung).
  • Kleidung vorwiegend gebraucht kaufen, gern Bio-Marken mit hohem Naturfaseranteil.
  • Wenn Renovieren, dann schadstoffarm, keine Vinyltapeten!
  • Möbel, Böden/Teppiche und Heimtextilien aus Naturmaterialien wie Holz, Wolle, Kork oder Sisal wählen.

Stufe 4 – selber machen

Dinge selber machen ist IN, aber leider oft auch was für Leute mit Zeit. Teurer ist es nicht, ganz im Gegenteil. Die meisten Reinigungsmittel lassen sich mit wenigen Zutaten selbst herstellen, für die man nicht mal Chemiker sein muss. Rezepte dafür gibt es in vielen nachhaltigen Selbermacher-Blogs und sogar auf Instagram. Beispiel gefällig? Rezept vom BUND: Waschmittel aus Rosskastanien. Einfach ausprobieren, es funktioniert und ist leichter als gedacht. Du kannst z.B.:

  • Wachstücher statt Frischhaltefolie basteln.
  • Reinigungsmittel aus wenigen Zutaten selbst mischen: klappt für Putzmittel, Waschmittel, Spülmittel und sogar Geschirrspülpulver.
  • Kosmetik wie Deo selbst herstellen.
  • Spielzeug selbst bauen oder nähen (z.B. ein Steckenpferd aus einer Socke).

Persönliches Fazit

Die Ergebnisse der Studie und auch unsere Erkenntnisse während der Recherche für diesen Artikel haben uns tatsächlich schockiert.

Ja, ein Leben ganz ohne Plastik ist im Moment so gut wie unmöglich. Und selbst der Versuch Plastik zu reduzieren, kostet erst einmal Zeit und Nerven. Bequem geht anders. Aber plastikärmeres Leben ist machbar, selbst mit kleinerem Budget. Es ist wichtig, Schritt für Schritt vorzugehen, nicht dogmatisch zu sein, aber dennoch dran zu bleiben. Bald hat man sich daran gewöhnt, die Dinge anders anzugehen. Und dann fühlt es sich unglaublich gut an. Wichtig ist, dass die Familie mitzieht, sonst ist Frust vorprogrammiert.

Während der Recherche fiel uns auf, dass es nicht leicht ist, an Daten zu kommen. Die Studie des Umweltbundesamtes mit ihren aufrüttelnden Ergebnissen ist bis heute (2 Jahre danach) nicht veröffentlicht, die Politik hält sie zurück. Plastikkonzerne und Lebensmittelindustrie erwähnen die möglichen gesundheitlichen Folgen ihrer Produkte mit keinem Wort. Ihre Lobby ist stark. Lediglich der BUND stellt wirklich brauchbare und vor allem aktuelle Informationen wie zum Beispiel den Plastikatlas 2019 zur Verfügung.

Deshalb ist es wichtig, dass immer mehr Eltern anfangen (selbst-)kritisch zu sein und Fragen zu stellen. Du musst dich gar nicht mit dem Filialleiter deines Supermarktes anlegen. Häufiges Nachfragen und ein verändertes Kaufverhalten reichen schon aus. Denn erst, wenn viele Menschen weniger Plastikprodukte kaufen, wird sich etwas ändern.

Hast du noch eine Frage zum Thema Plastikrückstände und Plastik reduzieren? Dann schreib uns gern einen Kommentar! 

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