Close Babelli.deBabelli.de

Mundfäule bei Kindern & Babys erkennen und behandeln

Dein Kind ist unruhig, möchte nichts essen und weint viel? Du hast in seiner Mundhöhle kleine Bläschen und Geschwüre entdeckt? Dann könnte dein Schatz an Mundfäule leiden. Was du über die Erkrankung wissen solltest und wie du deinem Kind helfen kannst, erklären wir dir in diesem Artikel.

Das Wichtigste in Kürze

  • Mundfäule ist eine Mundschleimhautentzündung, die durch eine Erstinfektion mit Herpesviren ausgelöst wird.
  • Sie trifft vor allem Kinder zwischen zehn Monaten und drei Jahren.
  • Mundfäule ist hochansteckend und wird per Tröpfchen- oder Schmierinfektion übertragen.
  • Die Krankheit äußert sich unter anderem durch schmerzhafte Bläschen und Geschwüre im Mundraum.
  • Die Herpesbläschen trocknen normalerweise nach sieben bis zehn Tagen aus.
  • Erst wenn die Bläschen in der Mundhöhle abgeheilt sind, besteht keine Ansteckungsgefahr mehr.
  • Meist heilt Mundfäule von allein wieder ab. Es kann jedoch zu Komplikationen kommen.
  • Neugeborene, die an Mundfäule leiden, gehören immer in ärztliche Behandlung.

Mundfäule: Was sich dahinter verbirgt

Mundfäule ist eine Entzündung der Mundschleimhaut und des Zahnfleischs. Sie trifft vor allem Kinder zwischen zehn Monaten und drei Jahren. Ausgelöst wird Mundfäule bei Babys und Kindern durch den Erstkontakt mit dem Herpes-Simplex-Virus vom Typ 1 (HSV 1), also dem Erreger von Lippenherpes. Die Ansteckung erfolgt per Tröpfchen- oder Schmierinfektion.

Ihren Namen „verdankt“ die Mundfäule dem fauligen Mundgeruch, den sie hervorruft. Die korrekte medizinische Bezeichnung lautet Stomatitis aphtosa. Wie alle Herpesviren verbleibt auch HSV 1 lebenslang im Körper. Es kann bei einem geschwächten Immunsystem reaktiviert werden und sich vermehren. Erwachsene sind dennoch selten von Mundfäule betroffen. Sie erkranken meist an Lippenherpes, wenn das Virus wieder aktiv wird.

Typische Symptome der Mundfäule

Beim Herpes-Simplex-Virus vom Typ 1 bilden sich weiße Bläschen (Aphten) im gesamten Mundraum. Sie verursachen ein schmerzhaftes Brennen im Mund. Platzen die Bläschen auf, können sie sich entzünden und eitern. Es entstehen gelb-grau belegte Geschwüre in der Schleimhaut. Die offenen Wunden verursachen den fauligen Mundgeruch, der für die Viruserkrankung typisch ist.

Klassische Symptome sind demnach:

  • Aphten
  • kleine Geschwüre an der Mundschleimhaut
  • Zahnfleischentzündung und Zahnfleischbluten
  • fauliger Mundgeruch.

Häufig geht Mundfäule auch mit folgenden Symptomen einher:

  • (hohes) Fieber
  • geschwollene Halslymphknoten
  • Atemwegsinfektionen
  • starker Speichelfluss
  • Appetitlosigkeit (Nahrungsverweigerung)
  • Abgeschlagenheit
  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit und Erbrechen.

Die Aphten sind mit einer hochansteckenden Flüssigkeit gefüllt, in der sich die Viren befinden. Wenn die Bläschen platzen, können die Herpesviren an die Finger deines Kindes gelangen. Infolgedessen können sich die Viren auch auf andere Körperregionen ausbreiten, beispielsweise auf die Oberlippe oder die Nase. Dann entstehen auch dort die fiesen Bläschen.

Verschiedene Studien gehen davon aus, dass sich fast alle Kinder bis zum fünften Lebensjahr mit dem Herpesvirus anstecken. Nicht jede Infektion führt jedoch zu einer Erkrankung. Im Gegenteil. Die Erstinfektion bleibt meist unbemerkt.

Inkubationszeit, Dauer und Verlauf der Mundfäule

Inkubationszeit:

Im Schnitt vergehen zwei bis zwölf Tage, bis die ersten Symptome auftreten. Die Inkubationszeit kann auch deutlich länger sein. Bei manchen Patienten bricht die Mundfäule erst nach bis zu 26 Tagen aus.

Krankheitsdauer:

Die Symptome halten in etwa sieben bis zehn Tage an. Manchmal auch länger. Erst wenn die Bläschen ausgetrocknet sind, sind die Patienten nicht mehr ansteckend. Dein Kind sollte also erst wieder mit anderen Kindern spielen, wenn die Bläschen abgeheilt sind. Es sollte nicht in die Kita gehen.

Verlauf:

Zu Beginn der Krankheit fühlen sich Kinder oft müde und schlapp. Viele Kinder bekommen plötzlich (hohes) Fieber oder zeigen Symptome einer Atemwegserkrankung. Erst wenn sich die Bläschen bilden, lässt sich die Mundfäule klar diagnostizieren.

Andere Symptome wie geschwollene Halslymphknoten oder Erbrechen treten nicht bei allen Kindern auf. Der Verlauf ist unterschiedlich.

Nach dem Abklingen der Symptome ziehen sich die Herpesviren in die Nervenknoten zurück. Bei einem geschwächten Immunsystem oder seelischem Stress können sie erneut aktiv werden. Die Erkrankung äußert sich dann meist als Lippenherpes, seltener als Gürtelrose.

Mögliche Komplikationen:

  • Dehydrierung: Die Bläschen im Mund verursachen starke Schmerzen. Viele Kinder verweigern deshalb Essen und Trinken. Vor allem bei Babys besteht die Gefahr der Austrocknung.
  • Superinfektion: Wenn die Bläschen platzen und eitern, können sich Bakterien und Viren in die offenen Wunden einnisten. Es kommt zu einer Superinfektion.
  • Befall anderer Körperregionen: Herpesviren können auch auf andere Körperregionen übergehen. Werden Herpesviren in die Augen verschleppt, kann es zu schweren Infektionen kommen, die unbehandelt zur Erblindung führen können. Sehr selten befällt HSV 1 auch das Gehirn oder die Lunge.

Meist heilt Mundfäule jedoch ohne Komplikationen wieder aus.

Behandlung der Mundfäule: Wann du zum Arzt gehen solltest

Bei Mundfäule können lediglich die Symptome behandelt werden. Es existiert keine Behandlungsmöglichkeit, um Herpesviren gezielt anzugreifen.

In der Regel heilt Mundfäule von allein wieder ab. Dennoch solltest du einen Kinderarzt aufsuchen. Er kann fieber-, schmerz- und entzündungshemmende Medikamente (häufig Ibuprofen oder Paracetamol) verschreiben und die Symptome lindern.

In manchen Fällen ist auch die Verordnung antiviraler Medikamente angezeigt (etwa Aciclovir). Sie dämmen die Vermehrung der Viren ein. Inwiefern die Gabe von Medikamenten notwendig ist, kann nur ein Kinderarzt beurteilen.

Bei Neugeborenen kann Mundfäule einen schweren Verlauf nehmen, falls die Herpesviren andere Organe befallen. Schlimmstenfalls gelangen Herpesviren ins Gehirn und lösen eine Gehirnentzündung (Enzephalitis) aus. Zwar sind solche schweren Verläufe selten, dennoch gehören Neugeborene immer in ärztliche Behandlung!

Die besten Hausmittel gegen Mundfäule

Mit folgenden Hausmitteln kannst du die Genesung unterstützen:

  • Wadenwickel: Geht die Mundfäule mit Fieber einher, kannst du versuchen die Körpertemperatur mit Wadenwickeln zu regulieren. Sie sollten jedoch erst bei Kindern ab 18 Monaten angewandt werden und nur ab 39 °C.
  • Kalte Speisen und Getränke: Um die brennenden Schmerzen im Mundraum zu lindern, kannst du deinem Schatz kalte Getränke (Wasser, kühle Milch) und milde, kühle Speisen anbieten (Joghurt, Pudding, Eis).
  • Strohhalm: Dein Kind muss ausreichend trinken, um einer Austrocknung vorzubeugen. Ein Strohhalm erleichtert ihm das Trinken.
  • Kamillentee-Mundspülung: Älteren Kindern kannst du einen Kamillentee zubereiten und sie damit den Mund ausspülen lassen. Kamille wirkt entzündungshemmend und schmerzstillend. Alternativ gibt es fertige Kamillenlösungen in der Apotheke, die mit Wasser verdünnt werden.

Speisen die scharf, sauer, heiß oder hart sind, solltest du vermeiden. Sie könnten die Schmerzen verschlimmern. Auch Obstsäfte sind nicht geeignet, wenn dein Schatz an Mundfäule leidet. Sie enthalten Säure und könnten die Mundschleimhaut zusätzlich reizen.

So kannst du Mundfäule vorbeugen

Verschiedene Antikörper-Studien ergaben, dass die meisten Erwachsenen HSV 1 in sich tragen. Vielleicht auch du. Daher solltest du folgende Verhaltensweisen beherzigen. Sicher ist sicher!

  • Prüfe die Temperatur der Milch oder des Säuglingsbreis deines Kindes nicht mit den Lippen!
  • Säubere den Schnuller deines Kindes niemals mit deinem Speichel!
  • Entferne Schmutzflecken im Gesicht deines Kindes nicht mit Spucke!
  • Benutzt Besteck oder Trinkflaschen nicht gemeinsam!

Bei einer akuten Herpesinfektion sind Küsse tabu. Vor allem beim Kontakt mit Babys ist Vorsicht geboten. Eltern, die Lippenherpes haben, sollten in dieser Zeit einen Mundschutz tragen, wenn sie in der Nähe ihres Kindes sind, und besonders akribisch auf Handhygiene achten.

Fazit

Mundfäule ist äußerst schmerzhaft für dein Kind. Meist heilt sie von allein wieder ab. Dennoch solltest du einen Arzt aufsuchen. Er kann die Symptome behandeln und die Schmerzen lindern. Komplikationen sind selten, können aber auftreten. Auch deshalb ist es ratsam, frühzeitig einen Arzt zu konsultieren.

Quellen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.