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Babys 47. Woche: So entwickelt sich dein Baby

„Wo ist Mama? Da!“ Nach dem Sprung geht sowas. Ein Meilenstein in Babys Entwicklung. Was sich sonst noch in dieser Woche tut, kannst du jetzt nachlesen. Außerdem gibt es Tipps, wie du eine Gehirnerschütterung erkennst und wann du wegen eines Sturzes zum Arzt musst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Sprung ist geschafft – achte auf neue Fähigkeiten!
  • Alles dreht sich nun um Reihenfolgen.
  • Krabbeln klappt immer besser.
  • Manche Babys antworten jetzt auf einfache Fragen.
  • Gehirnerschütterungen sind selten, aber nicht ausgeschlossen. Kenne die Anzeichen!

Entwicklung: Das kann dein Baby schon in der 47. Woche

Es ist 6:30 Uhr am Morgen. Emma steht im Bett, brabbelt vor sich hin und lacht, als Papa den Raum betritt. Was für ein Unterschied zu gestern. Papa will Emma hochnehmen, da schüttelt sie energisch den Kopf. „Nein, nein!“ Nanu? Was ist denn da passiert? „Mama!“ Na toll, ein bisschen beleidigt geht Papa die Mama holen. Emma strahlt. Papa versteht sie. Von verletzten Gefühlen der Erwachsenen weiß sie noch nicht viel.

Nach 46 Wochen habt ihr den letzten Sprung im ersten Jahr so gut wie überstanden. Manchmal geht alles ganz schnell: Schlag auf Schlag zeigen sich die neuen Fähigkeiten. Mitunter dauert es noch ein wenig, bis dein Baby realisiert, was es jetzt kann. Zumindest hat es öfter gute Laune, als in den Wochen davor. Wenn du lachst, lacht es mit. Und wenn Babys gackern, verfliegt jeder Alltagsstress, stimmt’s?

Die Welt der Reihenfolgen

Auf A folgt B und dann C. Oder anders ausgedrückt: Ohne A und B kein C. Diese Erkenntnis ist die Grundlage für so viele Dinge, die wir Erwachsenen als selbstverständlich empfinden. Emma weiß jetzt also, dass Papa sie umziehen und füttern wird, wenn er sie aus dem Bettchen holt. Sie will aber lieber, dass Mama das macht. Also muss sie ’nein‘ sagen. Und dazu gehört Kopfschütteln. Das hat sie bei ihren Eltern gesehen.

Manche Babys antworten jetzt auf einfache Fragen. Sprachlich richtig fitte Kinder können vielleicht schon ein paar Dinge benennen oder Tiere nachmachen. Meist geht es aber mehr darum, dass zur Frage eine Antwort gehört. Das kannst du testen. Üb doch mal mit deinem Schatz „Wo ist Mama?“ „Da!“ und zeig auf dich selbst oder deine Partnerin. Dann wiederhol die Frage später. Dein Baby wird wahrscheinlich auf irgendetwas zeigen und „Da!“ sagen. Ob nun Mama oder nicht. Ein lustiges Spiel ist jetzt auch: „Wie groß bist du?“ plus Arme hochrecken.

Rückwärts hinuntergleiten lassen, vorwärts hochklettern, Becher oder Ringe stapeln – bei all dem helfen Reihenfolgen deinem Baby sein Ziel zu erreichen. Es möchte selber essen, weil es das nun kann. Oder zumindest glaubt es zu können. Keine Angst vor Kleckern und Matschen – das gehört in diesem Alter einfach dazu.

Hat dein Baby eine Reihenfolge verinnerlicht, hält es an ihr fest. Erst Oberteil, dann Hose, dann Strümpfe! Machst du es anders herum, ist dein Schatz komplett verwirrt. Dass sich Abfolgen ändern können, kommt in seiner Welt (noch) nicht vor. Das lernt es beim kommenden Sprung mit etwa 55 Wochen.

Durchschnittliche Babygrößen für Woche 47

47 Wochen altBabymädchenBabyjungen
Gewicht5,9 bis 12,4 kg6,6 bis 12,7 kg
Kleidergrößen68, 74, 80, 8668, 74, 80, 86
Mützengrößen46/48, 50/5246/48, 50/52
g pro Woche+ 40 bis 110 g+ 40 bis 110 g
cm pro Monat+ 1 bis 2 cm+ 1 bis 2 cm
Die oben stehenden Werte für Gewicht und Länge sind weltweite Durchschnittswerte der WHO (Weltgesundheitsorganisation) für Stillkinder. Sie weichen etwas von den Kurven ab, die du im gelben Untersuchungsheft findest. Letzte zeigen stattdessen deutsche Kinder, die die Flasche bekamen. Immer mehr Frauen stillen aber. Und gerade Stillkinder nehmen zu Anfang meist schneller zu.

Gut zu wissen: Kinder in Nordeuropa bewegen sich öfter am oberen Rand der Skala. Daher kann es sein, dass dein Baby noch größer und schwerer ist, als der Maximalwert zeigt. Wachstum und Gewichtszunahme verlaufen schubweise. Also keine Panik, alles in Ordnung solange dein Kind ungefähr auf seiner Kurve bleibt.

Gehirnerschütterung erkennen

Alle Eltern kennen das – kaum wird das Baby mobil, kracht es mit dem Kopf irgendwo dagegen. Oder steigt Kopf voran von der Couch. Wie auch immer, es schreit wie am Spieß und du bist verunsichert. Woran sieht man eigentlich, wenn es eine Gehirnerschütterung hat? Wann braucht man ärztlichen Rat?

Gleich vorweg: eine Gehirnerschütterung im Babyalter ist zwar nicht ausgeschlossen, aber selten. Der kleine Kopf verträgt mehr, als wir denken. Trotzdem kann es dazu kommen. Auch der Schädelknochen kann bei Stürzen Schaden nehmen. Jetzt heißt es schonen und beobachten.

Die ersten Anzeichen für eine Gehirnerschütterung sind oft (aber nicht immer) Bewusstlosigkeit und Erbrechen. Später wirkt das Baby blass, müde und schläfrig. Es bewegt sich langsamer, torkelt vielleicht und scheint neben sich. Das Gemeine: die Symptome zeigen sich manchmal nach Stunden oder erst nach Tagen.

Oft passieren Unfälle am Abend. Was also tun, wenn du dein Baby gerade ins Bett bringen wolltest? Kinderärzte raten dazu, es zwei bis drei mal zu wecken. Und das an zwei Tagen hintereinander. Einfach um zu sehen, wie es reagiert. Wenn es sich über die Störung ärgert, ist alles in Ordnung. Wenn es sich nicht wecken lässt oder apathisch wirkt, ab ins Krankenhaus!

Wann zum Arzt?

Grundsätzlich gilt: eine Gehirnerschütterung ist meist nicht dramatisch und heilt mit viel Schlaf innerhalb weniger Tage aus. Um eine Hirnschwellung, Fraktur oder eine Hirnblutung auszuschließen, brauchst du aber ärztliche Hilfe.

Wenn du bei deinem Baby auch nach 72 Stunden noch seltsame Symptome feststellst, gleich ab zum Arzt oder zur Ärztin. Auch wenn die Wunde richtig blutet (Platzwunde) oder du einen großen Bluterguss oder eine schwammige Stelle am Kopf findest (Knochenbruch), ist ein Arztbesuch nötig.

Hast du noch Fragen zu Woche 47 in Babys Leben? Dann schreib uns gern einen Kommentar!

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  • Remo H. Largo
    Babyjahre: Entwicklung und Erziehung in den ersten vier Jahren
    Piper Taschenbuch Verlag, 1. Auflage (11. Januar 2019)
  • Hetty van de Rijt, Frans X. Plooij, Xaviera Plas-Plooij: Oje ich wachse!: Von den 10 „Sprüngen“ in der mentalen Entwicklung Ihres Kindes während der ersten 20 Monate und wie Sie damit umgehen können
    Mosaik Verlag, überarbeitete Neuausgabe (27. Mai 2019)
  • Birgit Laue: Das Baby 1×1: Die wichtigsten Hebammentipps fürs erste Jahr
    Gräfe und Unzer Verlag, 7. Auflage (6. August 2012)
  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Die Sprechfreude des Babys anregen:
    https://www.kindergesundheit-info.de/themen/entwicklung/alltagstipps/0-12-monate/sprechfreude-anregen/ (abgerufen am 30.6.2020)
  • Bild: Lächelndes Baby auf dem Bett gpointstudio / Shutterstock.com
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