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Babys 7. Woche: So entwickelt sich dein Baby

Inhaltlich geprüft von Hebamme Christine Müller.

Fast 7 Wochen ist dein Baby jetzt alt. Unglaublich, wie schnell die Zeit vergangen ist, oder? Wahrscheinlich ist eure Bindung noch fester geworden und du wirst immer öfter mit einem freudigen Lächeln begrüßt? Wenn nicht, nur Geduld, bald ist es weit! Welche Tipps wir für Woche 7 in Babys Leben parat haben, erfährst du jetzt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Viele Babys nehmen jetzt rasant zu.
  • Die eigenen Hände sind nun sehr interessant.
  • Kontraste und bunte Farben werden immer besser wahrgenommen. Sie können aber auch schnell überfordern.
  • Eventuell kündigt sich schon jetzt der 8-Wochen-Sprung an.
  • Mit 6-8 Wochen ist der richtige Zeitpunkt für die erste Babymassage.
  • Stillen schützt nur ungenügend vor Empfängnis.
  • Kleine Babys können zeigen, wenn sie mal müssen.

Entwicklung: Das kann dein Baby schon in Woche 7

Wenn dein Baby etwa 7 Wochen alt ist, beginnt es sich mehr und mehr für Farben und Muster zu interessieren. Möglichst kontrastreich sollten sie sein, damit es sie unterscheiden lernt. Auch verschiedene Töne werden immer interessanter. Zumindest so lange, wie dein Baby wach und aufnahmefähig ist. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass zu viele bunte Farben, Kontraste und Geräusche dein Baby überfordern können, sobald es irgendetwas anderes wie z.B. Hunger oder Müdigkeit quält. Deshalb solltest du den Schlafbereich möglichst ruhig und in gedeckten Farben gestalten.

Schreit dein kleiner Schatz noch sehr oft, ohne dass du einen Grund erkennen kannst? In der 7. Woche ist das leider weiterhin normal. Der 8-Wochen-Sprung kündigt sich an und die anstehenden Veränderungen können sensible Babys irritieren. Dennoch, die meisten Babys sind jetzt über den Berg. Das unspezifische Schreien sollte von nun an nach und nach weniger werden. Mit etwa 3 Monaten haben die meisten ihre Anpassungsschwierigkeiten überwunden. Also Kopf hoch, es dauert nicht mehr lang!

Hände hoch, kleiner Entdecker!

Spielzeuge braucht dein Kleines zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Denn gezielt danach greifen kann es sowieso noch nicht. Das lernt es erst mit etwa 3 Monaten. Bis dahin reichen ihm seine eigenen Händchen als Spielkameraden (neben Mama und Papa) völlig aus. Hat dein Baby auch in den ersten Wochen ständig an seinen Fingerchen herumgelutscht? Damit hat es nicht nur sein Saugbedürfnis befriedigt, sondern auch eins seiner wichtigsten Werkzeuge kennengelernt.

Nun geht der Lernprozess weiter. Es beginnt, seine Hände zu betrachten, als wären sie ein Kunstwerk. Und genau genommen sind sie das ja auch. Auf jeden Fall ist das Kennenlernen der eigenen Hände ein wichtiger Schritt in Richtung gezielten Greifens. Handschuhe stören da nur.

Gewichtszunahme und Größenwachstum

Die meisten Babys legen im 2. und 3. Lebensmonat ordentlich zu. Im Schnitt sind 850 Gramm Gewichtszunahme pro Monat drin. Manche Babys liegen darüber, andere darunter. Wichtig ist, dass es deinem Baby gut geht, der Rest findet sich.

Auch das Längenwachstum ist in diesen Wochen rasant. Viele Babys sind seit der Geburt bis jetzt etwa 5 Zentimeter gewachsen. Die kleinsten Größen passen wahrscheinlich nicht mehr. Gut, wenn du vorgesorgt hast und schon Babygröße 62 oder gar 68 auf Vorrat im Schrank hast. Denn das Wachstum geht stetig weiter. Wenn die Windeln jetzt öfter überlaufen, brauchst du wahrscheinlich die nächste Größe. Zu enge Bodys oder Strumpfhosen schränken die Bewegung ein, also lieber eine Nummer größer anziehen und die Ärmel notfalls umkrempeln.

Durchschnittliche Babygrößen für Woche 7

7 Wochen altBabymädchenBabyjungen
Gewicht3,2 bis 7,1 kg3,5 bis 7,5 kg
Körperlänge49,8 bis 61,9 cm51,1 bis 63 cm
Kleidergrößen50, 56, 62, 6856, 62, 68
Mützengrößen38/40, 42/4438/40, 42/44
g pro Woche+ 170 bis 330 g+ 170 bis 330 g
cm pro Monat+ 3 bis 4 cm+ 3 bis 4 cm

Die oben stehenden Werte für Gewicht und Länge sind weltweite Durchschnittswerte der WHO (Weltgesundheitsorganisation) für Stillkinder. Sie weichen etwas von den Kurven ab, die du im gelben Untersuchungsheft findest. Letzte zeigen stattdessen deutsche Kinder, die mit der Flasche aufgezogen wurden und sind unseres Erachtens veraltet, da Stillkinder gerade zu Anfang meist schneller zunehmen.

Gut zu wissen: Kinder in Nordeuropa bewegen sich öfter am oberen Rand der Skala. Daher kann es sein, dass dein Baby noch größer und schwerer ist als der Maximalwert zeigt. Wachstum und Gewichtszunahme verlaufen schubweise. Also keine Panik, alles in Ordnung, solange dein Kind in etwa auf seiner eigenen Kurve bleibt.

Babys 7. Woche: Babymassage

Die meisten Babys lieben Massagen. Hast du bei deinem noch nicht ausprobiert? Dann ist jetzt ein guter Zeitpunkt. Denn sanfte Massagen tun in vielerlei Hinsicht gut. Sie vermitteln deinem Baby Wärme und Geborgenheit, sie lindern Schmerzen, sie können aufwecken und sogar richtig schön müde machen.

Natürlich kannst du dir in Babymassagekursen zeigen lassen, wie es richtig geht. Aber auch deine Hebamme kann dir ein paar Handgriffe zeigen. Und selbst auf Youtube findest du ein paar gute Videos dazu. Unten siehst du ein gutes Beispiel-Video von Weleda.

Wichtig ist, dass du einen guten Zeitpunkt abpasst. Dein Baby sollte satt sein, aber kein zu volles Bäuchlein haben. Das Zimmer sollte schön warm sein, notfalls schafft ein Heizstrahler hier schnelle Abhilfe. Du solltest alles so weit vorbereitet haben, dass du die Massage ohne Unterbrechungen durchführen und das Baby danach ohne Probleme wieder anziehen kannst.

Als Massageöl eignen sich kaltgepresste, reine Bio-Öle wie Mandel- Sesam-, Jojoba- oder Sonnenblumenöl ohne jegliche Duftstoffe und andere Zusätze. Ätherische Öle sind bei Babys und Kleinkindern tabu. Sie reizen die Atemwege und können zu Kehlkopfkrämpfen führen.

Achtung: Wenn dein Baby Fieber oder Entzündungen hat, solltest du es nicht massieren. Denn dann belasten Massagen den Körper, statt ihm zu nützen. Der Organismus versucht, die Erkrankung auf einen Ort einzudämmen. Bei der Massage könnte sie sich verteilen.

Dieses Video ansehen auf YouTube.

Verhütung in der Stillzeit – ist das nötig?

Solange der Wochenfluss im Gange ist, gilt eine Empfängnis als unwahrscheinlich. Sobald er aber versiegt ist, bist du fruchtbar. Vor allem dann, wenn du nicht stillst.

Wenn du stillst, gilt die Stillzeit eigentlich als natürliche Zeit der Verhütung. Das Stillhormon Prolaktin bremst die Eierstöcke und unterdrückt so den Eisprung. So weit die Theorie. In der Praxis sieht das Ganze etwas anders aus. Denn dieser Schutz gilt höchstens dann, wenn du von Anfang an gestillt hast, nun mindestens 6 Mal am Tag die Brust gibst und genug Milch produzierst, um dein Kind zu sättigen. Und selbst dann gibt es immer noch ein Restrisiko.

Sobald sich die Milchmenge – warum auch immer – reduziert, wird der Schutz noch wackliger. Fütterst du zum Beispiel auch nur minimal zu, steigt die Chance auf einen Eisprung. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit nach wie vor gering ist. Hast du zu diesem Zeitpunkt ungeschützten Geschlechtsverkehr, kannst du schwanger werden, ohne vorher überhaupt deine Periode bekommen zu haben.

Den Zustand der Gebärmutter 7 Wochen nach der Geburt kann man auch als „frisch gepflügten Acker“ bezeichnen. Nach der Geburt eines Kindes ist sie besonders gut durchblutet. Eine befruchtete Eizelle hätte jetzt die besten Voraussetzungen, um sich einzunisten.

Wenn du nicht gleich wieder schwanger werden willst, raten wir daher dazu, nicht auf das Stillen als Verhütungsmittel zu vertrauen, sondern ein Kondom zu benutzen. Die normale Mikropille kommt wegen des für das Baby schädlichen Östrogens nicht in Frage. Möglich wäre eine Minipille, die nur Gestagen enthält. Dies soll zwar für das Kind nicht gefährlich sein, greift aber dennoch in deinen Körper ein. Lass dich am besten von deiner Frauenärztin beraten.

Eine Mutter zum Thema „windelfrei“

„Ich erinnere mich gut, dass meine etwa 7 Wochen alte Tochter am liebsten dann lospullerte, wenn sie ohne Windel auf dem Wickeltisch lag. Dabei lächelte sie breit und ich nannte sie meine kleine „Piescher-Queen“. Hinter dem von mir vermuteten Zufall steckte aber mehr, als ich damals ahnte. Leider klärte mich meine Hebamme nicht darüber auf. Ich erfuhr es erst sehr viel später, als ich endlich Zeit hatte, mich über Babydinge schlau zu machen:

Meine kleine Tochter wollte nämlich gar nicht in die Windeln machen. Das wollen die wenigsten Babys in diesem Alter. Und wenn man über unsere Evolution nachdenkt, ist das auch sinnvoll. Denn welches Lebewesen beschmutzt schon gern sein eigenes Nest. Mütter in Afrika tragen ihre Babys etliche Stunden am Tag vor der Brust. Dennoch laufen ihnen Urin oder gar Milchstuhl nicht am Körper herunter. Wie kann das sein? Sind afrikanische Babys anders als unsere?

Nein, sind sie nicht. Denn alle Babys können in den ersten Wochen anzeigen, wenn sie mal müssen. Die meisten stoßen einen charakteristischen kurzen Schrei aus und ziehen kurz beide Beinchen an. Kurz danach erleichtern sie sich. Zeit genug, um das Baby vom Körper wegzuhalten. Aber eben nur dann, wenn man darauf achtet und die Signale versteht, die bei jedem Kind anders sein und auch in der Stärke variieren können.

Babys verlernen diese Fähigkeit

Dummerweise ist es in unserer Kultur nicht üblich, auf so etwas zu achten. Wegwerfwindeln sind bei uns viel zu fest etabliert. Dass es Alternativen gibt, kommt nur wenigen in den Sinn. Mir ja auch nicht. Deshalb verlernen unsere Babys diese so sinnvolle Gabe nach ein paar Monaten. Ist das geschehen, dauert es in der Regel Jahre, bis es wieder klappt. Wie schade oder?
In den USA gibt es deshalb seit vielen Jahren die „windelfrei-Bewegung“. Auch hier in Deutschland wächst diese Bewegung stetig, wenn sie auch nur einen geringen Prozentsatz ausmacht. Es weiß ja auch kaum einer davon.

Auf so eine Idee können nur „Ökos“ kommen? Ganz so einfach ist es nicht. Windelfrei bedeutet nicht, dass die Babys komplett ohne Windel aufwachsen müssen, auch wenn das möglich wäre. Die meisten Eltern nutzen Windeln ab und zu auf Ausflügen oder auch in der Nacht. Zuhause werden die Kleinen dann über der Toilette, dem Waschbecken oder einem speziellen Töpfchen abgehalten, wenn sie anzeigen, dass sie müssen. So verlernen sie nicht, und sind in der Regel sehr viel schneller trocken als Kinder, die in bequemen Wegwerfwindeln aufwachsen (darum geht es aber nicht mal). Teilzeit-windelfrei quasi.

Wenn ich schon vorher davon erfahren hätte, hätte ich es selbst ausprobiert, um zu sehen, ob es auch bei meiner Tochter klappt. Aber vielleicht hat ja die ein oder andere Mama Lust, es zusammen mit ihrem Baby zu testen!“ (Andrea, 39)

Hast du noch Fragen zu Woche 7 in Babys Leben? Dann schreib uns gern einen Kommentar!

Quellen

  • Remo H. Largo
    Babyjahre: Entwicklung und Erziehung in den ersten vier Jahren
    Piper Taschenbuch Verlag, 1. Auflage (11. Januar 2019)
  • Regine Gresens: Intuitives Stillen: Einfach und entspannt – Dem eigenen Gefühl vertrauen – Die Beziehung zum Baby stärken, Kösel-Verlag, 3.Auflage, (3. Oktober 2016)
  • Birgit Laue: Das Baby 1×1: Die wichtigsten Hebammentipps fürs erste Jahr
    Gräfe und Unzer Verlag, 7. Auflage (6. August 2012)
  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung:
    https://www.kindergesundheit-info.de/themen/entwicklung/0-12-monate/sehen/ (abgerufen am 19.12.2019)
  • Bild: Portrait of a happy baby Vasilev Evgenii / Shutterstock.com
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  1. Wir praktizieren windelfrei von der 3. Woche an. Natürlich trägt sie Windeln falls wir mal nicht schnell genug reagieren, sie beim stillen muss oder wenn sie schläft. Es klappt recht gut und sie zeigt es auch an. Das Problem ist nur dass wir es nicht immer verstehen aber es wird. Sie ist jetzt in der 6. Woche

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