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Babys 8. Woche: So entwickelt sich dein Baby

Ist dein Baby diese Woche wieder anstrengender als vorher? Dein Baby steckt wahrscheinlich mitten im 8-Wochen-Sprung! Wie sich das bei Babys äußert, was tun kannst, damit es ihm besser geht, und was es nach dem Sprung in der 8. Woche Neues gelernt hat, kannst du jetzt nachlesen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Viele Babys sind in Woche 8 wieder anhänglicher und quengeliger.
  • Der 8-Wochen-Sprung kündigt sich an. Dauer: etwa 2 Wochen
  • Viel Nähe hilft jetzt.
  • Nach dem Sprung kann dein Baby Muster in seiner Umgebung wahrnehmen.
  • Thema Stillen: Der Kalorienbedarf ist jetzt erhöht!

Entwicklung: Der 8-Wochen-Sprung

Hast du unseren Artikel zu Babys 5. Woche schon gelesen? Dann weißt du, was ein Sprung ist und woher dieses Konzept stammt. Wenn nicht: alle Babys machen zu ganz ähnlichen Zeitpunkten bestimmte mentale Entwicklungen durch, die ihnen quasi über Nacht neue Fähigkeiten bescheren. Was so schön positiv klingt, kann für euch beide ziemlich anstrengend sein. Denn sobald sich ein neuer Entwicklungssprung ankündigt, werden die meisten Baby wieder weinerlicher und sehr anhänglich. Die ganze Welt deines Babys steht Kopf. Es ist wegen der vielen neuen Eindrücke verwirrt und überfordert. Jetzt braucht es alle Unterstützung, die es von dir bekommen kann, um sich mit den Veränderungen anzufreunden.

Welche Sprünge wann anstehen und was sie bedeuten, beschreiben die Autoren des Buches „Oje, ich wachse!“ in ihrem beliebten Buch sehr ausführlich. Wir fassen ihre wissenschaftlich abgesicherten Erkenntnisse in unseren Artikeln über die Entwicklungssprünge für dich zusammen.

Dein Baby ist jetzt anstrengender als vorher

Sobald die schwierige Phase eines Sprungs ansteht, scheint es, als würde dein Baby einen Schritt zurück machen. Es möchte ständig bei dir/euch sein. Ganz dicht dran, am liebsten den ganzen Tag und selbstverständlich erst recht in der Nacht. Oma will es mal halten? Keine Chance! Es klammert sich regelrecht an dich. Die Nächte werden wieder unruhiger. Dein Baby schläft schlechter ein und wacht öfter auf. Es scheint unstillbaren Durst zu haben, trinkt aber immer nur wenig. Viele Stillmamas kommen sich jetzt wie eine wandelnde Milchbar vor.

Keine Sorge, die schwere Zeit geht vorbei. Dein Baby ist höchstwahrscheinlich nicht krank, sondern einfach nur überfordert und verunsichert. Es fühlt, dass sich etwas grundlegend verändert und muss damit erst mal zurecht kommen. Manche sehr ausgeglichene Babys sind nicht so stark betroffen wie andere. Sensible Naturen reagieren jedoch besonders stark. Denn sie nehmen in der Regel mehr Reize wahr, können diese schlechter filtern und haben noch dazu oft mehr Probleme, sich selbst zu beruhigen.

Wenn dein Baby vor oder nach dem ursprünglichen Geburtstermin geboren wurde, verschiebt sich der Zeitraum, in dem die jeweiligen Sprünge stattfinden, entsprechend. Es kann also sein, dass ihr die schwierige Phase in der 8. Woche schon fast hinter euch habt oder sie noch bevor steht.

Wie du deinem 8 Wochen alten Baby helfen kannst

Wenn du dein Baby in dem Geschriebenen wieder erkennst, dann steckt ihr gerade mitten in der heißen Phase, die etwa ein bis zwei Wochen dauert. Den Sprung beschleunigen kannst du leider nicht. Aber du kannst für dein Baby da sein und ihm Sicherheit geben. Wenn es ganz besonders viel Nähe will, dann gib sie ihm ruhig. Keine Sorge, verwöhnen kannst du es dadurch nicht.

Will es immerzu an die Brust? Auch das ist normal. Denn diese spendet nicht nur Nahrung, sondern eben auch Trost. Wenn sich eure Stillbeziehung schon eingependelt hast, kannst du es ruhig mit einem kieferschonenden Schnuller (z.B. von Dentistar) versuchen. Vielleicht hilft dieser deinem kleinen Liebling jetzt, etwas besser zur Ruhe zu kommen, ohne dass deine Brustwarzen wund werden. So kann es auch der Papa beruhigen, ohne dass du immer gleich zur Stelle sein musst.

Wenn ein Schnuller keine Option für euch ist, hilft es schon viel, wenn du deinen Frieden mit der Situation machst. Vielleicht kannst du dir von einer Hebamme zeigen lassen, wie du ein Tragetuch so binden kannst, dass du dein Kind bequem im Tuch stillen kannst, sooft es will. Du bekommst die Hände frei und dein Baby das, was es braucht.

In der schweren Phase des Sprungs hilft es übrigens, wenn du Umgebungsreize reduzierst. Denn dein Baby ist durch seine neue Wahrnehmung ohnehin so verunsichert, dass ihm zusätzliche Eindrücke (z.B. durch viele Menschen, Lichter, Bewegungen, Geräusche) noch schneller zu viel werden können, als sonst. Ist der Sprung geschafft, ändert sich das Ganze. Vor allem besonders wache Babys fordern jetzt mehr Beschäftigung als vorher und sind fasziniert von der neuen Welt um sie herum.

Was sich nach dem 8-Wochen-Sprung verändert

Die schwere Phase ist schon überstanden? Dann herzlich willkommen in der Welt der Muster! Damit sind nicht nur Punkte, Streifen und Karos gemeint. Muster finden sich überall und können mit allen Sinnen wahrgenommen werden. Vorher hat dein Baby nur eine Art Einheitsbrei um sich herum gesehen, aus dem ab und zu etwas urplötzlich aufgetaucht ist. Jetzt erkennt es, dass bestimmte Dinge wiederkehren.

Sehen

Dein Baby ist jetzt wahrscheinlich fasziniert von Kontrasten. Das können Farben sein, kontrastreiche Muster und sogar Licht und Schatten. Dinge sind dabei interessanter als Bilder von Dingen. Viele Babys entdecken jetzt auch ihre Hände und Füße und betrachten sie ausgiebig, wenn man sie lässt. Auch kleine, babygerechte Kuscheltiere oder Rasseln werden jetzt intensiv angeschaut.

Beim Üben der neuen Fähigkeiten kannst du deinen kleinen Schatz durchaus unterstützen. Dazu musst du lediglich einen bunten oder gemusterten Gegenstände an seinem Gesicht vorbeiführen. Teste doch einfach mal, in welcher Entfernung sie noch interessant sind und wann dein Baby das Interesse verliert. Folgt es dem Gegenstand auch, wenn du ihn von oben nach unten führst? Sobald dein Baby seinen Blick abwendet, braucht es übrigens eine kleine Auszeit.

Fühlen

Auch Bewegungen des Körpers sind Muster. Vielen Babys gelingt es jetzt, einzelne Bewegungen immer wieder gezielt auszuführen und darin zu verharren. Sie heben zum Beispiel einen Arm und spüren in sich hinein, wie sich das anfühlt. Jetzt ist der Zeitpunkt, wo Babys lernen können, einen Gegenstand bewusst zu umfassen. Das ist kein Reflex mehr, sondern eine gezielte Handlung. Manche Babys versuchen jetzt schon nach Dingen zu greifen, indem sie mit der Hand wiederholt nach dem Objekt der Begierde schlagen.

Lautsprache

Scheint dein Baby erfreut über seine eigenen Lautäußerungen? Das ist so, weil es erkennt, dass es in der Lage ist, bestimmte Laute immer wieder zu produzieren. Auch das ein Muster! Du kannst ihm jetzt helfen, indem du auf seine Kommunikationsversuche eingehst und zum Beispiel seine Laute wiederholst oder darauf antwortest. So merkt es, dass es gut und richtig ist, seine Stimme zu benutzen.

Hören

Auch Geräusche können einem Muster folgen. Musik zum Beispiel. Es gibt einen Takt, die Töne folgen einer Melodie. Manche Kinder sind vor allem an neuen Geräuschen interessiert und reagieren dafür weniger auf optische Reize. Andere lassen akustische Signale noch kalt. Das ist völlig okay und zeigt nur, wo die Vorlieben liegen.

Baby 8. Woche: Erfahrungsbericht einer Mutter

„Hanna war von Anfang an ein eher anspruchsvolles Kind, dass wenig schlief und viel Zuwendung brauchte. Mit etwa 8 Wochen verschlimmerte sich das jedoch noch einmal so sehr, dass ich mich fragte, ob sie vielleicht krank wäre oder ich etwas falsch machte? Ich machte mir große Sorgen. Nach einer Woche rief ich meine Hebamme an, die wenig später bei uns in der Wohnung stand und mich als ziemlich übermüdetes Wrack vorfand. Ich war am Ende meiner Kräfte. Kein Wunder, denn nachts stillte ich jede Stunde und am Tag verbrachte ich die meiste Zeit damit, Hanna zum Schlafen zu kriegen, nur damit sie nach einer halben Stunde wieder aufwachte. Ob schlafend oder wach, ablegen ließ sie sich überhaupt nicht mehr. War sie wach, war sie unruhig und quengelig. Mein Mann war arbeiten und ich hatte alles allein zu stemmen.

Meine Hebamme öffnete mir die Augen, als sie mir vom 8-Wochen-Sprung erzählte. Zu dieser Zeit wusste ich noch nichts von den Schüben, die Babys in den ersten Jahren durchmachen. Sie riet mir, Hanna ins Tragetuch zu packen und viel Spazieren zu gehen. Es half, zumindest etwas. Zumindest tröstete mich der Fakt, dass ich nichts falsch gemacht hatte. Seit Hanna 10 Wochen alt ist, entdecke ich so viele neue Dinge, die sie plötzlich kann. Ich kann jetzt viel besser mit ihr spielen und sie scheint die neuen Eindrücke richtig zu genießen. Manchmal muss ich vor lauter Glück weinen. Langsam wird sie auch wieder etwas pflegeleichter, zumindest auf dem Level, auf dem sie sich vorher bewegt hat. Der nächste Sprung steht ja wohl schon in der 12. Woche an. Auch wenn mich ihre Bedürftigkeit dann sicher wieder an meine Grenzen bringen wird, ich weiß zumindest, woran es liegt und dass es vorbei geht.“ (Paulina, 36)

Durchschnittliche Babygrößen für Woche 8

8 Wochen altBabymädchenBabyjungen
Gewicht3,3 bis 7,3 kg3,7 bis 7,8 kg
Körperlänge50,5 bis 62,6 cm51,9 bis 63,9 cm
Kleidergrößen56, 62, 6856, 62, 68
Mützengrößen38/40, 42/4438/40, 42/44
g pro Woche+ 170 bis 330 g+ 170 bis 330 g
cm pro Monat+ 3 bis 4 cm+ 3 bis 4 cm

Die oben stehenden Werte für Gewicht und Länge sind weltweite Durchschnittswerte der WHO (Weltgesundheitsorganisation) für Stillkinder. Sie weichen etwas von den Kurven ab, die du im gelben Untersuchungsheft findest. Letzte zeigen stattdessen deutsche Kinder, die mit der Flasche aufgezogen wurden und sind unseres Erachtens veraltet, da Stillkinder gerade zu Anfang meist schneller zunehmen.

Gut zu wissen: Kinder in Nordeuropa bewegen sich öfter am oberen Rand der Skala. Daher kann es sein, dass dein Baby noch größer und schwerer ist als der Maximalwert zeigt. Wachstum und Gewichtszunahme verlaufen schubweise. Also keine Panik, alles in Ordnung solange dein Kind in etwa auf seiner eigenen Kurve bleibt.

Wie viele Kalorien zusätzlich in der Stillzeit?

Gerade Zeiten, in denen Babys viel an die Brust wollen, kosten viel Energie. Viele Mütter haben jetzt regelrechte Heißhunger-Attacken. Kennst du das auch? Wenn du dich fragst, wie viel du tatsächlich essen solltest, damit Baby und du gut versorgt sind, helfen wir dir gern weiter.

Dass eine Frau ein Kind stillt, ist von der Natur so vorgesehen und normalerweise keine große zusätzliche Belastung. Grundsätzlich gilt aber: wenn du Hunger hast, dann iss. Denn dein Körper muss alle Nährstoffe bekommen, die dein Kind benötigt und gleichzeitig deinen eigenen Kreislauf stabil halten. Wenn du jetzt nicht auf seine Signale hörst, hast du bald keine Kraft mehr und Nährstoffmängel sind vorprogrammiert.

Was du isst, ist wichtig

Als Faustregel gilt, etwa 500 Kalorien zusätzlich sind im Schnitt nötig. Die genaue Menge ist jedoch von Frau zu Frau verschieden. Die fehlenden Kalorien solltest du jedoch nicht über Schokoriegel decken, sondern versuchen, dich besonders abwechslungsreich zu ernähren. Heißhunger kann immer darauf hinweisen, dass ein Mineral, Vitamin oder anderer Nährstoff gerade fehlt. Iss statt Süßigkeiten also am besten Nahrungsmittel, die wichtige Stoffe liefern und die länger sättigen, wie zum Beispiel Vollkornprodukte mit Milchprodukten, Obst mit Kernen oder Gemüse mit Fleisch. Ein Nachschlag vom Mittagessen? Warum nicht! Ein Käsebrot zwischendurch? Klar! Wie wäre es mit Joghurt und frischen Früchten als Nachtisch? Für die Milchbildung ist genug Eiweiß jetzt besonders wichtig. Aber auch Eisen, Jod und Folsäure werden in der Stillzeit gern knapp.

Wenn du nach der Geburt ganz langsam abnimmst, liegst du genau richtig. Denn die Reserven, die dein Körper in den letzten Monaten der Schwangerschaft angelegt hat, werden nach und nach abgebaut. Wenn du zu schnell und zu viel abnimmst, zehrt dich das Stillen aus und du solltest mehr essen. Nimmst du dagegen zu, achte darauf, was du isst und lass Zucker und sehr fetthaltige Produkte möglichst weg.

Wichtige Termine in Babys 8. Woche: U3

Letzte Chance, um die U3 auf Kosten der Krankenkasse vornehmen zu lassen, wenn ihr nicht schon längst beim Kinderarzt wart. Danach müsst ihr die Untersuchung leider selbst bezahlen.

Hast du noch Fragen zu Woche 8 in Babys Leben? Dann schreib uns gern einen Kommentar!

Unser Tipp, wenn dein Baby schlecht schläft

Der Babyschlaf-Guide

Wenn auch dein Baby schlecht schläft, dann besorg dir am besten unseren Babyschlaf-Guide. Du lernst darin alle relevanten Hintergründe zum Thema Babyschlaf kennen und effektive Methoden mit denen dein Baby ein- und durchschlafen wird. Vielen Eltern hat das Buch bereits weitergeholfen!

  • Remo H. Largo
    Babyjahre: Entwicklung und Erziehung in den ersten vier Jahren
    Piper Taschenbuch Verlag, 1. Auflage (11. Januar 2019)
  • Regine Gresens: Intuitives Stillen: Einfach und entspannt – Dem eigenen Gefühl vertrauen – Die Beziehung zum Baby stärken, Kösel-Verlag, 3.Auflage, (3. Oktober 2016)
  • Birgit Laue: Das Baby 1×1: Die wichtigsten Hebammentipps fürs erste Jahr
    Gräfe und Unzer Verlag, 7. Auflage (6. August 2012)
  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung:
    https://www.kindergesundheit-info.de/themen/entwicklung/0-12-monate/denkschritte/ (abgerufen am 6.1.2020)
  • Bild: Tired Parents Cuddling Twin Baby Daughters In Nursery Monkey Business Images / Shutterstock.com
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