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Babys 27. Woche: So entwickelt sich dein Baby

Inhaltlich geprüft von Hebamme Christine Müller.

27 Wochen ist dein Baby fast alt – das erste Halbjahr ist also geschafft und das zweite hat begonnen. Wahrscheinlich ziemlich turbulent? Was dich erwartet, kannst du hier nachlesen. Dazu gibt es Tipps zum Thema Allergien und Unverträglichkeiten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der 26-Wochen-Sprung ist vielleicht schon durch.
  • Trotzdem können die folgenden Wochen anstrengend sein.
  • Manche Babys lernen jetzt schon krabbeln oder sich hochziehen. Andere haben andere Interessen.
  • Nahrungsmittelallergien lassen sich manchmal schwer von Unverträglichkeiten entscheiden. Abklären lassen!
  • Wissen zu Erste Hilfe am Kind wird jetzt immer wichtiger.

Entwicklung: Das kann dein Baby schon in der 27. Woche

26 Wochen sind vorbei, die 27. Woche ist der Beginn des zweiten Lebenshalbjahres deines Babys. Wie geht es deinem Kind? Wie geht es dir als Mutter bzw. Papa? Waren die letzten Wochen sehr anstrengend oder fängt dein Baby vielleicht gerade erst an, anhänglicher zu sein?

In der 27. Woche ist der 26-Wochen-Sprung bei termingerecht geborenen Babys offiziell durch. Verschiebungen sind trotzdem möglich. Aber selbst wenn es zutrifft und die Sprungphase vorbei ist, bedeutet das leider nicht, dass plötzlich alles so entspannt wie vor den schwierigen Wochen ist. Im Gegenteil, die neuen Fähigkeiten werden dein Baby noch eine ganze Weile beschäftigen. Eigenarten wie ein starker Wille oder Fremdeln kommen dazu, die euren Babyalltag etwas schwieriger machen könnten.

Aber es gibt auch gute Seiten. Denn mit dem Sprung wurde der Grundstein dafür gelegt, dass dein Kleines Dinge lernen kann, die es selbständiger machen werden. Zum Beispiel das Krabbeln oder das Aufsetzen. Ein Baby, das krabbeln kann, hängt nirgendwo fest und muss nicht nach Mama schreien, um wieder vom Fleck zu kommen. Oder es kann einfach hinterher, wenn Papa mal wieder aus dem Zimmer verschwindet. Ein Baby, das sitzen kann, sieht mehr von der Welt und hat die Hände frei, um Interessantes zu untersuchen.

Und auch bei der Sprache tut sich jetzt vielleicht schon etwas. Denn manche Babys können jetzt schon erste halbwegs verständliche Silben produzieren. Und selbst wenn nicht, dein Baby versteht bestimmt mehr, als du ahnst. Also Vorsicht 😉

Durchschnittliche Babygrößen für Woche 27

27 Wochen altBabymädchenBabyjungen
Gewicht5,1 bis 10,6 kg5,7 bis 10,9 kg
Kleidergrößen62, 68, 7462, 68, 74, 80
Mützengrößen42/44, 46/4842/44, 46/48, 50/52
g pro Woche+ 40 bis 110 g+ 40 bis 110 g
cm pro Monat+ 1 bis 2 cm+ 1 bis 2 cm

Die oben stehenden Werte für Gewicht und Länge sind weltweite Durchschnittswerte der WHO (Weltgesundheitsorganisation) für Stillkinder. Sie weichen etwas von den Kurven ab, die du im gelben Untersuchungsheft findest. Letzte zeigen stattdessen deutsche Kinder, die mit der Flasche aufgezogen wurden und sind unseres Erachtens veraltet, da Stillkinder gerade zu Anfang meist schneller zunehmen.

Gut zu wissen: Kinder in Nordeuropa bewegen sich öfter am oberen Rand der Skala. Daher kann es sein, dass dein Baby noch größer und schwerer ist, als der Maximalwert zeigt. Wachstum und Gewichtszunahme verlaufen schubweise. Also keine Panik, alles in Ordnung, solange dein Kind in etwa auf seiner eigenen Kurve bleibt.

Ab dem 4. Lebensmonat reicht es aus, dein Baby einmal im Monat zu wiegen, sofern es sich bis jetzt normal entwickelt hat. Das monatliche Wiegen solltest du aber ernst nehmen. Denn es kann durchaus passieren, dass ein Kind in den Folgemonaten plötzlich zu wenig (oder viel zu viel) zunimmt und du gegensteuern musst.

Nahrungsmittelallergien und Unverträglichkeiten erkennen

Allergien sind mittlerweile sehr häufig. Bis zu 40% der Erwachsenen entwickeln bis zum Ende ihres Lebens die ein oder andere Allergie. Manchmal ohne es zu wissen. Denn die Symptome sind nicht immer eindeutig. Dafür gibt es zu viele Formen von Allergien.

Auch Babys können schon unter Allergien leiden. Die Neigung dazu wird vererbt. Je mehr Familienmitglieder von Allergien betroffen sind, desto größer das Risiko, dass das Kind auch ein Allergiker wird. Welche Allergie dann zum Vorschein kommt, ist nicht gesagt.

Bei Allergien im Babyalter handelt es sich meist um eine Nahrungsmittelallergie. Die Kuhmilcheiweißallergie (nicht zu verwechseln mit Laktoseintoleranz!) zeigt sich meist schon sehr früh. Sobald mit Beikost gestartet wird, können eine Hühnereiweißallergie, eine Fischallergie oder eine Nussallergie auftreten. Auch Soja oder Weizen sind potenzielle Allergene, deshalb steht auf Verpackungen auch explizit drauf, wenn etwas davon enthalten ist.

Das Problem mit den Allergien ist, dass sie verschiedenste Symptome hervorrufen können.

  • Haut: Juckreiz, Ekzem (Neurodermitis), Nesselsucht, Rötungen
  • Mund: Schwellungen und Brennen an Lippen, Zunge und Hals
  • Nase: Schwellungen, Niesen, Schnupfen
  • Atemwege: Husten, Asthma
  • Magen-Darm-Trakt: Erbrechen, Bauchschmerzen, Koliken, Durchfall, Verstopfung, blutige Stühle

Warum ist das so?

Der Grund für die verschiedenen Symptome ist, dass der Körper bei wiederholtem Kontakt gegen bestimmte Eiweiße Abwehrkörper gebildet hat und gegen die Nahrungsmittel vorgeht, als wären ihre Eiweißbestandteile Krankheitserreger. Je nachdem, wo sich der Körper wehrt, zeigen sich die Symptome.

Ein paar dieser Allergien können sich im Laufe der Jahre zurückbilden (Hühnereiweißallergie, Milcheiweißallergie), andere bleiben ein Leben lang bestehen und können sich verschlimmern (Fischallergie, Nussallergie). Aber es muss sich gar nicht immer um eine Allergie handeln. Nur wenige von Eltern vermutete Allergien bestätigen sich auch. Unverträglichkeiten wie die Laktoseintoleranz machen ähnliche Symptome. Bei ihnen ist das Immunsystem jedoch nicht beteiligt. Sie reizen zwar den Darm mitunter sehr, können aber keine bedrohlichen Zustände verursachen. Nichtsdestotrotz schwächen auch unerkannte Unverträglichkeiten auf Dauer das Immunsystem und können andere chronische Krankheiten wie Asthma nach sich ziehen.

Zu guter Letzt gibt es auch noch die Überempfindlichkeit einiger Babys und Kleinkinder auf Lebensmittel, die besonders viel Histamin enthalten. Dies zeigt sich meist darin, dass sie von Tomaten, Zitrusfrüchten oder Paprika im Mundbereich rot und/oder im Genitalbereich wund werden.

Ein Ernährungstagebuch über 2-4 Wochen, in dem du auch Symptome erfasst, ist eine gute Möglichkeit. Übrigens: Symptome können bis zu 48 Stunden auftreten, nachdem dein Kind ein bestimmtes Nahrungsmittel zu sich genommen hat.

Bei Verdacht auf Allergie zum Kinderarzt

Wenn du den Verdacht hast, dass dein Kind tatsächlich eine Allergie haben könnte, solltest du eines nicht tun: das Ganze aussitzen. Denn eine richtige Allergie kann mit der Zeit lebensbedrohlich werden. Deshalb ist es wichtig, sie von Unverträglichkeiten oder Überempfindlichkeit abgrenzen zu lassen.

  1. Der erste Gang ist meist der zum Kinderarzt. Dieser wird sich die Symptome anhören und euch gegebenenfalls an einen Allergologen überweisen.
  2. Dieser wird verschiedene Tests durchführen. Kann eine Allergie bestätigt werden, solltet ihr euch einen auf Kinder spezialisierten Ernährungsberater suchen, der einen Ernährungsplan für eine vorübergehende Auslassdiät erarbeitet.
  3. Im Anschluss wird das Nahrungsmittel unter ärztlicher Aufsicht noch einmal verabreicht. Bestätigen sich die Symptome, muss das oder die Lebensmittel für mindestens 1 bis 2 Jahre gemieden werden.

Wichtiges für die 27. Woche: Erste Hilfe am Kind

Wusstest du, dass der häufigste Grund für schwere Kopfverletzungen der Sturz vom Wickeltisch ist? Oder dass Babys und kleine Kinder lautlos ertrinken, und das schon in 5 cm tiefen Pfützen? Oder, dass in diesem Alter Erdnüsse der häufigste Grund für Ersticken sind?

Nein? Dann hast du bestimmt noch keinen Erste Hilfe am Kind Kurs gemacht. Jetzt, wo dein Kind mobil wird und lernt kleine Dinge mit den Fingern aufzunehmen, ist es ziemlich wichtig zu wissen, was du im Notfall tun kannst. Denn eine gute Intuition reicht meist nicht aus, um die richtigen Dinge zu tun. Und selbst die Erste Hilfe an Erwachsenen unterscheidet sich stark. Diesen Online-Kurs empfehlen wir.

Mehr zum Thema erste Hilfe am Baby kannst du hier nachlesen (inklusive Infoblätter zum Downloaden).

Hast du noch Fragen zu Woche 27 in Babys Leben? Dann schreib uns gern einen Kommentar!

Quellen

So entwickelt sich dein Baby - der Babelli Newsletter!

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