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Babys 32. Woche: So entwickelt sich dein Baby

Inhaltlich geprüft von Hebamme Christine Müller.

Mit 32 Wochen fühlen sich die meisten Babys gut – zumindest wenn gerade keine Zähne durchbrechen. Wie du deinem Schatz ohne Schimpfen beim Welt erkunden hilfst und was du tun kannst, wenn dein Baby Fieber hat, erfährst du in dieser Woche.

Das Wichtigste in Kürze

  • Babys erkunden mit 32 Wochen ihre Welt mit allen Sinnen
  • Wichtig: Möbel anschrauben!
  • Ein „Nein“ versteht dein Baby noch nicht, aber den Tonfall.
  • Erst ab 38,5 Grad hat ein älteres Baby Fieber.
  • Fiebersenker sind oft nicht nötig. Die richtige Anwendung ist wichtig.

Entwicklung: Das kann dein Baby schon in der 32. Woche

Rollen, Robben, Sitzen, Krabbeln – oder nichts davon: was Babys mit 32 Wochen schon können oder eben auch nicht, ist ganz unterschiedlich. Dein Baby sucht sich aus, was ihm besonders spannend erscheint und am meisten Spaß macht.

Eines ist es aber bestimmt: ziemlich neugierig, oder? Daran hat sich in den letzten Wochen nicht viel geändert. Kein Wunder, es gibt ja auch so viel zu sehen, zu befühlen und in den Mund zu stopfen. Hast du ihm schon eine Babyecke mit Kramschublade eingerichtet? Jetzt wäre ein guter Zeitpunkt.

Mag es Musik? Dann sind Kniereiter-Spiele wie „Hoppe, hoppe, Reiter“ jetzt spannend. Auch Fingerspiele wie „10 kleine Zappelmänner“ mögen viele Babys in diesem Alter.

Regale, Kommoden und Schränke befestigen

Manche Babys können sich nun schon an Möbeln hochziehen. Oft passiert das ohne große Vorwarnung. Deshalb ist es immens wichtig, dass du alles Schwere an der Wand befestigst. So musst du dir keine Sorgen machen und dein Kleines ist vor umstürzenden Kommoden sicher. Unsere Checkliste für eine sichere Wohnung gibt es hier.

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Durchschnittliche Babygrößen für Woche 32

32 Wochen altBabymädchenBabyjungen
Gewicht5,3 bis 11,1 kg5,9 bis 11,4 kg
Kleidergrößen62, 68, 74, 8068, 74, 80
Mützengrößen42/44, 46/48, 50/5242/44, 46/48, 50/52
g pro Woche+ 40 bis 110 g+ 40 bis 110 g
cm pro Monat+ 1 bis 2 cm+ 1 bis 2 cm

Die oben stehenden Werte für Gewicht und Länge sind weltweite Durchschnittswerte der WHO (Weltgesundheitsorganisation) für Stillkinder. Sie weichen etwas von den Kurven ab, die du im gelben Untersuchungsheft findest. Letzte zeigen stattdessen deutsche Kinder, die mit der Flasche aufgezogen wurden und sind unseres Erachtens veraltet, da Stillkinder gerade zu Anfang meist schneller zunehmen.

Gut zu wissen: Kinder in Nordeuropa bewegen sich öfter am oberen Rand der Skala. Daher kann es sein, dass dein Baby noch größer und schwerer ist, als der Maximalwert zeigt. Wachstum und Gewichtszunahme verlaufen schubweise. Also keine Panik, alles in Ordnung, solange dein Kind in etwa auf seiner eigenen Kurve bleibt.

Versteht das Baby schon ein „Nein“?

„Nein, nicht den Löffel auf den Boden werfen!“, „Nein, nicht an der Pflanze ziehen!“. „Nein, nicht das Hundefutter..!“ Nein hier, nein da. Lächelnd – manchmal auch etwas strenger – ermahnst du dein Kleines und hast gleichzeitig das Gefühl, dass es eigentlich nichts bringt?

Damit könntest du richtig liegen. Denn erst gegen Ende des ersten Lebensjahres – genau genommen nach 9 bis 10 Monaten – bekommt das Wort „Nein“ für die meisten Babys eine Bedeutung. Vorher versteht es lediglich einen ernsten oder gar strengen Tonfall und guckt vielleicht verdutzt.

Bleibt es bei der Ermahnung, ist es gut möglich, dass dein Kind noch mal wiederholt, was zu dieser interessanten Reaktion von dir geführt hat. Einfach um zu schauen, ob es noch einmal passiert. Das ist ganz normal und hat überhaupt nichts mit Boshaftigkeit zu tun. Im Gegenteil, es versteht einfach nicht, dass es etwas NICHT tun soll, wenn keine Aktion deinerseits folgt und du dabei vielleicht auch noch lachst. Die andere Möglichkeit ist, dass es nach einer Weile gar nicht mehr reagiert. Beides irgendwie blöd.

So machst du es richtig

Wenn du also willst, dass dein Baby etwas unbedingt sein lässt, dann geh am besten so vor:

  • Sag in einem unaufgeregten, ernsten Tonfall/Gesichtsausdruck deutlich „NEIN“.
  • Nimm dein Baby hoch und bringe es woanders hin.
  • Lenke es eventuell ab oder biete ihm eine Alternative an.

Selbst, wenn es das Wort als solches noch nicht versteht, wird es den Zusammenhang nach einigen Wiederholungen begreifen und irgendwann auch die Bedeutung lernen. Spätestens in ein paar Monaten kannst du anfangen zu erklären. Dann ist es besser zu sagen, WAS das Kind machen soll, anstelle von was es NICHT machen soll.

UNSER TIPP: du machst die Wohnung so kindersicher, dass dein Baby ein „Nein“ nur sehr selten hören muss, und bleibt ansonsten entspannt. So nutzt sich das Wort nicht so schnell ab. Lobe dein Kleines für gewünschtes Verhalten, statt bei unerwünschtem zu schimpfen. Das stärkt sein Selbstbewusstsein und ist auf lange Sicht viel wirkungsvoller.

Was tun bei Fieber?

Wenn das Baby zum ersten Mal fiebert, sind viele Erstlingseltern verunsichert. Hat mein Kind vielleicht eine schlimme Krankheit? Was kann ich tun, damit es ihm besser geht? Wo fängt Fieber überhaupt an und ab wann muss man es senken? Wann muss ich mit dem Baby zum Arzt?

Viele Fragen, die wir gleich klären werden. Vorher finden wir trotzdem wichtig, noch einmal zu betonen: Fieber ist an sich nichts Schlimmes und auch nicht gefährlich. Es ist sogar gut. Denn je mehr Wärme der Körper bei einem Infekt produziert, desto besser kann die körpereigene Abwehr arbeiten. Das ein Baby durch Fieber erst einmal schlapp wird, ist keine schlechte Sache. Denn wer krank ist, sollte sich ausruhen. Das gilt auch für die Kleinsten.

Fieber immer gleich senken zu wollen, ist also keine gute Idee. Fiebersenker wie Ibuprofen oder Paracetamol gibt es zwar rezeptfrei in jeder Apotheke. Ganz ohne Nebenwirkungen sind sie aber nicht. Deshalb solltest du vor der Verwendung immer mit einem Arzt sprechen und unbedingt die Abstände einhalten (aufschreiben!)

Ab wann fiebert ein Baby?

Die „normale“ Körpertemperatur liegt bei einem Baby zwischen 36,5 und 37,5 Grad. Dein Baby hat auch über 37 Grad Körpertemperatur, wenn es gesund scheint? Mach dir keine Sorgen, die Grundtemperatur ist von Kind zu Kind verschieden, aber im Schnitt gilt…

  • 37,6 – 38,4 Grad: erhöhte Temperatur
  • 38,5 – 39,4 Grad: Fieber
  • ab 39,5 Grad: hohes Fieber

Ob ein Kind schnell hoch fiebert oder nicht, ist ein wenig Veranlagung und hängt noch dazu von der Art des Infektes ab. Wie es bei deinem Kind ist, wirst du im Laufe der Zeit herausfinden.

Am besten misst du die Temperatur vorsichtig im Po, wenn dein Kind auf der Seite liegt. Das Thermometer kannst du in der Hand anwärmen und die Spitze mit Vaseline angenehmer machen. Mit Ohrthermometern gibt es verschiedene Erfahrungen. Ganz wichtig ist hier, dass du die Bedienungsanleitung liest, um Messfehler zu vermeiden. Alle anderen Messmethoden sind in diesem Alter zu unzuverlässig.

Was machen, damit es dem Baby besser geht?

Weil Fieber den kleinen Körper schnell austrocknet, solltest du dein Baby zum Trinken animieren, so gut du kannst. Essen ist erst einmal zweitrangig. Die meisten Kinder haben während eines Infekts sowieso weniger Appetit.

Ruhe ist bei jeglicher Erkrankung immer das beste Heilmittel. Wie schon oben geschrieben, ist ein mopsfideles Baby mit Infekt schwieriger zu handeln als eins, dass sich freiwillig ausruht. Ein bisschen Veranlagung und manchmal abhängig von der Art der Infektion.

Ab 38,5 Grad solltest du mit dem Kind nicht mehr raus, vor allem, wenn es dort sehr warm oder kalt ist. Bei Fieber kann der Körper besonders schlecht gegensteuern. Vorsicht auch bei der Kleidung. Denn sie sollte so durchlässig sein, dass dein Baby nicht überhitzen kann. Vor allem nachts ist locker abdecken besser als ein dicker Schlafsack. Einzige Ausnahme: das Baby friert.

Die Fieberphasen

Wenn Hände und Füße noch kühl und auch die Beine noch nicht heiß sind, steigt das Fieber gerade. Der kleine Körper versucht, Wärme zu produzieren. Viele Babys sind jetzt sehr unruhig. Sobald der Höhepunkt des Fiebers erreicht ist, fühlt sich dein Kind gleichmäßig heiß an. Es friert nicht mehr. Sinkt das Fieber, gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. das Fieber sinkt schnell, das Baby schwitzt.
  2. das Fieber sinkt langsam, dem Baby ist zu warm. Es will weniger Kleidung/Decke.

Beides hilft dem Körper, die überschüssige Hitze loszuwerden. Meist geht Fieber so, wie es gekommen ist (Ausnahme: Fiebersenker). Langsam und stetig oder plötzlich und steil. Oft gibt es auch mehrere Fieberschübe. Am Fieberverlauf kann der Arzt erkennen, um welche Infektionsart es sich handelt.

Wann das Fieber senken?

Es gibt Eltern, die ihre Kinder fiebern lassen, egal wie hoch das Fieber wird. Dann gibt es die, die schon bei erhöhter Temperatur zum Fieberzäpfchen greifen. Beides ist aus Sicht der Ärzte übertrieben. Der goldene Weg liegt wahrscheinlich in der Mitte. Denn ob man Fieber senkt oder nicht, hängt immer vom Zustand des Babys ab.

Geht es deinem Kind sehr schlecht, trinkt es nicht genug oder schläft es wegen des Fiebers zu wenig und wirkt immer erschöpfter, kann ein Fiebersenker nach Absprache mit dem Arzt durchaus helfen (Zeitabstände und Dosierung immer einhalten! ASS/Aspirin sind tabu!). Kinderärzte raten manchmal dazu, ab 39 Grad zum Schlafen ein Mittel zu geben. Ob das immer nötig ist, sei dahingestellt. Für uns persönlich gilt: Wenn es dem Kind trotz Fieber gut genug geht, braucht es keinen Fiebersenker.

Wann zum Arzt?

Bei 32 Wochen alten Babys solltest du immer dann zum Arzt gehen, wenn das Fieber länger als einen Tag anhält. Wenn dir dein Kind sehr schwer krank oder besonders teilnahmslos vorkommt, auch schon am selben Tag. Am besten führst du über die Messungen Buch. Dann hat der Arzt einen Anhaltspunkt. Bei einem Fieberkrampf solltest du den Notarzt rufen.

Was ist ein Fieberkrampf?

2-5% aller Kinder zwischen 6 Monaten und 5 Jahren erleben mindestens einmal in ihrem Leben einen Fieberkrampf, während das Fieber ansteigt. Bei einem Fieberkrampf spielt das Nervensystem für wenige Minuten verrückt. Das Kind wird starr oder besonders schlaff und ist kurz bewusstlos. Das kann durchaus Angst machen. Im Schnitt ist der Spuk nach 3-4 Minuten, jedoch spätestens nach 15 Minuten vorbei.

Ein solcher Anfall ist meist nicht bedrohlich und oft auch ein einmaliges Ereignis. Trotzdem solltest du gleich den Notarzt rufen und dein Kind und dich selbst beruhigen (seitlich lagern!). Babys in diesem Alter werden nach einem Fieberkrampf im Krankenhaus beobachtet, um eine ernsthafte Ursache auszuschließen.

Hast du noch Fragen zu Woche 32 in Babys Leben? Dann schreib uns gern einen Kommentar!

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