Close Babelli.deBabelli.de

Folsäure bei Kinderwunsch

Folsäure bei Kinderwunsch: Warum sie so wichtig ist!

Inhaltlich geprüft von Hebamme Nadine Beermann.

Du fragst dich, ob es wirklich notwendig ist, Folsäure bei Kinderwunsch einzunehmen? Schließlich ernährst du dich gesund und außerdem hältst du nicht viel von Nahrungsergänzungsmitteln? Es gibt gute Gründe, bei Folsäure eine Ausnahme zu machen. Wir erklären dir, wie viel Folsäure du bereits vor Eintritt der Schwangerschaft einnehmen solltest und warum das so ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die DGE-Empfehlung zur Einnahme von Folsäure bei Kinderwunsch lautet: täglich etwa 400 Mikrogramm Folat über die Nahrung und 400 Mikrogramm an synthetischer Folsäure.
  • Folsäure ist besonders in den ersten Wochen der Schwangerschaft wichtig. Ein Folsäure-Mangel kann in diesem Stadium Fehlbildungen beim Embryo bewirken.
  • Das Problem: Viele Frauen wissen dann noch nicht, dass sie schwanger sind. Deshalb ist die Einnahme von Folsäure bei Kinderwunsch angeraten.
  • Lebensmittel enthalten mehr oder weniger natürliche Folsäure und es kommt immer auf die Zubereitung an, damit sie erhalten bleibt.
  • Es gibt viele Folsäurepräparate, nimm ruhig eins ein.
<span style="align:center; font-size: 18px">Video-Empfehlung:</span> <style> native-player { aspect-ratio: 16/9; display: block; } </style> <script type="text/javascript" src="//syndication.target-video.com/native-player.js" async=""></script> <native-player></native-player>

Wie viel Folsäure bei Kinderwunsch: Die Empfehlung der DGE

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, als Erwachsener täglich etwa 300 Mikrogramm (µg) Folat durch Lebensmittel zu sich zu nehmen. Bei Kinderwunsch und in der Schwangerschaft ist der Bedarf höher.

Dosierungsempfehlung für Folsäure bei Kinderwunsch & in der Schwangerschaft

Der höhere Bedarf sollte über geeignete Lebensmittel UND ein geeignetes Folsäure-Präparat gedeckt werden.

  • Frauen, die schwanger werden wollen, sollten ab dem Absetzen der Pille täglich etwa 400 µg über die Nahrung und sicherheitshalber zusätzlich 400 µg an synthetischer Folsäure aufnehmen.
  • Schwangere sollten mindestens in den ersten 12 Schwangerschaftswochen 550 µg Folat auf natürlichem Weg und zusätzlich 400 µg in synthetischer Form zu sich nehmen. 800 µg sind es, wenn sie erst in der Schwangerschaft damit beginnen.

Stillende Mütter haben ebenfalls einen erhöhten Bedarf, der nur durch ganz bewusste Ernährung zu decken ist. Auch dann ist es ratsam, ein Folsäurepräparat einzunehmen, um eine ausreichende Versorgung sicherzustellen. Sprich am besten mit deiner Hebamme darüber.

Wichtig: Die Einnahme eines Folsäure-Präparats sollte die ausgewogene Ernährungsweise keinesfalls ersetzen!

Warum ist Folsäure bei Kinderwunsch wichtig?

In der Schwangerschaft benötigt der Körper mehr Folsäure, schließlich muss auch das Baby versorgt werden. Den täglichen Mehrbedarf rein über die Ernährung zu decken, gestaltet sich schwierig (dazu gleich mehr). Außerdem ist es wichtig, einen „Puffer“ aufzubauen, bevor die Schwangerschaft eintritt. Schließlich wissen Frauen in den ersten Schwangerschaftswochen noch nicht, dass das ersehnte Kind unterwegs ist. Daher wird die Einnahme von Folsäure bei Kinderwunsch ausdrücklich empfohlen.

Aber weshalb sollten Frauen bereits bei der Babyplanung auf eine ausreichende Zufuhr von Folsäure achten? Welche Rolle spielt Folsäure bei der Entwicklung des Babys?

Darum ist Folsäure (Folat) so wichtig

Folsäure beziehungsweise Folat ist ein B-Vitamin (B9) und maßgeblich an vielen Körpervorgängen beteiligt. Folat ist der Überbegriff und die Bezeichnung für das natürlich vorkommende Vitamin. Folsäure bezeichnet lediglich die künstlich hergestellte Form desselben.

Folsäure ist für Schwangere und Nicht-Schwangere gleichermaßen wichtig, denn:

  • Vitamin B9 wird vom Körper unter anderem für die korrekte Zellteilung und -vermehrung benötigt.
  • Vitamin B9 ist am Fett- und Eiweißstoffwechsel beteiligt.

Erwachsene können einen geringen Folsäuremangel ganz gut verkraften. Es kommt dann lediglich zu leichten, diffusen Beschwerden, die schlecht zuzuordnen sind.

Bei Schwangeren und gerade in der Frühschwangerschaft sieht das Ganze jedoch anders aus. Damit sich der Embryo entwickeln kann, müssen sich die Zellen teilen und vermehren. Kommt es dabei zu Fehlern, führt dies in den ersten Schwangerschaftswochen zum Abort, denn dann herrscht das „Alles-oder-nichts-Prinzip“. Kommt es im weiteren Verlauf der Entwicklung zu fehlerhafter Zellteilung, kann dies beim Embryo zu Fehlbildungen wie einem offenen Rücken führen.

Folsäure bei Kinderwunsch zur Vermeidung eines Neuralrohrdefekts

Innerhalb der ersten Monate entwickelt und schließt sich der Wirbelkanal. Meist ist dies schon nach 4 Wochen der Fall, wenn viele Frauen noch gar nicht wissen, dass sie schwanger sind. Hat die Schwangere zu diesem Zeitpunkt einen starken Folsäuremangel, führt dies nicht selten beim Baby zu einem offenen Rücken. Das heißt, das Neuralrohr (Nervenkanal) in der Wirbelsäule schließt sich nicht richtig.

Aus dem Neuralrohr, das in diesen ersten Wochen der Schwangerschaft entsteht, entwickeln sich später das zentrale Nervensystem, das Rückenmark und das Gehirn des Kindes. Ein Mangel an Folsäure kann hierbei zu Fehlbildungen führen. Folsäure spielte daher eine essenzielle Rolle bei der Entwicklung des embryonalen Nervensystems.

Häufigkeit: Wie oft kommt es zu einem offenen Rücken?

Die angeborene Fehlbildung von Wirbelsäule und manchmal auch Rückenmark wird auch Spina bifida, Neuralrohrdefekt oder Spaltwirbel genannt. Sie kommt in unterschiedlichen Abstufungen daher, wobei Mädchen etwas häufiger davon betroffen sind als Jungen.

Bei einem von 1000 Babys in Mitteleuropa wird eine „Spina bifida“ festgestellt. Leichte Formen (Spina bifida occulta) werden oft nur zufällig entdeckt und bringen nur wenige Beschwerden mit sich, wie eine erhöhte Neigung zum Bettnässen oder leichte Ermüdung in den Beinen. Schwere Formen können zu weitreichenden Funktionsstörungen des Rückenmarks führen.

Bereits bei der Babyplanung Folsäuremangel vorbeugen

Deshalb ist es wichtig, am besten schon bei bestehendem Kinderwunsch mit einer erhöhten Folat- und Folsäurezufuhr zu beginnen. So kann einem Mangel zum kritischen Zeitpunkt vorgebeugt und das Risiko von Fehlbildungen minimiert werden.

Man nimmt an, dass in Deutschland 4 von 5 Menschen unterversorgt sind. Dabei gibt es genügend Lebensmittel, die ausreichend Folat enthalten. Man muss nur wissen, welche. Und vor allem sollte man wissen, wie sie zubereitet werden müssen, damit das Vitamin erhalten bleibt. Bei der Babyplanung und in der Schwangerschaft solltest du dich daher nicht rein auf die Zufuhr aus Lebensmitteln verlassen, sondern zusätzlich ein Folsäure-Präparat einnehmen.

Welche Folsäure bei Kinderwunsch?

Es gibt etliche verschiedene Folsäure-Präparate mit unterschiedlichem Folsäuregehalt in Tabletten- oder Kapselform. Alle sind rezeptfrei erhältlich. Oft werden sie mit weiteren Nährstoffen wie Jod, Eisen, Zink oder anderen Vitaminen (B, D und E) kombiniert. Manche sind vegan, andere enthalten zusätzlich zur synthetischen Folsäure auch Metafolin®, das dem natürlichen Folat am ähnlichsten ist und daher vom Körper gut aufgenommen werden kann.

Viele Präparate kommen je nach Zeitpunkt des Einsatzes in unterschiedlichen Dosierungen daher. Es gibt Folsäure für:

  • die Babyplanung
  • das erstes Drittel der Schwangerschaft
  • die fortgeschrittene Schwangerschaft
  • die Stillzeit.

Der Folsäuregehalt ist auf das jeweilige Schwangerschaftsstadium abgestimmt. Bei bekannten Schilddrüsenproblemen sollte gegebenenfalls ein Präparat ohne Jod eingenommen werden.

Welche Folsäure-Präparate gibt es?

Bekannte frei verkäufliche Folsäurepräparate sind:

Egal, für welches du dich entscheidest, mehr als 40 Euro pro Monat sollte dich kein Präparat kosten. Wichtig ist außerdem, dass das Präparat nicht überdosiert und die Einnahmeempfehlung gut beschrieben ist, damit gerade in der Schwangerschaft nichts schiefgehen kann.

Überdosierung der Folsäure bei Kinderwunsch vermeiden:

Eine tägliche Menge von 1000 µg bei Erwachsenen und entsprechend weniger bei Kindern sollte nur im allergrößten Ausnahmefall überschritten werden. Nebenwirkungen einer Überdosierung sind zwar nur wenige bekannt, ausgeschlossen werden können sie aber nie. Bei extremer Überdosierung über einen längeren Zeitraum kann es zu B12 Mangel kommen, der unbehandelt wiederum zu neuronalen Schäden führen kann.

Diese Lebensmittel enthalten Folat (natürliche Folsäure)

Du fragst dich, ob du den Folatbedarf nicht auch rein über die Nahrung decken kannst? Die Liste der folatreichen Lebensmittel ist zwar lang. Bei einseitiger Ernährung ist es jedoch nahezu unmöglich, genügend Folat zu sich zu nehmen. Will man zudem so viel Vitamin B9 (Folat) wie möglich erhalten, kommt es stark auf die Zubereitung an. Sonst ist der Bedarf auch bei gesunder Ernährung schwer zu decken.

Starkes Erhitzen beziehungsweise Aufwärmen von Speisen und auch lange Lagerung reduzieren den Folatgehalt deutlich. Beim Kochen gehen viele Vitamine in das Kochwasser über. Besser sind also eine frische Zubereitung, viel Rohkost oder zumindest schonende Garmethoden wie die punktgenaue Zubereitung im Dampfgarer.

Folathaltige Lebensmittel

Folgende Lebensmittel enthalten besonders viel Vitamin B9:

  • grüne Blattgemüse
  • Vollkorngetreide
  • Hülsenfrüchte
  • Nüsse
  • Schimmelkäse wie Camembert
  • rohes Eigelb
  • Innereien.

Da gerade die letzten drei Nahrungsmittel von Schwangeren gemieden werden sollten, ist es wichtig, auf eine Ernährung mit hohem Anteil an Blattgemüse, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten zu achten, um einem Mangel vorbeugen zu können. Obst, Fleisch (bis auf Innereien) und Fisch enthalten eher wenig Folat, sollten natürlich auf dem Speiseplan dennoch möglichst nicht fehlen.

Hier findest du eine Liste mit Lebensmitteln (inkl. Folatgehalt), die, schonend zubereitet, viel natürliche Folsäure enthalten:

Hülsenfrüchte

  • 100 g Kichererbsen enthalten rund 350 µg
  • 100 g Sojabohnen enthalten rund 250 µg
  • 100 g weiße Bohnen enthalten rund 200 µg
  • 100 g Linsen enthalten rund 170 µg
  • 100 g Erdnüsse enthalten rund 170 µg
  • 100 g Erbsen enthalten rund 155 µg

Grünes Blattgemüse und anderes Gemüse

  • 100 g Grünkohl enthalten rund 190 µg
  • 100 g Spinat enthalten rund 145 µg
  • 100 g Feldsalat enthalten rund 145 µg
  • 100 g Brokkoli enthalten rund 111 µg
  • 100 g Spargel enthalten rund 108 µg
  • 100 g Porree enthalten rund 100 µg
  • 100 g Rosenkohl enthalten rund 100 µg
  • 100 g Blumenkohl enthalten rund 90 µg
  • 100 g Rote Bete enthalten rund 88 µg

Getreide

  • 100 g Weizenkeime enthalten rund 520 µg
  • 100 g Weizenkleie enthalten rund 195 µg
  • 100 g Quinoa enthalten rund 184 µg
  • 100 g Roggenvollkorn enthalten rund 140 µg
  • 100 g Weizenvollkorn enthalten rund 87 µg
  • 100 g Haferflocken enthalten rund 87 µg

Tierische Produkte

  • 100 g Putenleber enthalten rund 670 µg
  • 100 g Rinderleber enthalten rund 590 µg
  • 100 g Hühnerleber enthalten rund 380 µg
  • 100 g Kalbsleber enthalten rund 240 µg
  • 100 g Schweineleber enthalten rund 136 µg
  • 100 g rohes Eigelb enthalten rund 130 µg

Weichkäse

  • 100 g Brie enthalten rund 80 µg
  • 100 g Camembert enthalten rund 65 µg
  • 100 g Roquefort enthalten rund 50 µg

Obst

  • 100 g Sauerkirschen enthalten rund 75 µg
  • 100 g Süßkirschen enthalten rund 52 µg
  • 100 g Erdbeeren enthalten rund 43 µg
  • 100 g Weintrauben enthalten rund 40 µg
  • 100 g Mango enthalten rund 36 µg
Auch interessant

Fazit: Folsäure bei Kinderwunsch wichtig!

Folsäure wird nicht zu Unrecht bereits bei der Babyplanung empfohlen. Über eine ausgewogene Ernährung lässt sich der tägliche Folsäure-Bedarf zwar theoretisch decken, allerdings nur bei richtiger Zubereitung der Lebensmittel. Besser ist es, einen Puffer aufzubauen. Also scheue dich nicht, Folsäure bei Kinderwunsch zuzuführen und zu einem geeigneten Nahrungsergänzungsmittel zu greifen.

Hast du weitere Fragen zum Thema „Folsäure bei Kinderwunsch“? Dann schreib uns einen Kommentar!

Weitere Artikel zum Thema Kinderwunsch

Quellen

-Anzeige-

a5721407d06d49a1a08fc3090b917aff - Folsäure bei Kinderwunsch: Warum sie so wichtig ist!
kinderwunsch desktop - Folsäure bei Kinderwunsch: Warum sie so wichtig ist!
kinderwunsch mobile - Folsäure bei Kinderwunsch: Warum sie so wichtig ist!

Wie hat dir dieser Artikel gefallen?

Was können wir an diesem Artikel verbessern?

+ = Verify Human or Spambot ?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.