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Kleinkind sitzt bei schwangerer Mutter und streichelt den Bauch

Kleinkind auf das Baby vorbereiten: „Hurra – Du bekommst ein Geschwisterchen!“

Ihr erwartet Familienzuwachs? Herzlichen Glückwunsch, was für eine Freude! Fragst du dich, wie du dein Kleinkind auf das Geschwisterchen vorbereiten kannst – und das möglichst geschickt? Wir haben dir die Antworten zu den häufigsten Fragen zusammengestellt und 3 tolle Kinderbuch-Tipps zum Thema.

Das Wichtigste in Kürze

  • Erzähle deinem Kleinkind möglichst frühzeitig, natürlich und kindgerecht, dass es ein Geschwisterchen bekommt.
  • Nutze den (Kose-)Namen oder das Geschlecht für das Baby im Bauch, um es zu benennen, so wird es für das Kind greifbarer.
  • Beschreibe deinem Kind die Jahreszeit, in welcher das Baby geboren wird.
  • Lasse Raum für Rückfragen deines Kindes.
  • Rechne mit allen Reaktionen deines Kindes und bewerte sie nicht. Sei sensibel für die große Veränderung in seinem Leben.
  • Nimm dein Kleinkind zu Untersuchungen mit und binde es in die Vorbereitung auf die Geburt spielerisch mit ein.
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Wann erzähle ich dem Kind vom Baby?

Erzähle deinem Kleinkind möglichst frühzeitig, dass es ein Geschwisterchen bekommt. So vermeidest du, dass dein Kind sich nicht miteinbezogen oder unsicher fühlt. Denn, wenn du Freunde oder Verwandte bereits zuvor informierst, könnten sie dein Kind möglicherweise darauf ansprechen. 

Wähle einen Moment, in dem dein Kind dir seine volle Aufmerksamkeit schenken kann. So hat es Zeit, auf die Nachricht zu reagieren und Fragen zu stellen. Bei jüngeren Kindern (unter 2 Jahren) empfiehlt es sich, die Schwangerschaft dann zu teilen, wenn der Babybauch langsam erkennbarer und das Ereignis dadurch verständlicher wird. 

Wie erzähle ich, dass mein Kleinkind ein Geschwisterchen bekommt?

Eine große Schwester oder ein großer Bruder zu werden ist eine aufregende Angelegenheit, die sich dein Kind jetzt allerdings noch nicht vorstellen kann. Halte dich je nach Alter deines Kleinkindes so kurz und natürlich wie möglich, damit du es nicht überforderst. Falls das Geschlecht bekannt ist oder ihr einen (Kose-)Namen habt, nutze ihn in deiner Beschreibung. Dadurch wird das Baby für das Kleinkind greifbarer.

Da dein Kind noch kein ausgereiftes Zeitgefühl hat, kannst du den Geburtstermin anhand der Jahreszeit umschreiben: „Das Baby kommt im Sommer aus Mamas Bauch.“ Gib deinem Kind zu verstehen, dass Mama trotz Übelkeit, Stimmungsschwankungen oder Rückenschmerzen nicht krank ist, sondern dass dies zu einer Schwangerschaft dazugehört.

Zeige deinem Kleinkind gern Fotos von der Schwangerschaft und anfänglichen Baby-Zeit mit ihm: „Schau mal, da warst du in meinem Bauch!“. Weiter unten kannst du dir noch unsere 3 Kinderbuch-Tipps ansehen, die deine Erklärung kindgerecht unterstützen können. 

Welche Reaktionen erwarten mich?

Von Freude, über Trauer und Wut bis hin zu Neutralität – dein Kind wird individuell reagieren. Bedenke: Jede Reaktion deines Kindes ist in Ordnung und sollte nicht von dir bewertet werden. Dein Kleinkind muss das ihm Vertraute von nun an teilen. Es spürt, es passiert etwas in seiner Welt, versteht aber noch nicht inwiefern. Das kann Ängste und Unsicherheiten mit sich bringen (Brett, Doris, 1993). Vielleicht hat dein Kind ja auch schon gemerkt, dass eine Veränderung innerhalb der Familie ansteht. Da du es jetzt informiert hast, kann es diese besser einordnen. 

Mehr zum Thema

Wie binde ich mein Kleinkind in die Schwangerschaft ein?

Beziehe dein Kleinkind in die Prozesse ein, die mit der Ankunft des Babys zu tun haben. Beim Gestalten des Babyzimmers könnte dein Kind zum Beispiel bestimmen, wo die Kuscheltiere für das Baby platziert werden. Zusätzlich kannst du dein Kind mit zu den Ultraschallterminen nehmen. Wann immer dein Baby sich im Bauch bewegt, kann dein Kleinkind seine Hand darauf legen und es spüren. Vielleicht mag dein Kind dir auch helfen, den Baby-Bauch einzucremen?

Falls es nicht miteinbezogen werden möchte, zwinge es nicht dazu, sondern schenke ihm gezielt Zuwendung (Largo, 2016, S.75). Die anstehende Veränderung wird von deinem Kind bemerkt und darf daher liebevoll begleitet werden (Graf, Seide, 2016, S. 127). 

Vielleicht wird dir dein Kleinkind Fragen zum Baby und der Geburt stellen. Für kindgerechte Beschreibungen gibt es tolle Bücher. Hier kommen unsere Empfehlungen:

3 wunderbare Kinderbücher zum Thema Geschwisterchen und Geburt

leo lausemaus grosser bruder 1 - Kleinkind auf das Baby vorbereiten: "Hurra - Du bekommst ein Geschwisterchen!"

1. Tipp: Leo Lausemaus wird großer Bruder

Von Sophia Witt und Marco Campanella, 15. August 2020, Lingen Verlag.

Dieses liebevolle Buch beschreibt Leo Lausemaus, wie er sich gemeinsam mit Mama und Papa auf die Geburt seiner Schwester Lili vorbereitet. Dieses Buch eignet sich aus Sicht der Redaktion hervorragend, um das große Kind in den Prozess der Schwangerschaft bis zur Geburt spielerisch miteinzubeziehen.

baby ist da 1 - Kleinkind auf das Baby vorbereiten: "Hurra - Du bekommst ein Geschwisterchen!"

2. Tipp: Baby ist da!

Von Danielle Graf, Katja Seide und Günther Jakobs, 19. August 2020, Beltz & Gelberg.

Das Kinderbuch beschreibt kindgerecht und mit authentischen Illustrationen die Zeit nach der Geburt des Babys. Es kann aus Sicht der Redaktion unterstützend wirken, um dem Kind einfühlsam die anstehende Situation nahezubringen.

runas geburt 1 - Kleinkind auf das Baby vorbereiten: "Hurra - Du bekommst ein Geschwisterchen!"

3. Tipp: Runas Geburt

Von Uwe Spillmann und Inga Kamieth, 1. September 2019, Kamieth und Spillmann GBR.

Die Geschichte über die Hausgeburt von Runa besticht durch seine einzigartigen Illustrationen, die zur spielerischen Interpretation einladen. Der häusliche Geburtsprozess wird aus Sicht der großen Schwester erzählt. 

Mein Kleinkind will auf den Arm: was tun?

Laut Empfehlung des Mutterschutzgesetzes darf eine Schwangere nur bis zu 5 Kilo regelmäßig und bis zu 10 Kilo gelegentlich heben. Wenn dein Kleinkind also während der Schwangerschaft von dir hochgehoben oder getragen werden möchte, gibt es ein paar Tricks:

Statt es in den Buggy zu heben, kannst du es über dein Knie hineinklettern lassen. Um auf den Arm zu gelangen, kann es zuvor auf einen Stuhl steigen. Achte am besten darauf, dass du das Gewicht rückenschonend verteilst und die Bauchmuskeln nicht anspannen musst. Ansonsten versuche gern, dein Kind spielerisch zum eigenständigen Laufen anzuregen, sofern es das schon kann: „Wie viele Sprünge sind es bis zur Haustür?“. Wenn es quengelt, wirkt eine lange Umarmung im Hocken manchmal Wunder.

🎧 Podcast: Wenn ein Geschwisterkind in Planung ist

Was sollte ich vorher mit dem älteren Kind besprechen? Wie kann ich das große Kind vorbereiten, sodass es nicht zu Konkurrenzdenken, Neid oder Ablehnung kommt? Katrin Michel ist selber Mutter dreier Kinder und gibt unserer Podcasterin Emmi hilfreiche Tipps in Vorbereitung auf ein Geschwisterchen. Da sie gerade ein Buch zum Thema veröffentlicht hat, bringt sie viele spannende Tipps und Impulse mit.

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Fazit

Je frühzeitiger, natürlicher und kindgerechter du deinem Kind erzählst, dass es ein Geschwisterchen bekommt, desto mehr Raum hat es, sich an die Veränderung zu gewöhnen. Genauso einzigartig wie jede Familie ist, ist es auch jedes Kind. Entscheide daher alters- und bedürfnisgerecht, wie du dein Kind in den Prozess der Schwangerschaft miteinbeziehst.

Dein Kleinkind kann unterschiedlich darauf reagieren, dass es jetzt eine „große Schwester“ oder ein „großer Bruder“ wird. Habe Verständnis für die neue und noch nicht greifbare Situation, in der es sich jetzt befindet. Schenke deinem Kleinkind in dieser Phase aktive Zuwendung.

Waren unsere Antworten und Kinderbuch-Tipps hilfreich für dich? Hast du noch Fragen oder Anregungen? Schreibe uns gern einen Kommentar!

Häufige Fragen

Wie erkläre ich, wenn ich ins Krankenhaus muss?

Im besten Fall hast du die Geburtssituation schon mit deinem Kleinkind besprochen. Du kannst dir vorher mit ihm gemeinsam Krankenhausaufnahmen ansehen und ihm sagen, dass es bald so weit ist. Dass Mama bei den einsetzenden Wehen vielleicht stöhnen muss, kann vorgemacht werden, dadurch bereitest du dein Kleinkind auf diese Situation vor.

Je kindgerechter du die Abläufe vor und während der Geburt erklärst, desto natürlicher wird es für dein Kind, wenn du dann ins Krankenhaus musst. Kläre rechtzeitig, wo sich dein Kind währenddessen aufhalten wird. Diese Situation kann positiv begleitet werden: „Wenn Mama Wehen bekommt, bringt Papa dich zu Tante Ida und du darfst bei ihr schlafen! Wenn das Baby dann da ist, sagen wir euch sofort Bescheid!“

Kann ich meinem Kind eine Hausgeburt zumuten?

Das kommt auf das Kind und seinen Charakter an. Für eher ängstliche Naturen mag es zu viel sein. Neugierige Kinder finden es vielleicht spannend. Falls du dich dafür entscheidest, erkläre das Hausgeburtsthema vorher und möglichst kindgerecht (Siehe Buchtipp). Es ist gut, wenn dein Kind noch eine externe Bezugsperson vor Ort hat, mit der es gegebenenfalls den Raum verlassen kann.

Auch die Situation der Mutter solltet ihr mitbedenken. Wenn sie sich im Beisein des Kleinkindes nicht fallen lassen kann, ist die Bezugsperson umso wichtiger, damit sich das Kind abseits des Geburtsraumes beschäftigen kann. Dasselbe gilt, wenn das Kind merkt, dass es doch nicht bei der Geburt dabei sein möchte. Vielleicht könnt ihr die Hausgeburt vorher in Form eines Bildes oder Rollenspiels „ausprobieren“ und anschließend darüber sprechen?

Wie gestalte ich die erste Begegnung von Kleinkind und Baby?

Wir empfehlen, die Kennlernsituation so offen und natürlich wie möglich zu gestalten. Die Reaktion deines Kleinkindes ist unvorhersehbar, da die Situation das Kind schnell überfordern kann. In keinem Fall solltest du es zu irgendeinem Verhalten in Bezug auf das Baby drängen. Manchmal hilft es, ein kleines Geschenk vorzubereiten, das Geschwisterkind stellvertretend vom Baby bekommt. Mit Geduld und Vertrauen kann so ein entspannter Rahmen für das erste Kennenlernen geschaffen werden.

Quellen

  • Brett, Doris (1992). Anna zähmt die Monster: Therapeutische Geschichten für Kinder (1. Auflage 1993). Salzhausen: isokpress.
  • Graf, Danielle, Seide, Katja (2016). Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn. Der entspannte Weg durch Trotzphasen (12. Auflage 2017). Weinheim Basel: Verlagsgruppe Beltz.
  • Largo, Remo H. (2016). Babyjahre. Entwicklung und Erziehung in den ersten vier Jahren (18. Auflage). München/Berlin: Piper Verlag GmbH.
  • Adam, Lars (2020). Stärken und Fördern der Geschwisterbeziehung. Interview zur Folge 559 „Wir bekommen ein Geschwisterchen“. Serie: Die Sendung mit dem Elefanten. Westdeutscher Rundfunk Köln. Ausstrahlung: 4. Juli 2020: https://www.wdrmaus.de/elefantenseite/elternseiten/kinderthemen/wir-bekommen-ein-geschwisterchen/interview-kinderpsychtherapeut-lars-adam.php (abgerufen am 04.05.2022)
  • Bundesministerium der Justiz (2017). Gesetz zum Schutz von Müttern bei der Arbeit, in der Ausbildung und im Studium (Mutterschutzgesetz – MuSchG). Zuletzt geändert: 12.12.2019: https://www.gesetze-im-internet.de/muschg_2018/BJNR122810017.html (abgerufen am 05.05.2022)
  • Bild: 621516644 Natalia Deriabina / Shutterstock.com

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