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Stubenhocker Kleinkind

Kind will nicht raus: 8 Tipps, um kleine Stubenhocker nach draußen zu locken

Hast du auch einen kleinen Stubenhocker zu Hause? Dann helfen dir vielleicht meine 8 Tipps, wie du die kleine Couch-Potato vor die Tür bekommst. Denn draußen spielen macht nicht nur Spaß, es ist auch gesund.

Hilfe, meine Tochter ist ein Stubenhocker!

Es gibt Kinder, die ihre Zeit am liebsten draußen verbringen, über den Spielplatz stürmen, Bälle kicken, auf Bäume klettern und alles aus dem Laufrad herausholen, was die kleinen Räder hergeben. Und Kinder, die gern einfach zu Hause sind. Wie meine Tochter zum Beispiel. Schon immer war sie eher eine der gemütlicheren Sorte. Sie mag es, auf dem Sofa rumzulungern und Bücher anzuschauen, auf dem Wohnzimmerboden zu puzzeln oder ihre Plüschtiere mit Geburtstagskuchen aus der Spielküche zu versorgen. Vor allem in den eher nasskalten Jahreszeiten. Rausgehen? Nur, wenn ich überzeugende Argumente liefere

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Nicht falsch verstehen. Sie ist ein aufgewecktes Kleinkind, das gern mit anderen Kindern spielt und – sind wir erst einmal draußen – auch draußen ihren Spaß hat. Dann tobt, klettert und schaufelt sie Sand, wie alle anderen Kinder auch. Aber man muss sie erst mal dazu bringen. An manchen Tagen muss ich hart dafür arbeiten, diesen kleinen Menschen für die Welt da draußen zu begeistern. Nach einem anstrengenden Arbeitstag oder anderen Dingen, die für diesen Tag noch auf der To-do-Liste stehen, ist die Diskussion ums Rausgehen für mich auch nicht immer leicht. Und ich bin oft gewillt, sie aufzugeben. Doch wie alle Eltern weiß ich: Kinder MÜSSEN raus. Aber stimmt das eigentlich?

Kinder sollten ein bis zwei Stunden täglich draußen spielen

Müssen Kinder rausgehen? Kinderärzte beantworten dir diese Frage mit einem ganz klaren: Ja! Wobei sie wohl nicht unbedingt von einem „Müssen“ sondern eher von einem „Sollten“ sprechen würden. Das regelmäßige Rausgehen und Draußen-Spielen fördert nämlich die Gesundheit und die Entwicklung deines Kindes. Dabei kostet es nichts und ist auch nicht besonders aufwendig.

Regelmäßig heißt dabei ein bis zwei Stunden täglich, wobei auch immer wieder bewusst die freie Natur aufgesucht werden sollte und nicht bloß der städtische Spielplatz. Plane also an den Wochenenden beispielsweise Ausflüge in den Wald, an den See oder wenigstens in den Stadtpark ein. Hauptsache, frische Luft und möglichst wenig Stadtlärm.

Darum tut deinem Kind das Rausgehen so gut

Warum empfehlen Kinderärzte das Rausgehen mit Nachdruck? Weil es so wahnsinnig viel für die Gesundheit und die gesunde Entwicklung deines Kindes tut:

  • Es stärkt das Immunsystem. Das Immunsystem von Kindern braucht Training, damit es stark wird und sie vor Krankheiten schützen kann. Durch das Anfassen und Erkunden draußen kommen Kinder immer wieder mit solchen Krankheitserregern in Kontakt, die das körpereigene Abwehrsystem bekämpfen und daraus lernen kann. Kalte Luft, wechselhaftes Wetter und Sonnenschein unterstützen diesen Prozess der „sanften Abhärtung“.
  • Die Sonne schenkt wichtiges Vitamin D. Vitamin D stärkt nicht nur die Knochen, es spielt auch eine wichtige Rolle bei der Zahnbildung. Deshalb ist es besonders für Kinder so wichtig. Zusätzlich fördert Vitamin D das Immunsystem, indem es die sogenannten Fresszellen im Blut stimuliert, die krankmachende Bakterien und Viren angreifen. Doch Vitamin D kann nur 10 Prozent vom eigenen Körper gebildet werden. Die restlichen 90 Prozent werden über die Haut gebildet. Für diesen Prozess braucht unsere Haut ein gewisses Maß an UV-Strahlung, also Sonne.
  • Es regt zur Bewegung an. In der Wohnung oder im Haus sorgen beengte Räumlichkeiten dafür, dass Kinder vor allem sitzen und sich im Allgemeinen wenig bewegen. Draußen gibt es jedoch kaum Grenzen und der Bewegungsdrang wird geweckt. Rennen, kriechen, klettern, buddeln, balancieren und schaukeln sind effektive Trainingseinheiten für die Muskeln und das Herz-Kreislauf-System. Spielerisch werden das Körpergefühl und Gleichgewicht geschult, die Haltung verbessert, die Ausdauer und Kraft gestärkt. Laufrad oder Roller fahren tun der körperlichen Entwicklung ebenfalls gut, genauso wie Ballspielen. Für die Allerkleinsten reicht auch ein Spaziergang an Mamas Hand oder das Erkunden des Sandkastens auf allen Vieren für das tägliche Ganzkörper-Workout. Und nach ausreichend Möglichkeiten zum Austoben sollten auch die größten Energiebündel abends dann zufrieden und müde ins Bett fallen.
  • Es fördert soziale Kontakte. Drinnen sind wir unter uns, draußen begegnen wir anderen Menschen. Gerade für Kinder, die noch keine Kinderbetreuung besuchen, ist es wichtig, regelmäßig in Kontakt zu anderen Kindern zu bekommen. Das ist auf dem Spielplatz sicher am einfachsten, aber auch an belebten Plätzen in der Stadt oder familienfreundlichen Ausflugszielen außerhalb der Stadt stehen die Chancen gut, auf Gleichaltrige zu treffen. Und wer weiß, vielleicht sind dir die dazugehörigen Eltern ja auch sympathisch. Win-win.

Okay, diese Argumentation fürs Rausgehen leuchtet uns Eltern wohl allen ein. Aber meiner dreijährigen Tochter brauch ich nichts erzählen von Muskeln, Knochenbau und Körpergefühl. Deshalb kommen jetzt meine erprobten Tipps, um kleine Stubenhocker aus der Wohnung zu locken.

8 Tipps, um kleine Stubenhocker nach draußen zu locken

  1. Vorbild sein: Das ist wohl das Allerwichtigste. Kleinkinder lernen durch Nachahmung. Wir Eltern müssen deshalb das Rausgehen vorleben. Wir versuchen im Alltag ganz selbstverständlich regelmäßig vor die Tür zu gehen. Und wenn wir nur eine Runde spazieren gehen, um frische Luft zu tanken. An den Wochenenden versuchen wir so oft es geht etwas draußen zu unternehmen, wie kleine Wanderungen oder andere Ausflüge in die Natur.
  1. Outdoor-Spiele vorschlagen, die ihm Spaß machen: Ob es der Ball ist, die Seifenblasen-Maschine oder ein Parcours, den wir mit Straßenkreide auf den Fußweg malen – einige Lieblingsspiele gehen nur draußen. Manchmal reicht es einfach, den richtigen Vorschlag zu machen und aus einem „Nein!“ zum Rausgehen wird schnell ein „Au ja!“.
  1. Lass uns was sammeln: Kleine Kinder lieben es, Dinge zu sammeln. An manchen Tagen zieht es, einfach das Sammeln von schönen Steinen, besonderen Stöcken oder großen Blättern vorzuschlagen. Im Herbst kann man auch eine Schatzsuche daraus machen. Die gesammelten Schätze können später prima zum Basteln genutzt werden. Oder sie werden Zutaten in der Spielküche oder wichtige Requisiten beim Baustelle-Spielen.
  1. Andere Kinder treffen: Ist der kleine Nachbarsjunge auf dem Hof zu hören ist, hält auch meine Tochter meist nichts mehr drinnen. Spieltreffen mit Freunden sind eine tolle Motivation zum Rausgehen. Wenn euch die richtigen Kinder dafür in der Nachbarschaft fehlen, dann findet ihr vielleicht Spielkameraden in Krabbelgruppen, in der Kita, in Familienzentren oder auch im naheliegenden Supermarkt. Aushänge dort sind eine Möglichkeit, Gleichgesinnte zu treffen, die ebenfalls nach Spielkameraden für ihre Kinder suchen. Inzwischen gibt es auch Apps, über die sich Eltern kennenlernen und Spieltreffen vereinbaren können. Sicherlich, das ist mit ein bisschen Aufwand und Wartezeit verbunden. Es lohnt sich aber, wenn dadurch neue Freundschaften entstehen, kleine wie große.
  1. Kleine Abenteuer erleben: Wir haben einen Geheimweg. Zwar handelt es sich dabei bloß um einen kleinen, durchaus ortsbekannten Trampelpfad mit einer winzigen Brücke über ein längst versiegtes Bächlein, trotzdem zieht unser „Geheimweg“ immer wieder als Motivation zum Rausgehen. Dort wird dann gezaubert und genascht, geklettert und erkundet. Die Fantasie tut dann ihr übriges und der 0815-Feldweg wird zu einer super spannendem Ort, an dem es ständig Neues zu entdecken gibt.
  1. Apropos naschen – süße Motivation: Na klar kann man Kinder hin und wieder auch mal mit süßen Versprechen nach draußen locken. Findet sogar Dr. Hubertus Glaser, der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gesundheit. Er schlägt zum Beispiel vor, einen leckeren heißen Kakao nach dem Spielplatzbesuch in Aussicht zu stellen. Bei uns reichen oft ein paar Kekse zum Unterwegs-Knabbern oder an schönen Tagen ein kleines improvisiertes Picknick auf der Parkbank. Liebstes Ausflugsziel ist und bleibt bei uns der Eismann. Wenn der Vorschlag kommt, steht meine Tochter schneller vor dem Schuhregal, als ich Erdbeereis sagen kann.
  1. Lieblingsspiel von drinnen nach draußen verlegen: Zugegeben, das geht nicht mit jedem Spiel. Aber mit Autos, Puppenwagen oder Rollenspiel-Zubehör kann auch prima draußen gespielt werden. Oft ergeben sich so ganz neue Spielmöglichkeiten, sie müssen den Kleinen aber hin und wieder aufgezeigt oder zumindest angedeutet werden. Ein Paw Patrol Superheld, der nur auf dem Sofa rumspringt? Ist doch langweilig, draußen gibt’s die echte Action! Feuerwehrmann Sam hat in der Nachbarschaft viel mehr zu tun als im Kinderzimmer. Der Lieblingsbagger fühlt sich im Sandkasten wohl und Puppe Lisa freut sich über einen Spaziergang draußen statt im Wohnungsflur. Und fleißige Köche finden im Garten oder Park die nötigen Zutaten für ihren Hexeneintopf, den sie später dann zu Hause kochen können.
  1. Draußen-Zeiten strategisch einplanen: Ein simpler Tipp, aber wenn man gar nicht erst reingeht, braucht man auch nicht über das Rausgehen diskutieren. Deshalb bleiben wir nach der Kita häufig gleich draußen und gehen direkt zum Spielplatz oder fahren noch eine Runde Laufrad.
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An den meisten Tagen zieht wenigstens einer dieser Tricks und meine Tochter lässt sich doch aufs Rausgehen ein. Und sind wir erst mal draußen, ergibt sich der Spaß meistens ganz von allein. Ob wir am Ende auch wirklich das tun, was wir eigentlich vorhatten, steht in den Sternen. Manchmal machen wir am Ende etwas ganz anderes, finden neue Lieblingsbeschäftigungen oder machen einfach genau das gleiche wie gestern schon. Aber immer hat es sich für uns beide gelohnt. 

Hast du noch mehr Tipps und Tricks auf Lager? Dann immer her damit! 

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