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Hustensaft selber machen – einfach und natürlich

Dein Kind hustet, du möchtest ihm aber keinen synthetischen Hustensaft geben? Dann stelle den Hustensaft doch einfach selbst her! Wir verraten dir, was du dafür brauchst und wie das Ganze funktioniert!

Selbstgemachter Hustensaft: Die bessere Alternative

Viele handelsübliche Hustensäfte enthalten fragwürdige Zusatzstoffe wie Alkohol – selbst wenn sie laut Beipackzettel für Kinder geeignet sind. Darüber hinaus ist die Wirksamkeit von Hustensäften bislang nicht durch wissenschaftliche Studien belegt. Viele Eltern sind daher unsicher, ob sie ihren Kindern Hustensaft geben sollen. Du auch? Dann stelle den Hustensaft doch einfach selbst her! So kannst du sicher sein, dass er keinen Alkohol und keine synthetischen Wirkstoffe enthält. Folgende Rezepte können wir dir besonders empfehlen.

Zwiebelsirup

Die Zwiebel ist der Klassiker unter den Hausmitteln. Sie kommt bei Halsschmerzen, Ohrenschmerzen und Insektenstichen zum Einsatz. Auch Hustensaft kannst du aus Zwiebeln herstellen.

Das brauchst du:

  • 1 bis 2 Zwiebeln (am besten rote Zwiebeln; sie sind etwas milder im Geschmack)
  • 2 bis 4 Esslöffel Zucker (wenn dein Kind älter als 12 Monate ist, kannst du auch Honig verwenden)
  • Küchenmesser
  • Esslöffel
  • Einmachglas
  • Tuch, feines Sieb oder Kaffeefilter zum Abseihen

So stellst du Zwiebelsirup her:

  1. Schäle und würfele die Zwiebeln.
  2. Fülle die kleingewürfelten Zwiebeln in ein Einmachglas.
  3. Gib zwei bis vier gehäufte Esslöffel Zucker hinzu.
  4. Vermische die Zutaten mit dem Löffel.
  5. Verschließe das Einmachglas und schüttele es noch einmal.
  6. Lass die Mischung mehrere Stunden (am besten über Nacht) ziehen. Nach und nach bildet sich süßer Zwiebelsirup.
  7. Drücke den Sirup durch ein Tuch, ein Sieb oder einen Kaffeefilter, sodass die Zwiebelstücke zurückbleiben.

Aufbewahrung und Haltbarkeit:

Bewahre den Sirup im Kühlschrank auf. Er hält sich mindestens zwei bis drei Tage.

Dosierung:

Gib deinem Kind mehrmals täglich ein bis zwei Teelöffel von dem Zwiebelsirup. (Wenn dein Kind vor dem Schlafengehen Zwiebelsaft einnimmt, sollte es danach noch seine Zähne putzen. Der Zucker könnte über Nacht die Zähne angreifen.)

Wirkungsweise:

Zwiebeln enthalten viele Vitamine (vor allem Vitamin C), Ballast- und Mineralstoffe. Darüber hinaus stecken ätherische Öle, schwefelhaltige Verbindungen und Flavonoide (Blütenfarbstoffe) in einer Zwiebel. Gemeinsam wirken diese Bestandteile entzündungshemmend, keimabtötend und leicht antibakteriell. Sie haben einen beruhigenden Effekt auf die Bronchien und lindern den Hustenreiz.

Nebenwirkungen:

Es sind keine Nebenwirkungen bekannt. Außer vielleicht etwas Zwiebel-Mundgeruch. Sehr selten reagieren Menschen allergisch auf Zwiebel.

Alternative Zwiebelsirup-Variante:

Manche kochen die Zwiebeln auch mit Kandiszucker bei geringer Hitze auf. Kandiszucker enthält mehr Mineralstoffe. Allerdings ist der Mineralstoffanteil nur geringfügig höher als bei Kristallzucker. Außerdem könnte beim Aufkochen der Zwiebeln ein Teil der Wirkung verloren gehen. Wir empfehlen, die Zwiebeln roh zu verwenden.

Wichtig:

Selbstgemachter Zwiebelsirup ist für Kinder ab 10 Monaten geeignet. Wenn du Honig zum Süßen verwenden möchtest, sollte dein Kind älter als 12 Monate sein. Andernfalls könnte dein Schatz an Säuglingsbotulismus erkranken. Säuglingsbotulismus ist eine schwere Lebensmittelvergiftung, die durch Sporen des Botulinumbakteriums ausgelöst wird und zu Lähmungserscheinungen führen kann.

Tipp: Du kannst deinem selbstgemachten Hustensaft noch Thymian und/oder Salbei hinzufügen. Salbei hilft beim Abhusten und hat eine desinfizierende Wirkung. Thymian wirkt schleimlösend und antibakteriell.

Schwarzer Rettichsirup

Auch schwarzer Rettich gilt als natürliches Heilmittel bei Erkältungskrankheiten.

Das brauchst du:

  • 1 runden, schwarzen Winterrettich
  • 2 bis 3 Esslöffel Kandis oder braunen Zucker (wenn dein Kind älter als 12 Monate ist, kannst du auch Honig verwenden)
  • Küchenmesser
  • Esslöffel zum Aushöhlen des Rettichs
  • Stricknadel, Schaschlikspieß oder anderen spitzen Gegenstand
  • leeres Gefäß zum Auffangen des Sirups (die Öffnung des Gefäßes muss so groß sein, dass du den Rettich stabil darauf platzieren kannst)
  • Einmachglas

So stellst du Rettichsirup her:

  1. Schneide den „Deckel“ der Rettichknolle ab. Falls die Knolle eine lange Wurzel hat, schneide auch diese ab.
  2. Höhle das Innere des Rettichs mit einem Löffel kegelförmig aus (etwa 1/3 des Fruchtfleischs sollte herausgenommen werden).
  3. Stich mit einem spitzen Gegenstand (Stricknadel, Schaschlikspieß etc.) mehrere Löcher in die untere Spitze des Rettichs. Die Löcher müssen bis zur Aushöhlung reichen.
  4. Platziere den Rettich stabil auf dem leeren Gefäß. Die Löcher müssen sich über der Glasöffnung befinden, damit der Sirup in das Gefäß hineintropfen kann.
  5. Fülle den Rettich mit Kandis, braunem Zucker und/oder Honig.
  6. Setze den anfangs entfernten „Deckel“ wieder auf den Rettich, um den Zucker abzudecken.
  7. Lass den gefüllten Rettich mehrere Stunden ziehen (am besten über Nacht). Nach und nach bildet sich süß-scharfer Sirup.

Den fertigen Sirup kannst du in ein verschließbares Einmachglas füllen und im Kühlschrank aufbewahren.

Du kannst den Winterrettich übrigens mehrmals verwenden. Höhle einfach eine weitere Schicht Fruchtfleisch aus, fülle erneut Zucker hinein, stich die Löcher nach – und die Sirup-Produktion beginnt von Neuem. Diesen Vorgang kannst du wiederholen, bis kein Fruchtfleisch mehr übrig ist.

Aufbewahrung und Haltbarkeit:

Im Kühlschrank hält sich der schwarze Rettichsirup mindestens zwei bis drei Tage.

Dosierung:

Gib deinem Kind mehrmals täglich einen Teelöffel. (Auch hier solltest du nach der letzten Einnahme vor dem Schlafengehen das Zähneputzen nicht vergessen!)

Wirkungsweise:

Rettich enthält ätherische Senföle, Bitterstoffe und die schwefelhaltige Verbindung Raphanol. Diese Inhaltsstoffe regen die Durchblutung der Bronchien an und haben eine entzündungshemmende, antibakterielle sowie schleim- und krampflösende Wirkung. Darüber hinaus enthält Winterrettich viele Vitamine (allen voran Vitamin C), die das Immunsystem stärken.

Nebenwirkungen:

Bei einem empfindlichen Magen sollte Rettichsirup vorsichtig konsumiert werden. Er kann die Magenschleimhaut reizen.

Alternative Variante mit weißem Sommerrettich:

Du kannst auch mit weißem Sommerrettich Hustensaft herstellen. Schneide oder raspele den Rettich und fülle ihn in ein Einmachglas. Gib zwei bis drei gehäufte Esslöffel Zucker hinzu und vermische die Zutaten. Verschließe das Einmachglas und lass die Mischung über Nacht ziehen. Drücke den Sirup am nächsten Tag durch ein Tuch, ein Sieb oder einen Kaffeefilter, sodass die Rettichstücke zurückbleiben. Fertig ist der Hustensirup!

Wichtig:

Selbstgemachter Rettichsirup ist für Kinder ab 2 Jahren geeignet. Wenn dein Kind jünger ist, solltest du Rücksprache mit dem Kinderarzt oder eurer Hebamme halten.

Schmeckt das meinem Kind überhaupt?

Zwiebel- und Rettichsirup muten ekelhaft an. Durch den Zucker schmeckt der selbstgemachte Hustensaft aber besser als gedacht. Sollte dein Schatz den Sirup dennoch verweigern, kannst du ihn in Wasser oder Tee einrühren.

Beide Rezepte sind auch für Erwachsene geeignet. Auch Schwangere können bei einer Erkältung selbstgemachten Hustensaft einnehmen. Er ist eine gute (und wirksame) Alternative zu synthetischen Hustensäften.

Tipps: Was du noch tun kannst, um den Husten zu lindern

Tagsüber:

  • Viel trinken!
    Dein Kind sollte viel Flüssigkeit zu sich nehmen. Ideal sind Wasser, Fenchel- oder Anistee. Alternativ sind verdünnte Fruchtsäfte hilfreich. Sie enthalten Vitamin C und unterstützen das Immunsystem.
  • Vitaminreich ernähren!
    Obst und Gemüse sind gut für das Immunsystem.
  • Spaziergänge an der frischen Luft unternehmen!
    Frische Luft wirkt befreiend auf die Atemwege. Gehe mehrmals am Tag mit deinem Schatz nach draußen.
  • Ruhe gönnen!
    Verzichte auf anstrengende Aktivitäten – auch wenn dein Schatz fit erscheint. Bei einer Erkältung benötigt der Körper Ruhe.
  • Gelegentliche Vibrationsmassagen durchführen!
    Leichte Vibrationsmassagen können das Sekret in den Bronchien lösen. Klopfe vorsichtig mit der hohlen Handfläche rechts und links neben der Wirbelsäule entlang. Wiederhole den Vorgang mehrmals am Tag.
  • Regelmäßig inhalieren!
    Lass deinen Schatz regelmäßig (aber nicht abends) mit Kochsalz inhalieren. Dadurch erleichterst du ihm das Abhusten.
  • Warme Quark- oder Thymianwickel anwenden!
    Warme Quark- oder Thymianwickel wirken entkrampfend und helfen, den festsitzenden Schleim zu lösen.
  • Bienenwachswickel anwenden!
    Bienenwachswickel wirken reizlindernd und schleimlösend.

Für einen erholsamen Schlaf:

  • Ein gutes Raumklima schaffen!
    Trockene Luft reizt die Atemwege. Versuche die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Lege feuchte Handtücher auf die Heizkörper, platziere eine Schüssel mit Wasser im Zimmer oder stelle einen Wäscheständer mit feuchter Wäsche im Schlafzimmer auf.
  • Zwiebelsäckchen im Schlafzimmer platzieren!
    Lege eine kleingeschnittene Zwiebel in einem Säckchen auf die Fensterbank des Kinderschlafzimmers. So kann dein Schatz besser atmen.
  • Kind hochlagern!
    Lagere den Oberkörper deines Schatzes etwas höher, beispielsweise indem du ein gefaltetes Handtuch im Kopfbereich unter die Matratze legst. Das erleichtert deinem Kind die Atmung im Schlaf.
  • Nasentropfen verwenden!
    Ist die Nase verstopft, muss dein Kind durch den Mund atmen. Das reizt die Atemwege zusätzlich. Nasentropfen schaffen Abhilfe. Du kannst sie einfach selbst herstellen. Löse 9 Gramm Kochsalz in einem Liter abgekochtem Wasser auf – fertig! Wenn gar nichts mehr geht, helfen im Zweifel abschwellende Nasentropfen.
  • Sekret ggf. absaugen!
    Wenn du einen Nasensauger hast, kannst du das Nasensekret vorsichtig absaugen.
  • Bei Kindern ab einem Jahr: Honig gegen den Hustenreiz verabreichen!
    Wenn dein Schatz älter als 12 Monate ist, kannst du den Hustenreiz mit Honig lindern. Gib ihm vor dem Schlafengehen einen Löffel pur oder rühre den Honig in Tee oder Milch ein.

Wann du zum Arzt gehen solltest

Babys und Kleinkinder sollten bei Husten grundsätzlich dem Kinderarzt vorgestellt werden, vor allem wenn…

  • Fieber auftritt (über 38,5 Grad)
  • gelber oder grüner Schleim ausgehustet wird
  • ein Pfeifen während des Ein- oder Ausatmens zu hören ist
  • der Husten anfallsartig auftritt (vor allem nachts)
  • der Husten plötzlich auftritt und nicht gelindert werden kann (Achtung: Das Kind könnte einen Fremdkörper verschluckt haben!).

Fazit

Zugegeben, die Wirksamkeit von selbstgemachten Hustensäften ist wissenschaftlich nicht mit harten Daten zu belegen. Aber: Schon unsere Urgroßmütter wussten, dass sie helfen – und sei es nur subjektiv. Außerdem sind sie preiswert in der Herstellung und frei von Zusatzstoffen. Lediglich die Haltbarkeit ist begrenzt. Da sich Hustensirup aber leicht herstellen lässt, ist das kein echter Nachteil. Probiere unsere Rezepte einfach mal aus!

Wie sind eure Erfahrungen mit selbstgemachten Hustensäften? Kennt ihr vielleicht weitere Hustensaft-Rezepte? Wir freuen uns über eure Kommentare!

Quellen

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