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Baby richtig halten: Das musst du unbedingt wissen

Inhaltlich geprüft von Hebamme Nadine Beermann.

Ein Baby richtig hochnehmen und halten, das scheint erst mal schwer. Mit der richtigen Technik und ein wenig Übung geht es aber ganz leicht. Wir stellen die besten Haltepositionen vor. Mit Videos.

Das Wichtigste in Kürze

  • Köpfchen beim Hochnehmen in den ersten Monaten immer stützen.
  • Korrekt über die Seite aufnehmen und ablegen schont Babys Nacken und Wirbelsäule. Video schauen!
  • Beinchen nicht hängen lassen, sondern stützen
  • Ruckartige Bewegungen vermeiden
  • Bei Blockaden hilft Osteopathie schon Babys wunderbar
  • Versprochen: bald bist du routiniert wie ein Profi.

Dein Baby ist noch nicht geschlüpft oder ganz frisch und du bist unsicher, wie du es richtig hochnehmen, halten und ablegen sollst? Kennen wir, kennen alle Neu-Eltern. Also das Baby lieber liegen lassen, damit du nichts falschen machen kannst? Besser nicht. Denn Anfassen und Körperkontakt sind so wichtig für seine Entwicklung.

Du wirst dein Baby nicht kaputt machen, wenn du vorsichtig vorgehst und ein paar Dinge beachtest.

Babys Nackenmuskulatur ist noch nicht ausgebildet. Deshalb musst du sein Köpfchen in den ersten Monaten immer abstützen. Erst nach etwa drei Monaten ist die Kopfkontrolle schon so gut, dass es das meist selber schafft.

Der Rest des kleinen Körpers sollte zu Anfang nicht schwer in der Luft hängen. Das tut der Wirbelsäule nicht so gut. Es kann zu Verspannungen und Blockaden kommen, die dein Baby schlechter schlafen lassen. Also: Popo, Rücken und Beinchen mit deinem eigenen Körper Halt geben.

Auch wenn Ärztin oder Hebamme mit deinem Baby wahnsinnig schnell zu hantieren scheinen: Baby-Handling ist kein Wettbewerb. Mach lieber langsam und arbeite MIT deinem Baby. Was das heißt, wird klarer, wenn du das Video weiter unten angeschaut hast.

Baby halten: die besten Positionen

Dein Baby zu halten ist einer der innigsten Momente am Tag. Nur ihr beide, ganz nah beieinander. Dein Kleines fühlt sich geboren und du wirst von Liebe überschwemmt.

Auch wenn du oder dein Kind eine Lieblingsposition habt (zum Beispiel in deinem Arm), es ist wichtig, dass du auch mit anderen Griffen vertraut bist. So vermeidest du Fehlhaltungen – bei dir und beim Baby. Hier sind die gängigsten Griffe:

1. Wiegehaltung / Wiegegriff

Hierbei hältst du dein Baby mit dem Gesicht zu dir in deinem Arm. Köpfchen und Schultern liegen sicher in deiner Armbeuge, deine Hand stabilisiert seitlich. Rumpf und Po liegen auf deinem anderen Unterarm. Arme dicht an deinem Körper halten!

Vorteil: Hier ist die Entfernung von euren Augenpaaren schön kurz. Es kann dich also gut erkennen.

Tipp: Trage abwechselnd auf dem rechten und auf dem linken Arm, damit du selbst nicht schief wirst.

2. An der Schulter

Die meisten Babys fühlen sich an der Schulter ihrer Eltern sicher und wohl. Dort können sie sich richtig einkuscheln. Du brauchst beide Arme. Denn eine Hand stützt Köpfchen und oberen Rücken und die andere den Po.

Wichtig: Babys Köpfchen liegt ganz leicht AUF deiner Schulter. So bleibt die Wirbelsäule gerade. Die Ärmchen nicht einquetschen!

Tipp: Beim Bäuerchen machen liegt es noch weiter oben. Die Ärmchen hängen darüber. So kann der Druck deiner Schulter die Luft aus dem Magen drücken.

3. Fliegergriff

Beim Fliegergriff liegt dein Kleines bäuchlings auf deinem Unterarm. Das Köpfchen wird von deiner Armbeuge gestützt. Dein Haltearm umfasst den körperfernen Oberschenkel. Der andere kann stabilisieren.

Dieser Griff ist für zwei Dinge gut: Die Nackenmuskulatur wird trainiert und Blähungen lösen sich leichter.

Tipp: Zum Fliegergriff haben wir einen eigenen Artikel. Denn es gibt mehrere Varianten und am Anfang ist er gar nicht so leicht nachzumachen.

4. Von Angesicht zu Angesicht

Hierfür brauchst du beide Arme. Eine Hand hält Köpfchen und oberen Rücken. Die andere den unteren Rücken und den Po. So kannst du dein Kleines ganz nah an dein Gesicht halten. Sobald sich die Kinder zu drehen beginnen, ist diese Position aber zu unsicher.

5. Im Schoß

Wenn du auf der Couch liegst und trotz Baby die Hände frei brauchst, kannst du es in deinen Schoß legen. Winkle die Beine an und leg es so in die Mulde, dass Rücken und Kopf schön gestützt werden. Aber bitte nicht zu lange, denn diese Haltung belastet auf Dauer die kleine Wirbelsäule genau wie Babyschale oder Babywippe.

Auch andersherum geht das, wenn du dein Kleines mit dem Rücken zu dir in deinen Schoß setzt. Dazu muss es jedoch älter sein, denn Kopfkontrolle und Rückenmuskeln hat es am Anfang noch nicht.

Baby hochnehmen: bitte über die Seite (mit Video)

Fast noch wichtiger als das richtige Halten ist, wie du dein Kleines hochnimmst.

Dass du den Kopf dabei stützten musst, weißt du sicher schon. Einfach unter den Achseln greifen und gerade hochnehmen belastet den kleinen Rücken aber zu sehr. Erst recht mit voller Windel dran.

Profis drehen Babys langsam auf die Seite und heben sie dann Stück für Stück in einer Drehbewegung hoch. Und zwar so, dass sich der kleine Kopf selbst an Babyschulter und -brust stützt und die Beine noch Halt am Boden haben.

Klingt verwirrend? Dann schau unseren Video-Tipp!

Video-Tipp: so vermeidest du Blockaden beim Baby

Die Kinästhetik-Trainerin Liane Emmersberger erklärt wunderbar, wie du dein Baby richtig hochnimmst, drehst, hältst und ablegst. Nicht mal alle Hebammen wissen darüber Bescheid.

Dieses Video ansehen auf YouTube.

Baby richtig ablegen: eine Frage der Übung

Genauso wichtig wie das richtige Aufnehmen des Babys ist das Ablegen. Auch das geschieht über die Seite und bitte schön langsam. Babys Füße und Beine berühren schon vor dem Ablegen die Unterlage. So zieht das Gewicht nicht an den weichen Wirbeln. Auch das siehst du im Video oben.

Mein Baby wacht beim Ablegen immer auf

Dein Baby ist nach dem Ablegen sofort wieder wach? Kennen wir nur zu gut. In diesem Video von Liane erfährst du warum und wie du das Aufwachen beim Hinlegen vermeidest. Tolle Infos, die alle Eltern kennen sollten.

Quellen

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