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Ist Thunfisch in der Schwangerschaft gefährlich?

Du hast Heißhunger auf Thunfisch und fragst dich, ob Thunfisch in der Schwangerschaft erlaubt ist? Wir erklären dir, ob du deinen Gelüsten nachgeben kannst oder besser auf Thunfisch verzichten solltest!

Das Wichtigste in Kürze

  • Thunfisch hat einen relativ hohen Quecksilber-Gehalt, der negative Auswirkungen auf die Gesundheit des ungeborenen Kindes haben kann.
  • Schwangere sollten auf den Verzehr von Thunfisch verzichten.
  • Besser geeignete Fischsorten sind fettreiche Meeresfische wie Hering, Lachs, Sardellen oder Sardinen.
  • Auch Stillende sollten keinen Thunfisch essen. Das Quecksilber gelangt über die Muttermilch in den kindlichen Organismus.

Fisch ist gesund! Oder doch nicht? In der Schwangerschaft sind viele Frauen unsicher, ob Fisch auf den Speiseplan gehört oder nicht. So viel vorweg: Ob Fisch in der Schwangerschaft eine gute Idee ist, hängt von zwei Faktoren ab:

  1. der Fischart
  2. der Zubereitung.

Wenn du große Lust auf Thunfisch verspürst, müssen wir dir leider sagen, dass du dich besser für einen anderen Fisch entscheiden solltest. Denn: Thunfisch solltest du in der Schwangerschaft nicht essen.

Weshalb Thunfisch nicht auf deinem Speiseplan stehen sollte

Bei Thunfisch handelt es sich um einen großen Fisch. Genauer gesagt um einen großen Raubfisch. Und große Raubfische stehen am Ende der Nahrungskette. Das bedeutet: Sie ernähren sich von kleinen Fischen. Das Problem dabei: Durch die Futterfische nehmen Thunfische auch deren Umweltbelastungen auf. Sie tragen daher mehr Schadstoffe in sich als andere Fische.

Hinzu kommt, dass Thunfische lange wachsen. Sie können bis zu 15 Jahre alt werden. Viel Zeit also, um Schadstoffe einzulagern. Daher enthalten Thunfische im Vergleich zu anderen Fischen ein Vielfaches an organischem Quecksilber (Methylquecksilber) und sonstigen Schadstoffen. Und diese Schadstoffe gelangen beim Verzehr in den menschlichen Organismus. In der Schwangerschaft solltest du daher auf Thunfisch verzichten. Denn vor allem Quecksilber kann sich negativ auf die Entwicklung deines heranwachsenden Babys auswirken.

So wirkt sich Quecksilber auf dein Baby aus

Quecksilber ist in der Lage, die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden. Es gelangt also über die Plazenta zu deinem ungeborenen Baby. Und das kann laut Berufsverband der Frauenärzte Folgen für die Entwicklung deines Babys haben.

Mögliche Auswirkungen von Quecksilber:

  • Neuronale Entwicklungsschäden
  • Beeinträchtigung des Wahrnehmungsvermögens
  • Beeinträchtigung der Motorik
  • Beeinträchtigungen des Nerven- und Immunsystems
  • Schädigung der Nieren
  • Schädigung des Herzens.

Du solltest in der Schwangerschaft also auf Thunfisch in jeglicher Form verzichten! Es macht keinen Unterschied, ob es sich um frischen oder tiefgekühlten Thunfisch handelt oder um marinierten Thunfisch aus der Dose. Quecksilber ist ein Metall. Es kann nicht zerstört werden. Weder durch Hitze noch durch Kälte noch durch die Aufbewahrung in einer Dose. Die Zubereitungsart spielt im Zusammenhang mit der Quecksilberbelastung keine Rolle.

Große Raubfische, die besonders alt werden, solltest du in der Schwangerschaft generell nicht verzehren. Sie leben länger und enthalten höhere Mengen schädlicher Substanzen. Denn: Die Schadstoffe sammeln sich über das Leben der Fische hinweg an.

Neben Thunfisch solltest du in der Schwangerschaft auch folgende Fische von deinem Speiseplan streichen:

  • Aal
  • Hai (als „Schillerlocke“ im Handel erhältlich)
  • Hecht
  • Heilbutt
  • Kabeljau
  • Schwertfisch
  • Seeteufel
  • Steinbeißer.

Du schaffst es nicht, ganz auf Thunfisch zu verzichten? Dann solltest du dich aber auf jeden Fall an die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung halten und keinesfalls mehr als 70 Gramm pro Woche zu dir nehmen. Besser ist es aber, Thunfisch ganz zu meiden. Es gibt zum Glück leckere und unbedenklichere Alternativen.

Gesunde Alternativen

Dass du auf Thunfisch und andere große Raubfische verzichten solltest, bedeutet nicht, dass du in der Schwangerschaft gar keinen Fisch essen solltest. Im Gegenteil. Fisch ist sogar gut für dich und dein ungeborenes Kind – zumindest in Maßen. Ernährungswissenschaftler empfehlen Schwangeren zweimal in der Woche den Konsum von fettreichem Meeresfisch. Dieser enthält die wichtigen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA sowie das Spurenelement Jod. Die Omega-3-Fettsäuren unterstützen die Ausbildung des wachsenden Gehirns deines Schatzes. Das Spurenelement Jod ist wichtig für die kindliche Schilddrüse. Außerdem ist Meeresfisch leicht verdaulich.

Als gesunde Alternative zu Thunfisch empfehlen Ernährungswissenschaftler daher vor allem folgende Fischarten:

  • Dorade
  • Hering
  • Lachs
  • Makrele
  • Sardellen
  • Sardinen
  • Sprotten
  • Wolfsbarsch

Diese Fischarten sind reich an Omega-3-Fettsäuren, Spurenelementen und Vitamin D. Natürlich können auch sie Schwermetalle wie Quecksilber oder Umweltgifte wie Dioxin und PCB enthalten. Allerdings in einer deutlich geringeren und bei lediglich gelegentlichem Verzehr unbedenklichen Dosis.

Weshalb die Zubereitung bei Fisch das A und O ist

Zwar spielt die Zubereitung in puncto Quecksilber keine Rolle. In Bezug auf mögliche Lebensmittelinfektionen aber schon. Auf rohen und geräucherten Fisch solltest du unbedingt verzichten! Du könntest dich mit Listerien anstecken oder an Toxoplasmose erkranken. Daher gilt: Fisch in der Schwangerschaft immer für mindestens zwei Minuten auf über 70 Grad erhitzt. Das tötet eventuelle Krankheitserreger ab.

Viele weitere hilfreiche Infos zum Thema „Fisch in der Schwangerschaft“ findest du hier.

Was du sonst noch in Sachen Ernährung wissen solltest, kannst du in unserem Artikel „Ernährung in der Schwangerschaft: Was darf ich essen und was nicht?“ nachlesen.

Ist Thunfisch in der Stillzeit erlaubt?

Nein, in der Stillzeit ist Thunfisch ebenfalls keine gute Wahl. Das Quecksilber gelangt über die Muttermilch in den kindlichen Organismus. Dort kann es auch nach der Geburt großen Schaden anrichten. Du solltest also nicht riskieren, dass dein Schatz über die Muttermilch Methylquecksilber aufnimmt. Es kann das Gehirn, das Herz, die Nieren und das Immunsystem negativ beeinflussen.

Fazit

In der Schwangerschaft solltest du keinen Thunfisch konsumieren. Zwar macht die Dosis das Gift und eine kleine Thunfisch-Mahlzeit schadet deinem Kind nicht direkt. Wir empfehlen dir aber, kein Risiko einzugehen. Zumal es leckere Alternativen gibt.

Hast du noch Fragen zum Thema Fisch in der Schwangerschaft? Dann schreib uns gern einen Kommentar!

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Quellen

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