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Koffein & Kaffee in der Schwangerschaft: lieber doch verzichten?

Dieser Artikel wurde inhaltlich geprüft von Christine Müller, Hebamme.

*Update der Studienlage aus 2020*

Ein Tässchen Kaffee in der Schwangerschaft – manchen Frauen wird schon vom Geruch übel, andere möchten auf den geliebten Muntermacher nicht verzichten. Doch Koffein kann deinem Baby schaden. Wie viel Kaffee ist zu viel? Gibt es Alternativen? Alles was du dazu wissen solltest, erfährst du jetzt.

Schon wieder eine Einschränkung! Viele Schwangere fühlen sich durch die ganzen Verbote und Belehrungen gegängelt. Geht es dir auch so? Kennen wir nur zu gut. Und trotzdem, manches sollte nicht ungesagt bleiben. Was du dann daraus machst, ist natürlich deine Sache. So ist es auch beim Kaffee.

Viel Kaffee in der Schwangerschaft kann Folgen haben

Kaffee, fast jeder trinkt ihn. Zum Aufwachen am morgen, als Verdauungshilfe nach dem Mittagsessen, zum Kuchen am Nachmittag oder einfach als Motivation zwischendurch. Also kann er nicht schaden, oder doch? Ja leider. Es gibt zahlreiche Studien, die zeigen, dass schon normaler Kaffeekonsum in der Schwangerschaft unschöne Nebenwirkungen für dein Ungeborenes haben kann.

Denn das Koffein kommt ungefiltert bei deinem Baby an. Und dessen Leber kann es noch nicht abbauen. Deine übrigens auch immer schlechter, je weiter deine Schwangerschaft fortschreitet. Also hat der Stoff viel Zeit auf Blutgefäße, Hormone, Nervensystem und Stoffwechsel zu wirken.

Aber wie viel ist zu viel? Das weiß keiner genau. Eine untere Grenze konnten Forscher – ähnlich wie beim Alkohol in der Schwangerschaft – bisher nicht ziehen. Sicher ist nur: Je mehr Kaffee du trinkst, desto höher das Risiko für eine ganze Reihe an Dingen. Willst du sie wirklich wissen? Von geringerem Geburtsgewicht und kleinerer Geburtsgröße über kindliche Adipositas bis hin zu Kinderleukämie und Fehlgeburt ist alles dabei.

Kaffee in der Schwangerschaft: zwei Tassen galten als okay

Zu Kaffee gibt es Empfehlungen. Sowohl WHO (Weltgesundheitsorganisation) als auch DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) raten Schwangeren, weniger als 300 mg Koffein pro Tag zu sich zu nehmen, weil darüber das Risiko für eine Fehlgeburt deutlich erhöht ist. Wie viel Kaffee das ist, hängt davon ab, wie stark du ihn magst.

Eine Tasse (nicht Becher!) mittelstark gebrühter Filterkaffee hat 60 bis 100 mg. Ein Espresso um die 60 mg, ein Latte Macchiato also auch. Klingt wenig? Bedenke, dass auch in Cola, Schwarz- und Grüntee und sogar Kakao Koffein steckt. Da kann über den Tag einiges zusammenkommen.

Das Problem mit den Empfehlungen: sie sind möglicherweise nicht ganz aktuell. Denn eine neue Studien-Analyse stellt die zwei-Tassen-Grenze in Frage. WHO und DGE haben sich bisher dazu noch nicht geäußert.

Doch lieber gar kein Kaffee in der Schwangerschaft?

2020 veröffentlichte Professor Jack E. James in Reykjavik die Ergebnisse seiner Auswertung von 37 Studien zum Thema Kaffee in der Schwangerschaft. Besagte Beobachtungsstudien sind nicht neu. Im Gegenteil, manche sind schon zwanzig Jahre alt.

Das Brisante: 32 der 37 Studien zeigten negative Auswirkungen von regelmäßigem Kaffeekonsum in der Schwangerschaft auf das Baby. Und das teils schon bei 100 mg Koffein pro Tag, also einem Drittel der bisherigen Obergrenze.

Er rät Schwangeren daher, ganz auf Koffein zu verzichten. Ob WHO und DGE das ebenso sehen, wird sich zeigen. Warum die vorherige Obergrenze so hoch war? Wir wissen es nicht.

Je weniger Koffein desto besser

Was gilt denn jetzt? Wahrscheinlich bist du nun genauso ratlos wie wir. Vom Kaffee loszukommen, ist gar nicht so einfach. Das wissen alle Kaffeejunkies, die es schon mal ernsthaft versucht haben. Immerhin ist das braune Stöffchen neben ganz viel Lebensqualität auch eine Droge, die tatsächlich abhängig machen kann. Sogar Neugeborene können Entzugserscheinungen haben.

Wenn du dich bisher beim Kaffee an die zwei Tassen Regel gehalten hast, war das natürlich okay. Wie wäre es damit: Je weniger Koffein du deinem Baby ab jetzt zumutest, desto besser. Versuch doch mal koffeinfreien Kaffee. Oder belass es bei einer halben Tasse normalem Kaffee. Dann eben mit mehr Milch. Oder Hafermilch. Oder was auch immer du gern trinkst.

Auch Bio-Lupinenkaffee (aus Süßlupine) kann eine leckere Alternative sein. Natürlich gilt auch hier: bitte in Maßen!

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