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Übelkeit in der Schwangerschaft

Was tun gegen Übelkeit in der Schwangerschaft? 12 Tipps

Inhaltlich geprüft von Hebamme Emely Hoppe.

Bis zu 80 Prozent aller Frauen leiden unter mehr oder weniger starker Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft. Oft hält sich die typische Schwangerschaftsübelkeit die ersten 12 Wochen und wird dann weniger. Dennoch kann sie für Schwangere ziemlich belastend sein. Erfahre hier, was bei Übelkeit in der Schwangerschaft wirklich hilft.

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Schwangerschaftsübelkeit – ein gutes Zeichen?

Keine andere Begleiterscheinung der Schwangerschaft ist so bekannt und gefürchtet wie die Übelkeit. Da sie besonders häufig nach dem morgendlichen Aufwachen auftritt, nennt man sie auch Morgenübelkeit. Das Unwohlsein mit oder ohne Erbrechen kann aber zu jeder Tageszeit auftreten. 

Man sagt, Übelkeit in der Schwangerschaft sei ein gutes Zeichen. Zumindest zeigen Studien, dass Schwangere, die unter starker Übelkeit leiden, ein geringes Fehlgeburtsrisiko haben. Das heißt im Umkehrschluss aber nicht, dass keine Übelkeit in der Schwangerschaft ein schlechtes Zeichen ist. Manche Frauen haben einfach Glück und „vertragen“ die Schwangerschaft besser. Wobei sie in der Minderheit sind: Nur rund 20 Prozent aller Frauen bleiben Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft ganz erspart.

Ab wann tritt Übelkeit in der Schwangerschaft auf?

Übelkeit ist meist eines der ersten Schwangerschaftsanzeichen in der Frühschwangerschaft. Typischerweise beginnt sie schon in der 5. oder 6. Schwangerschaftswoche (SSW) und steigert sich bis zur 9. SSW. Danach nimmt sie allmählich wieder ab.

Wie lange hält die Übelkeit an?

Den meisten Frauen ist ab der 12. bis 14. SSW nicht mehr schlecht, bei einigen wenigen hält der belastende Zustand jedoch bis ins im 2. Trimester an. 91 Prozent aller Schwangeren haben es aber zumindest bis zur 20. SSW überstanden.

Was hilft gegen Übelkeit in der Schwangerschaft?

Die gute Nachricht: du kannst etwas gegen die Morgenübelkeit und das ganztägige Unwohlsein tun. Die nachfolgenden Tipps haben sich besonders bewährt, um Übelkeit in der Schwangerschaft zu lindern. Probier am besten nach und nach aus, was bei dir wirkt.

1. Essen vor dem Aufstehen
Diesen Tipp hat dir vielleicht sogar die Hebamme schon gegeben, denn er ist besonders wirksam. Stell dir ein Glas Wasser und Knäckebrot, Kekse oder Zwieback ans Bett und iss und trink etwas, bevor du aufstehst. Nachdem du gegessen hast, solltest du noch wenigstens 20 Minuten liegen bleiben.

2. Gönne dir viele kleine Mahlzeiten
Statt großer Mahlzeiten, nimm über den Tag verteilt mehrere kleine zu dir. Damit verhinderst du, dass dein instabiler Verdauungstrakt überfordert wird. Gleichzeitig hat dein Magen immer etwas zu tun und dein Blutzuckerspiegel bleibt konstant. Bevorzuge dabei eher trockene Lebensmittel.

3. Vitamine einnehmen
Es hat sich gezeigt, dass die Vitamine B6 und B12 wirksam gegen Übelkeit helfen. Achte bei der Ernährung darauf, Lebensmittel zu essen, die viel von diesen Vitaminen enthalten. Dies sind unter anderem Fisch, Bananen, Paprika und Kohl oder Lauch. Auch Milch, Ei und Käse enthalten sehr viel Vitamin B12. Im Zweifel kannst du auch Vitaminpräparate einnehmen, aber bitte erst nach Beratung durch die Arztpraxis oder Apotheke.

4. Zaubermittel: Ingwer
Einer der wirksamsten Geheimtipps ist Ingwer. Die frische Knolle ist ein beliebtes Heilmittel bei Übelkeit. Du kannst etwas frischen Ingwer mit heißem Wasser aufgießen, kurz ziehen lassen und den leichten Tee dann in kleinen Schlucken zu dir nehmen. Es gibt Ingwer auch in Kapsel- oder Pulverform. In vielen Studien konnte Ingwerextrakt Schwangerschaftsübelkeit und Brechreiz wirksam lindern.

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5. Immer etwas zu trinken dabei haben
Ausreichend Flüssigkeit ist nicht nur wichtig, damit du und dein Baby gut versorgt seid. Sie kann auch gegen die Übelkeit helfen. Zu empfehlen sind kaltes oder zimmerwarmes Wasser sowie milde Kräutertees in kleinen Schlucken zu trinken. Hab am besten immer eine Flasche parat, damit du schnell reagieren kannst, wenn die nächste Übelkeitswelle kommt. 

6. Zitrusduft
Hast du eine frische Zitrone oder eine Grapefruit zu Hause, dann kannst du die Frucht aufschneiden und daran riechen. Die hier enthaltenen ätherischen Öle können dabei helfen, die Übelkeit zu verringern. Zitrusduft gibt es auch in der Apotheke als rein ätherisches Öl. Das Fläschchen kannst du bei dir führen und bei Bedarf daran schnuppern.

7. Verzichte auf fettige und stark gewürzte Speisen
Fettige und scharfe Speisen belasten den Magen bereits dann, wenn du gar nicht schwanger bist. Verzichte daher darauf. Wenn die Übelkeit am Morgen ganz besonders stark ist, kann es helfen, am Abend nach 19 Uhr nichts mehr zu essen. So muss dein Magen über Nacht nicht arbeiten und es kehrt Ruhe im Verdauungssystem ein.

8. Achte auf proteinreiche Kost
Studien geben Hinweise darauf, dass eiweißreiche Mahlzeiten besser vertragen werden und weniger Übelkeit auslösen. Viel Eiweiß steckt besonders in Hülsenfrüchten, Haferflocken, Vollkornprodukten, Nüssen, Milchprodukten und Geflügel.

9. Verzichte auf Eisentabletten
Nimmst du Eisentabletten ein, solltest du damit pausieren, bis die Übelkeit nachgelassen hat.

10. Geh an die frische Luft
Ein Spaziergang an der frischen Luft bringt den Kreislauf und das Verdauungssystem in Schwung. Das kann gut gegen Übelkeit helfen. Hör dabei aber auf deinen Körper. Überanstrenge dich nicht und nimm dir die Ruhepausen, die du brauchst.

11. Ein Tee ist immer eine gute Wahl
Brühe dir am Morgen einen Tee mit Kamille, Pfefferminz oder Fenchel auf und halte ihn in der Thermoskanne warm. Immer dann, wenn dir wieder übel wird, kannst du den Tee langsam trinken. Er sorgt dafür, dass dein Magen sich beruhigt und das flaue Gefühl nachlässt.

12. Akupunktur und Akupressur
Diese alternativen Methoden sind einen Versuch wert. Frage deine Hebamme nach einer Akupunktur oder besorge dir die sogenannten Seabands. Das sind kleine Bänder fürs Handgelenk. Sie stimulieren spezielle Akupressur-Punkte und sollen so die Übelkeit mildern. Die Bändchen werden übrigens auch bei Reisekrankheit empfohlen. Du kannst sie in der Apotheke oder online bei Amazon.de kaufen.

Das Übelkeits-Tagebuch als praktischer Helfer

Ein weiterer Tipp: führe Tagebuch darüber, wann dir in der Schwangerschaft übel ist. Schreib genau auf, in welcher Situation, nach welchem Essen oder zu welcher Uhrzeit die Übelkeit auftritt. Schon nach wenigen Tagen lässt sich dabei meist ein Muster erkennen. So kannst du deine Trigger herausfinden und sie in Zukunft umgehen. Notiere in dem Tagebuch auch, was dir gegen das Unwohlsein geholfen hat. So lernst du deinen Körper besser kennen und findest schneller die passenden Lösungen für Momente, in denen dir ganz besonders schlecht ist.

Wenn alle Hausmittel versagen: Medikamente gegen Schwangerschaftsübelkeit

Sollten die bewährten Tipps nicht helfen und du sehr unter der Übelkeit und dem Erbrechen leiden, kann deine Frauenärztin oder dein Frauenarzt bestimmte Medikamente verschreiben. Antiemetika, werden diese genannt. Hier gibt es verschiedene Inhaltsstoff-Kombinationen. Inzwischen ist mit Cariban® auch ein spezielles Mittel gegen Schwangerschaftsübelkeit zugelassen worden.

Warum kommt es überhaupt zu Übelkeit in der Schwangerschaft?

Tatsächlich weiß man das gar nicht so genau. Aber es gibt verschiedene Theorien. Eine besagt zum Beispiel, dass die Übelkeit Schwangere automatisch vor giftigen Substanzen schützen soll, die dem Baby sonst schaden könnten. Das könnte zumindest erklären, warum vielen Frauen plötzlich vom Geruch bestimmter Speisen oder chemischer Stoffe übel wird.

Sicher ist: Die Hormonumstellung in der Schwangerschaft macht deinem Körper zu schaffen. Als ein wahrscheinliche Auslöser für die Übelkeit gelten unter anderem der hohe Spiegel des Schwangerschaftshormons hCG und der daraus resultierende Anstieg der Östrogenproduktion. Zudem legt der erhöhte Progesteronspiegel in der Schwangerschaft die Verdauung lahm, was das Unwohlsein zusätzlich steigern kann. Die Schwangerschaft wirkt auch auf die Arbeit der Schilddrüse ein. Frauen, die bereits vor der Schwangerschaft unter einer Schilddrüsenüberfunktion litten, sind häufiger und in schwererem Grad von Übelkeit und Erbrechen betroffen.

Wahrscheinlich ist es also ein Mix aus genetischen, hormonellen und stoffwechselbedingten Gründen, der für das Ausmaß an Schwangerschaftsübelkeit verantwortlich ist.

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Ist Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft gefährlich?

Auch, wenn sie alles andere als angenehm sind: Übelkeit und Erbrechen gefährden dein Baby in der Regel nicht. Sie können dich vorübergehend schwächen, dein Kind ist und bleibt jedoch gut versorgt. 

Bei den allermeisten Frauen hält sich das Ausmaß der Beschwerden auch in Grenzen. Nur rund 1 Prozent aller Schwangeren entwickeln eine extreme Schwangerschaftsübelkeit, genannt Hyperemesis gravidarum. Sie ist behandlungsbedürftig, weil sie mit einem gefährlichen Flüssigkeitsverlust einhergeht.

Hyperemesis gravidarum

Frauen, die davon betroffen sind, können kaum Lebensmittel oder Flüssigkeiten bei sich behalten. Ihre starke Übelkeit kann über die gesamte Schwangerschaft hindurch anhalten. Musst du mehr als 5 x pro Tag erbrechen und verbleiben auch kleine Mengen an Nahrung nicht in deinem Körper, besteht Handlungsbedarf. Zudem überwacht deine Frauenärztin dein Gewicht. Eine Gewichtsabnahme von über 5 Prozent im Vergleich zu deinem Gewicht vor der Schwangerschaft, ist ein weiteres Anzeichen. Vermutlich wird dir deine Frauenärztin erst einmal ein Medikament anbieten. Greift dies auch nicht, kann eine stationäre Aufnahme im Krankenhaus notwendig werden.

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Warnsignale: Wann du zum Arzt solltest

Wenn sich die Übelkeit in erträglichem Maße hält und keine weiteren Symptome dazu kommen, kannst du davon ausgehen, dass alles in Ordnung ist. Bist du dir dennoch unsicher, spricht deine Frauenärztin bei der nächsten Vorsorgeuntersuchung darauf an. 

Bei folgenden Warnsignalen solltest du aber umgehend deine Frauenärztin aufsuchen. Es könnte sein, dass hinter der Übelkeit ernstere Ursachen stecken oder sie behandlungsbedürftig ist.

  • Mehr als 5 x Erbrechen über mehrere Tage hinweg (Hinweis auf Hyperemesis gravidarum)
  • Wenn du keine Flüssigkeit bei dir behalten kannst
  • Anzeichen eine Dehydrierung (wenig Urinproduktion, Schwindel, Herzrasen, Durst)
  • Bauchschmerzen
  • Fieber
  • Blut im Erbrochenen oder eine grüne oder schwarze Färbung
  • Auffälligkeiten wie Taubheitsgefühle und Sinnesstörungen

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Quellen

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