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Eineiige Zwillinge im Ultraschall: Wie entstehen sie? 

Eineiige Zwillinge im Ultraschall
Eineiige Zwillinge im Ultraschall / Foto © D. Ott, Adobe Stock

Eineiige Zwillinge sind deutlich seltener als zweieiige Zwillinge. Sie entstehen aus einer befruchteten Eizelle und können am besten noch im ersten Trimester im Ultraschall als eineiig identifiziert werden. Werden die beiden Geschwister über eine gemeinsame Plazenta versorgt, müssen Ärzte die Entwicklung der beiden sehr genau kontrollieren. Details erfährst du hier. 

Das Wichtigste in Kürze

  • Eineiige Zwillinge lassen sich ab etwa der achten Schwangerschaftswoche im Ultraschall erkennen. Entscheidend ist, ob sie von einer oder zwei Embryonalhüllen umgeben sind.
  • Eineiige Zwillinge entstehen aus nur einer befruchteten Eizelle. Ihre genetische Anlage ist deshalb sehr ähnlich. Sie haben immer dasselbe Geschlecht.
  • Für die betreuenden Ärzte ist es vor allem wichtig zu wissen, ob die beiden Kinder über eine gemeinsame Plazenta versorgt werden oder nicht.

Ab wann sind eineiige Zwillinge im Ultraschall zu erkennen?

Ab etwa der achten Schwangerschaftswoche können Gynäkologen eine Zwillingsschwangerschaft sicher feststellen. Ob es sich um eineiige Zwillinge oder zweieiige Zwillinge handelt, zeigt in der Regel die äußere Embryonalhülle (Chorion): Sind beide Zwillinge von einer Embryonalhülle, also einer einzigen Fruchtblase umgeben, sind es ziemlich sicher eineiige Zwillinge. Auch eine gemeinsame Plazenta ist zu diesem frühen Zeitpunkt ein eindeutiger Hinweis. Sind zwei Hüllen zu sehen, sind es vermutlich zweieiige Zwillinge. 

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Ein genauer Blick zu diesem Zeitpunkt lohnt sich. Denn etwa ab der 16. Schwangerschaftswoche füllt die Fruchtblase die Gebärmutterwand so aus, dass sie nicht mehr eindeutig zu erkennen ist. Was sich während der Schwangerschaft sonst noch von Woche zu Woche verändert und worauf du achten solltest, erfährst du in der kostenlosen babelli Schwangerschafts-App.

Ein Drittel der Zwillinge sind eineiig, zwei Drittel sind dagegen aus zwei befruchteten Eizellen entstanden. Nach der Geburt kann man die Eineiigkeit mit einem Gentest bestätigen, sie tritt familiär nicht gehäuft auf. Das Erbgut dafür wird mit einem Wattestäbchen von Zellen aus der Mundschleimhaut gewonnen.

Wie entstehen eineiige Zwillinge?

Eineiige (monozygote) Zwillinge entstehen aus einer befruchteten Eizelle (Zygote), die sich in einem ganz frühen Stadium teilt – und zwar in zwei gleichwertige und voll entwicklungsfähige Eizellen. Der Zeitpunkt der Teilung entscheidet darüber, ob die beiden Eizellen sich eine Plazenta und/oder eine Fruchthöhle teilen. Ihre genetische Anlage ist ziemlich ähnlich, wenn auch nicht identisch. So lassen sich Feinheiten bei Fingerabdrücken unterscheiden. Die Zwillinge haben jedoch in der Regel das gleiche Geschlecht, die gleiche Blutgruppe und ähneln sich auch äußerlich sehr. 

Ausnahmen bestätigen die Regel: Im Jahr 2019 haben Forscher in einer Publikation zum ersten Mal eineiige Zwillinge mit unterschiedlichem Geschlecht beschrieben. Sie konnten dadurch entstehen, dass zwei Spermien eine Eizelle befruchtet hatten, bevor diese sich später noch teilte. Dieses einzigartige Phänomen zeigt, wie unterschiedlich sogar eineiige Zwillinge entstehen können.

Was sollte ich als Schwangere mit eineiigen Zwillinge wissen?

Zunächst solltest du wissen, dass jede Zwillingsschwangerschaft im Mutterpass als Risikoschwangerschaft geführt wird. Das sollte dich aber nicht sorgen, sondern eher beruhigen: Du wirst engmaschig in deiner Frauenarztpraxis betreut und untersucht, sodass sich deine beiden Kinder gut in deinem Bauch entwickeln können. 

Dein Frauenarzt oder deine Frauenärztin werden genau darauf achten, wie gut die beiden versorgt sind und ob sie sich Fruchthöhle und/oder Mutterkuchen teilen. Die Medizin unterscheidet bei eineiigen Zwillingsschwangerschaften drei Varianten:

  • dichorial-diamnial -> zwei Plazentas, zwei Fruchthöhlen 
  • monochorial-diamnial -> eine Plazenta, zwei Fruchthöhlen 
  • monochorial-monoamnial -> eine Plazenta, eine Fruchthöhle 

Das Wissen über Plazenta und Fruchtblase ist für die Betreuung der Schwangerschaft wichtig. Wenn du noch mehr dazu wissen möchtest, frag bei deiner Frauenärztin nach. Sie kennt eure individuelle Situation am besten und kann euch dazu und zu möglichen Risiken beraten.

Bei knapp 35 Prozent der Schwangerschaften mit eineiigen Zwillingen besitzt jeder Zwilling eine eigene Plazenta und eine eigene Fruchthöhle bzw. Fruchtblase. 

In etwa 65 Prozent werden beide aus einer befruchteten Eizelle entstandenen Kinder über nur eine Plazenta versorgt. Dann werden die Ärzte deine Schwangerschaft besonders genau kontrollieren und versuchen ein sogenanntes fetofetalen Transfusionssyndrom (FFTS) möglichst früh zu erkennen.

Dabei kann es durch eine direkte Gefäßverbindung zwischen den beiden Kindern zu einem einseitigen Blutaustausch kommen: Das eine Kind gibt Blut ab, das andere nimmt es auf. Ist eines der Kinder so auf Dauer unterversorgt, bekommt das andere zu viel ab. Das schadet beiden Babys und kann für sie sehr gefährlich werden. Zum Glück ist das FFTS mit 15 Prozent aller monochorialen Zwillingsschwangerschaften recht selten und kann in speziellen Perinatalzentren therapiert werden.

25 Prozent dieser eineiigen Zwillinge sind Spiegelbildzwillinge. Ihr Haar fällt zum Beispiel in entgegengesetzte Richtungen, Muttermale sind spiegelverkehrt auf dem Körper verteilt. Oder während der eine Zwilling rechtshändig ist, ist der andere linkshändig.

Zwillingsschwangerschaften, in denen die beiden Kinder über eine Plazenta versorgt werden und sich auch eine gemeinsame kindliche Fruchtblase teilen, treten nur bei etwa einem Prozent der eineiigen Zwillingen auf. Ein seltene Unterform davon – mit einer Häufigkeit von weniger als 0,1 Prozent der eineiigen Zwillinge –  sind siamesische Zwillinge. 

Generell solltest du dich als Schwangere mit Zwillingen am besten Ärzten und Hebammen anvertrauen, die Erfahrung mit Mehrlingen haben. Sie wissen, worauf sie besonders achten müssen und werden deinen Partner und dich sicher durch eure besondere Schwangerschaft begleiten. Gut umsorgt könnt ihr euch so ganz beruhigt auf eure beiden Kinder freuen!

Hast du noch Fragen zu einer Schwangerschaft mit eineiigen Zwillingen? Dann schreib uns gerne einen Kommentar!

Quellen

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✔ Inhaltlich geprüft am 24.07.2024
Dieser Artikel wurde von Emely Hoppe geprüft. Wir nutzen für unsere Recherche nur vertrauenswürdige Quellen und legen diese auch offen. Mehr über unsere redaktionellen Grundsätze, wie wir unsere Inhalte regelmäßig prüfen und aktuell halten, erfährst du hier.

Veröffentlicht von Clara Stark

Mit Mann und drei Kindern lebt Clara im niederbayerischen Landshut. Von dort aus unterstützt sie die babelli-Redaktion als Medizinjournalistin und erklärt Fachbegriffe rund um Schwangerschaft, Baby und Kleinkind - von Amniozentese bis Zytomegalie. Seit mehr als 20 Jahren recherchiert die Diplom-Molekularmedizinerin und gelernte Redakteurin zu Wissenschafts- und Medizinthemen. Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie leicht verständlich und konsumierbar sind, ist für sie selbstverständlich und herausfordernd zugleich.

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