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Chinesischer Empfängniskalender: Mädchen oder Junge? So bestimmst du das Geschlecht

Chinesischer Empfängniskalender: Welches Geschlecht hat dein Baby?
Chinesischer Empfängniskalender

Junge oder Mädchen? Diese Frage lässt sich mit hoher Trefferwahrscheinlichkeit beim zweiten Ultraschall beantworten. So lange möchtest du nicht warten? Ein chinesischer Empfängniskalender gibt früher Auskunft. Wir erklären dir, wie er funktioniert und wie zuverlässig die Vorhersage wirklich ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein chinesischer Empfängniskalender soll anhand des Mondalters der werdenden Mutter und des Zeitpunkts der Empfängnis ermitteln können, ob es ein Junge oder ein Mädchen wird.
  • Die „Formel“, um das Mondalter der Mutter zu berechnen, lautet: Alter der Mutter zum Zeitpunkt der Empfängnis plus neun Monate.
  • Frauen, die vor dem 22. Februar Geburtstag haben, müssen je nach Neumond möglicherweise 21 Monate zu ihrem Geburtstag addieren. Der Zeitpunkt des chinesischen Neujahrs im Geburtsjahr ist hierbei entscheidend.
  • Der chinesische Empfängniskalender ist nicht sehr zuverlässig, aber eine schöne und spaßige Spielerei.

Chinesischer Empfängniskalender – was ist das?

Der chinesische Empfängniskalender ist ein kombinierter Sonnen- und Mondkalender. Er wird auch als chinesischer Mondkalender bezeichnet. Mit dem chinesischen Empfängniskalender lässt sich anhand des Mondalters der werdenden Mutter und des Monats der Empfängnis (Zeugungsmonat) das voraussichtliche Geschlecht des Kindes bestimmen.

Anders als „normale“ Kalender bleibt ein chinesischer Empfängniskalender Jahr für Jahr gleich. Er ist im Grunde ein sehr altes Geschlechtsdiagramm.

Wie funktioniert ein chinesischer Empfängniskalender?

Um das Geschlecht deines Babys zu ermitteln, musst du zunächst dein Mondalter (auch lunares Alter genannt) berechnen. Außerdem solltest du den Empfängnismonat kennen, also das ungefähre Datum der Zeugung.

1. Schritt: Mondalter berechnen

Bei der Berechnung des Mondalters kommt es darauf an, ob du vor oder nach dem 22. Februar geboren bist.

  • Wenn du nach dem 22. Februar geboren bist, kannst du dein Mondalter berechnen, indem du zu deinem Alter 266 Tage (das sind neun Monate) addierst. 266 Tage entsprechen der Dauer einer Schwangerschaft. Laut chinesischem Horoskop gehören die neun Monate im Bauch der Mutter nämlich zum Alter dazu. ( siehe Beispiel 1)
  • Wenn du vor dem 22. Februar geboren bist, ist die Berechnung deines Mondalters komplizierter. Dann spielt es eine Rolle, wann das chinesische Neujahr in deinem Geburtsjahr begann. Das Datum des Neujahrs richtet sich nach dem Lunisolarkalender. Es fällt immer auf den Neumond. Und dieser zeigt sich jedes Jahr zwischen dem 21. Januar und dem 21. Februar. Du musst also herausfinden, ob das chinesische Neujahr im Jahr deiner Geburt vor oder nach deinem Geburtstag bestritten wurde. Liegt dein Geburtsdatum vor dem chinesischen Neujahr, musst du außer den neun Monaten noch zwölf weitere Monate zu deinem Alter addieren – insgesamt 21 Monate. ( siehe Beispiel 2)
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Beispiel 1:
Angenommen, du bist am 7. April 1992 geboren. Im November 2022 möchtest du dein Mondalter bestimmen. Dann bist du nach dem klassischen gregorianischen Kalender 30 Jahre und 7 Monate alt. Zu diesem Alter rechnest du 266 Tage oder neun Monate hinzu. Dementsprechend liegt dein Mondalter bei 31 Jahren (und 4 Monaten).

Beispiel 2:
Du bist am 23. Januar 1992 geboren. Im November 2022 möchtest du dein Mondalter bestimmen. Nach dem gregorianischen Kalender bist du dann 30 Jahre und 10 Monate alt. Das chinesische Neujahr begann im Jahr 1992 am 4. Februar. Du bist somit vor dem Neujahr geboren. Das bedeutet, du musst 21 Monate zu deinem Geburtsdatum addieren (die neun Monate, die du im Bauch deiner Mutter warst, plus ein weiteres Jahr). Dein Mondalter beträgt dementsprechend 32 Jahre (und 7 Monate).

2. Schritt: Mondalter mit dem Monat der Empfängnis in Einklang bringen

Nachdem du dein Mondalter berechnet hast, kannst du im chinesischen Empfängniskalender nachschauen, welches Geschlecht dein Baby hat. Kombiniere dein Mondalter in der senkrechten Spalte mit dem Empfängnismonat in den rechten Spalten, um das Ergebnis abzulesen. Nun siehst du, ob dein Baby nach dem Mondkalender ein Mädchen oder ein Junge wird.

Chinesischer Empfängniskalender

Als Beispiel:
Angenommen, du bist seit September schwanger und dein Mondalter liegt, wie im ersten Beispiel, bei 31. Dann schaust du in der Tabelle nach, welches Geschlecht bei Mondalter 31 im Monat September angezeigt wird. In diesem Beispiel wäre es ein Mädchen. Liegt dein Mondalter hingegen bei 36 Jahren, spricht dies laut Tabelle für einen Jungen.

Ab wann lässt sich das Geschlecht mit dem chinesischen Empfängniskalender bestimmen?

Mit dem chinesischen Empfängniskalender können werdende Eltern theoretisch direkt nach der Zeugung bestimmen, ob sie ein Mädchen oder einen Jungen erwarten. Sobald du weißt, dass du schwanger bist, kannst du einen Blick auf den Mondkalender werfen.

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Wann kann das Geschlecht medizinisch bestimmt werden?

Per Ultraschall kann frühestens ab der 12. Schwangerschaftswoche (SSW) erahnt werden, ob es sich um ein Mädchen oder einen Jungen handelt. Allerdings ist die Fehlerquote in diesem frühen Stadium der Schwangerschaft sehr hoch. Frauenärztinnen halten sich in dieser Zeit mit einer Prognose zurück. Erst bei der zweiten, regulären Ultraschalluntersuchung zwischen der 19. und 22. Schwangerschaftswoche erfahren viele Eltern, ob sie ein Mädchen oder einen Jungen erwarten. Vorausgesetzt, das Baby gibt die Sicht auf die Geschlechtsorgane frei.

Im Rahmen der pränatalen Diagnostik kann das Geschlecht über eine Fruchtwasseruntersuchung bereits ab der 14. SSW festgestellt werden. Allerdings birgt die sogenannte Amniozentese nicht zu unterschätzende Risiken.

Eine risikofreie Alternative zur Geschlechtsbestimmung ist der sogenannte Harmony Test. Bei diesem nicht-invasiven Pränataltest (NIPT) wird das Geschlecht des Babys über eine Blutprobe der Mutter ermittelt. Er kann ab der 11. SSW durchgeführt werden. Das Ergebnis erhältst du nach der 12. SSW. Die Kosten werden nur in begründeten Einzelfällen übernommen.

Wie hoch ist die Trefferquote des chinesischen Empfängniskalenders?

Der chinesische Empfängniskalender soll eine Trefferquote von 85 Prozent haben. Wissenschaftliche Belege gibt es hierfür nicht. Oft ist von einer Untersuchung aus Nordamerika die Rede, die diese hohe Trefferquote ermittelt habe. Allerdings gibt es weder eine exakte Quellenangabe noch einen Link zur angeblichen wissenschaftlichen Studie.

Stattdessen konnte die hohe Trefferwahrscheinlichkeit des Empfängniskalenders durch eine andere Studie widerlegt werden. Professor Eduardo Villamor von der University of Michigan wertete im Rahmen seiner Untersuchung Daten von über 2,8 Millionen Geburten aus, die zwischen 1973 und 2006 in Schweden stattfanden. Er glich das tatsächliche Babygeschlecht mit den Vorhersagen des chinesischen Kalenders ab. Dabei ermittelte er eine Trefferquote von rund 50 Prozent. Du könntest also genauso gut eine Münze werfen.

Interessant: Das Mondalter des Partners spielt keine Rolle

Das Alter des Mannes hat beim chinesischen Empfängniskalender keinen Einfluss auf das Geschlecht des Nachwuchses. Nur das Mondalter der Frau und das Zeugungsdatum sind von Bedeutung.

Wie ist der chinesische Empfängniskalender entstanden?

Es ist nicht eindeutig geklärt, wie der chinesische Empfängniskalender entstand. Eine Version besagt, dass chinesische Wissenschaftler den Bauernkalender (Xià Lì), auf dem der Empfängniskalender beruht, im 13. Jahrhundert entwickelten. Die chinesischen Wissenschaftler sollen für den Mondkalender über Jahrzehnte hinweg Informationen aus astrologischen und statistischen Daten in China zusammengetragen haben. Das Geschlechtsdiagramm soll demnach auf Langzeitbeobachtungen und langjährigen Erfahrungen basieren.

Ein anderer Mythos besagt, dass der Empfängniskalender vor etwa 300 Jahren entwickelt wurde, um der kaiserlichen Familie in China bei der Zeugung eines männlichen Thronfolgers zu helfen. Denn männliche Nachkommen waren für die Dynastie überlebenswichtig.

Zweifelsfrei nachweisen lässt sich die Entstehung nicht.

Manche Paare nutzen den chinesischen Empfängniskalender auch heute noch, um Einfluss auf das Geschlecht zu nehmen. Aber: Geschlechtsverkehr nach dem chinesischen Empfängniskalender ist ebenso wenig effektiv wie der Tipp, beim Geschlechtsverkehr die Socken anzulassen, um einen Jungen zu zeugen…

Fazit: Betrachte das Ganze mit einem Augenzwinkern

Der chinesische Empfängniskalender ist nicht sehr zuverlässig. Du kannst genauso gut raten, eine Münze werfen oder versuchen, das Geschlecht anhand deiner Bauchform oder deiner Gelüste zu bestimmen. Aber: Es macht dennoch Freude, das „Mondkalender-Orakel“ nach dem Geschlecht des Babys zu „befragen“. Vielleicht stimmt das Ergebnis in deinem Fall ja tatsächlich. Der Spaß steht beim chinesischen Empfängniskalender im Vordergrund.

Hast du schon Erfahrungen mit dem chinesischen Empfängniskalender gemacht? Was hältst du von dieser Methode? Wir freuen uns über eure Kommentare!

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Quellen

Veröffentlicht von Patricia Schlösser-Christ

Patricia widmet sich als Kulturanthropologin mit Leidenschaft der Kindheits- und Familienforschung. Ihre liebsten (und herausforderndsten) „Studienobjekte“ sind ihre beiden kleinen Töchter. Wenn sie nicht gerade Feldforschung im Kinderzimmer ihrer kleinen Rasselbande betreibt, powert sie sich beim Handball aus.

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