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Fliegen mit Baby: Antworten auf deine Fragen und nützliche Tipps

Inhaltlich geprüft von Hebamme Nadine Beermann.

Bist du vor der Schwangerschaft viel gereist und fragst dich, wann du die erste Flugreise mit deinem Baby antreten darfst? Oder hast du den Flug in den Urlaub schon gebucht und sammelst noch letzte Anregungen, wie Fliegen mit Baby am besten funktioniert? Wir haben alles Wichtige zusammengetragen und geben zahlreiche Tipps, damit alles glattläuft.

Ab wann du mit Baby fliegen kannst

Mit welchem Alter dürfen Babys abheben? Das ist von Airline zu Airline unterschiedlich. Die meisten Fluggesellschaften akzeptieren Säuglinge ab einem Alter von 1 bis 2 Wochen. Dahin gehend wirst du sicherlich keine Probleme bekommen. Die Frage lautet eher, aber welchem Alter es für dein Baby zu empfehlen ist.

Was sagen Kinderärzte?

Medizinisch gesehen können gesunde und reif geborene Babys ab einem Alter von einer Woche fliegen. Kinderärzte sprechen sich aber mehrheitlich gegen das Fliegen in den ersten 3 Monaten aus. Diese Zeit brauchen Babys, um sich an die Welt außerhalb von Mamas Bauch zu gewöhnen. Außerdem sind sie in dieser Zeit besonders anfällig für Krankheitserreger. Im Alter von 3 Monaten sind dann meist die ersten Anpassungsschwierigkeiten überwunden und das Immunsystem ist schon etwas stärker. 

Dazu kommt, dass das Reisen im Flugzeug spezielle Auswirkungen auf den Körper hat. Und diese sind für Babys und Kleinkinder belastender als für ältere Kinder und Erwachsene.

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Welche Probleme gibt’s beim Fliegen für Babys?

Eine Besonderheit ist die geringe Sauerstoffsättigung in der Kabine. Je höher das Flugzeug fliegt, desto geringer ist der Sauerstoffgehalt der Luft. Schon sensible Erwachsene können darauf mit Schwindel und Kopfschmerzen reagieren. Für Neugeborene, deren Lungen eventuell noch nicht voll entwickelt sind, könnte das unter Umständen zu einem Sauerstoffmangel (Hypoxie) führen. Entscheidend dafür ist die Reife und der allgemeine Gesundheitszustand des Babys sowie die Flughöhe und -dauer.

In der Kabine herrscht zudem sehr trockene Luft. Das kann deinem Baby nicht nur das Atmen erschweren. Zusammen mit den kühlen Temperaturen und den vielen Menschen auf kleinstem Raum herrscht hohe Infektionsgefahr für Babys, deren Immunsystem sich erst noch entwickeln muss.

Ein weiteres Problem sind die starken Druckschwankungen beim Starten und Landen. Der Druckausgleich findet bei Erwachsenen über die Ohren statt. Deshalb die Empfehlung, während des Starts und der Landung Kaugummi zu kauen oder zu gähnen. Bei Babys ist die Verbindung (Tube) zwischen Ohr und Nasen-Rachen-Raum aber noch sehr eng. Druckanstieg oder -abfall macht sich bei ihnen noch stärker bemerkbar und kann zu fiesen Ohrenschmerzen führen.

Das klingt jetzt alles sehr drastisch und sollte auch nicht vernachlässigt werden. Aber um dich zu beruhigen: reife, gesunde Babys überstehen das Fliegen im Flugzeug in der Regel ohne ernsthafte Probleme. Es gibt aber auch Bedingungen, die gegen das Fliegen mit Baby sprechen.

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Wann du nicht mit Baby fliegen solltest

Unter bestimmten Umständen solltest du die Flugreise mit Baby streichen, auch wenn das schwerfällt. Wir empfehlen bei Flugreisen mit Baby daher immer eine Reiserücktrittsversicherung abzuschließen.

  • Frühgeborene Babys, Babys mit Atemregulationsstörungen und Babys mit chronischen Lungen- oder Herzerkrankungen sollten innerhalb der ersten 6 Lebensmonaten gar nicht fliegen. Die Belastungen wären für ihren anfälligen Organismus zu riskant. Wenn es nicht zu vermeiden ist, sollte der Kinder- oder Facharzt vorher grünes Licht geben.
  • Babys mit akuten Infekten sollten ebenfalls nicht ins Flugzeug. Das gilt für Infekte der Atemwege, des Magen-Darm-Trakts oder andere fiebrige Erkrankungen. Neben den Belastungen der Reise für ihren geschwächten Körper stellen sie ein Infektionsrisiko für andere Mitreisende dar.
  • Babys mit akuter oder kürzlich zurückliegender Ohrenentzündung sind ebenfalls nicht flugtauglich. Ihnen könnte der Druckausgleich große Probleme bereiten und gesundheitliche Folgen haben.
  • Auf Langstreckenflüge mit einer längeren Flughöhe von 2.500 m ü.M. sollte mit Babys verzichtet werden.

Was kostet ein Baby-Flugticket?

Kinder unter 2 Jahren reisen in der Regel auf dem Schoß der Eltern. Für sie fallen keine Kosten oder nur eine geringe Pauschale an. Möchtet ihr einen eigenen Sitz für euer Baby buchen, müsst ihr den Kindertarif zahlen. Dieser beträgt meist etwa zwei Drittel des Flugpreises. Alle Details dazu findet ihr auf der Internetseite eurer Airline.

Schlaufengurt, Kindersitz und co. – Anschnallpflicht gilt auch für Babys

Auch Babys sollten im Flugzeug in der Regel angeschnallt werden, wenn das entsprechende Signal aufleuchtet. Und auch während des Fluges kann ein Gurt bei Turbulenzen Schlimmes verhindern. Für das Anschnallen gibt es verschiedene Systeme:

  1. Die bekannteste Art ist das Anschnallen auf dem Schoß der Eltern mithilfe eines Loop-Belt-Systems, auch Schlaufengurt genannt. Bis das Kind 2 Jahre alt ist, darf es bei den meisten Airlines so transportiert werden. Diese Methode ist jedoch stark umstritten, denn gerade bei Turbulenzen kann das Baby vom Erwachsenen erdrückt werden.
  2. Wer eines der begehrten Bassinets, also ein Bettchen für die erste Reihe im Flugzeug reserviert und bekommen hat, kann sein Baby darin anschnallen. Oft gibt es aber die Vorgabe, dass das Kind während Start und Landung herausgenommen werden muss. Bassinets sind nur bis zu einem gewissen Gewicht und einer bestimmten Größe zugelassen. Die meisten Babys sind schon vor dem ersten Geburtstag herausgewachsen.
  3. Manche Airlines (z.B. Condor) bieten auch Babykörbe an. Diese sind jedoch nur bis zu einem Alter von etwa 6 Monaten und maximal 8 Kilo zugelassen.
  4. Die beste Variante ist eine eigene Babyschale oder der Autositz. Diese musst du im Regelfall jedoch selbst mitbringen. Die Sitze müssen für den Einsatz im Flugzeug geeignet sein und eine entsprechende Zertifizierung haben. Das liegt daran, dass es möglich sein muss, den Sitz oder die Schale ausschließlich mit dem Beckengurt des Flugzeugsitzes zu fixieren. Um einen solchen Sitz nutzen zu können, musst du für das Kind einen eigenen Sitzplatz zum Kindertarif buchen. Tipp: Frag vorher bei der Airline nach, ob euer Sitz akzeptiert wird. 

Das musst du beim Gepäck beachten

Wie viel Zusatz-Gepäck ist bei Reisen mit Kind erlaubt?

Manche Airlines akzeptieren pro Kind abhängig von Alter und gebuchtem Sitzplatz ein weiteres Gepäckstück als Handgepäck. Bei manchen Fluglinien musst du jedoch noch Gepäckstücke hinzubuchen. Bestimmte Gegenstände wie Buggy oder Reisebettchen und anderes Sperrgepäck werden meist in begrenzter Stückzahl kostenfrei mitgenommen.

Was darf und sollte ins Handgepäck?

Babynahrung in Form von Gläschen, Milch oder Brei darf ins Handgepäck. Dabei dürfen die Behälter auch mehr als 100 ml fassen und sie müssen nicht in Plastikbeutel verpackt werden. Nimm jedoch nur so viel mit, wie dein Baby braucht. Flaschen und Breie kannst du dir im Flugzeug mit heißem Wasser zubereiten lassen.

Nimm zwei Sätze Wechselkleidung (für deinen Nachwuchs und dich), Windeln, Wickelunterlage sowie Feuchttücher mit ins Handgepäck. Man weiß ja nie. Auch mindestens ein spannendes Spielzeug sollte dabei sein. Wenn dein Kind schon älter ist, vergiss die Snacks nicht.

Nützliche Tipps für das Fliegen mit Baby

1. Zeitpunkt des Fluges günstig legen

Langstreckenflüge sollten am späten Nachmittag oder frühen Abend beginnen. Kurzstreckenflüge kannst du so legen, dass der Tagesablauf nicht allzu sehr durcheinander kommt.

2. Versicherungen sind manchmal sinnvoll

Sowohl eine Reiserücktrittsversicherung bei teureren Flügen als auch eine private Zusatzkrankenversicherung für das Ausland sind eine gute Investition. Denn Kinder werden oft ohne Vorwarnung krank. Die dann anfallenden Kosten kannst du dir ruhig sparen.

3. Reisedokumente nicht vergessen

In der Hektik des Alltags gehen wichtige Dinge oft unter. Stell deshalb sicher, dass du an die wichtigsten Dokumente wie den Kinderreisepass gedacht hast. Die Bearbeitung dauert meist ein paar Wochen und Termine gibt es nicht so leicht. Für Inlandsflüge, Flüge in der EU und einige wenige Länder kann auch am Flughafen noch ein Dokument ausgestellt werden. Aber in manchen Ländern wird das vorläufige Dokument nicht anerkannt.

Babys, die nur mit einem Elternteil unterwegs sind, brauchen in der Regel eine Genehmigung des zweiten Elternteils. Dadurch wird Kindesentführung ausgeschlossen. Welche Unterlagen ihr also vorbereiten solltet, erfahrt ihr auf den Seiten der Bundespolizei.

4. Die Airline informieren

Wenn du mit Baby unterwegs bist, reicht es nicht, wenn du nur für dich einen Sitzplatz buchst. Die Airline muss aus verschiedenen Gründen wissen, dass auch ein Baby an Bord geht. Bestimmte Plätze, wie die am Notausstieg, kommen dann auch nicht infrage. Kläre bei der Gelegenheit am besten vorher schon telefonisch, welche Anschnallmöglichkeiten zur Verfügung stehen und was du tun musst, um dein gewünschtes System nutzen zu können. 

Frag zwei Tage vor der Abreise noch einmal bei der Airline nach, ob alle deine Wünsche im System sind.

5. Die richtigen Plätze wählen

Viele Eltern lieben die Familienplätze in der ersten Reihe. Denn diese bieten genug Beinfreiheit, um auf dem Boden mit dem Baby zu spielen oder es zu wickeln. Außerdem können nur dort Bassinets verwendet werden. Diese Plätze gibt es aber nicht bei jeder Airline und wenn doch, sind sie schnell ausgebucht.

Sie haben aber auch Nachteile. Denn das Gepäck kann nicht unter dem Vordersitz verstaut werden, es gibt keine herunterklappbaren Tische und das Entertainment ist manchmal nur schlecht oder gar nicht zugänglich. Außerdem muss man sich mit den Blicken der Menschen abfinden, die auf die Benutzung der Bordtoilette warten.

Mach dir auf jeden Fall vorher Gedanken, was du willst und sichere dir die gewünschten Plätze so früh wie möglich. Eine Platzbindung für Familien gibt es meist nicht. Lediglich die Sitze am Notausgang sind tabu.

Vorsicht bei der Sitzplatzvergabe. Nur die Buchung im Reisebüro oder ein früher Online-Check-in garantiert, dass ihr als Familie zusammensitzen könnt.

6. Wichtigste Medikamente ins Handgepäck

Vorsichtshalber gehört auch eine kleine Notfallapotheke mit den wichtigsten Medikamenten ins Handgepäck. Sollte euer Koffer verloren gehen oder die Gepäckausgabe dauern, habt ihr im Zweifel Fieberzäpfchen und Nasentropfen griffparat. Beachtet beim Packen jedoch die Richtlinien fürs Handgepäck. Details erfahrt ihr auf der Webseite eurer Fluggesellschaft.

7. Warm genug anziehen

Im Flugzeug ist es meist zugig und kalt. Ein Outfit im Zwiebellook ist deshalb die beste Wahl für dein Baby. Denk auch an eine warme Decke zum Einkuscheln und eine Mütze oder ein Oberteil mit Kapuze.

8. So früh wie möglich einchecken

Kauf deine Sitzplätze, wenn möglich, schon im Voraus. Wenn das nicht geht, nutze unbedingt den frühen Online-Check-in, denn ihr wollt ja sicher zusammensitzen und viele andere Mitreisende haben die gleiche Idee. Auch der Vorabend-Check-in ist eine gute Alternative, wenn ihr nicht zu weit vom Flughafen entfernt wohnt. Denn dann könnt ihr die Koffer schon abgeben und dürft am Reisetag gleich durch die Sicherheitskontrolle.

9. Rechtzeitig losfahren

Noch mal füttern, Windel wechseln, Schnuller vergessen: Mit Kindern dauert alles länger als gedacht. Fahr deshalb unbedingt eher los, als du das normalerweise tun würdest. Dann kann kaum noch etwas schiefgehen.

10. Early Boarding nutzen

Wenn eine Airline Familien mit Kindern zuerst einsteigen lässt, nutze das ruhig, auch wenn du dann im Flugzeug etwas länger auf den Start warten musst. Denn allein schon, wenn es darum geht, alle Handgepäckstücke in der Nähe zu haben, hilft es, einer der Ersten im Flugzeug zu sein. Noch besser: wenn du mit Partner reist, kann dieser schon den Platz vorbereiten und du kommst mit Baby nach.

11. Buggy bis zum Flugzeug mitnehmen

Bei den meisten Airlines darfst du den Buggy bis zur Tür des Flugzeugs mitnehmen. Er wird dann von den Flugbegleitern verstaut und dir nach dem Flug gleich ausgehändigt. Wenn es ein größerer Buggy oder Kinderwagen ist, kannst du ihn am Gepäckband abholen.

12. Füttern oder Schnuller bei Start und Landung

Um deinem Baby den Druckausgleich beim Starten und Landen zu erleichtern, solltest du es in dieser Zeit füttern oder ihm den Schnuller geben. Denn durch das Schlucken gelingt der Druckausgleich ganz von allein.

13. Nasentropfen helfen

Die Luft im Flugzeug ist sehr trocken. Salznasentropfen und genügend Trinken tun den Schleimhäuten gut und helfen dabei, die Atemwege deines Babys freizuhalten. Dieser Tipp hilft übrigens auch bei Erwachsenen. In Ausnahmefällen, zum Beispiel wenn dein Kind Schnupfen hat, können abschwellende Nasentropfen den Druckausgleich fördern und starke Schmerzen verhindern oder mildern.

14. Sprich mit den Sitznachbarn

Ein Flug mit Baby kann sehr anstrengend sein, auch für die Mitreisenden. Am besten ist es, wenn du schon vor dem Start ein paar nette Worte mit deinen Sitznachbarn wechselst und dich im Voraus für eventuelle Unannehmlichkeiten entschuldigst. Die meisten haben dann Verständnis, wenn das Baby schreit. Insgesamt macht es die Atmosphäre einfach entspannter.

15. Vorsicht mit heißen Getränken

Wenn du dein Baby auf dem Schoß oder im Sitz neben dir hast, sei mit Heißgetränken besonders vorsichtig und trinke sie zügig aus. Bei einer unvorhergesehenen Bewegung deines Babys oder bei Turbulenzen könnte das heiße Getränk sonst auf dein Kind kippen.

Podcast: Fliegen und Reisen mit Babys

Melli und ihr Partner haben während ihrer Elternzeit das Abenteuer gewagt und sind als junge Eltern mit Baby nach Südafrika gereist. Von den finanziellen Grundlagen über die Planung und Reisevorbereitung bis hin zur Reise selbst: Melli verrät uns ihre Tipps. Außerdem schildert sie ehrlich, was anders kam als erhofft und wo es auch mal zu Konflikten kam. Das Reinhören lohnt sich also!

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Hast du Erfahrung mit dem Fliegen mit Baby? Was kannst du anderen Eltern raten? Schreib uns gern einen Kommentar!

Quellen

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  1. Danke für den Informativen Beitrag!
    Wir planen mit unserem Kind in der Elternzeit nach Neuseeland zu fliegen (falls dies wieder möglich ist) und haben schon ganz schön Bammel vor dem Langstreckenflug.
    Deine Tipps kamen da gerade recht! …und die Checkliste wird auch gleich eingepackt 😉

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