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Geschwollene Füße in der Schwangerschaft: Das hilft wirklich

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Geschwollene Füße sind in der Schwangerschaft häufig. / Bild © comzeal images, Shutterstock.com

Die meisten Frauen kennen es: Wassereinlagerungen und geschwollene Füße im letzten Drittel der Schwangerschaft. Ziemlich unangenehm. Was du tun kannst, wenn es dich auch erwischt hat, erfährst du hier. Aber auch, wie du vorbeugen kannst und was du lieber lassen solltest.

Wassereinlagerungen vorbeugen

Ganz vermeiden lassen sich Wassereinlagerungen gegen Ende der Schwangerschaft selten. Aber du kannst sie zumindest deutlich reduzieren, wenn du schon frühzeitig beginnst, etwas für dich zu tun.

Regelmäßige Bewegung

Damit ist kein Extremsport gemeint, aber regelmäßige Bewegung durch Spazierengehen und moderate Sportsessions wie z.B. Schwangerschaftsgymnastik beugt Wassereinlagerungen effektiv vor.

Schwimmen

Schwimmen ist in der Schwangerschaft eine der besten Sportarten überhaupt. Und das gleich doppelt, weil das kühle Wasser und der Wasserdruck dafür sorgen, dass die Gewebeflüssigkeit dort bleibt, wo sie hingehört und sich nicht irgendwo ablagert. So beugst du geschwollenen Füßen in der Schwangerschaft effektiv vor.

Wechselduschen

Außerhalb der Schwangerschaft sorgt das abwechselnde Duschen mit warmem und kühlem Wasser für eine gesunde Immunabwehr und straffes Gewebe. Das kannst du dir auch in der Schwangerschaft zunutze machen. Denn durch das kühle Wasser werden die Gefäße trainiert und überschüssige Flüssigkeit aus dem Gewebe gedrängt. Fang am besten mit warmem Wasser an und höre mit kaltem auf, wiederhole das Ganze ein paar Mal. Wenn dir das kalte Wasser am Bauch unangenehm ist, dusche am besten nur die Beine und Füße auf diese Weise ab.

Viel trinken

Gewöhne dir gleich zu Anfang der Schwangerschaft an viel zu trinken. Dein Bedarf ist jetzt um etwa 0,5 bis 1 Liter erhöht, im Sommer eventuell noch mehr. So bleibt alles im Fluss, dein Baby ist optimal versorgt und Gewebewasser kann sich schlechter aufstauen. Die zusätzliche Flüssigkeit sorgt auch dafür, dass die Nieren immer gut durchgespült werden. So klappt die Entgiftung des Körpers viel zuverlässiger.

Ernährung

Die Schwangerschaft ist keine Zeit für Diäten. Denn das ist viel zu gefährlich für das Kind. Daher ist mit eiweißreicher Ernährung auch nicht die Atkins-Diät gemeint. Vielmehr bedeutet das, das pflanzliche und tierische Eiweiße einen großen Teil deiner Nahrung ausmachen sollten (mehr als außerhalb der Schwangerschaft). Protein steckt in Hülsenfrüchten (Bohnen, Kichererbsen, Erbsen), Nüssen, Milchprodukten, Eiern, Fleisch und Fisch.

Salzen solltest du ganz normal, nicht zu viel und nicht zu wenig. Selbst dann, wenn du schon Wassereinlagerungen hast.

Bequeme Schuhe in der richtigen Größe

Damit es gar nicht erst zu fiesen Wassereinlagerungen in den Füßen kommt, hilft bequemes und weites Schuhwerk, und das eine Nummer größer als normal. Denn wenn du deine Füße in zu enge Schuhe quetschst, kann das Blut nicht mehr fließen und erste Beulen werden sichtbar, die von Mal zu Mal größer werden.

Lange warme Bäder meiden

Warme oder gar heiße Bäder schwächen die Venen und das Bindegewebe und machen so den Weg für Wassereinlagerungen frei. Wenn du unbedingt baden möchtest, kannst du das natürlich tun. Nur sollte 1. das Wasser nicht zu warm und 2. das Bad nicht länger als 15 Minuten sein. Wenn du kannst, versuch deine Beine aus dem Wasser heraus nach oben zu legen.

Kompressionsstrümpfe

Zugegeben, sie sind nicht besonders sexy, aber oft sehr wirksam: medizinische Kompressionsstrümpfe oder Kompressionsstrumpfhosen. Dein Frauenarzt, deine Frauenärztin oder auch deine Hausarztpraxis kann prüfen, ob sie bei dir sinnvoll sind und sie dir bei Bedarf verordnen. Im Sanitätshaus werden sie passend ausgemessen und angepasst.

Wichtig: Medizinische Kompressionsstrümpfe sind etwas anderes als einfache Stützstrümpfe oder leichte Kompressionsstrumpfhosen aus der Drogerie. Die medizinische Variante hat eine festgelegte Kompressionsklasse und wird passend zu deinen Beschwerden ausgewählt.

Der Vorteil: Wenn du sie gleich morgens anziehst, bevor die Beine stark anschwellen, fühlen sich deine Beine oft auch nachmittags noch leichter an. Außerdem kann Kompression helfen, das in der Schwangerschaft erhöhte Thrombose-Risiko zu senken. Wenn die Strümpfe wegen schwangerschaftsbedingter Beschwerden verordnet werden, kann die Verordnung für gesetzlich Versicherte zuzahlungsfrei ausgestellt werden. Frag in der Praxis am besten direkt nach.

Was tun bei akut geschwollenen Füßen in der Schwangerschaft?

Sind die Wassereinlagerungen erst einmal da, musst du das nicht einfach so hinnehmen. Wenn sie dadurch auch nicht für die komplette Schwangerschaft verschwinden, können sie mit den folgenden Tipps zumindest deutlich zurückgehen.

Langes Sitzen oder Stehen vermeiden

Wenn du nicht gerade an der Kasse im Supermarkt sitzt, solltest du nie zu lange am Stück sitzen oder stehen. Denn dann schafft es das Blut nur schlecht zurück aus den Beinen zum Herzen und versackt in Waden und Füßen. Die Folge: Elefantenfüße. Hier hilft es, wenn du einmal die Stunde deine Tätigkeit unterbrichst und mindestens 5 Minuten umherläufst. Danach solltest du die Beine hochlagern, so oft und lange es geht.

Kalte Fußbäder oder Lappen

Wenn sich deine Beine müde und schwer anfühlen, helfen neben Wechselduschen auch kalte bis lauwarme Fußbäder. Wenn du willst, kannst du Meersalz zugeben. Aber auch ein um die Beine geschlagenes feucht-kaltes Tuch kann schon lindernd wirken. Für das Büro vielleicht die bessere Variante.

Viel trinken

Vergiss nicht, trotz der geschwollenen Füße viel zu trinken. Am besten eignet sich stilles Wasser (natriumarm), Kräuter-Tees oder stark verdünnte Fruchtschorlen. Wie im Punkt Vorbeugung bereits beschrieben, hilft die zusätzliche Flüssigkeit dabei, überflüssiges Gewebewasser aus deinen Beinen zu schwemmen und über die Nieren auszuscheiden.

Fußübungen

Hast du schon einmal von den Übungen gehört, die man im Flieger machen soll, um eine Thrombose zu vermeiden? Dieselben Übungen helfen auch, das Blut wieder zum fließen zu bringen, wenn du dicke Füße hast. Versuche je 2 Minuten die Füße zu kreisen, dann stehend abwechselnd auf Zehen und Hacken zu gehen und anschließend im Ausfallschritt die Waden zu dehnen.

Manuelle Lymphdrainage

Wenn Hochlagern, Bewegung, Wechselduschen und Kompressionsstrümpfe nicht genug helfen, kann manuelle Lymphdrainage eine große Erleichterung sein. Dabei wird der Abfluss der gestauten Gewebsflüssigkeit mit speziellen, sanften Griffen unterstützt. Das ist keine normale Wellness-Massage, sondern eine physiotherapeutische Behandlung.

Sprich deine Frauenärztin, deinen Frauenarzt oder deine Hausarztpraxis darauf an. Bei starken Wassereinlagerungen kann manuelle Lymphdrainage als Heilmittel verordnet und von entsprechend geschulten Physiotherapeutinnen oder Physiotherapeuten durchgeführt werden. Wird sie wegen schwangerschaftsbedingter Beschwerden verordnet, kann die Verordnung für gesetzlich Versicherte zuzahlungsfrei sein.

Wichtig: Bei plötzlich einseitiger Schwellung, Schmerzen, Überwärmung oder Rötung bitte nicht massieren lassen und keine Lymphdrainage machen, sondern sofort ärztlich abklären lassen. Das kann ein Hinweis auf eine Thrombose sein.

Nachts leicht erhöhtes Fußende

Damit dein Gewebewasser wenigstens in der Nacht wieder abfließen kann, kannst du bei stärkeren Problemen dein Fußende mithilfe des Lattenrostes, einem Kissen oder Decken leicht erhöhen. Nicht jeder Frau ist das angenehm, aber einen Versuch ist es wert.

Akupunktur

Viele Hebammen kennen Akupunkturpunkte, die den Blutfluss verbessern und Ödeme lindern können. Frag am besten einfach nach.

Kühlende und lindernde Cremes

Im Drogeriemarkt kannst du speziell für Schwangere Cremes bekommen, die eine kühlende und abschwellende Wirkung haben und so „schwere Beine“ lindern können.

Auf keinen Fall!

  • Entwässerungsmedikamente oder -tees zu dir nehmen. In der Schwangerschaft ist das absolut tabu.
  • Weniger trinken. Denn das gefährdet dein Baby und macht die Einlagerungen nicht besser.
  • Salzarm essen. Dein Körper braucht Salze, vor allem in der Schwangerschaft. Natürlich solltest du keine Packung Salzstangen verdrücken. Aber salzarme Lebensweise schadet in dieser Zeit dir und deinem Kind.
  • Stark geschwollene, schmerzende oder überwärmte Beine einfach massieren lassen. Vor allem bei einseitigen Beschwerden muss erst eine Thrombose ausgeschlossen werden.

Wann bei geschwollenen Füßen zum Arzt

Die meisten Wassereinlagerungen gegen Ende der Schwangerschaft sind lästig, aber völlig normal. Es gibt jedoch Fälle, in denen Ödeme auf ernstere Probleme hinweisen können, zum Beispiel auf eine Präeklampsie. Wenn die Schwellungen sehr stark sind, plötzlich auftreten, über längere Zeit anhalten oder mit Kopfschmerzen, Sehstörungen, Oberbauchschmerzen oder erhöhtem Blutdruck einhergehen, solltest du deine Frauenärztin oder deinen Frauenarzt kontaktieren.

Auch wenn die Einlagerungen dich im Alltag stark einschränken, lohnt sich ein Gespräch. Dann kann geprüft werden, ob medizinische Kompressionsstrümpfe oder manuelle Lymphdrainage für dich infrage kommen.

Wenn nur ein Bein plötzlich dicker wird und vielleicht zusätzlich schmerzt, gerötet oder überwärmt ist, solltest du sofort ärztlich abklären lassen, ob eine tiefe Beinvenenthrombose dahintersteckt. Bis dahin bitte nicht massieren und keine Lymphdrainage durchführen lassen.

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Quellen

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✔ Inhaltlich geprüft am 05.10.2023
Dieser Artikel wurde von Dr. med. Kristin Deeb geprüft. Wir nutzen für unsere Recherche nur vertrauenswürdige Quellen und legen diese auch offen. Mehr über unsere redaktionellen Grundsätze, wie wir unsere Inhalte regelmäßig prüfen und aktuell halten, erfährst du hier.

Veröffentlicht von Anke Modeß

Anke ist Berlinerin und Mutter eines Schulkindes. Als langjährige babelli-Redakteurin, Journalistin und Coachin für Kinder, Jugendliche und Eltern liegen ihr Elternthemen besonders am Herzen.