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Hämorrhoiden in der Schwangerschaft: Unsere SOS-Tipps

Fast jede zweite Schwangere leidet an Hämorrhoiden. Du auch? Keine Bange, wir verraten dir, wie du sie möglichst schnell wieder loswirst!

Weshalb Hämorrhoiden in der Schwangerschaft häufig auftreten

Schwangere leiden besonders häufig an Hämorrhoiden. Dafür gibt es verschiedene Gründe:

  1. Durch die hormonelle Umstellung während der Schwangerschaft ist der Blutfluss erhöht. Die wachsende Gebärmutter und Wassereinlagerungen erschweren den Rückfluss des Blutes in den Gefäßen jedoch. Das wirkt sich auf die Blutgefäße am After aus. Es kommt zu einem Blutstau, der Hämorrhoiden bewirken kann.
  2. Der Fötus drückt auf den Darm. Es kommt zu Verstopfungen. Das starke Pressen während des Stuhlgangs ruft Hämorrhoiden hervor.
  3. Auch starkes Pressen beim Geburtsvorgang kann Hämorrhoiden „auslösen“.

Falls du nicht sicher bist, ob du Hämorrhoiden hast, erkennst du sie an folgenden Symptomen:

  • Juckreiz oder Nässen im Analbereich
  • brennende Schmerzen am After
  • leichte Blutungen nach dem Stuhlgang
  • Gefühl, den Darm nicht vollständig entleeren zu können (Druckgefühl im Darm)
  • Fremdkörpergefühl im Analbereich
  • kleine, fühlbare „Knubbel“ im Analbereich.

Hämorrhoiden in der Schwangerschaft sind ungefährlich für das Kind. Unbehandelt können Hämorrhoiden jedoch zu starken Schmerzen und Entzündungen führen. Du solltest direkt gegensteuern, wenn du Hämorrhoiden bei dir bemerkst.

Unsere Tipps: So wirst du Hämorrhoiden schnell wieder los

Es ist eindeutig, du leidest an Hämorrhoiden? Dann helfen unsere SOS-Tipps weiter!

1. Ernähre dich ballaststoffreich!

Hämorrhoiden gehen meist mit einer Verstopfung einher. Achte auf eine ballaststoffreiche Ernährung (Getreide, Gemüse, Obst) und trinke viel (2 bis 2,5 Liter). Hebammen empfehlen, bei Verstopfung morgens einen Naturjoghurt mit einem Esslöffel Flohsamen zu essen. Auch Trockenobst und Pflaumensaft helfen. Falls die Verstopfung dennoch anhält, kannst du dich in der Apotheke über geeignete Arzneimittel informieren. Lactulose oder Macrogol kommen beispielsweise in der Schwangerschaft in Betracht. Lass dich beraten.

2. Sorge für Bewegung!

Um Hämorrhoiden loszuwerden, ist es wichtig die Darmtätigkeit anzuregen. Treibe Sport. Schwimmen ist in der Schwangerschaft besonders geeignet. Oder leichte Gymnastik. Du bist ein Sportmuffel? Auch Spaziergänge helfen, die Darmtätigkeit anzukurbeln. Hauptsache du sorgst für Bewegung.

3. Vermeide langes Sitzen!

Bewegung ist gut. Langes Sitzen ist kontraproduktiv. Wenn du in deinem Beruf viel sitzen musst, ist ein Hämorrhoiden-Kissen hilfreich. Verwende aber keinen Sitzring. Dieser schränkt die Durchblutung des Gesäßes ein, wodurch die Hämorrhoiden schlechter heilen.

4. Trainiere deinen Beckenboden!

Bei einem starken Beckenboden kommt es seltener zu Hämorrhoiden und du wirst die Hämorrhoiden schneller wieder los. In unserem Artikel zum Beckenbodentraining erfährst du, wie du deinen Beckenboden trainieren kannst.

5. Verwende spezielle Hämorrhoidensalben oder -zäpfchen!

Lass dich von einem Apotheker beraten, welche Salben oder Zäpfchen du in der Schwangerschaft verwenden kannst. Viele Produkte gibt es rezeptfrei. Die Salbe wird vorsichtig auf die mit Wasser gereinigten Hämorrhoiden aufgetragen. Die Zäpfchen solltest du gemäß Packungsbeilage dosieren. Wichtig: Stellt sich keine Besserung ein, solltest du nach spätestens 14 Tagen einen Arzt aufsuchen!

6. Nimm Sitzbäder oder praktiziere Wechselduschen!

Ebenfalls in der Apotheke erhältst du beruhigende Sitzbäder mit entzündungs- und schmerzhemmenden Wirkstoffen. Lass sich auch hierzu beraten. Aber: Nicht alle Frauen empfinden warme Bäder als angenehm. Manche bevorzugen Wechselduschen. Hierbei werden beide Beine bis zum Becken abwechselnd mit kaltem und warmem Wasser abgeduscht. Das fördert die Durchblutung. Probiere aus, was dir guttut.

7. Nutze Eisbeutel oder Quarkkompressen!

Wenn du Kälte als angenehmer empfindest, kannst du einen Eisbeutel auflegen. Noch besser sind Quarkkompressen. Sie wirken entzündungshemmend und können bei der Behandlung von Hämorrhoiden hilfreich sein.

8. Trage Nasenspray auf!

Kein Scherz. Hebammen empfehlen, abschwellende Nasensprays auf die Hämorrhoiden aufzutragen. Probiere es aus.

9. Verwende sehr weiches oder feuchtes Toilettenpapier!

Das Toilettenpapier sollte keine reizenden Zusätze wie Duftstoffe enthalten und frei von Farbstoffen sein.

10. Zögere den Stuhlgang nicht hinaus!

Wenn du merkst, dass du auf die Toilette musst, gehe direkt. Zögerst du den Stuhlgang hinaus, wird er trockener und härter und du musst stärker pressen. Und Pressen fördert die Hämorrhoidenbildung. Ein runder Rücken hilft bei der Darmentleerung. Der Po sollte so weit wie möglich in der Kloschüssel sein – dann stimmt die Haltung. Wenn du einen kleinen Hocker vor der Toilette platzierst und deine Füße darauf abstellst, erleichtert das das Ausscheiden zusätzlich. Auf diese Weise entsteht ein natürlicher Winkel (Hocksitzhaltung) für den Stuhlgang und der Darm wird nicht abgeknickt.

11. Schlafe möglichst auf der linken Seite!

Wenn du auf der linken Seite schläfst, entlastest du deine Gefäße und förderst die Durchblutung der Gebärmutter. Langes Liegen auf dem Rücken erhöht bei Schwangeren hingegen das Risiko für Verdauungsstörungen – und damit einhergehend für Hämorrhoiden.

12. Nimm Vitamin E zu dir!

Vitamin E schwächt Entzündungsreaktionen ab und unterstützt die Heilung gerissener Kapillargefäße. In der Schwangerschaft ist der Bedarf an Vitamin E leicht erhöht. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Schwangeren eine tägliche Vitamin-E-Zufuhr von 13 Milligramm. Enthalten ist Vitamin E in Sonnenblumenkernen, Weizenkeimen und hochwertigen Pflanzenölen.

Du hast bereits starke Schmerzen oder Blutungen? Dann solltest du umgehend einen Arzt aufsuchen. Bei Hämorrhoiden gibt es verschiedene Krankheitsstadien (Stufe 1 bis 4). Bei Erkrankungen der Stufen 3 und 4 kann eine Operation notwendig sein. Zwar ist dies bei schwangerschaftsbedingten Hämorrhoiden selten der Fall. Dennoch sollte sich ein Arzt dein Leiden anschauen.

Und was hilft gegen Hämorrhoiden nach der Geburt?

Wir würden dir an dieser Stelle gerne sagen, dass sich dein „Hämorrhoiden-Problem“ nach der Geburt erledigt hat. Aber leider leiden viele Frauen auch dann noch an Hämorrhoiden. Erst nach und nach „normalisiert“ sich dein Körper wieder. Bis dahin helfen unsere SOS-Tipps auch nach der Geburt weiter.

Darüber hinaus empfehlen wir dir folgende Produkte für den „Kampf“ gegen die Hämorrhoiden:

Hämorrhoidensalben kannst du rezeptfrei in der Apotheke, in gut sortierten Drogeriemärkten oder natürlich online kaufen.

So kannst du Hämorrhoiden vorbeugen

Leider kannst du dem erneuten Auftreten von Hämorrhoiden nicht gänzlich vorbeugen. Wichtig ist, dass du Verstopfungen vermeidest. Wenn du dich ausgewogen und ballaststoffreich ernährst, viel trinkst und regelmäßig für Bewegung sorgst, kannst du das Hämorrhoiden-Risiko zumindest verringern.

Übrigens: Hämorrhoiden hat jeder. Genau genommen bezeichnet der Begriff Hämorrhoiden nämlich die Gefäßpolster am Ausgang des Enddarms, die sich rund um den Anus befinden. Sie dichten den Darmausgang ab und verhindern, dass der Stuhl den Darm unkontrolliert verlässt. Schwellen die Hämorrhoiden an und entzünden sie sich, spricht man von einem Hämorrhoidalleiden.

Fazit

Hämorrhoiden in der Schwangerschaft sind nichts Ungewöhnliches. Sie sind auch nicht gefährlich. Aber leider ziemlich lästig. Mit unseren SOS-Tipps wirst du die fiesen Dinger schnell wieder los.

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