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Wie kann ich eine Frühgeburt verhindern?

Inhaltlich geprüft von Hebamme Emely Hoppe.

8 von 100 Babys kommen zu früh zur Welt. Mögliche Ursachen dafür gibt es viele. Nicht immer kann man eine Frühgeburt verhindern, oft aber noch etwas hinauszögern. Welche Optionen es dafür gibt und was du selbst tun kannst, um einer Frühgeburt bestmöglich vorzubeugen, fassen wir für dich zusammen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Babys, die vor Ende der 37. SSW zur Welt kommen, gelten als Frühchen.
  • Mögliche Ursachen sind Infektionen, Vorerkrankungen oder Schwangerschaftskomplikationen.
  • Nicht immer kann man selbst eine Frühgeburt verhindern.
  • Aber ein gesunder Lebensstil hilft dabei, das Risiko zu minimieren.
  • Droht eine Frühgeburt, können verschiedene Maßnahmen helfen, die Geburt hinauszuzögern.
  • Je nach Ursache kommen zum Beispiel ein Muttermundverschluss, eine Progesteron-Behandlung oder medikamentöse Wehenhemmer infrage.
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Warum kommt es überhaupt zu Frühgeburten?

Um eine Frühgeburt handelt es sich, wenn das Kind vor dem Ende der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt kommt. Warum es zur Frühgeburt kommt, kann nicht immer erklärt werden. Zu den häufigsten Ursachen gehören aber unter anderem:

  • Alter der Mutter (jünger als 18, älter als 35 Jahre)
  • Vorerkrankungen der Mutter 
  • eine Zervixinsuffizienz (Gebärmutterhalsschwäche)
  • schwangerschaftsbedingte Erkrankungen (Gestose, Präeklampsie)
  • Eine Fehlfunktion der Gebärmutter oder Plazenta
  • Fehlbildungen des Kindes
  • Mehrlingsschwangerschaft
  • Untergewicht oder starkes Übergewicht der Mutter
  • Scheideninfektionen 

Dazu kommen weitere Faktoren, die eine Frühgeburt wahrscheinlicher machen. Dazu gehören:

  • Alkohol und Rauchen während der Schwangerschaft
  • emotionaler Stress und psychosoziale Belastung
  • körperliche Überbelastung

Einer Frühgeburt vorbeugen: Das kannst du tun

Nicht immer lässt sich eine Frühgeburt verhindern. Aber du kannst zumindest einiges dafür tun, um das Risiko für eine vorzeitige Geburt zu verringern:

1) Alle Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen

Bei den regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen lassen sich Anzeichen auf mögliche Probleme frühzeitig feststellen. So kann ihnen am besten entgegengewirkt werden. Ein vorzeitig verkürzter Zervix beispielsweise kann nur durch eine professionelle Untersuchung festgestellt werden. Die Vorsorgeuntersuchungen kannst du in der gynäkologischen Praxis oder von deiner Hebamme durchführen lassen. 

2) Mit dem Rauchen aufhören

Und zwar am besten noch vor der Kinderplanung, spätestens aber nach dem positiven Test. Nikotin schadet nicht nur dem Ungeborenen. Rauchen in der Schwangerschaft fördert auch das Frühgeburtsrisiko. Raucherinnen sind 3 x häufiger von Frühgeburten betroffen, als Nicht-Raucherinnen. Nikotin verringert die Durchblutung der Gebärmutter und sorgt dafür, dass deren Blutgefäße frühzeitig verstopfen. So kann es viel leichter zu einer Plazenta-Insuffizienz kommen.

3) Auf eine gesunde Ernährung und Bewegung achten

Je mehr du in der Schwangerschaft auf dich achtest, desto geringer ist das Risiko einer Frühgeburt. Eine ausgewogene Ernährung ist das A und O einer gesunden Schwangerschaft. Bewegung hält dich nicht nur fit, sie wirkt sich auch günstig auf die Durchblutung der Gebärmutter aus.

4) Vorerkrankungen feststellen und therapieren lassen

Solltest du chronische Vorerkrankungen haben, sollten diese therapiert und, wenn nötig, deine Medikamente gut eingestellt sein. Insbesondere eine Diabetes mellitus ist leider ein großer Risikofaktor für eine Frühgeburt. Deshalb ist es wichtig, dass du auf dich achtest und alle Regeln befolgst, um deinen Blutzucker stabil zu halten.

5) Starke körperliche Belastungen vermeiden

Auch wenn du ein Fitness-Fan bist, solltest du es in der Schwangerschaft langsamer angehen lassen. Moderater Sport ist nicht verboten, sondern ausdrücklich erwünscht (solange der Arzt oder die Hebamme das Go dafür geben). Aber auf Wettkämpfe und harte Trainingseinheiten solltest du erst einmal verzichten. Am besten eignen übrigens eher sanfte Sportarten, die wenig Druck auf den Beckenboden ausüben und kein besonderes Verletzungsrisiko bergen. Sportart Nummer 1 in der Schwangerschaft ist Schwimmen.

6) Stress vermeiden

Stress kann jedoch Frühgeburten begünstigen. Warum das so ist, ist noch nicht ganz klar. Wahrscheinlich ist der hohe Cortisol-Spiegel (Stresshormon) mit daran schuld. Ein Grund mehr, in der Schwangerschaft Stress zu vermeiden und sich in Gelassenheit zu üben, wo es nur geht. Das gilt für den üblichen Alltagsstress zwischen Job, Familie und anderen Verpflichtungen, aber auch und besonders für psychoemotionalen Stress.

Ja, leider ist es immer leicht gesagt: „Entspann dich mal, mach dir keinen Stress.“ Insbesondere, wenn die drohende Frühgeburt oder andere Ängste in der Schwangerschaft dich belasten, kannst du dich vermutlich schlecht entspannen. Trotzdem solltest du versuchen, Möglichkeiten dafür zu finden. Vielleicht ist Yoga ja etwas für dich, oder du lernst Meditation. Bei bedrückender Angst vor der Geburt kann vielleicht Hypnobirthing helfen. Oder einfach ehrliche und ausgiebige Gespräche mit dem Partner, der Familie, Freunden oder Ärzten und deiner Hebamme. Reicht das nicht, solltest du vielleicht auch professionelle psychologische Hilfe ein Anspruch nehmen. 

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Stresst dich die Arbeit, kann deine Frauenärztin oder dein Frauenarzt dir unter Umständen ein Beschäftigungsverbot aussprechen.

7) Scheidenmilieu gesund halten und kontrollieren

Aufsteigende Scheideninfektionen (bakterielle Vaginose) sind mit die häufigsten Gründe für Frühgeburten. Wenn Bakterien und Pilze aufsteigen, können sie die Eihäute schwächen. Es kommt zum vorzeitigen Blasensprung. Leider sind Schwangere wegen ihres viel beschäftigten Immunsystems für Infektionen generell recht anfällig. Nicht immer werden Infektionen rechtzeitig bemerkt. Typische Symptome wären aber zum Beispiel Juckreiz oder Brennen, und übelriechender Ausfluss mit ungewohnter Konsistenz.

Manche Frauenärzte empfehlen Schwangeren die regelmäßige Selbstmessung des ph-Werts der Scheide. Ein erhöhter pH-Wert ab 4,4 weist auf eine ungünstige Verschiebung des Scheidenmilieus hin. In der Apotheke gibt es Testsets für den Heimgebrauch. Liegt der pH-Wert länger als einen Tag über 4,4 solltest du zu deiner Ärztin gehen. Denn früh behandelt, kann eine Infektion gut geheilt werden, ohne Probleme zu bereiten.

Achtung: Bei plötzlich auftretendem, stark wässrigem Ausfluss muss man auch an einen vorzeitigen Blasensprung denken. In der Apotheke erhältst du Fruchtwasser-Teststreifen, die dir Klarheit verschaffen.

8) Zahnprophylaxe wahrnehmen

Die Zähne haben mehr Einfluss auf deine Gesundheit, als du denken magst. Vor allem chronische Entzündungen am Zahnfleisch schwächen das Immunsystem. Ihnen kannst du mit guter Mundhygiene (Zahnseide etc.) und regelmäßigen professionellen Zahnreinigungen vorbeugen. Zahnreinigungen sollten bestenfalls im 1. und noch mal im 3. Trimester (bis zur 32. SSW) stattfinden, um einer Parodontitis vorzubeugen, denn diese kann Studien zufolge auch eine Frühgeburt auslösen.

9) Dich gegen Grippe impfen lassen

In den offiziellen Leitlinien zur Verhinderung einer Frühgeburt wird außerdem empfohlen, dass sich Schwangere ab dem 2. Trimester gegen die saisonale Grippe impfen lassen sollten. So können schwere Krankheitsverläufe verhindert werden, die ein möglicher Auslöser für Frühgeburten sind.

Wann du zum Arzt solltest

Je früher eine drohende Frühgeburt erkannt wird, desto besser. Deshalb ist es wichtig, dass du zum Arzt gehst, wenn du dich unwohl fühlst oder glaubst, dass etwas nicht stimmen könnte. Besser gehst du bei einem Verdacht einmal mehr zum Frauenarzt als einmal zu wenig. Aber auch konkrete Anzeichen können eine Frühgeburt oder zumindest eine risikoreiche Erkrankung ankündigen:

  • Ein erhöhter pH-Wert für 1 Tag oder immer wiederkehrende pH-Wert Erhöhungen
  • Eine spürbare Scheideninfektion oder Blasenentzündung
  • Über Tage anhaltendes Fieber
  • Starke Kopfschmerzen
  • Oberbauchschmerzen
  • Kreislaufprobleme/Schwindel
  • Starker Durchfall
  • Blutungen
  • Menstruationsartige Bauchkrämpfe
  • Häufig wiederkehrende Kontraktionen der Gebärmutter (Bauch wird hart)

Wie hoch das Risiko für eine vorzeitige Geburt wirklich ist, können Mediziner mithilfe des sogenannten Fibronektin-Tests herausfinden. Dabei wird die Konzentration des Biomarkers Fibronektin im Vagnialschleim bestimmt. Sie lässt Vorhersagen darüber zu, ob eine Geburt innerhalb der nächsten 7 Tage bevorsteht. Ist der Test positiv, werden entsprechende Maßnahmen eingeleitet (siehe unten). Zeigt der Test dagegen keine Hinweise auf eine bevorstehende Geburt, können der Schwangeren bestenfalls unnötige Behandlungen mit Wehenhemmer, eine Lungenreifespritze oder auch ein längerer Klinikaufenthalt erspart werden.

Eine drohende Frühgeburt verhindern oder hinauszögern

Ab der 24. SSW und mit einem Geburtsgewicht von 400 Gramm gelten Frühgeborene hierzulande als überlebensfähig. Jedoch haben Frühchen, die mehrere Wochen vor dem errechneten Geburtstermin geboren werden, ein erhöhtes bis hohes Risiko für Komplikationen, wie körperliche und geistige Schädigungen. Deshalb ist es so wichtig, dass das Kind so viel Zeit wie möglich im Bauch der Mutter verbringen kann. Wenn sich eine Frühgeburt ankündigt, ist es deshalb immer das oberste Ziel, Zeit zu gewinnen. Dafür gibt es verschiedene Maßnahmen.

1) Etwaige Infektion behandeln

Sollte ein Test in der gynäkologischen Praxis eine Besiedlung von Bakterien oder Pilzen bestätigen, werden die Erreger mit Medikamenten behandelt. Eine vorsorgliche Behandlung mit Antibiotika kann Frühgeburten übrigens nicht verhindern, zeigten Studien. Man setzt sie in der Regel nur ein, wenn es Symptome einer Infektion gibt.

2) Progesteron-Therapie

Bei vorzeitiger Wehentätigkeit kann die Einnahme von Progesteron helfen. Es beruhigt die Gebärmutter und hemmt Wehen. Progesteron wird dann meist vaginal eingenommen. Auf diesem Weg erreicht es eine höhere Bioverfügbarkeit und ist am verträglichsten.

3) Muttermundverschluss durch Cerclage oder Pessar

Bei einem verkürzten Gebärmutterhals kann ein künstlicher Verschluss des Muttermunds unter Umständen eine Frühgeburt verhindern. Dafür gibt es zwei Methoden. Bei einer Cerclage wird der Muttermund mit einem Band zugenäht. Bei Frauen, die bereits eine Frühgeburt hatten, kann dies bei einer erneuten Schwangerschaft auch vorsorglich geschehen. Ein Cerclage Pessar hingegen ist ein Silikonring, der über den Gebärmutterhals gestülpt wird. Welche Methode zum Einsatz kommt, hängt von der Ausgangssituation ab. Beide Methoden zeigen in Studien unter bestimmten Umständen Erfolge.

4) Wehenhemmer (Tokolyse)

Bei vorzeitigen Wehen kann eine medikamentöse Wehenhemmung (Tokolyse) helfen, die Geburt um einige Stunden oder Tage hinauszuzögern. In dieser Zeit kann man die Lungenreife des Babys fördern (Lungenreifespritze) oder, falls nötig, die schwangere Mutter noch rechtzeitig in ein spezielles Perinatalzentrum verlegen.

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5) Bettruhe

Bis vor einigen Jahren wurde Schwangeren, bei denen sich eine Frühgeburt ankündigte, noch Bettruhe verordnet. Zum Teil eine sehr strenge sogar und unter medizinischer Aufsicht im Krankenhaus. Bei Stress und Belastung kann es sicher helfen, sich zu schonen und dem Körper eine Pause zu gönnen. Allerdings existieren bis heute keine stichhaltigen Beweise, dass Bettruhe wirklich eine Frühgeburt verhindern kann. Im Gegenteil, sie fördert eher die Gefahr von Thrombosen, Muskelschwund und depressiven Verstimmungen der werdenden Mutter. Ob dein Arzt oder deine Ärztin dir zur Bettruhe rät oder sie sogar anordnet, liegt in seinem eigenen Ermessen. Heute wird sie allerdings nur noch selten streng angeordnet.

Hast du Erfahrungen mit einer (drohenden) Frühgeburt gemacht? Welche Maßnahmen wurden bei dir ergriffen, um die vorzeitige Geburt zu verhindern oder hinauszuzögern? Teile doch deine Erfahrungen in unseren Kommentaren!

🎧 Podcast: #140 Ängste in der Schwangerschaft

Hebamme Emely Hoppe gibt in unserer Podcast-Folge Tipps, wie du mit Ängsten und Sorgen in der Schwangerschaft umgehen kannst.

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Quellen

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