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Darf ich Honig in der Schwangerschaft essen?

Dieser Artikel wurde inhaltlich geprüft von Christine Müller, Hebamme.

In der Schwangerschaft sind viele Lebensmittel tabu. Auf naturbelassene tierische Produkte wie Salami, Sushi und Co. sollten werdende Mamis verzichten. Aber wie sieht es mit Honig aus? Ist das süße Tierprodukt in der Schwangerschaft ebenfalls verboten? Wir verraten es dir!

Das Wichtigste in Kürze

  • Honig ist in der Schwangerschaft unbedenklich.
  • Auch in der Stillzeit musst du nicht auf Honig verzichten.
  • Aufgrund seines hohen Zuckeranteils sollte Honig aber nur in Maßen genossen werden.
  • Wichtig: In Schwangerschaft und Stillzeit ist Honig unbedenklich. Für einen Säugling unter einem Jahr ist Honig hingegen gefährlich. Er könnte an Botulismus erkranken. Botulismus kann lebensbedrohliche Lähmungen verursachen.

Honig in der Schwangerschaft: Ja oder Nein?

Bei tierischen Produkten ist in der Schwangerschaft Vorsicht geboten. Lebensmittel wie Rohmilchkäse und Rohwürste solltest du meiden. Sie bergen das Risiko, dass du dich mit Listeriose oder Toxoplasmose infizierst. Honig ist zwar auch ein tierisches Produkt, er besitzt jedoch antimikrobielle Eigenschaften. Dadurch wird das Wachstum von Mikroorganismen wie Bakterien gehemmt. Du kannst also guten Gewissens in der Schwangerschaft Honig konsumieren. Deinem ungeborenen Schatz schadet der süße Brotaufstrich nicht.

Weshalb viele Schwangere Honig für gefährlich halten

Honig ist unbedenklich für dich und dein ungeborenes Kind. Dennoch herrscht in puncto Honig-Konsum während der Schwangerschaft große Unsicherheit. Im Wesentlichen beruht diese Unsicherheit auf folgenden Fakten:

Fakt 1: Naturbelassene tierische Produkte sind in der Schwangerschaft normalerweise tabu!

Naturbelassene tierische Produkte solltest du in der Schwangerschaft nicht zu dir nehmen. Honig ist auch ein Tierprodukt. Viele Schwangere denken, Honig sei in der Schwangerschaft tabu.

Aber: Aufgrund seiner antimikrobiellen Eigenschaften stellt Honig eine Ausnahme dar. Im Gegensatz zu anderen tierischen Produkten ist Honig ungefährlich für dein Kind.

Fakt 2: Honig ist für Babys bis 12 Monate gefährlich!

Honig ist für Säuglinge unter einem Jahr gefährlich. Denn: Honig kann Sporen des Bakteriums Clostridium botulinum enthalten. Diese können sich im Darm des Kindes ausbreiten und die giftige Substanz Botulinumtoxin produzieren. Infolgedessen erkrankt das Baby an Säuglingsbotulismus. Es kann zu Muskel- und Lähmungserscheinungen kommen – von Lähmungen der Schluck- und Augenmuskulatur bis hin zur lebensbedrohlichen Atemlähmung. Viele Schwangere haben dies im Hinterkopf.

Aber: Während der Schwangerschaft besteht keine Gefahr für dein ungeborenes Kind. Deine Darmflora schützt sowohl dich als auch dein Kind vor den Sporen des Bakteriums Clostridium botulinum.

Fakt 3: Honig enthält Listerien!

Honig enthält Listerien. Auf Lebensmittel, die mit Listerien belastet sein können, sollten Schwangere verzichten. Denn: Infizieren sich Schwangere mit Listeriose, kann das für den Fötus tödlich enden.

Aber: Zwar enthält Honig Listerien, durch den hohen Zuckergehalt können sie sich im Honig jedoch nicht vermehren. Honig ist trotz Listerien unbedenklich.

Fakt 4: Honig ist mit Pyrrolizidinalkaloiden (PA) belastet!

Honig wird nachgesagt, stark mit Pyrrolizidinalkaloiden (PA) belastet zu sein. Pyrrolizidinalkaloide sind Pflanzeninhaltsstoffe, die bei erhöhter und regelmäßiger Einnahme beispielsweise die Leber schädigen und krebserregend sein können.

Aber: Untersuchungen ergaben, dass in erster Linie Honige aus nicht EU-Ländern erhöhte Gehalte an PA aufweisen (beispielsweise aus Mittel- oder Südamerika). Europäischer Honig ist in der Regel unbedenklich.

Tipp: Wenn du auf Nummer sicher gehen möchtest, solltest du ausschließlich deutschen Honig aus der Frühjahrstracht konsumieren. PA-bildende Pflanzen (etwa Jakobs-Kreuzkraut oder Wasserdost) blühen in Deutschland erst im Sommer. Eine mögliche Belastung von Honig mit Pyrrolizidinalkaloiden kann hierzulande also nur beim Sommerhonig auftreten. Achte beim Einkauf auf das Gütesiegel „Echter deutscher Honig“. Dieses garantiert, dass der Honig ausschließlich in Deutschland produziert wurde.

Ist Honig in der Schwangerschaft sogar gesund?

Honig in der Schwangerschaft ist nicht nur unbedenklich, sondern sogar gesund.

  • Honig wird besser „verstoffwechelt“: Studien belegen, dass Honig gesünder ist als raffinierter Zucker. Durch die vielfältigen Inhaltsstoffe des Honigs wird er anders „verstoffwechselt“.
  • Honig hat weniger Kalorien: In 100 Gramm Zucker sind etwa 380 Kilokalorien enthalten. Honig kommt auf rund 300 Kilokalorien je 100 Gramm. Zudem schmeckt Honig aufgrund seines höheren Fructoseanteils wesentlich süßer. Zum Süßen von Speisen benötigst du somit eine kleinere Menge und sparst zusätzlich Kalorien ein.
  • Honig hilft bei Husten: In der Schwangerschaft solltest du möglichst auf Medikamente verzichten. Honig wirkt antibakteriell und hilft, Erkältungserscheinungen wie Husten und Halsschmerzen zu lindern. Manuka-Honig soll hierbei besonders antimikrobiell und entzündungshemmend wirken.
  • Honig enthält eine Vielzahl von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen: Die wertvollen Inhaltsstoffe des Honigs kommen auch deinem ungeborenen Kind zugute und tragen zu einer gesunden Entwicklung bei.

Weshalb du Honig in der Schwangerschaft dennoch nur mit Maß und Ziel genießen solltest

Honig ist gesund. Nichtsdestotrotz enthält Honig einen hohen Zuckeranteil (circa 80%). 100 Gramm Honig haben etwa 300 Kilokalorien. Du solltest ihn daher nur in Maßen zu dir nehmen. Ansonsten drohen unnötige Schwangerschaftspfunde – und unter Umständen eine Schwangerschaftsdiabetes. Zwar gibt es Studien, die auf eine antidiabetische Wirkung von Honig hinweisen. Diese Studien beziehen sich jedoch auf Diabetes Typ 1 oder 2 – nicht auf Schwangerschaftsdiabetes.

Und in der Stillzeit?

In der Stillzeit ist Honig ebenfalls unbedenklich. Du musst auch dann nicht auf dein flüssiges Gold verzichten. Selbst wenn Botulinum-Sporen im Honig enthalten sein sollten, gelangen diese nicht in die Muttermilch.

Wichtig: Auch wenn es hin und wieder empfohlen wird, solltest du wunde Brustwarzen nicht mit Honig behandeln. Andernfalls könnte dein Schatz den Honig beim Stillen aufnehmen –  und mit ihm die möglicherweise darin enthaltenen Sporen.

Fazit

Honig gilt in der Schwangerschaft als unbedenklich. Er hat sogar eine positive Wirkung. Er hilft gegen Husten und enthält eine Vielzahl an wertvollen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Aufgrund des hohen Zuckeranteils solltest du Honig aber nur in Maßen genießen. Andernfalls drohen unnötige Schwangerschaftspfunde.

Auch in der Stillzeit kannst du Honig konsumieren. Deinem Baby darfst du hingegen keinen Honig geben. Es besteht das Risiko, dass es sich mit Botulismus infiziert. Botulismus kann bei Säuglingen lebensbedrohliche Lähmungen auslösen.

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