Close Babelli.deBabelli.de

Sushi in der Schwangerschaft: erlaubt oder nicht?

Ist Sushi in der Schwangerschaft gefährlich?

Inhaltlich geprüft von Hebamme Emely Hoppe.

Als Liebhaberin der japanischen Küche dürfte dir der Gedanke an leckeres Sushi das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Aber als werdende Mama ist dir bewusst, dass du jetzt ganz besonders auf eine gesunde Ernährung achten musst. Leider bergen die kleinen Reis-Röllchen da so einige Risiken. Ist Sushi in der Schwangerschaft gefährlich? Wir klären auf und zeigen dir Alternativen, die dir und deinem Babybauch gut bekommen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Klassisches Sushi mit rohem Fisch kann beim Verzehr in der Schwangerschaft gefährlich werden. 
  • Roher Fisch sollte in der Schwangerschaft nicht gegessen werden. Er kann Listerien enthalten.
  • Algenblätter enthalten häufig zu viel Jod und sind mit Schadstoffen belastet.
  • Alternativ ist es gesünder, in der Schwangerschaft vegetarisches Sushi zu genießen.
<span style="align:center; font-size: 18px">Video-Empfehlung:</span> <style> native-player { aspect-ratio: 16/9; display: block; } </style> <script type="text/javascript" src="//syndication.target-video.com/native-player.js" async=""></script> <native-player></native-player>

Wir verstehen es nur zu gut, wenn dich immer mal wieder diverse Schwangerschaftsgelüste  plagen. Und es ist zum Teil wirklich eine Plage, denn als werdende Mama solltest du der Gesundheit deines Kindes zuliebe auf einiges verzichten. Leider gehört auch Sushi zu den Lebensmitteln, bei denen in der Schwangerschaft besondere Vorsicht geboten ist. Zumindest in seiner klassischen Form. Dabei gibt es zwei Problem-Zutaten: den (rohen) Fisch und die Algen.

Sushi für Schwangere: Auf rohen Fisch verzichten

Der Oberbegriff Sushi umfasst all die leckeren kleinen Reis-Röllchen (Maki) und -Bällchen (Nigiri), die du aus dem japanischen Restaurant, aber auch aus dem Supermarktregal kennst. Sushi bedeutet im weitesten Sinne: Reis mit anderen Zutaten. Zu denen gehören oftmals roher oder geräucherter Fisch, Garnelen und Meeresfrüchte. Und hier gilt eine wichtige Regel in der Schwangerschaft:

Zum Schutz vor einer Listeriose empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) Schwangeren, auf den Verzehr von rohem Fleisch und Fisch zu verzichten.

Eine Listeriose wird durch mit Listerien verunreinigte Lebensmittel hervorgerufen. Bei gesunden Erwachsenen kann eine Infektion mit diesen Bakterien ohne Symptome oder wie eine klassische Lebensmittelvergiftung verlaufen. Als werdende Mutter bist du besonders von einer Erkrankung gefährdet, da dein Immunsystem aufgrund der Schwangerschaft geschwächt ist. Zudem kann die Infektion über die Nabelschnur auf das ungeborene Baby übergehen und schwere Folgen haben.

Mehr zum Thema

Fangfrischer Fisch ist in der Regel keimfrei. Eine mögliche Verunreinigung findet erst bei der Verarbeitung und Lagerung statt. Da du als Verbraucher den Weg vom Fisch auf deinen Teller meist nicht zu 100 Prozent nachvollziehen kannst, musst du leider immer mit dem Risiko eines Listerien-Befalls rechnen.

Dazu kommt leider noch, dass bestimmte Seefischarten häufig mit Quecksilber belastet sind. In der Regel stellt dies keine Gefährdung für Erwachsene dar. Schwangere bilden jedoch auch hier eine Risikogruppe. Denn Quecksilber kann die Plazenta ungehindert passieren und so auch in den Organismus des Babys gelangen. Zu den Fischarten mit vergleichsweise hohem Quecksilber-Gehalt zählen: Haifisch („Schillerlocken“), Buttermakrele, Aal, Steinbeißer, Schwertfisch, weißer und schwarzer Heilbutt, Hecht, Seeteufel, Thunfisch und Rotbarsch. (Quelle: BMUV)

Achtung: Algen enthalten viel Jod und Schadstoffe

Abgesehen vom rohen Fisch warnt die DGE Schwangere auch vor dem Verzehr von Algen und Algenprodukten, die bei vielen Maki zum Einsatz kommen. Sie enthalten zum Teil sehr viel Jod. Für dich als Schwangere ist eine Aufnahme von maximal 0,5 mg Jod pro Tag vertretbar. Solltest du Algen essen wollen, informiere dich also vorsichtshalber über den Jodgehalt (zum Beispiel auf der Liste der Inhaltsstoffe bei gekauften Noriblättern). Leidest du bereits an einer Schilddrüsenerkrankung, solltest du auf jeden Fall auf Sushi mit Algen verzichten.

Neben dem hohen Jodgehalt können dir leider auch Schadstoffe die Lust auf Algen verderben. Denn laut einer Untersuchung des Bundesamts für Verbraucherschutz (BVL) sind Algenprodukte häufig mit hohen Konzentrationen von Schwermetallen wie Cardium, Blei, Arsen und Aluminium belastet. Erschreckend! Und definitiv nichts, was du oder dein Baby in dieser sensiblen Phase gebrauchen könnt.

Sushi in der Schwangerschaft: Die Risiken im Überblick

ZutatBelastungMögliche Risiken und GefahrenGesundheitliche Folgen
roher oder geräucherter Fisch / MeeresfrüchteListerien, Keime, ParasitenInfektion mit Listerien, Toxoplasmosekann zu Fehlbildungen, Früh- und Totgeburten führen
Großfische, insbesondere Thunfischz.T. hoher QuecksilbergehaltQuecksilbervergiftungenneuronale Entwicklungsschäden, beeinträchtigte Wahrnehmung, Motorik, schädigt Nieren und Herz beim Baby, schwächt das Immunsystem
Nori-Blätter (Algenblätter)z.T. hoher Anteil an Schwermetallen und JodLebensmittelvergiftungen, Jod-Überdosierung kann zu Schilddrüsenüberfunktion führen
Wasabiin großen Mengen sehr scharfoftmals unverträglich führt bei Schwangeren oftmals zu Übelkeit, Störung der Darmgesundheit und -aktivität, Sodbrennen

Unbedenkliche Sushi-Alternativen für Schwangere

Du siehst also, Sushi kann für Schwangere, vor allem aber für deren Babys gefährlich sein. Aber keine Sorge: Es gibt gute Alternativen für herkömmliches Sushi. Wir stellen dir 3 verschiedene Sushi-Varianten vor, die du während deiner Schwangerschaft guten Gewissens genießen kannst.

Veganes oder vegetarisches Sushi in der Schwangerschaft

Indem du auf rohen oder geräucherten Fisch verzichtest, minimierst du das Risiko einer Listeriose, eines Parasitenbefalls oder gar einer Quecksilbervergiftung deutlich. Ersetze den Fisch oder auch die Meeresfrüchte einfach durch Gemüse. Maki mit Avocados, Gurken, Karotten oder Zucchini sind lecker und versorgen dich noch dazu mit Vitaminen. Vegetarisches Sushi kannst du aus Reis, Frischkäse und besagtem Gemüse leicht selbst herstellen. Diverse Rezepte für solche Kreationen findest du im Internet. In diesem Video wird dir ganz genau erklärt, wie’s geht:

Frittiertes Sushi in der Schwangerschaft

Das mag für eingefleischte Sushi-Liebhaberinnen zunächst ein wenig abwegig klingen, doch es ist eine gute Alternative, wenn du auf den Fisch beim Sushi in der Schwangerschaft nicht verzichten willst. Wälze die fertig gerollten Sushi-Rollen wie ein Schnitzel erst in Mehl, dann in Ei und anschließend in Paniermehl. Danach kannst du die Rollen in einer Pfanne mit heißem Fett oder der Heißluftfritteuse frittieren. So wird der Fisch gut durchgegart und du kannst dein geliebtes Sushi auch in der Schwangerschaft genießen. Wegen des doch sehr hohen Fettanteils sollten frittierte Speisen allerdings eine besondere Ausnahme bleiben.

Unser Tipp: Wir raten vom übermäßigen Genuss von belasteten Fischarten ab (siehe oben). Konsumiere stattdessen lieber fettreichen Meeresfisch wie Lachs oder Dorade, um in den Genuss der hochwertigen Omega-3-Fettsäuren zu kommen.

Sushi ohne Algen 

Da die für Sushi verwendeten Algen in der Regel zu viel Jod enthalten, ist es ratsam, wenn du dich auf jene Maki beschränkst, die ohne Noriblätter auskommen. Du rollst selbst? Dann ersetze die Algen einfach durch Reispapier oder versuche Nigiri, die mit sehr schmalen Algenstreifen auskommen. Mindestens ebenso lecker, aber dafür ohne das Risiko, zu viel Jod oder Schadstoffe zu dir zu nehmen.

Fazit: Sushi in der Schwangerschaft nur unter Bedingungen

Klassisches Sushi gehört tatsächlich zu den Speisen, auf die Frauen in der Schwangerschaft verzichten sollten – zumindest, wenn es um die Variante mit rohem Fisch und Algenblätter geht. Vegetarisches Sushi, bestenfalls ohne Algenmantel, darfst du dir jedoch gönnen. Bereite dir Sushi am besten selbst zu, dann weißt du ganz genau, was darin steckt. 

Sushi im Restaurant? Bitte nur dort, wo du dir ganz sicher bist, dass in der Küche sauber gearbeitet wird. Leider hast du als Gast selten Einblick, ob die Messer und Küchenbretter nach dem Zubereiten von rohem Fisch auch wirklich perfekt gereinigt werden, bevor damit dein vegetarisches Sushi zubereitet werden. 

Von Sushi to Go aus dem Supermarkt sollte für dich als werdende Mutter aber definitiv tabu sein. Auch in ihrer vegetarischen Form ist das Risiko einfach zu hoch, dass die Reis-Röllchen und -Bällchen durch Herstellung, Verpackung und Lagerung mit Keimen belastet sind. Denke immer daran: Während der Schwangerschaft bist du anfälliger für Lebensmittelinfektionen. 

Aufgrund der oben genannten Gefahren empfehlen wir dir auch, den Sushi-Verzehr in der Stillzeit gut zu überdenken. Vielleicht ist es ganz gut, wenn du in der Schwangerschaft schon mal köstliche Alternativen kennenlernst. Denn Schadstoffe, wie sie beispielsweise im rohen Fisch vorkommen, können auch beim Stillen Risiken bergen.

b79f48341469409983ed9c4a9beb0a16 - Ist Sushi in der Schwangerschaft gefährlich?
Mehr zum Thema

Quellen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.