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Muttermilch aufbewahren und einfrieren: Das musst du wissen

Es gibt zahlreiche Gründe, Muttermilch abzupumpen und aufzubewahren. Genauso zahlreich sind aber die Fehler, die man dabei begehen kann. Damit die wertvollen Inhaltsstoffe der Muttermilch auch beim Aufbewahren und Einfrieren erhalten bleiben, gilt es einiges zu beachten. Wir verraten dir alles, was du wissen musst!

Das Wichtigste in Kürze

  • Ohne Kühlung hält sich abgepumpte Muttermilch vier bis acht Stunden.
  • Im Kühlschrank kann Muttermilch drei bis fünf Tage gelagert werden.
  • Tiefgefroren ist Muttermilch sechs Monate verwendbar.
  • Zum Aufbewahren eignen sich: BPA-freie Muttermilchflaschen, Muttermilchbeutel, verschließbare Glasgefäße.
  • Tiefgefrorene Muttermilch sollte am besten langsam im Kühlschrank aufgetaut werden.
  • Zum Erwärmen eignet sich ein warmes Wasserbad oder ein Flaschenwärmer.

Muttermilch aufbewahren und einfrieren: Die häufigsten Gründe

Bilder von fröhlich dreinblickenden, stillenden Müttern suggerieren uns, dass Stillen das Schönste und Einfachste auf der Welt ist. Schmerzende Brustwarzen, Milchstau und Saugverwirrung zeichnen in der Realität zuweilen ein anderes Bild. Dass Mamis nach einiger Zeit Augenringe bis zu den Kniekehlen aufweisen, sich nach Freiräumen sehnen und das Stillen nicht mehr genießen können, verschweigen diese Bilder ebenfalls.

Nicht falsch verstehen, auch wir sind der Meinung, dass Stillen etwas Wunderbares ist. Aber eben nur, solange du es auch als etwas Wunderbares empfindest. Wenn das Stillen zur Last wird, weil du müde und ausgelaugt bist und dich nach Freiräumen sehnst, ist es vielleicht an der Zeit, die „Taktik“ zu ändern.

Parallel stillen und abpumpen bietet viele Vorteile

Viele Mamis gehen dazu über, parallel zum Stillen Milch abzupumpen. Klarer Vorteil: Dein Baby bekommt weiterhin die wichtigen Nährstoffe des „Superfoods“ Muttermilch, aber du bist deutlich flexibler. Auf diese Weise hast du immer einen Milchvorrat zu Hause. Der Papa kann beim Füttern mithelfen und die ein oder andere nächtliche Fütterung übernehmen. Das ist nicht nur gut für dich, sondern auch für die Beziehung zwischen Papa und Kind.

Weitere Gründe, die das Abpumpen erforderlich machen:

  • Dein Baby ist ein Frühchen. Es muss in der Klinik bleiben und du kannst nicht für jede Stillmahlzeit anwesend sein.
  • Dein Baby hat Probleme mit der Koordination des Saug-Schluck-Atem-Reflexes.
  • Du möchtest durch das Abpumpen die Milchbildung anregen.
  • Du möchtest oder musst ins Berufsleben zurückkehren. Dein Kind soll in der Kita Muttermilch erhalten.

Falls du aus medizinischen Gründen abpumpst, kannst du dir ein Rezept besorgen und eine Milchpumpe in einer Apotheke ausleihen. Je nach Indikation ist dein Gynäkologe oder der Kinderarzt für die Verschreibung zuständig.

Aufbewahrungsarten: Das sind deine Möglichkeiten

Nach dem Abpumpen kannst du die Muttermilch auf drei Arten aufbewahren:

  1. Bei Zimmertemperatur.
  2. Im Kühlschrank.
  3. Im Gefrierschrank.

Beim Abpumpen und der Aufbewahrung ist Hygiene das A und O. Alle abnehmbaren Teile der Milchpumpe musst du gründlich reinigen, bevor sie zum Einsatz kommen. Gleiches gilt für das Gefäß, das du zum Aufbewahren der Milch verwendest und für das Fläschchen, das du zum Füttern benutzt. Entweder besorgst du dir einen speziellen Sterilisator oder du kochst alles in heißem Wasser für circa 10 Minuten ab.

Geeignete Gefäße zum Aufbewahren von Muttermilch

Am besten bewahrst du die Milch direkt in dem Gefäß auf, in das du sie abgepumpt hast. So geht kein Tropfen verloren. Außerdem besteht nicht die Gefahr, dass durch das Umfüllen der Milch Keime hineingelangen. Die Behälter sollten sauber, sterilisiert und gut verschließbar sein. Besonders geeignet sind:

  • BPA-freie Muttermilchflaschen
  • Muttermilchbeutel
  • Verschließbare Glasgefäße.

Nicht geeignet sind normale Eis- oder Tiefkühlbeutel. Sie sind nicht vorsterilisiert. Gefäße aus klarem Hartplastik (Polycarbonat) eignen sich ebenfalls nicht. Polycarbonat steht wegen des darin enthaltenen Bisphenol A im Verdacht endokrin wirksam zu sein. Gefäße aus Hartplastik könnten also auf die Hormonaktivität des Körpers Einfluss nehmen.

Muttermilch bei Zimmertemperatur aufbewahren: So machst du es richtig

  • Verwende die frisch abgepumpte Muttermilch zeitnah, andernfalls muss sie gekühlt werden.
  • Bei Raumtemperatur (circa 18 bis 21 Grad Celsius) kannst du Muttermilch sechs bis maximal acht Stunden aufbewahren. Im Sommer verkürzt sich die Zeitspanne auf vier Stunden.
  • Nutze zur Aufbewahrung einen fest und luftdicht verschlossenen Behälter.

Muttermilch im Kühlschrank aufbewahren: So machst du es richtig

  • Stelle die Milch direkt nach dem Abpumpen in den Kühlschrank. Beschrifte die Flasche oder den Beutel mit dem Abpumpdatum und der abgefüllten Milchmenge. Brauche die ältesten Portionen zuerst auf.
  • Wenn du den Behälter mit der Milch in eine extra Plastikbox stellst, schafft das laut Hebammenverband eine zusätzliche Temperaturstabilität.
  • Kleine Mengen frisch abgepumpter Muttermilch können zu einem Behälter mit bereits abgepumpter Milch im Kühlschrank hinzugefügt werden. Wichtig: Die Milchportionen müssen dieselbe Temperatur aufweisen. Frisch abgepumpte Milch, die noch Körpertemperatur hat, muss zuerst separat gekühlt werden.
  • Es ist ratsam, pro Flasche oder Beutel nicht zu große Portionen zu „sammeln“. Kleine Mengen (circa 60 bis 120 Milliliter) sind schneller erwärmt und du musst nicht so viel Milch wegschütten, wenn dein Baby nicht alles trinkt.
  • Bewahre Muttermilch immer im kältesten Teil des Kühlschranks auf, nicht in der Kühlschranktür. Am Besten im hinteren Bereich über dem Gemüsefach.
  • Bei einer Temperatur von konstant vier bis sechs Grad Celsius kannst du Muttermilch drei bis fünf Tage im Kühlschrank aufbewahren.
  • Nutze zur Aufbewahrung einen fest und luftdicht verschlossenen Behälter.

Muttermilch im Gefrierschrank aufbewahren: So machst du es richtig

  • Stelle die Milch am besten direkt nach dem Abpumpen in den Gefrierschrank (Beschriften nicht vergessen!).
  • Kleine Mengen frisch abgepumpter Muttermilch kannst du zu einem Behälter mit bereits gefrorener Milch hinzufügen. Voraussetzung: Die frisch abgepumpte Milch muss zuvor im Kühlschrank gekühlt worden sein.
  • Portionen mit etwa 60 bis 120 Millilitern Muttermilch eignen sich am besten. Bei solch kleineren Portionen vermeidest du Reste. Die Portionen können nach dem Auftauen gemischt werden.
  • Gefrorene Milch dehnt sich aus. Du darfst das Gefäß nicht ganz voll machen. Befülle es nur zu etwa drei Vierteln.
  • Verwende am besten Muttermilchbeutel. Sie sind vorsterilisiert und lassen sich besonders platzsparend aufbewahren. Glasflaschen können bei sehr niedrigen Temperaturen bersten.
  • Bewahre Muttermilch immer im kältesten Teil des Gefrierschranks auf, also weit hinten. Dort schwankt die Temperatur am wenigsten.
  • Achte bei Gefrierschränken mit Abtauautomatik darauf, dass die Behälter mit der gefrorenen Muttermilch nicht die Wände berühren.
  • Bei einer Temperatur von konstant minus 18 bis minus 21 Grad Celsius kannst du Muttermilch sechs Monate aufbewahren.
  • Wenn du die Muttermilch im Eisfach eines Kühlschranks aufbewahrst, solltest du sie nur ein bis zwei Wochen einfrieren. Dort schwankt die Temperatur zu sehr. Die geringeren Minusgrade reduzieren die Haltbarkeit.
  • Nutze zur Aufbewahrung einen fest und luftdicht verschlossenen Behälter.

Die in der Muttermilch vorhandenen Vitamine, Eiweiße und Fette nehmen beim Kühlen keinen Schaden. Die antibakterielle Wirkung der Milch geht jedoch nach circa drei Wochen verloren. Bestenfalls verwendest du die Muttermilch also zeitnah ohne Kühlung.

Muttermilch auftauen und erwärmen: So geht es

Wenn du aufbewahrte Muttermilch verwenden möchtest, musst du sie auftauen und erwärmen. Auch dabei gibt es einiges zu beachten.

Muttermilch erwärmen:

  • Muttermilch kannst du im warmen Wasserbad oder im Flaschenwärmer bei maximal 37 Grad Celsius erwärmen. Verwende keinesfalls die Mikrowelle, sonst könnte die Milch überhitzen. Durch Überhitzen gehen wertvolle Inhaltsstoffe verloren.
  • Bevor du deinem Schatz das Fläschchen mit Muttermilch gibst, solltest du die Temperatur auf dem Handrücken prüfen. Ist die Milch zu heiß, kann sich dein Baby daran verbrühen.
  • Muttermilch muss nicht zwingend auf Körpertemperatur (37 Grad Celsius) erhitzt werden. Eine Fütterung bei Raumtemperatur ist ebenfalls möglich – ganz nach den Vorlieben deines Babys.

Wichtig: Die erwärmte Milch sollte direkt getrunken werden. Du solltest sie weder aufheben noch warmhalten. Durch das Warmhalten könnten sich Bakterien in der Milch vermehren. Schütte die Reste weg.

Muttermilch auftauen:

  • Beim Auftauen tiefgefrorener Muttermilch musst du langsam und schonend vorgehen. Durch zu schnelles Auftauen und Erhitzen könntest du die Inhaltsstoffe zerstören.
  • Die schonendste Methode ist, die gefrorene Milch im Kühlschrank aufzutauen. In der Regel dauert das circa 12 Stunden.
  • Wenn es schneller gehen muss, kannst du die Flasche oder den Beutel mit der gefrorenen Milch im warmen Wasserbad erwärmen oder unter laufendes warmes Wasser halten. Auch hier sollte das Wasser nicht wärmer als maximal 37 Grad Celsius sein. Die Mikrowelle oder kochendes Wasser sind zum Auftauen ungeeignet.
  • Aufgetaute Milch kannst du zwei bis maximal drei Stunden bei Zimmertemperatur oder für maximal 24 Stunden im geschlossenen Behälter im Kühlschrank lagern. Nach dem Öffnen des Gefäßes muss die aufgetaute Milch innerhalb von zwölf Stunden verbraucht werden.

Wichtig: Aufgetaute Milch solltest du nie erneut einfrieren!

Aufgetaute Muttermilch kann anders riechen und schmecken. Die Geruchs- und Geschmacksveränderungen werden durch das Enzym Lipase verursacht, welches das Fett in Fettsäuren aufspaltet. Diese Aufspaltung ist nicht gesundheitsschädlich.

Muttermilch unterwegs abpumpen und aufbewahren: Das musst du beachten

Wenn du unterwegs abpumpen musst, beispielsweise weil du wieder in den Beruf startest, eignet sich eine Kühltasche mit Coolpacks, um die Milch zu transportieren. Wie lange du die Milch in der Kühltasche aufbewahren kannst, lässt sich nicht pauschal beantworten. Die Umgebungstemperatur, die Ausgangstemperatur der Muttermilch und weitere Faktoren spielen hierbei eine Rolle.

Als grobe Richtlinie gilt:

Bei einer Umgebungstemperatur von circa 20 Grad Celsius kann Muttermilch in einer Kühltasche mit Kühlakkus bis zu acht Stunden aufbewahrt werden. Falls die Muttermilch für ein Neugeborenes (jünger als vier Wochen) bestimmt ist, sollte die Muttermilch maximal drei bis vier Stunden in der Kühltasche verbleiben. Für Frühchen gelten noch einmal andere Richtlinien.

Aufbewahrte Muttermilch setzt sich in unterschiedliche Schichten ab. Das darin enthaltene Fett schwimmt nach oben. Wenn du die Flasche sanft schwenkst, vermischen sich die Schichten wieder miteinander.

Fazit

Auch Mamis brauchen hin und wieder eine kleine Auszeit. Wenn du Stillen und Abpumpen kombinierst, kannst du dir Freiräume schaffen und deinen Schatz dennoch weiterhin mit der wertvollen Muttermilch versorgen.

Quellen

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