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Ab wann ein Baby Tee trinken kann

Ab wann ein Baby Tee trinken kann, hängt vom Alter ab. Das gilt auch für Fencheltee.
Tee ist für Babys eigentlich nicht nötig und für die Kleinsten gefährlich. / Bild © didesign, Adobe Stock

Ungesüßter Tee schmeckt und ist für Erwachsene ein super Durstlöscher. Für Babys ist Tee aber nur bedingt geeignet. Wir erklären, ab wann du deinem Baby Tee geben kannst, ob „Baby-Tee“ besser ist und worauf du achten solltest.

Das Wichtigste in Kürze

  • Tee ist im ersten halben Jahr nicht nötig. Muttermilch oder Pre-Nahrung reichen in der Regel auch bei Hitze aus.
  • Sobald dein Baby Beikost bekommt, kann es kleine Mengen zusätzlich trinken. Wasser bleibt aber die beste Wahl.
  • Kräutertee ist kein Alltagsgetränk für Babys, sondern höchstens gelegentlich sinnvoll.
  • Fencheltee und Teemischungen mit Fenchel oder Anis werden für Babys und Kleinkinder vorsorglich nicht mehr empfohlen. Grund ist der natürliche Pflanzenstoff Estragol, dessen Gehalt stark schwanken kann.
  • Bei Bauchweh helfen oft einfache Maßnahmen wie Tragen, Bauchmassage, Wärme oder der Fliegergriff. Wenn dein Baby starke, wiederkehrende oder ungewohnte Beschwerden hat, lass sie bitte ärztlich abklären.
  • Tee für Babys immer frisch zubereiten, ungesüßt geben und nicht zum Dauernuckeln anbieten.

Darf mein Baby überhaupt Tee trinken?

Ob dein Baby Tee trinken darf, hängt davon ab, wie alt es ist und ob es schon Beikost bekommt. Zuerst einmal gilt: Bis du abstillst oder das Fläschchen abgewöhnst, ist Tee völlig unnötig. Aber nicht nur das. In den ersten vier bis sechs Monaten sollten Babys ausschließlich Muttermilch oder Säuglingsnahrung bekommen. Auch bei Hitze oder Fieber. Denn nur die speziell auf Babys zugeschnittenen Milchmahlzeiten enthalten genau die Nährstoffe, die die Kleinen zum Gedeihen brauchen. 

Tee und auch Wasser würden den kleinen Magen füllen, ohne Nährstoffe zu liefern. Das kann in größeren Mengen sogar richtig gefährlich werden. Außerdem kann Tee Schimmelsporen, Bakterien oder Schadstoffe enthalten, mit denen der unreife Darm (noch) nicht umgehen kann. Muttermilch oder Pre-Milch dürfen Babys jedoch so viel bekommen, wie sie verlangen.

Tee fürs Baby ab der Geburt, geht das?

Nein, bitte nicht! Auch wenn dieser Rat von der älteren Generation öfter kommt, weil man es früher bei Bauchweh so gemacht hat. Trotzdem, Babys sollten in den ersten Lebensmonaten ausschließlich Muttermilch oder Pre-Milch trinken. Auf keinen Fall dürfen Neugeborene Tee anstelle oder zusätzlich zur Milch bekommen. Bei Hitze oder Fieber brauchen sie ebenfalls keine zusätzliche Flüssigkeit, sondern dürfen so viel säuglingsgeeignete Milch trinken, wie sie möchten.

Der Grund für die Warnung: In Wasser oder Tee fehlen lebenswichtige Nährstoffe wie Proteine (Eiweiße) oder Fett komplett. Der Magen würde unnötig gefüllt werden, ohne dass dein Kleines etwas davon hat. Im Gegenteil, ein Neugeborenes könnte von Wasser oder Tee sogar eine lebensgefährliche Wasservergiftung bekommen. Besser ist es also, mit Tee zu warten, bis dein Baby genug feste Nahrung zu sich nimmt. In den aktuellen Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e. V. kommt Tee als Getränk für Babys gar nicht mehr vor.

Ab wann du deinem Baby Tee geben kannst

Du kannst deinem Baby zusätzlich etwas zu trinken anbieten, sobald es nennenswerte Mengen Beikost isst. Am Anfang reicht oft schon ein kleiner Schluck Wasser zum Essen. Erst wenn mehrere Milchmahlzeiten durch Brei oder feste Mahlzeiten ersetzt sind, steigt der Flüssigkeitsbedarf spürbar.

Wasser ist dabei die erste Wahl. Ungesüßter, milder Kräuter- oder Früchtetee kann ab dem Beikostalter gelegentlich eine Alternative sein. Nötig ist er aber nicht.

Was ist mit Fencheltee im Fläschchen?

Generell gilt: Das Fläschchen solltest du nicht mit Tee statt Wasser anrühren. Säuglingsnahrung wird immer so zubereitet, wie es auf der Packung vorgegeben ist.

Fencheltee galt lange als Klassiker bei Bauchweh und Blähungen. Heute wird er für Babys und Kleinkinder vorsichtiger bewertet. Der Grund ist Estragol, ein natürlicher Pflanzenstoff, der in Fenchel und auch in Anis vorkommt. Estragol wird wegen möglicher erbgutschädigender und krebserregender Wirkungen vorsorglich kritisch gesehen. Der Gehalt kann je nach Sorte, Herkunft, Verarbeitung und Zubereitung stark schwanken.

Deshalb rät die Europäische Arzneimittelagentur dazu, Fenchel als pflanzliches Arzneimittel nicht bei Kindern unter 4 Jahren anzuwenden. Für Anis-Arzneimittel gilt die Empfehlung sogar erst ab 12 Jahren.

Wichtig ist die Einordnung: Eine einzelne Tasse Fencheltee bedeutet nicht automatisch eine akute Gefahr. Das Problem ist eher, dass Eltern zuhause nicht erkennen können, wie viel Estragol in einer Tasse tatsächlich steckt. Gerade Babys haben ein geringes Körpergewicht und sollten deshalb nicht regelmäßig oder vorbeugend Fencheltee bekommen.

Welcher Tee ist für Babys geeignet?

Wasser ist immer die bessere Wahl für Babys als jeder Tee. Wenn du deinem Baby ab dem Beikostalter trotzdem gelegentlich Tee anbieten möchtest, achte auf diese Punkte:

  • ungesüßt
  • koffeinfrei
  • ohne Süßholzwurzel
  • ohne künstliche Aromen
  • nicht zum Dauernuckeln
  • möglichst nicht immer dieselbe Sorte

Milde Kräutertees wie Kamille, Melisse oder Kümmel können gelegentlich infrage kommen. Heilkräuter sollten aber nicht als tägliches Getränk verwendet werden, sondern nur dann, wenn sie wirklich einen Zweck haben. Früchtetees sind wegen ihrer Säure für die Zähne nicht ideal und sollten ebenfalls nur gelegentlich gegeben werden.

Fenchel-Anis-Kümmel-Tee wird für Babys nicht mehr empfohlen (siehe oben). Wenn dein Baby häufig Bauchweh hat, sprich lieber mit eurem Kinderarzt, eurer Kinderärztin oder eurer Hebamme.

Was ist mit Bio-Tee oder Tee aus der Apotheke?

Bio-Tee enthält häufig weniger Pestizidrückstände, ist aber nicht automatisch frei von anderen unerwünschten Stoffen wie mitgeernteten Beikräutern oder natürlichen Pflanzengiften. Auch Tee aus der Apotheke ist nicht automatisch besser: Apotheken dürfen sowohl Lebensmitteltees als auch Arzneitees verkaufen.

Wichtig ist der Unterschied: Arzneitees sind als Arzneimittel reguliert. Für sie gelten strengere Vorgaben, unter anderem zu Qualität, Wirkstoffgehalt, Dosierung und Anwendungshinweisen. Sie können aber auch außerhalb von Apotheken erhältlich sein, wenn sie freiverkäuflich sind. Für ein gesundes Baby ist ein Arzneitee nicht automatisch sinnvoller – im Gegenteil: Ein regulierter Wirkstoffgehalt kann bei Beschwerden hilfreich sein, ist aber für ein Alltagsgetränk unnötig.

Ist „Baby-Tee“ besser?

Baby-Tee ist nicht automatisch besser als ein anderer milder Kräutertee. Er sollte aber besonders kritisch geprüft werden, weil Eltern davon ausgehen, dass er für Babys geeignet ist.

Allerdings: Ein aktueller ÖKO-TEST zu Baby-Kräutertees zeigte, dass auch Produkte, die ausdrücklich für Babys oder Kleinkinder ausgelobt sind, problematische Estragol-Gehalte enthalten können. Genau das zeigt das Grundproblem: Eltern können am Etikett nicht zuverlässig erkennen, wie viel Estragol später tatsächlich in der Tasse landet. Zudem gibt es bislang keinen gesetzlichen Grenzwert.

Übrigens: Süßungsmittel aller Art sind in Baby-Tees seit 2020 offiziell verboten.

Tee für Babys richtig lagern

Tee sollte trocken, dunkel und gut verschlossen gelagert werden, am besten in der Originalverpackung oder in einem sauberen, luftdichten Glas. So kann keine Feuchtigkeit eindringen.

Wird Tee falsch gelagert , könnten problematische Schimmelpilzgifte (Mykotoxine) entstehen. Richtig gelagerter Tee wird nach einiger Zeit vor allem aromatisch schwächer. Er ist aber nicht automatisch schlecht, nur weil die Packung schon seit einem Jahr geöffnet ist.

Für Babys gilt trotzdem: Tee nur frisch aufgießen, immer mit sprudelnd kochendem Wasser zubereiten und nicht lange stehen lassen. Wenn Tee muffig riecht oder feucht geworden ist, klumpt oder sichtbare Makel hat, solltest du ihn entsorgen.

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Quellen

✔ Inhaltlich geprüft am 13.05.2026
Dieser Artikel wurde von Emely Hoppe geprüft. Wir nutzen für unsere Recherche nur vertrauenswürdige Quellen und legen diese auch offen. Mehr über unsere redaktionellen Grundsätze, wie wir unsere Inhalte regelmäßig prüfen und aktuell halten, erfährst du hier.

Veröffentlicht von Anke Modeß

Anke ist Berlinerin und Mutter eines Schulkindes. Als langjährige babelli-Redakteurin, Journalistin und Coachin für Kinder, Jugendliche und Eltern liegen ihr Elternthemen besonders am Herzen.