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Ab wann dürfen Babys Wasser trinken?

Viele Eltern fragen sich, ob ihr Baby ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt. Besonders an heißen Tagen ist die Unsicherheit oft groß. Genügt die Mutter- beziehungsweise Pre-Milch? Oder sollte ein Baby zusätzlich Wasser trinken? Wir erklären dir, ob und ab wann Babys Wasser trinken sollten und was du unbedingt beachten solltest!

Das Wichtigste in Kürze

  • In den ersten Monaten benötigen Babys außer Muttermilch oder Pre-Milch keine zusätzliche Flüssigkeit.
  • Für Babys unter sechs Monaten kann eine starke Wasserzufuhr lebensgefährlich werden. Ihre Nieren sind noch nicht vollständig ausgebildet und können keine größeren Wassermengen verarbeiten. Schlimmstenfalls kommt es zur Wasservergiftung.
  • Auch Muttermilch und Pre-Milch sollten nicht mit Wasser gestreckt werden.
  • Frühestens ab sechs Monaten, aber erst, wenn dein Baby Beikost zu sich nimmt, solltest du ihm neben Muttermilch bzw. Pre-Milch auch Wasser anbieten.
  • Ab dem zwölften Monat sind die Nieren eines Kindes vollständig ausgebildet und können Wasser richtig verarbeiten. Dann sollte Wasser fester Bestandteil aller Mahlzeiten sein.

Um es direkt vorwegzunehmen:

Babys sollten in den ersten sechs Lebensmonaten kein Wasser trinken. Nicht nur, dass es nicht notwendig ist. Es ist auch nicht empfehlenswert. Es kann sogar zur Gefahr werden.

Aber der Reihe nach…

Was und wie viel ein Baby trinken sollte

Eine Faustformel der Deutschen Gesellschaft für Ernährung besagt, dass Babys pro Tag durchschnittlich folgenden Flüssigkeitsbedarf haben:

Vom 0. bis 4. Monat:
Körpergewicht des Babys x 130 Milliliter

Vom 5. bis 12. Monat:
Körpergewicht des Babys x 110 Milliliter

Allerdings sind dies lediglich grobe Richtwerte. Du solltest dich auf keinen Fall darauf versteifen. Solange dein Baby zunimmt, regelmäßig wach und munter ist, brauchst du dir keine Sorgen zu machen.

Das sollten Stillkinder trinken

In den ersten Monaten genügt deinem Baby die Muttermilch. Die zusätzliche Gabe von Flüssigkeit ist nicht notwendig – unabhängig von der Außentemperatur.

Babys regulieren ihren Bedarf selbst, indem sie an heißen Tagen öfter, aber dafür nur kurz an der Brust trinken. So erhalten sie einen höheren Wasseranteil in der Milch. Denn: Die sogenannte Vordermilch ist wässriger und der ideale Durstlöscher. Daher trinken Babys an heißen Tagen meist häufiger, aber eben nur kurz an der Brust. Ein ganz natürlicher Instinkt.

Du solltest deinen Schatz also nach Bedarf stillen. Lass dein Kind trinken so oft und so viel es will. Halte dich nicht an irgendwelche strikten Pläne. Du kannst nichts falsch machen. Dein Baby holt sich, was es braucht. Die Muttermilch passt sich seinen Bedürfnissen an. Schließlich gilt sie nicht umsonst als ultimatives Superfood.

Das sollten Flaschenkinder trinken

Auch Flaschenkinder benötigen keine zusätzliche Flüssigkeit. Wenn du deinem Baby einfach öfter am Tag kleinere Mengen Pre-Milch anbietest, zieht es sich die Flüssigkeit raus, die es braucht, um den Durst zu löschen.

In den ersten sechs Monaten ist keine zusätzliche Flüssigkeitszufuhr erforderlich. Ein gesundes, vollgestilltes Baby ist in der Lage seinen Bedarf allein zu regulieren.

Auch bei Flaschenkindern ist keine zusätzliche Flüssigkeitszufuhr erforderlich. Die Pre-Milch reicht vollkommen aus.

Weshalb Wasser für Babys gefährlich sein kann

Nicht nur, dass Babys in den ersten Monaten keine zusätzliche Flüssigkeit benötigen. Die zusätzliche Gabe von Wasser könnte deinem Baby sogar schaden!

Zum einen, da Wasser als „leere“ Kalorien gilt. Das bedeutet: Durch das Trinken von Wasser füllt sich der Magen deines Babys. Es hat weniger Hunger und trinkt weniger Milch. Infolgedessen erhält dein Baby nicht die erforderliche Menge an Nährstoffen, Salzen und Mineralstoffen. Dadurch werden Mangelerscheinungen begünstigt.

Zum anderen, da die zusätzliche Gabe von Wasser zu einer Überhydrierung führen kann. Man spricht hier auch von einer Wasservergiftung. Da die Nieren eines Babys noch nicht vollständig ausgebildet sind, können sie noch keine größere Wassermenge verarbeiten. Infolgedessen sammelt sich das Wasser im Körper an. Dadurch wird das Natrium im Blut stark verdünnt. Es entsteht ein Ungleichgewicht von Salz und Wasser. Der Körper versucht den niedrigen Natriumgehalt im Blut wieder auszugleichen. Das Wasser tritt ins Gewebe aus und schwemmt die Zellen auf. Es lagert sich also in den Körper- und Gehirnzellen ab. Sammelt sich das Wasser in den Gehirnzellen, schwillt das Gehirn an und es bildet sich ein gefährliches Hirnödem. Auch Organe können geschädigt werden.

Eine solche Wasservergiftung kann für ein Baby lebensgefährlich sein. Es muss umgehend im Krankenhaus mit Elektrolyten behandelt werden.

Daran erkennst du eine Wasservergiftung:

  • das Baby wirkt aufgedunsen
  • es ist schläfrig und wirkt apathisch
  • es zittert
  • eventuell erbricht es
  • die Körpertemperatur fällt unter 36 Grad Celsius
  • das Baby bekommt Krampfanfälle
  • das Baby wird bewusstlos.

Selbst bei großer Hitze solltest du deinem Schatz also in den ersten sechs Monaten weder Wasser noch Tee (oder Ähnliches) geben. Lass deinen Schatz lieber öfter an der Brust trinken oder biete ihm häufiger ein Fläschchen mit Pre-Milch an.

Zusätzliche Getränke sind höchstens bei Fieber oder Durchfall nötig. Besprich dich in solch einem Fall jedoch immer mit deinem Kinderarzt!

Muttermilch und Pre-Milch nicht mit Wasser verdünnen!

Verdünne die Muttermilch nicht mit Wasser. Sonst geht das optimale Nährstoffverhältnis verloren. Regelmäßiges starkes Verdünnen könnte darüber hinaus zu einer Wasservergiftung führen.

Gleiches gilt für Pre-Milch. Strecke die Flaschennahrung nicht mit Wasser, sondern halte dich an die Dosierungshinweise!

Ab wann Babys zusätzliche Flüssigkeit benötigen

Frühestens ab sechs Monaten, aber erst wenn dein Baby Beikost zu sich nimmt (ab der dritten voll ersetzten Beikost), solltest du ihm neben Muttermilch auch andere Flüssigkeit anbieten, und zwar:

  • Leitungswasser (Wichtig: Kein abgestandenes Wasser direkt aus der Leitung nehmen. Vorsicht ist bei älteren Wohnungen oder Häusern geboten, da dort die Wasserleitungen häufig noch aus Blei- oder Kupferrohren bestehen. Eine Alternative zu Leitungswasser ist Babywasser. Wie sinnvoll diese Alternative ist, kannst du hier nachlesen.)
  • Mineralwasser (ohne Kohlensäure und mit niedrigem Mineralstoffgehalt)
  • ungesüßte Tees
  • stark verdünnte Obst- und Gemüsesäfte.

Sobald dein Baby feste Nahrung zu sich nimmt, ist die Gefahr einer Wasservergiftung nicht mehr so groß, da über die Nahrung zusätzliche Salze aufgenommen werden. Ab dem zwölften Monat sind die Nieren eines Kindes vollständig ausgebildet und können Wasser richtig verarbeiten. Dann sind sie in der Lage, den Salz- und Wassergehalt zu regulieren und du kannst deinem Schatz bedenkenlos Wasser geben.

Ob dein Baby genügend Flüssigkeit zu sich genommen hat, erkennst du an folgenden Faktoren:

  • die Fontanelle ist im Niveau (also etwa auf einer Ebene mit dem Kopf)
  • die Hautfarbe ist rosig
  • dein Baby ist regelmäßig wach, munter und zufrieden
  • die Windeln sind nass.

Mit dem Übergang zur Familienkost: Wasser zu jeder Mahlzeit

Mit dem Übergang zur Familienkost solltest du deinem Kind dann Wasser zu jeder Mahlzeit anbieten. Denn dann steigt der zusätzliche Flüssigkeitsbedarf. Schließlich erhält dein Kind nun weniger Flüssigkeit über die Milch. Außerdem enthält festes Essen deutlich weniger Wasser als Brei. Dieses „Missverhältnis“ gilt es auszugleichen.

Laut Forschungsinstitut für Kinderernährung sollten Kleinkinder ab dem ersten Lebensjahr insgesamt 600 Milliliter Getränke pro Tag zu sich nehmen. Wasser sollte fester Bestandteil aller Mahlzeiten sein. Auch zwischendurch solltest du deinem Schatz Wasser anbieten.

Fazit

Babys sollten in den ersten Monaten kein zusätzliches Wasser bekommen. Die Flüssigkeitszufuhr durch Mutter- oder Pre-Milch genügt vollkommen. Wasser kann für ein Baby sogar gefährlich werden. Eine Wasservergiftung kann tödlich enden. Erst wenn du mit der Beikost beginnst, nimmt die Gefahr einer Wasservergiftung ab. Ab dem zwölften Monat kannst und solltest du deinem Schatz Wasser anbieten. Dann sind die Nieren normalerweise vollständig ausgebildet und der zusätzliche Flüssigkeitsbedarf steigt.

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Quellen

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