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Eltern baden Baby gemeinsam in der Babywanne

Baby baden: unsere besten Tipps für dich

Inhaltlich geprüft von Hebamme Nadine Beermann.

Das Baby baden: irgendwann Routine, zu Anfang aber eine Herausforderung für die meisten frisch gebackenen Eltern. Wir helfen dir, euer erstes Badeerlebnis so angenehm wie möglich zu gestalten und geben viele Tipps.

Das Wichtigste in Kürze

  • Frühestens nach vier Wochen Baby das erste Mal baden. Der Nabel muss nicht abgefallen, aber „überhäutet“ sein. Dein Kind muss seine Körpertemperatur selbst halten können.
  • Im Zweifel Hebamme oder Ärztin fragen
  • Die Empfehlungen für Babypflegeprodukte haben sich geändert: von Oliven- und Sonnenblumenöl wird abgeraten.
  • Ein- bis zweimal pro Woche baden reicht, täglich ist aber auch okay.
  • Dein Baby bitte niemals allein im Wasser lassen!

Dein Baby ist frisch auf der Welt und so langsam wird es Zeit für das erste Bad. Meist hilft die Hebamme dabei und zeigt dir oder euch, wie alles geht. Aber was, wenn du keine Hebamme hast oder sie mal wieder in Eile ist?

Keine Sorge, du schaffst das! Dein Baby zu baden ist gar nicht so kompliziert und mit etwas Übung kannst du bald über deine anfänglichen Sorgen lächeln. Übrigens: das Baby zu baden ist eine prima Gelegenheit für den Partner, mit seinem Kind zu „bonden“.

Baby baden: so geht's

  1. Badeplatz vorbereiten: Reiniger und elektrische Geräte wegräumen. Bade-Thermometer und großes Handtuch bereitlegen, gern mit Kapuze und angewärmt. Waschlappen geht, Finger reichen aber völlig. Zimmer mit Heizung und/oder fest installiertem Heizstrahler erwärmen. Angenehm sind 22 bis 24 Grad. Fenster schließen, um Zugluft zu vermeiden.
  2. Wickelplatz vorbereiten: Windel und Wechselwäsche, wenn gewünscht eine milde Pflegelotion ohne viele Zusätze bereitlegen. Wickelplatz gern vorwärmen.
  3. Wasser mit Thermometer einlaufen lassen: Ideal sind etwa 36,5 bis 37,5 Grad, also Körpertemperatur. Das Wasser kühlt schnell ab, daher nicht zu lange vorher anfangen. Milder Badezusatz geht, ist aber nicht nötig. Öl lieber nicht. Babywanne zur Hälfte füllen.
  4. Baby ausziehen: Am besten jetzt schon Gesichtchen säubern und abtupfen. Wenn das Baby Stuhlgang hatte, diesen vorher entfernen.
  5. Baby auf den Arm nehmen: Das Köpfchen und der Nacken ruhen auf deinem Unterarm. Die Hand hält das Ärmchen, aber bitte nicht quetschen! Die andere Hand stützt den Po.
  6. Baby mit den Füßen voran langsam ins Wasser gleiten lassen: Beobachten, wie es sich fühlt. Schmerzen spürt es erst mit etwas Verzögerung. Nacken weiter stützen, Po loslassen. Mit der freien Hand langsam beginnen zu waschen. Hautfalten und hinter den Ohren nicht vergessen. Die Haare sind zuletzt dran. Shampoo braucht dein Baby noch nicht.
  7. Baby herausheben: freie Hand wieder unter den Po und sofort ins Handtuch wickeln und Kopf bedecken.
  8. Auf dem Wickelplatz komplett trocken tupfen: auch in den Falten. Ohren nicht vergessen! Am besten geht das mit einer Mullwindel. Bei trockener Haut dünn mit neutraler Baby-Pflegelotion eincremen. Oliven- oder Sonnenblumenöl lieber nicht! (siehe Tipps unten). Bei Windeldermatitis vorher dünn eine Wundschutzcreme auftragen.
  9. Windel anlegen und anziehen.
  10. Badewanne auswaschen. Desinfizieren ist aber nicht nötig.

Wann das erste Mal baden?

Der Nabelschnurrest muss „überhäutet“ sein. Meist werden Babys das erste Mal frühestens nach vier Wochen gebadet, wenn sich die Körpertemperatur stabilisiert hat. Der Nabel muss noch nicht komplett abgefallen sein, aber ohne offene Wunden. Wenn du nicht weißt, ob es bei euch so weit ist, Hebamme oder Kinderärztin fragen.

Wann das Baby baden?

Wenn dein Kind satt, zufrieden und wach ist, ist die beste Zeit für ein Bad. Aber nicht direkt nach dem Füttern, das belastet den Kreislauf zu sehr. Warte am besten eine halbe Stunde ab.

Wann am Tag es für euch am besten passt, musst du herausfinden. Die meisten Eltern schätzen das Bad als Teil der Abendroutine, weil es viele Babys beruhigt. Manche Kinder drehen danach jedoch so richtig auf, meist wenn das Wasser etwas kühler war. Probier verschiedene Zeiten aus und schau was passiert.

Wie lange darf das Baby im Wasser bleiben?

Fünf bis zehn Minuten sind genau richtig. Länger bitte nicht.

Täglich oder nicht: Baby wie oft baden?

Ein- bis zweimal pro Woche baden reicht für dein Kind. Täglich geht aber auch, dann aber am besten nicht länger als fünf Minuten. Hautärzte ziehen kurzes Baden sogar dem Waschen vor, solange die Haut dabei nicht abgerieben wird.

Babywanne oder Badeeimer: Worin soll ich mein Baby baden?

Wenn dein Waschbecken groß genug ist und der Wasserhahn nicht stört, reicht das in den ersten Monaten völlig. Badeeimer waren eine Zeit in Mode, weil sie Babys Begrenzung geben und Wasser sparen. Schöner ist für viele Babys aber dennoch freie Strampeln in der klassischen Babywanne. Im Badeeimer kommst du an die Hautfalten schlechter heran. Du musst dein Kind am Kopf halten, was etwas seltsam ist. Er eignet sich unseres Erachtens höchstens für zarte Babys oder sehr kleine Wohnungen. Es gibt aber auch Klapp-Babywannen! Unseren Babywannen-Vergleich findest du hier.

Vielleicht ist auch ein Aufsatz für die Badewanne etwas für euch. Er bietet neben einer Babywanne auch gleich ein Wickelplatz. Achte aber darauf, dass der Aufsatz auch wirklich auf deine Wanne passt. Abrutschen darf er keinesfalls. Um deinen Rücken zu schonen, gibt es auch Babybadewannen-Gestelle. Dafür muss das Bad jedoch groß genug sein. Du kannst sein Baby natürlich auch in jedem anderen Zimmer baden, solange es sich gut heizen lässt.

Manche Eltern nehmen ihr Kind gern mit in die große Badewanne. Das ist okay, erfordert aber Übung. Am besten funktioniert es, wenn ihr nicht allein seid. Denn mit einem glitschigen Baby im Arm aus der Wanne zu steigen, kann etwas kompliziert werden. Warte am besten noch ein paar Monate, bis du mehr Übung hast.

Unsere Tipps zum Baby baden: von Eltern für Eltern

Handtuch und Kleidung auf der Heizung anwärmen

Kleine Babys können ihre Körpertemperatur noch nicht lange halten. Kaum aus der Wanne kühlen sie schnell aus. Da kommt ein flauschig warmes Handtuch gerade richtig. Leg es einfach kurz vorher auf die Heizung. Das klappt auch mit Bodys und Mullwindel.

Fußkontakt zum Wannenrand: Babys brauchen Begrenzung

Frei strampeln ist ja schön. Aber gerade junge Babys fühlen sich in der Babywanne manchmal noch verloren. Da hilft ein einfacher Trick: halte dein Kleines so, dass die Füßchen Wannenkontakt haben. Auch ein nasser warmer Waschlappen auf dem Bauch ist angenehmer als kühle Luft auf feuchter Haut.

Wasserhahn vor dem Bad wieder auf kalt stellen

Babys Händchen grapschen gern nach allem in Reichweite. Da kann einer heißer Wasserstrahl aus dem Hahn innerhalb von Sekunden zu Verbrühungen führen. Denk einfach daran, den Hebel nach dem Wanne füllen wieder auf „kalt“ zu stellen und den Strahl kurz laufen zu lassen. So kann nichts passieren.

Aus diesem Grund auch nie heißes Wasser nachlaufen lassen, wenn dein Kind gerade badet.

Die Hautfalten sind wichtig

Das Wichtigste am Bad ist, dass die Hautfalten sauber werden. Denn dort sammeln sich Reste von Urin, Kot oder Milch. Das kann zu Entzündungen und Pilzbefall führen.

Das kleine Gesichtchen wäschst und trocknest du am besten noch auf dem Wickeltisch, weil sonst der Kopf schnell auskühlt. Aber hinter den Ohren, unter dem Kinn, unter den Achseln, in den Beinfalten, am Bauch, um die Genitalien und zwischen den Pobacken reinigst du die Haut einfach mit deinen Fingern im warmen Wasser.

Badezusatz oder pures Wasser: Was ist besser?

Viele Hebammen empfehlen noch heute Olivenöl im Badewasser. Mittlerweile haben sich die Empfehlungen zur Babypflege jedoch geändert. Denn Oliven- und Sonnenblumenöl mögen die Haut kurzfristig pflegen. Sie verhindern jedoch, dass sich eine gute Hautbarriere aufbaut. Außerdem enthalten die meisten viel zu viele Mineralölrückstände. Das bedeutet: Babys, die viel eingeölt wurden, neigen später zu empfindlicher, trockener Haut. Dazu gibt es Studien. Außerdem macht Öl im Wasser das Baby glitschig. Es kann dir leichter entgleiten.

Wenn du unbedingt einen Badezusatz nehmen möchtest, greife zu milden, speziell für Babys entwickelten Zusätzen, die ohne Parfüm oder sonstige reizenden Inhaltsstoffe auskommen. Es spricht aber nichts gegen pures Wasser. Einen Schuss Muttermilch kannst du natürlich dazugeben.

Wenn kein Öl, womit nach dem Bad dann eincremen?

Die Empfehlung lautet: Eincremen ist nur nötig, wenn die Haut gerade zu Trockenheit neigt. Maximal zweimal pro Woche. Dann eignet sich spezielles Babyöl oder eine neutrale Babycreme oder -lotion am besten. Wenn dein Baby zu Ekzemen neigt, gibt es spezielle Cremes in der Apotheke, die du dünn auftragen kannst.

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Quellen

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