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7 Schritte zur Stärkung der Resilienz bei Babys

7 Schritte zur Stärkung der Resilienz bei Babys
Es gibt Wege, wie Eltern Babys Resilienzfähigkeit aktiv stärken können … Bild © Ananass, Adobe Stock

Das Leben bietet uns allerlei Herausforderungen – auch im Babyalter. Warum du dein Baby nur bedingt davor schützen kannst und wie du schon jetzt mit 7 Schritten seine Resilienzfähigkeit förderst, erfährst du hier.

Das Wichtigste in Kürze

  • Dein Baby wird in seinem Leben immer wieder Grenzerfahrungen machen. Dafür ist Resilienz, also eine innere, emotionale Stärke und psychische Widerstandskraft, Gold wert.
  • Wird die Basis dafür bereits im Babyalter gelegt, trägt die Resilienz dein Kind über sein ganzes Leben hinweg sicher durch stürmische Zeiten.
  • Im besten Fall kann dein Kind dem Leben eines Tages mit dem Bewusstsein begegnen: „Herausforderung XY dient meiner Entwicklung und ich schaffe es, sie zu bewältigen. Sie wird vorübergehen.“

„Resil-was?“

Die Resilienzfähigkeit beschreibt die innere, emotionale Widerstandskraft eines Menschen, herausfordernde Situationen im Leben zu bewältigen und gestärkt daraus hervorzugehen. 

Es ist sehr hilfreich, wenn Eltern sich schon frühzeitig mit diesem Thema auseinandersetzen. 

Denn …

Du kannst dein Kind nicht vor allen Herausforderungen beschützen

Dein Baby wird im Verlauf seines gesamten Lebens – so schwer es aus Eltern-Sicht auch ist – immer wieder mit Belastungen in seinem Leben konfrontiert werden. Egal, wie sehr du es auch beschützt oder behütest: Schwere Zeiten gehören zum Leben dazu. 

Denn wir können die Sonnenseiten des Lebens nur dann vollends schätzen und auskosten, wenn wir auch die wildesten Stürme kennen. 

Im Babyalter sind das etwa …

Was sind Herausforderungen im Babyalter?

Grenzerfahrungen können im Babyalter etwa sein …

  • Dein Schatz hat eine heftige und lange Krankheitsphase, von der er sich nur schwer erholt.
  • Ihr befindet euch im Prozess des Abstillens.
  • Der Schnuller ist heruntergefallen.
  • und, und, und …

Auch große Lebensereignisse wie ein Umzug oder die Geburt des Geschwisterkindes können (müssen aber nicht zwingend!) immer eine Belastung für das Kind darstellen. Das hängt natürlich auch von individuellen Faktoren und der Situation an sich ab. 

Du siehst bereits …

Jede Situation kann letztlich eine Grenzerfahrung sein!

Alles, was dein Kind als Herausforderung oder Belastung wahrnimmt, ist legitim und entspricht seiner Wahrheit – das gilt übrigens auch für dich und die Erfahrungen, die du als Grenzerfahrungen einstufst. 

Und diese Grenzerfahrungen sind im Leben wichtig und richtig. 

Denn wir Menschen lernen nur dann, belastende Phasen auszuhalten, wenn wir immer wieder damit konfrontiert werden und selbstständig neue Bewältigungsstrategien ausprobieren. Nur so können wir stärker daraus hervorgehen. 

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Als Erwachsene sagen wir manchmal: An Herausforderungen wächst man.“ Ja, dasselbe gilt auch für dein Baby. Ob diese Herausforderung dann das Abstillen oder ein heruntergefallener Schnuller ist, ist für die Lernerfahrung unwichtig. 

Eltern können also nichts dagegen unternehmen, dass ihr Baby früher oder später mal in eine belastende Situation gerät. 

Natürlich bedeutet das jetzt nicht, dass dein Baby lernen muss, Dinge auszuhalten und du sowieso nichts machen kannst. Ganz im Gegenteil!

Du darfst deinem Baby weiterhin so viel Geborgenheit und Liebe, wie nur möglich, schenken. Gehe mit ihm ganz bewusst um, sodass du das Risiko belastender Situationen oder Grenzerfahrungen automatisch verringerst.

Alles andere, wie Einflüsse von Außen, unerwartete Lebensveränderungen, plötzliche Krankheiten und Ähnliches kannst du nicht steuern oder für deinen Schatz aus dem Weg räumen.

Was du aber tun kannst, ist, Babys Resilienzfähigkeit für genau diese Grenzerfahrungen zu bestärken – mit unseren 7 Schritten.

Wie du Babys Resilienz fördern kannst – 7 Schritte

1. Die Bindung zum Baby stärken

Durch eine liebevolle, aufmerksame und konstante Zuwendung stärkst du Babys Vertrauen und Sicherheitsgefühl in sich selbst und in diese Welt. Obendrein fördert es eine starke Eltern-Kind-Bindung

Wenn dein Baby sich deiner Liebe sicher ist, hat es alles, was es für die Entwicklung einer inneren, emotionalen Stärke braucht. 

2. Achtsame Selbstbeobachtung und Selbstreflexion

Wenn dir klar wird, warum du wie über herausfordernde Situationen denkst und sprichst, wird dir das automatisch dabei helfen, dein Baby bei Belastungen besser zu unterstützen. 

Frage dich deshalb gerne selbst: Wie siehst du herausfordernde Zustände im Leben und wie gehst du mit ihnen um?

Gehe möglichst milde und wertfrei mit dir um. Es geht eher darum, sich innere Überzeugungen zu den eigenen Grenzerfahrungen klarzumachen, als zu bewerten, ob man jetzt „gut“ oder „schlecht“ mit Belastungen umgeht.

3. Nachahmung: als Beispiel vorangehen

So wie du diese Welt wahrnimmst, über sie sprichst und wie du handelst, so wird es auch dein Kind eines Tages tun. Du lebst deinem Baby quasi die Brille vor, durch die es diese Welt sehen lernt.

Wenn du selbst Herausforderungen vor deinem Baby als solche benennst, sie versuchst anzunehmen und dann innere Bewältigungsstrategien ausprobierst, bist du ihm automatisch ein Vorbild.

4. Einen Raum für Babys Selbstregulation schaffen

Um sich selbst durch schwere Phasen bringen zu können, ist es wichtig, dass man sich erlaubt, auch schwere Gefühle zuzulassen. Denn erst, wenn wir diese annehmen, können wir sie auch wieder ziehen lassen.

Als Eltern-Teil darfst du also den metaphorischen Raum für alle Gefühle deines Babys öffnen.

Beispiel: Baby verletzt sich und weint. 

  • Komme innerlich zunächst zur Ruhe und erkenne Babys Gefühl an.
  • Beobachte, ob es Hilfe braucht und wenn ja, in welcher Form. Manche Babys sind so im Tun, dass sie direkt weiter spielen, andere fordern die Aufmerksamkeit aktiv ein. 
  • Benenne nun die Gefühle, die du beobachten kannst, ohne sie klein- oder direkt wegzureden: „Du hast dich ziemlich stark verletzt und das tut bestimmt ganz schön weh, kann das sein? Ich habe den Eindruck, das macht dich sehr traurig.“
  • Gehe auf Babys Bedürfnis ein: Möchte es in den Arm genommen und gehalten werden? Möchte es nur kurz in seinen Tränen gesehen werden? 

Bedenke: Für die Entwicklung von Selbstregulation braucht es viele Jahre, den Grundstein dafür legst du bereits jetzt.

5. Herausforderungen sprachlich begleiten 

Erlaube deinem Baby, seine Umwelt ungehemmt zu erkunden. Denn nur auf diese Weise, kann dein Kind überhaupt Erfahrungen sammeln, an denen es wächst. 

Dann kannst du Babys individuelle Bewältigungsstrategien während dieser Erfahrungen sprachlich begleiten. 

Beispiel: Wenn dein Baby beim Krabbeln auf das Gesicht fällt, es aber von selbst schafft, sich wieder hochzustemmen, kannst du diese Überwindung der Herausforderung benennen: „Du hast es gerade geschafft, dich wieder aufzurichten. Das ist ja toll!“

6. Routinen schaffen Sicherheit

Feste Routinen und Strukturen in eurem Alltag schaffen einen optimalen Raum, damit das Baby sich sicher fühlt und sich frei entfalten kann. Das sind etwa eure Morgen- und Abendroutinen, bestimmte Rituale oder die Familienmahlzeiten.

Bekannte, verinnerlichte Strukturen geben deinem Baby Halt, um mit Unbekanntem besser zurechtzukommen. Es spürt: „Ich bin (trotz allem) in Sicherheit und geborgen.“

Womit wir beim letzten Schritt wären …

7. Flexibilität und Offenheit dem Leben gegenüber entwickeln

Auch das wird vorübergehen.“ – Jedes Gefühl und jeder Zustand im Leben kommt, ist da und wird wieder vorübergehen.

Wenn man so will, ist das Leben eine Aneinanderreihung bestimmter Phasen. So wie die 4 Jahreszeiten gibt es erblühende Zeiten, intensive Momente, aufwirbelnde Augenblicke sowie Phasen der Stille und Einkehr.

Unsere Aufgabe als Menschen ist es, offen und flexibel für diese Phasen und das Unbekannte zu sein. Denn Veränderung ist das einzig Beständige im Leben. 

Wenn du deinem Baby diese Flexibilität und Offenheit dem Leben gegenüber vorlebst und es sprachlich sowie emotional in Herausforderungen begleitest, gibst du ihm alles, was es braucht, damit es Grenzerfahrungen sicher bewältigen kann.

Habe dabei immer im Hinterkopf, dass die Entwicklung von Resilienz ein Prozess ist. Dein Baby steht noch ganz am Anfang dieses Prozesses, denn es hat sein ganzes Leben noch vor sich. 

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Quellen

  • Davies, Uzodike, van Loon, Wirth (2022). Das Montessori Baby. Geborgen und mit offenen Sinnen ins Leben starten. Weinheim: Verlagsgruppe Beltz.
  • Largo, Remo H. (2016). Babyjahre. Entwicklung und Erziehung in den ersten vier Jahren (18. Auflage). München/Berlin: Piper Verlag GmbH.
  • ManuEla Ritz, Simbi Schwarz (2022). Adultismus und kritisches Erwachsensein. Hinter (auf-)geschlossenen Türen. Münster: Unrast Verlag.
  • Perls, Frederick S., Hefferline, Ralph F., Goodman, Paul (2015). Gestalttherapie. Grundlagen der Lebensfreude und Persönlichkeitsentfaltung. (9. Auflage). Stuttgart: Klett-Cotta Verlag.
  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (2023): Bindung. Streben nach Sicherheit und Geborgenheit. https://www.kindergesundheit-info.de/themen/entwicklung/0-12-monate/bindung/ (abgerufen am 16.11.2023).
  • Kindergartenpädagogik.de (2023): Grundlagen der Bindungstheorie. https://www.kindergartenpaedagogik.de/fachartikel/psychologie/1722/ (abgerufen am 15.11.2023).

✔ Inhaltlich geprüft am 08.12.2023
Dieser Artikel wurde von Emely Hoppe geprüft. Wir nutzen für unsere Recherche nur vertrauenswürdige Quellen und legen diese auch offen. Mehr über unsere redaktionellen Grundsätze, wie wir unsere Inhalte regelmäßig prüfen und aktuell halten, erfährst du hier.

Veröffentlicht von Leonie Illerhues

Leonie war nach ihrem Studium der Heilpädagogik lange im Schulhort-, Kita- und Krippenbereich tätig. Erziehungs- und Entwicklungsthemen im Baby- und Kleinkindalter sind deshalb ihr Steckenpferd. Seit 2022 ergänzt Leonie unser Team mit diesem Schwerpunkt.

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