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Babys vegan ernähren geht nur, wenn du weißt, was du tust

Babys vegan ernähren – Geht das?

Du möchtest auch dein Baby vegan ernähren, weil du selbst so lebst? Aber du hast Bedenken, dass eine vegane Ernährung deinem Baby schadet? Wir erklären dir, worauf es bei veganer Kost ankommt und ob vegan gesund oder ungesund für Babys ist!

Das Wichtigste in Kürze

  • Babys vegan ernähren, ist möglich. Aber es wird nicht empfohlen und kann sogar gefährlich werden.
  • Eine vegane Ernährung birgt das Risiko, dass der Nährstoffbedarf des Kindes nicht vollständig gedeckt wird.
  • Besonders kritische Nährstoffe sind: Vitamin B12, Vitamin D, Eisen, Jod, Zink, Calcium, Protein, Omega-3.
  • Vitamin B12 muss als Nahrungsergänzung eingenommen werden.
  • Eltern, die ihre Babys vegan ernähren, sollten alle kritischen Nährstoffe im Blick haben und das Kind regelmäßig der Kinderärztin vorstellen.
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Kann ich mein Baby vegan ernähren?

Um es klar zu sagen: Kinderärzte und Ernährungsexperten raten von veganer Ernährung ab. Es besteht die Gefahr, dass der Nährstoffbedarf des Kindes nicht vollständig gedeckt wird. Infolgedessen kann es zu einem Nährstoffmangel kommen, der die Gesundheit und die Entwicklung gefährdet. Dennoch ist es möglich, Babys vegan zu ernähren. Sofern die Eltern genau darauf achten, dass das Baby auch ohne tierische Produkte ausreichend mit Nährstoffen versorgt wird.

Kinder vegan ernähren: Das sagt die Wissenschaft

Es gibt wenige Studien über vegane Kinderernährung. Eine der bekannteren ist die VeChi Diet-Studie. Sie zeigt, dass Kinder, die vegan ernährt werden, eine vergleichbare und normale Entwicklung von Körpergewicht und Körpergröße aufweisen.

Die Studie wird als Hinweis darauf gedeutet, dass eine vegane Ernährung im Kleinkindalter bedarfsdeckend sein kann, wenn auf eine ausreichende Zufuhr von Nahrungsenergie und kritischen Nährstoffen geachtet wird. Allerdings nahmen nur 420 Familien an der Studie teil.

Das sagt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE):

Die DGE stuft die Beurteilungsgrundlage zu veganer Ernährung als unzureichend ein. Es gibt zu wenige Studien bei vulnerablen Gruppen. Daher lautet die Position der DGE in Bezug auf vegane Kinderernährung:

Eine vegane Ernährung in Schwangerschaft und Stillzeit sowie im gesamten Kindes- und Jugendalter wird von der DGE aufgrund des erhöhten Risikos für eine Nährstoffunterversorgung sowie einen Nährstoffmangel und deren teilweise irreversiblen Konse­quenzen weiterhin nicht empfohlen.

Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.

Wenn du dein Kind vegan ernähren möchtest, musst du dich unbedingt mit den Nährwerten der einzelnen Lebensmittel auskennen und die kritischen Nährstoffe im Blick haben. Bei einer unausgewogenen veganen Ernährung ist die Gesundheit des Babys gefährdet.

Was muss ich bei veganer Ernährung für mein Baby beachten?

Babys vegan ernähren, kann nur mithilfe von Nährstoffsupplementen funktionieren. Allen voran muss Vitamin-B12 supplementiert werden. Sonst kann es zu Mangelerscheinungen kommen. Möglicherweise sind weitere Supplementierungen nötig. Du solltest dich mit eurer Kinderärztin besprechen und idealerweise anfangs eine Ernährungsberatungsfachkraft hinzuziehen, die euch als Familie betreut.

Weiterhin ist es wichtig, dein Kind regelmäßig der Kinderärztin vorzustellen. Sie kann beurteilen, ob gegebenenfalls eine Mangelversorgung vorliegt, indem sie den Nährstoffstatus überprüft.

Qualifizierte Ernährungsberatungsfachkräfte findest du hier:

  • Berufsverband Oecotrophologie e.V. (VDOE)
  • Deutsche Gesellschaft der qualifizierten Ernährungstherapeuten und Ernährungsberater e.V. (QUETHEB)
  • Verband für Ernährung und Diätetik e.V. (VFED)
  • Verband der Diätassistenten – Deutscher Bundesverband e.V. (VDD)

Vegane Babys: Welche Nährstoffe muss ich im Blick haben?

Die DGE stuft bei veganer Ernährung folgende Nährstoffe als besonders kritisch ein.

Vitamin B12

…ist wichtig für die Entwicklung von Gehirn und Nervensystem. Es ist in pflanzlichen Lebensmitteln kaum enthalten und muss über angereicherte Lebensmittel und als Nahrungsergänzung eingenommen werden. Eure Kinderärztin kann dir ein Präparat empfehlen. Wichtig: Wenn du dich vegan ernährst und stillst, solltest auch du Vitamin B12 supplementieren.

Vitamin D

…ist für die Knochengesundheit wichtig. Ein Mangel an Vitamin D kann zu Rachitis führen. Die DGKJ empfiehlt bei Babys generell eine Vitamin-D3-Supplementierung. Das Vitamin D3, das in Nahrungsergänzungsmitteln steckt, wird aus Lanolin (Wollfett) gewonnen. Es gibt aber auch vegane Präparate. Das Vitamin D3 stammt dann aus Flechten.

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Vitamin B2

…ist für den Eiweiß- und Energiestoffwechsel relevant. Pflanzliche Vitamin-B2-Quellen sind: Vollkorngetreide, Hefeflocken, Nüsse/Nussmus, Hülsenfrüchte, Grünkohl, Brokkoli.

Eisen

…ist an vielen Stoffwechselvorgängen beteiligt. Der Sauerstoff, der über die Lunge eingeatmet wird, wird durch das Eisen an den roten Blutfarbstoff Hämoglobin gebunden und über das Blut im Körper verteilt. Ein Eisenmangel kann schwerwiegende Folgen wie irreparable Schäden am Nervensystem haben. Gute vegane Eisen-Lieferanten sind: Hülsenfrüchten, Vollkorngetreide, Pseudocerealien (etwa Amarant) und Gemüsesorten wie Grünkohl und Rote Beete. Da pflanzliches Eisen vom Körper schlechter aufgenommen wird als tierisches, solltest du dem Brei Vitamin-C-haltiges Obstpüree oder Obstsaft hinzufügen. Durch das Vitamin C kann der Körper das Eisen besser verarbeiten.

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Jod

…ist unter anderem für die Entwicklung von Gehirn und Nervensystem relevant. Die Jodversorgung wird bei der Gesamtbevölkerung als kritisch eingestuft. Da in pflanzlichen Lebensmitteln nur wenig Jod enthalten ist (etwa in Spinat, Brokkoli), sind Veganer oft noch schlechter versorgt. Solange du dein Baby parallel zur Beikost weiterstillst, erhält es Jod über die Muttermilch. Ob das ausreicht, hängt davon ab, wie du selbst mit Jod versorgt bist. Besprich mit deiner Ärztin, ob in eurem Fall eine Jod-Supplementierung nötig ist.

Zink

…ist an der Zellteilung und Zellerneuerung beteiligt. Außerdem ist es wichtig für die Entwicklung und Reifung des Immunsystems. Gute pflanzliche Zink-Lieferanten sind: Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte, Nüsse, Pseudocerealien.

Calcium

…ist wichtig für die Knochen. Gute pflanzliche Calcium-Lieferanten sind: Nüsse/Nussmus, Grünkohl, Brokkoli, Haferflocken.

Protein

Ein Proteinmangel kann zu einer Wachstumsverzögerung führen. Pflanzliche Lebensmittel haben meist eine geringere Proteinqualität als tierische. Wertvolle pflanzliche Protein-Lieferanten sind: Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen, Kartoffeln. Da der Körper 20 verschiedene Aminosäuren für den Proteinstoffwechsel benötigt (neun davon sind essenziell), ist eine vielfältige Lebensmittelauswahl wichtig. Ein Kind braucht über den Tag verteilt verschiedenen Proteinquellen.

Omega-3-Fettsäuren

…sind in der Wachstumsphase wichtig für die Entwicklung von Gehirn und Nervenzellen. Eine gute vegane Quelle ist Raps- oder Leinöl, das mit DHA aus Mikroalgenöl angereichert ist. Es kann auch eine Supplementierung von Omega-3 notwendig sein. Das solltest du mit deiner Kinderärztin besprechen.

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3 leckere vegane Babybrei-Rezepte aus dem Internet

Gemüse-Kartoffel-Getreide-Brei

  • 100 Gramm Gemüse
  • 50 Gramm Kartoffeln
  • 10 Gramm Haferflocken
  • 20 Gramm Obstsaft oder Obstpüree
  • 20 Gramm Wasser
  • 8 Gramm Rapsöl

Gemüse und Kartoffeln schälen, schneiden und in wenig Wasser dünsten. Anschließend pürieren. Dann die restlichen Zutaten unterrühren. Auf Körpertemperatur (etwa 37 Grad) abkühlen lassen. (Rezeptidee kinderärzte-im-netz.de)

Möhren-Amarant-Kichererbsen-Brei

  • 120 Gramm Möhren
  • 20 Gramm Amarant
  • 20 Gramm Haferflocken
  • 1/2 Teelöffel Kreuzkümmel
  • 50 Gramm Kichererbsen
  • 25 Gramm Mandelmus
  • 70 Gramm Orangensaft

Möhren schälen und zerkleinern. Amarant und Haferflocken in wenig Wasser garen. Möhren und Kreuzkümmel hinzufügen und erhitzen. Zum Schluss die Kichererbsen beimengen. Brei auf 60 Grad abkühlen lassen. Dann Mandelmus und Orangensaft hinzufügen. Alles pürieren und auf etwa 37 Grad abkühlen lassen. (Rezeptidee von Küchengötter.de)

Brokkoli-Zucchini-Kartoffel-Haferflocken-Brei

  • 100 Gramm Kartoffeln
  • 130 Gramm Zucchini
  • 210 Gramm Brokkoli
  • 1 Esslöffel Haferflocken
  • 2 Esslöffel Olivenöl

Kartoffeln, Zucchini und Brokkoli in kleine Stückchen schneiden und mit wenig Wasser kochen. Nach rund 15 Minuten Haferflocken hinzufügen und bei regelmäßigem Umrühren weiterkochen. Weiche Masse nach rund 20 Minuten vom Herd nehmen und abkühlen lassen. Anschließend alles pürieren, Öl beimischen und auf etwa 37 Grad abkühlen lassen. (Rezeptidee von Mampfbar.de)

Babys vegan ernähren: Unser Fazit

Es gibt nur wenige Studien, die sich mit veganer Ernährung bei Babys beschäftigen. Diese Studien liefern Hinweise darauf, dass eine vegane Ernährung bei Babys funktionieren kann, sofern die Eltern ein besonderes Maß an Aufmerksamkeit auf die ausreichende Nährstoffzufuhr des Kindes richten. Denn je mehr Nahrungsmittel auf dem Speiseplan fehlen, desto größer das Risiko einer Mangelerscheinung, die auf Dauer gefährlich wird. Aus diesem Grund solltest du eine qualifizierte Ernährungsberatung in Anspruch nehmen, wenn du dein Baby vegan ernähren möchtest. Außerdem solltest du die Nährstoffversorgung deines Kindes regelmäßig überprüfen lassen.

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Quellen

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