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Babybrei selber machen: Leitfaden, Tipps & Tricks

Du willst Babybrei selber machen, bist aber noch unsicher? Keine Sorge, wir haben alle Tipps und Tricks, die du brauchst, um leckere Breimahlzeiten für dein Kleines zu zaubern.

Das Wichtigste in Kürze

  • Auf Beikostreife achten
  • Neues langsam Stück für Stück einführen
  • Es gibt stopfende und Stuhl lockernde Zutaten
  • Frische Kräuter in geringen Mengen sind lecker und gesund
  • Öl ist nicht gleich Öl: am besten immer wieder wechseln
  • Saft und Obst verbessern die Eisenaufnahme, das Obst kann es aber auch zum Nachtisch geben
  • Brei einfrieren: lieber einzelne Zutaten, nicht alle eignen sich

Babybrei selber machen – kein Hexenwerk, aber gerade zu Anfang lernen Ersteltern sehr schnell sehr viel dazu. Damit du gut gewappnet bist, haben wir alle Tipps für selbst gemachten Babybrei zusammengetragen, die wir selbst gern bekommen hätten. Los geht’s!

Warum sollte ich Babybrei überhaupt selber machen?

Gleich vorweg, Gläschen sind nicht grundsätzlich schlecht. Viele Hersteller achten darauf, dass sie schonend und mit guten Zutaten hergestellt werden. Auch auf das richtige Verhältnis der Zutaten zueinander ist Verlass. Trotzdem bringt es einige Vorteile, den Babybrei für dein Kind frisch selbst zu kochen.

In manchen Fertigprodukten findet sich Zucker, wo keiner hingehört. Oft gibt es Zusatzstoffe, die das Produkt haltbar machen. Dazu kommt: Lang eingekochte Breie enthalten einfach weniger Vitalstoffe als auf den Punkt gegartes Gemüse. Bio sind die wenigsten von ihnen. In den Schraubdeckeln finden sich öfter chemische Verbindungen, die in Babyessen nichts zu suchen haben.

Und frisch schmeckt einfach besser. Viele Babys akzeptieren bei Fertigbreien nur wenige Sorten. Das hilft der Geschmacksbildung nicht unbedingt weiter. Wenn du selbst kochst, kannst du die Zutaten nach Belieben kombinieren. Und wenn dein Kind größer wird, kannst du statt des Breis einfach Stücke anbieten – ein ganz natürlicher Übergang zur Familienkost.

Babybrei selber machen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Alle Geräte und Zutaten bereitstellen
  2. Zutaten nach Rezept abwiegen.
    Irgendwann entfällt das, weil du ein Gefühl für die Mengen bekommst.
  3. Sättigungsbeilage wie Nudeln, Hirse oder Reis kochen
    Am besten so wie es auf der Packung steht.
  4. Währenddessen Gemüse und ggf. Obst gründlich waschen, abreiben und schälen
    In der Schale finden sich oft Stoffe, mit denen dein Kleines noch nicht gut klarkommt. Auch Pestizide und andere Schadstoffe kannst du so reduzieren.
  5. Fleisch oder Fisch klein schneiden
    Auf getrennte Bretter/Messer und Hygiene achten. Sowohl Fisch als auch Fleisch musst du nicht vorher auftauen. Bei Fisch auf Gräten achten!
  6. Gemüse, Obst und Fleisch dampfgaren
    Gemüsewürfel brauchen meist 10 Minuten, Brokkoli 8 Minuten. Kleine Fleischstücke sind ebenfalls nach 10 Minuten gar.
  7. Kräuter waschen und hacken
    Frische Kräuter wie Petersilie und Dill kannst du roh verwenden. Kochkräuter wie Thymian und Oregano am besten mitgaren und danach die Stängel entfernen.
  8. Öl hinzugeben
    Für eine Portion von 200 Gramm nimmt man 1 Esslöffel.
  9. Geschältes Obst oder Saft hinzugeben
    Obst ist gesünder als Saft. Du kannst Obst zu Anfang auch mitgaren, dann ist dieser Schritt unnötig. Nach und nach durch frisches Obst ersetzen.
  10. Alles mit dem Zauberstab pürieren
    Je älter dein Kleines wird, desto mehr Stücke dürfen drin sein.
  11. Auf 37 Grad abkühlen lassen
    Am besten mehrmals umrühren und selbst kosten mit eigenem Löffel! Wenn es angenehm warm ist, ist es richtig. Babys sind empfindlicher als erwachsene Gaumen.

Dampfgaren vs. Kochen

Dampfgaren ist schonender als normales Abkochen. Es bleiben mehr Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe erhalten, als beim Kochen. Denn viele dieser wertvollen Stoffe gehen ins Kochwasser über.

Es gibt jedoch auch Ausnahmen. Gemüse, die etwas mehr Oxalsäure enthalten (so wie Fenchel und Süßkartoffel), solltest du lieber in reichlich Wasser kochen, bis sie weich sind. Dann sind sie deutlich verträglicher. Auch Bohnen, Linsen oder Kichererbsen müssen vorher unbedingt gekocht und das Kochwasser entsorgt werden. Für Reis gilt das eigentlich ebenfalls. Er enthält natürlicherweise mehr Arsen, als andere Sättigungsbeilagen. Das kannst du so deutlich reduzieren.

Was brauche ich zum Babybrei selber machen?

Wir empfehlen einen mittelgroßen Topf mit Deckel. Dazu einen separatem Dampfgareinsatz aus Edelstahl oder ein einfaches Metallsieb. Zusätzlich einen Pürierstab und am Anfang eine Küchenwaage. Mehr braucht es eigentlich nicht.

Du kannst natürlich auch ein spezielles Dampfgargerät mit Pürierfunktion, wie dieses von Philips Avent, benutzen. Erfahrungsgemäß ist das aber unnötig und steht später nur rum.

Zum Essen benutzt du am besten eine Porzellanschale und einen Löffel mit möglichst wenig Schadstoffen. Auch Babybesteck aus Edelstahl ist super. Holzschalen aus einem Stück gibt es ebenfalls. Sie enthalten keine giftigen Zusatzstoffe wie Melamin, das in vielen Bambusgeschirr-Sets drin ist.

Für unterwegs gibt es praktische Becher mit Schraubverschluss, ebenfalls von Philips Avent.

Babybrei: Was passt wozu?

Nicht alle Zutaten schmecken zusammen gut. Wenn du regelmäßig kochst, wirst du schon ein Gefühl dafür haben. Aber falls nicht, kommen hier ein paar leckere Kombinationen:

  • Kartoffel hat viele Freunde. Lediglich mit Tomaten und Orangensaft harmoniert sie nur so semi.
  • Zu Fisch passen Reis oder Hirse (geschält) besonders gut. Helles Fleisch mag Kartoffeln noch lieber. Dunkleres wie Kalb harmoniert mit Kürbis oder Süßkartoffel. Das ist aber alles Ansichtssache.
  • Möhre, Fenchel, Apfel und Dill sind eine tolle Kombi, auch für Erwachsene
  • Grün und Orange macht Braun. Deshalb bleiben grüne Gemüse am liebsten unter sich. Pastinake verfälscht die Farbe nicht so sehr, wie etwa Möhre oder Kürbis.
  • Nudeln mit Tomaten sind nicht ohne Grund ein Klassiker. Aber Vorsicht: viele Kinder reagieren auf das Histamin in dem roten Lieblingsgemüse der Italiener mit einem wunden Po.

Warum Saft und Öl in den Babybrei?

Saft oder püriertes Obst erhöht den Vitamin-C-Anteil. Das ist gut für die Eisenaufnahme und das Immunsystem.

Öl liefert wertvolle essenzielle Fettsäuren wie Omega-3 und verbessert die Aufnahme von fettlöslichen Vitaminen. Das kleine Gehirn braucht anteilig mehr Öl zum Entwickeln, als unser erwachsenes.

Ein Wort zum Öl

Die meisten Speiseöle enthalten unschöne Mineralölrückstände. Das liegt daran, wie die Ölsamen gepresst werden. Oft gelangen Maschinenöle mit in das Mus. Auch Pestizide oder andere Schadstoffe finden viel zu oft ihren Weg hinein. Das Team von Ökotest deckt immer wieder solche Missstände auf, egal ob bei Bio-Produkten oder nicht. Auch die teuren Beikostöle sind nicht frei davon.

Ökotest rät daher dazu, normale Speiseöle in Bio-Qualität (kalt gepresst und raffiniert im Wechsel) zu verwenden. Da Öle möglichst nicht lange offen stehen sollen, kannst du einfach ein Produkt für die ganze Familie verwenden und immer wieder das Produkt und die Sorte wechseln. Rapsöl, Maiskeimöl und Leinöl sind wegen ihrer Zusammensetzung besonders empfehlenswert. Aber auch Oliven- oder Distelöl kannst du ab und zu beimengen. Sonnenblumenöl bitte eher selten.

Welche Zutaten lieber nicht im Babybrei?

Es gibt ein paar Dinge, die ganz klar nichts im Babybrei zu suchen haben. Das ist vor allem reiner Zucker (Früchte sind natürlich okay) und Salz. Aber auch Gewürze braucht dein Kleines zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Später, wenn sich seine Verdauung festes Essen gewöhnt hat, kann es nach und nach bei euch mitessen. Aber auch hier gilt, salz- und gewürzarm kochen und lieber am Tisch selbst nachwürzen.

Kräuter sind natürlich okay, am besten nicht in rauen Mengen und möglichst frisch. Denn in trockenen Kräutern finden sich oft Schimmelsporen.

Ein paar Gemüse- und Obstsorten solltest du nur sehr, sehr sparsam verwenden, wenn überhaupt. Denn sie enthalten besonders viel Nitrat und/oder Oxalsäure, die Babys nicht besonders guttun. Meide daher folgende Gemüse in den ersten acht Lebensmonaten. Danach kannst du dein Kind ruhig ab und zu bei euch kosten lassen.:

  • Rote Bete
  • Blattgemüse wie Mangold oder Spinat
  • Salat
  • Kohl, außer Blumenkohl und Brokkoli
  • Rhabarber

Übrigens: Auch Fenchel und sogar Süßkartoffel enthalten diese Stoffe in erhöhten Mengen. Sie sollten daher nur ab und zu auf den Tisch kommen.

Milch, Käse und Kakao gehören übrigens nicht in den Gemüse-Fleisch-Brei. Sie mindern die Eisenaufnahme.

Babybrei selber machen: Was stopft und was nicht?

Karotten sind dafür bekannt, dass sie stopfen, also den Stuhl verfestigen. Aber auch Heidelbeeren, Banane, Weizengrieß, Fleisch und Reis können diese Wirkung haben. Jedes Baby ist anders, teste es einfach aus.

Um den Stuhl lockerer zu machen, kannst du es mit Hirse oder Hafer, Zucchini, Pastinake, Fenchel, Brokkoli und Blumenkohl versuchen. Etwas mehr Öl im Brei wirkt ebenfalls leicht abführend. Bei Früchten eignen sich Aprikosen, Pflaumen und Birnen. Auch hier gilt: jede Zutat über mehrere Tage langsam einführen und Kind beobachten.

Mehr über den Stuhlgang bei Babys findest du hier.

Kann man Babybrei einfrieren?

Ja, das kannst du. Manche Zutaten eignen sich aber besser als andere. Stärkehaltiges verändert nach dem Auftauen seine Konsistenz und schmeckt dann nicht mehr so gut. Deshalb solltest du Kartoffeln, Reis und Nudeln lieber frisch kochen und den Rest dazu aufwärmen.

Nitrat-haltigeres Gemüse wie Fenchel oder Spinat solltest du nach dem Garen lieber nicht einfrieren. Denn dabei kann sich das Nitrat in giftiges Nitrit umwandeln. Also lieber frisch zubereiten.

Melone und Zitrusfrüchte schmecken aufgetaut auch nicht mehr. Banane und Avocado werden braun, die also ebenfalls nicht. Auch Öl und Gewürze solltest du lieber erst nach dem Auftauen hinzugeben.

Hattest du zu viel Babybrei zubereitet, würz dir den Rest einfach schön nach und iss ihn selbst. Du kannst auch Stärke und Ei dazugeben und Bratlinge daraus machen.

Tipp: Zutaten getrennt einfrieren

Gegarten und pürierten Fisch oder Fleisch kannst du portionsweise in Eiswürfelbehältern einfrieren (den Behälter in einen Gefrierbeutel oder einen frostsicheren Behälter stecken) und dann gefroren in den Gefrierbeutel entleeren. So hast du immer die richtige Menge parat. Genauso ist es mit Zutaten wie Kürbis, Möhre, Erbsen, Zucchini oder Apfel.

Selbst ein Baby mag nicht jeden Tag das Gleiche essen. So kannst du den Babybrei immer variieren und auch frisch dazu geben, was du gerade da hast.

Anleitung zum Einfrieren:

  1. Behälter abkochen oder zumindest bei 60 Grad gründlich reinigen
  2. Gemüse waschen, schälen und in Stücke schneiden
  3. Dampfgaren (bewahrt die Inhaltsstoffe)
  4. Pürieren
  5. Zügig abfüllen und luftdicht verschließen
  6. Im Wasserbad schnell herunterkühlen
  7. Danach ins Schnellfrosterfach deines Tiefkühlgeräts geben (meist das obere)

Auch wenn Einfrieren von Babybrei-Zutaten eine praktische Sache ist: am besten schmeckt der Brei, wenn alles frisch ist.

Wie lange sind die eingefrorenen Zutaten haltbar?

Das kommt auf die Art an. Proteinreiches wie Fleisch oder Fisch solltest du innerhalb von drei Monaten aufbrauchen, gern schneller. Gemüse hält sich bis zu sechs Monate.

Babybrei: wie auftauen oder erwärmen?

Am einfachsten und schnellsten lässt sich Babybrei in der Mikrowelle erwärmen oder auftauen, ohne Frage. Aber Vorsicht, oft wird der Brei in der Mitte zu heiß. Also bitte umrühren und testen. Und schau bitte, welche Behälter wirklich für die Mikrowelle geeignet sind.

Du hast keine Mikrowelle? Auch in einem kleinen Edelstahltopf oder im Wasserbad kannst du Brei erwärmen. Aber bitte keine Gefrierbeutel ins heiße Wasser!

Im Kühlschrank über Nacht auftauen geht ebenfalls.

Bitte beachte: fertigen Babybrei solltest du abgedeckt im Kühlschrank lagern und nach spätestens 24 Stunden aufbrauchen. Tiefgefrorenes hält sich drei (Fleisch und Fisch) bis maximal sechs Monate (Gemüse). Aber auch nur dann, wenn du sehr hygienisch gearbeitet hast und dein Tiefkühlfach zuverlässig auf mindestens -18 Grad herunterkühlt.

Tipp: Tiefkühlgut beschriften und mit Datum versehen.

Wichtig ist auch: ist der Brei erst einmal erwärmt, hast du maximal eine Stunde, um ihn zu verfüttern. Sonst tummeln sich zu viele Keime darin. Einmal aufgetauten Brei solltest du nicht mehr einfrieren.

Wie führe ich Beikost ein?

Babys brauchen Zeit, um sich an Neues zu gewöhnen. Deshalb führst du einzelne Zutaten Stück für Stück ein – mit mindestens drei bis fünf Tagen dazwischen.

Es gibt zu Anfang also beispielsweise nur Möhre (oder andere Gemüse wie Pastinake), dann nur Kürbis, dann Kürbis mit Möhre, dann das Gemüse mit etwas Öl. Am Schluss kommen Fleisch und Fisch sowie Saft oder Obst dazu (Obst geht auch separat).

Du wirst zu Anfang sehr viel selbst essen müssen. Denn die meisten Babys wollen in den ersten Wochen bis Monaten nur ein paar Löffelchen, wenn überhaupt. Aber so kannst du herausfinden, was es mag und was nicht. Und auch auf Unverträglichkeiten achten. Denn die gibt es schon bei den Kleinsten.

Dazu gibt es weiter die Brust oder Flasche. Schon gewusst? Weiterstillen bis dein Baby keine Milch mehr braucht, verringert das Risiko für Nahrungsmittelallergien.

Beikostreife: wann ist mein Baby so weit?

Wann Babys bereit für Brei oder andere Beikost sind, ist ganz unterschiedlich. Manche verlangen schon mit drei bis vier Monaten danach. Andere möchten fast das ganze erste Lebensjahr nichts anderes als die Brust. Flaschenkinder lassen sich oft leichter überreden als reine Stillkinder.

Ärzte raten dazu, spätestens ab dem 7. Lebensmonat, also nach einem halben Jahr, mit Beikost in Breiform anzufangen, weil dann die Eisenspeicher leer sind. Stillexpertinnen argumentieren das Für und Wider etwas weniger absolut.

Kinder, deren Familie allergiebelastet ist, können profitieren, wenn es mit bestimmten Nahrungsmitteln wie Fisch oder Ei früher losgeht. Das klappt bei allem guten Willen aber nicht immer.

Denn dein Baby ist erst bereit für Beikost, wenn … :

  • … es den Kopf allein aufrecht hält.
  • … es mit etwas Unterstützung sitzen kann.
  • … dein Kind sich sehr für euer Essen interessiert.
  • … es Kaubewegungen macht.
  • … es Nahrung in die Hand nehmen und zum Mund führen kann.
  • … der Zungenstreckreflex weg ist (Zunge schiebt Nahrung aus dem Mund).

Unser Tipp: Will dein Kleines nach sechs Monaten noch keine Beikost, solltest du mit der Kinderärztin darüber reden. Sie wird sein persönliches Risiko für einen Eisenmangel gut einschätzen können. Notfalls könnt ihr mit Eisentropfen arbeiten, bis dein Kleines soweit ist.

Quellen

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