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Beikost ohne Fleisch - Beikost ohne Fleisch: Darf ich mein Baby vegetarisch und vegan ernähren?

Beikost ohne Fleisch: Darf ich mein Baby vegetarisch und vegan ernähren?

Inhaltlich geprüft von Hebamme Emely Hoppe.

praesentiert hipp - Beikost ohne Fleisch: Darf ich mein Baby vegetarisch und vegan ernähren?

Du denkst darüber nach, dein Baby vegetarisch oder vegan zu ernähren? Wir erklären dir, was du bei dabei beachten musst! So viel vorweg: Von einer dieser beiden Ernährungsvarianten raten Kinderärzte und Ernährungsexpertinnen ab!

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine vegetarische Ernährung ist für Babys nicht optimal, aber auch nicht ungeeignet. Wichtig: Die Eisenversorgung muss gesichert werden.
  • Von einer veganen Ernährung raten Kinderärzte und Ernährungsexpertinnen ab. Je mehr Nahrungsmittel weggelassen werden, desto eher kann es zu einem Nährstoffmangel kommen.
  • Wer sein Baby vegan ernährt, muss auf die ausreichende Zufuhr kritischer Nährstoffe wie Eisen, Jod, Zink, Calcium und Omega-3 achten.
  • Wichtig: Vitamin B12 kommt fast nur in tierischen Lebensmitteln vor. Bei einer veganen Ernährung muss die Vitamin-B12-Versorgung durch Supplemente sichergestellt werden.

Die offizielle Ernährungsempfehlung

Laut offizieller Ernährungsempfehlung des Forschungsdepartments für Kinderernährung (FKE) sollten Babys nach rund 6 Monaten eine ausgewogene Beikost erhalten. Diese ausgewogene Beikost sollte Ende des ersten Lebensjahres in eine optimierte Mischkost übergehen. Neben Gemüse und Kartoffeln (im Wechsel mit Nudeln und Reis) sollten auch Milchprodukte, Fleisch und Fisch auf dem Speiseplan stehen. Dadurch wird ein Baby optimal mit Nährstoffen versorgt, denn:

  • Milchprodukte liefern Calcium und Jod
  • Fleisch liefert Eisen, Vitamin B12 und Zink
  • Fisch liefert Jod, Vitamin D und ungesättigte Omega-3-Fettsäuren.

Wenn du von dieser Ernährungsempfehlung abweichen und dein Baby vegetarisch oder vegan ernähren möchtest, solltest du auf jeden Fall Rücksprache mit der Kinderärztin halten!

Baby vegetarisch ernähren: geht das?

Es ist möglich, ein Baby vegetarisch zu ernähren. Aber: Bei einer vegetarischen Ernährung müssen Eltern genau darauf achten, dass das Baby auch ohne Fleisch und Fisch alle Nährstoffe erhält, die es für eine gesunde Entwicklung braucht.

Das sind die kritischen Nährstoffe bei einer vegetarischen Ernährung

Besonders die Versorgung mit Eisen wird durch eine vegetarische Ernährung erschwert. Weiterhin musst du kritische Nährstoffe wie Jod, Zink, Vitamin B12, Vitamin D und Omega-3 im Blick behalten. Denn diese Nährstoffe nehmen Babys normalerweise durch Fleisch und Fisch zu sich.

Eisen

Eisen ist an vielen Stoffwechselvorgängen im Körper beteiligt. Auch für die Gehirnentwicklung ist Eisen wichtig. In den ersten Lebensmonaten zehrt ein Baby von einer Eisenreserve, die es im Mutterleib angelegt hat. Im zweiten Lebenshalbjahr braucht es Eisen von „außen“ – und zwar viel. Zu keinem Zeitpunkt im späteren Leben ist der Bedarf an Eisen pro Kilogramm Körpergewicht höher als in diesen Monaten. Der Bedarf muss über die Beikost gedeckt werden. Rein über die Muttermilch erhält das Baby zu wenig davon.

Fleisch und Fisch sind wichtige Eisenlieferanten. Der Körper kann das darin enthaltene Eisen besonders gut aufnehmen. Damit dein Baby bei einer vegetarischen Ernährung genügend Eisen erhält, muss die Beikost pflanzliches Eisen enthalten. Vollkorngetreide wie Haferflocken, Grünkern und/oder Vollkornnudeln sind besonders eisenhaltig. Auch in Hülsenfrüchten wie Linsen oder Kichererbsen und in verschiedenen Gemüsesorten wie Grünkohl oder Rote Beete steckt viel Eisen. Wenn du beispielsweise statt des Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Breis, der laut Beikostplan empfohlen wird, einen Gemüse-Kartoffel-Getreide-Brei servierst, erreichst du eine ähnliche Zusammensetzung an Nährstoffen, wie bei einem fleischhaltigen Brei.

Aber: Eisen ist nicht gleich Eisen. Der Körper kann pflanzliches Eisen schlechter aufnehmen als tierisches. Daher solltest du dem vegetarischen Brei Vitamin-C-reiches Obstpüree oder Obstsaft hinzufügen. Das Vitamin C hilft dem Körper, das pflanzliche Eisen besser aufzunehmen.

Wenn du Gläs­chen­kost nutzt, kannst du ve­ge­ta­ri­sche Ge­mü­se-Voll­korn-Breie ver­wen­det, um den Eisenbedarf zu decken.

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Jod, Zink, Vitamin B12

Außer Eisen benötigt ein Baby, das vegetarisch ernährt wird, genügend Jod, Zink und Vitamin B12. Diese Nährstoffe sind in Eiern, Käse und anderen Milchprodukten enthalten. Jod und Vitamin B12 sind unter anderem für die Entwicklung von Gehirn und Nervensystem relevant. Zink ist für die Entwicklung, Reifung und Funktion des Immunsystems essenziell. Außerdem ist es an der Zellteilung und Zellerneuerung beteiligt.

Vitamin D

Ein Mangel an Vitamin D kann zur Entstehung von Rachitis führen. Im ersten Jahr sollten Babys Vitamin D als Nahrungsergänzungsmittel bekommen. Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) empfiehlt es für alle Babys – unabhängig davon, ob sie vegetarisch ernährt werden oder nicht. Laut der Ernährungskommission der DGKJ ist bei Babys eine Vitamin-D3-Supplementierung in Höhe von 400 bis 500 I.E. (Internationale Einheiten) pro Tag angeraten.

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Omega-3-Fettsäuren

Die ungesättigten Fettsäuren, die fettreicher Fisch liefern könnte, muss dein Baby auf andere Art erhalten. Beispielsweise über Raps- oder Leinöl, das du den Mahlzeiten hinzufügst. Diese Öle sind reich an α-Linolensäure. α-Linolensäure kann vom Körper in Docosahexaensäure (DHA) umgewandelt werden. DHA gehört der Klasse der Omega-3-Fettsäuren an und ist wichtig für die Entwicklung des kindlichen Gehirns.

Fazit zur vegetarischen Ernährung

Eine vegetarische Ernährung ist für Babys nicht optimal, aber auch nicht ungeeignet. Es erscheinen immer mehr Studien zu diesem Thema, die bestätigen, dass eine vegetarische Ernährung für Kinder funktionieren kann. Voraussetzung: Es wird darauf geachtet, dass die Kinder alle Nährstoffe, die normalerweise Fleisch und Fisch liefern, durch andere Lebensmittel erhalten.

Buch-Tipp: In ihrem Buch „Veggie Baby“ beantwortet Bettina Snowdon alle Fragen rund um die vegetarische Ernährung von Babys und Kleinkindern.

Baby vegan ernähren: geht das?

Kinderärzte raten von einer veganen Ernährung ab. Denn je mehr Nahrungsmittel weggelassen werden, desto eher kann es zu einem Nährstoffmangel kommen.

Das sind die kritischen Nährstoffe bei einer veganen Ernährung

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) stuft bei einer veganen Ernährung folgende Nährstoffe als besonders kritisch ein: Vitamin B12, Vitamin D, Eisen, Omega-3, Calcium, Jod, Zink, Protein. Du musst darauf achten, dass der Bedarf an diesen Nährstoffen gedeckt wird.

Wie du den Eisen-, Omega-3- und Vitamin-D-Bedarf decken kannst, haben wir im Abschnitt zur vegetarischen Ernährung bereits erklärt. Gut zu wissen ist für dich noch, dass Vitamin D3 meist aus Lanolin (Wollfett) gewonnen wird. Es gibt aber auch vegane Vitamin-D3-Präparate auf dem Markt. Das Vitamin D3 stammt dann aus Flechten.

Vitamin B12, Jod, Zink

Bei einer vegetarischen Ernährung können Nährstoffe wie Vitamin B12, Jod und Zink über Milchprodukte und Eier gedeckt werden. Bei einer veganen Ernährung brauchst du andere Quellen:

  • Vitamin B12 ist in pflanzlichen Lebensmitteln so gut wie nicht enthalten. Es muss über angereicherte Lebensmittel und als Nahrungsergänzung eingenommen werden. Die Kinderärztin kann dir ein geeignetes Präparat empfehlen.
  • Jod ist in pflanzlichen Lebensmitteln nur in geringen Mengen enthalten (etwa in Spinat, Brokkoli). Solange du parallel zur Beikost weiterstillst, erhält dein Baby Jod über die Muttermilch. Allerdings nur, wenn du selbst ausreichend mit Jod versorgt bist. „Flaschenkinder“ werden über die Pre-Milch mit Jod versorgt. Wenn du nicht mehr stillst oder Pre-Milch fütterst, solltest du mit der Kinderärztin besprechen, ob dein Baby Jod möglicherweise als Nahrungsergänzungsmittel benötigt.
  • Zink. Vollkorngetreide ist ein guter Zink-Lieferant. Auch Kichererbsen oder Amarant enthalten Zink.

Calcium, Protein

Bei einer veganen Ernährung stuft die DGE, im Vergleich zu einer vegetarischen Ernährung, zusätzlich Calcium und Protein als kritische Nährstoffe ein.

  • Calcium ist wichtig für die Knochen. Grünkohl, Brokkoli und Haferflocken sind gute Calcium-Lieferanten.
  • Protein ist wichtig für das Wachstum. Pflanzliche Lebensmittel haben meist eine geringere Proteinqualität als tierische. Gute Protein-Lieferanten sind Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen und Kartoffeln. Dein Kind sollte über den Tag verteilt verschiedene Proteinquellen haben. Das ist wichtig, denn der Körper benötigt 20 verschiedene Aminosäuren für den Proteinstoffwechsel. Neun davon sind essenziell und müssen dem Körper mit der Nahrung zugeführt werden.

Fazit zur veganen Ernährung

Eine vegane Ernährung wird für Babys nicht empfohlen. Aber auch hier gibt es nur wenige Studien. Klar ist, eine vegane Ernährung bei Kindern kann nur mithilfe von Nährstoffsupplementen funktionieren. Allen voran muss eine Vitamin-B12-Supplementierung erfolgen. Sonst kann es zu Mangelerscheinungen kommen.

Die Kinderärztin und idealerweise eine Ernährungsexpertin sollten euch als Familie eng betreuen, wenn ihr euer Baby vegan ernähren möchtet. Falls sie den Verdacht haben, dass eine Mangelversorgung vorliegt, können sie direkt reagieren und den Nährstoffstatus überprüfen.

Was haltet ihr von vegetarischer oder veganer Ernährung für Babys? Wir freuen uns über eure Kommentare!

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Quellen

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