Zur Einnistungsblutung kommt es, wenn sich eine befruchtete Eizelle in die Gebärmutter einnistet. Aber sie tritt längst nicht bei allen Schwangeren auf. Manche Mediziner zweifeln sogar an ihrer Existenz. Wir beantworten dir die wichtigsten Fragen zum Zeitpunkt, zur Dauer und zum Aussehen der Einnistungsblutung.
Das Wichtigste in Kürze
- Einnistungsblutung tritt 6 bis 12 Tage nach dem Eisprung auf, wenn sich die Eizelle an die Gebärmutterwand heftet.
- Die Blutung ist sehr schwach und hält nur ein paar Stunden bis maximal 2 Tage an.
- Sie ist rosa bis braun, die Konsistenz ist schleimig – ohne Gewebe!
- Nur sehr wenige Frauen bemerken eine Einnistungsblutung
- In Fachkreisen ist umstritten, ob die Blutung existiert.
Wann findet die Einnistungsblutung statt?
Die Einnistungsblutung tritt sechs bis 12 Tage nach dem Eisprung auf. In der Fachliteratur wird sie oft auf den 23. Zyklustag datiert, also 23 Tage nach dem Einsetzen der letzten Periode.
Warum genau dann? Weil sich innerhalb dieses Zeitraums die befruchtete Eizelle – genauer gesagt nur ein Teil davon: der Trophoblast – in die Gebärmutterwand eingräbt. Diesen Vorgang nennt man Einnistung oder auch Nidation. Dabei werden Blutgefäße der Gebärmutterwand beschädigt, was ebendiese leichte Blutung auslösen kann. Daher auch der Name Einnistungsblutung oder Nidationsblutung.
Du kannst dir den zeitlichen Ablauf von Befruchtung bis Einnistung etwa so vorstellen:
| Zyklustag | Vorgang |
|---|---|
| 1 | Erster Tag der letzten Periode |
| 14 | Eisprung |
| 14 oder 15 | Befruchtung der Eizelle |
| 20 bis 26 | Einnistung der Eizelle |
* Wir gehen in diesem Beispiel von einem 28-Tage-Zyklus aus. Je nachdem, wie lang dein persönlicher Zyklus ist und wann genau dein Eisprung stattfindet, können die Zeiträume variieren.
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Wie lange dauert die Einnistungsblutung?
Die Einnistungsblutung geht normalerweise nur wenige Stunden bis maximal zwei Tage.
Wie sieht eine Einnistungsblutung aus?
Die Farbe der Einnistungsblutung kann zwischen rosa, hellrot, hellbraun und braun variieren.
Da sich das Blut mit dem natürlichen Zervixschleim vermischt, ist die Konsistenz der Einnistungsblutung meist feucht und schleimig. Wichtig: Sie enthält kein Gewebe! Bemerkst du blutigen Ausfluss mit Gewebe in deinem Slip, deutet das eher auf eine Zwischenblutung oder die einsetzende Periode hin.
Wie häufig sind Einnistungsblutungen?
Kommt es bei der Einnistung überhaupt zu einer Blutung, handelt es sich um sehr geringe Blutmengen, die kaum bis gar nicht nach außen treten. Deshalb bemerken sie nur die wenigsten Frauen. Je nach Quelle schätzt man, dass sich nur bei einem Drittel, einem Viertel oder gar nur 4 Prozent aller Schwangerschaften eine Nidationsblutung zeigt.
Da sie so selten ist und Blutungen in der Frühschwangerschaft viele verschiedene Ursachen haben können, wird in der Fachwelt sogar diskutiert, ob es die Nidationsblutung wirklich gibt. Nach heutigem Wissen sagt ihr Auftreten oder Ausbleiben zumindest nichts darüber aus, wie sicher oder stabil eine Schwangerschaft ist.
Aus diesem Grund solltest du der Blutung nicht allzu viel Bedeutung beimessen. Auch ohne sie kann es mit der Einnistung geklappt haben. Umgekehrt kann eine leichte Blutung auch andere Gründe haben, zum Beispiel hormonelle Veränderungen, kleine Verletzungen nach dem Sex, Infektionen oder andere gesundheitliche Ursachen.
Bei ungewöhnlichen Blutungen, verbunden mit Schmerzen, Fieber oder anderen Symptomen, hole dir bitte immer ärztlichen Rat ein!
Einnistungsblutung oder Periode? Die Unterschiede
Auch, wenn sich Nidations- und Menstruationsblutung deutlich voneinander unterscheiden lassen, kann es anfangs zu Verwechslungen kommen. Unsere Tabelle zeigt dir die wichtigsten Unterschiede zwischen Einnistungsblutung und Periode:
| Merkmal | Einnistungsblutung | Regelblutung |
|---|---|---|
| Intensität | sehr schwach | deutlich stärker |
| Dauer | wenige Stunden, max. 2 Tage | 3 - 5 Tage |
| Zeitpunkt | 6 - 12 Tage nach dem Eisprung | 14 Tage nach dem Eisprung |
| Farbe | hellrot bis braun | rot bis dunkelbraun |
| Schmerzen | keine | sehr wahrscheinlich |
1. Intensität: Die Stärke der Blutung ist das wichtigste Unterscheidungsmerkmal. Bei der Einnistung ist sie sehr schwach und wird im Verlauf auch nicht stärker. Tampons, Binden oder eine Menstruationstasse sind nicht nötig, allenfalls eine Slipeinlage. Die Periode hingegen ist deutlich stärker.
Achtung: Starke Blutungen, die vor der erwarteten Regel einsetzen, haben andere Ursachen. Bist du unsicher, raten wir dir zum Gang in die gynäkologische Praxis.
2. Dauer: Die Einnistungsblutung tritt meist nur an einem Tag auf, die Regel dauert mindestens drei Tage.
3. Zeitpunkt: Die Nidationsblutung zeigt sich einige Tage vor der erwarteten Periode. Hier liegt aber tatsächlich eine große Fehlerquelle, da die Menstruation aufgrund eines verkürzten Zyklus auch früher eintreten kann als erwartet. Am Verlauf und der Intensität der Blutung wirst du aber schnell erkennen, ob es sich um die Nidationsblutung oder die Periode handelt.
Tipp: Mit den Methoden der Natürlichen Familienplanung (NFP) lernst du deinen Zyklus besser kennen und bist in der Lage, ihn detailliert auszuwerten. Das steigert deine Chancen, schwanger zu werden.
4. Farbe: Die Einnistungsblutung ist hell-rötlich, kann sich aber auch in Form eines bräunlichen Ausflusses zeigen. Die Periode hingegen ist überwiegend deutlich rot. Achtung, Verwechslungsgefahr: Zu Beginn kann die Periode ebenfalls bräunlich erscheinen. Im Laufe der weiteren Stunden und Tage nimmt die Periode aber normalerweise ein deutliches Rot an.
5. Schmerzen: Die Einnistungsblutung verläuft normalerweise ohne Schmerzen. Vereinzelt berichten Frauen von einem leichten Ziehen im Unterleib. Der sogenannte Einnistungsschmerz ist unter Medizinern jedoch noch umstrittener als die Blutung. Während der Periode verspüren hingegen die meisten Frauen leichte bis starke Krämpfe im Unterleib, die bis in den Rücken ausstrahlen können. Weitere Anzeichen wie Übelkeit, Kopfschmerzen oder depressive Verstimmungen sprechen auch für die Periode.
Eine Kombination aus all diesen Merkmalen sollte es dir leicht machen, die Einnistungs- von der Periodenblutung zu unterscheiden.
Quellen
- B. Laue: Schwangerschaft und Geburt. Das Wichtigste rund um Gesundheit, Entwicklung und Vorsorge. Erschienen im Gräfe und Unzer Verlag, 2012.
- S. Weber: BASICS Gynäkologie und Geburtshilfe. Erschienen im Elsevier Verlag. 6. Auflage, 2017.
- R. Artal-Mittelmark: Entwicklungsstadien des Fötus. https://www.msdmanuals.com/de-de/heim/gesundheitsprobleme-von-frauen/normale-schwangerschaft/entwicklungsstadien-des-f%C3%B6tus (abgerufen am 23.06.2025)
- DocCheck Flexikon: Nidationsblutung. https://flexikon.doccheck.com/de/Nidationsblutung (abgerufen am 23.06.2025)
- Ambos.com: Blutungen während der Schwangerschaft. https://www.amboss.com/de/wissen/Blutungen_w%C3%A4hrend_der_Schwangerschaft/ (abgerufen am 23.06.2025)
- N. Gumpert: Einnistungsblutung. https://www.dr-gumpert.de/html/einnistungsblutung.html (abgerufen am 23.06.2025)
- S. Bradley: What is implantation bleeding? https://www.healthline.com/health/pregnancy/implantation-bleeding (abgerufen am 23.06.2025)
- ivf-life Baden-Baden: Blutungen in der Frühschwangerschaft: Was Sie über Einnistungsblutungen wissen sollten. https://ivf-badenbaden.com/blog/einnistungsblutungen-im-fokus/ (abgerufen am 23.06.2025)














