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Meningokokken-B: Geänderte STIKO-Empfehlung für Babys 

Geänderte STIKO-Empfehlung für Impfung gegen B-Meningokokken
Impfen kann Leben retten. / Bild © SDI Productions, Getty Images

Lange hat die ständige Impfkommission intern um eine Entscheidung gerungen, jetzt ist sie da.

Die MenC-Impfung ist schon lange Teil des Impfplans. Doch eine offizielle Empfehlung für die Meningokokken-B-Impfung fehlte bislang. Manche Eltern ließen ihre Kinder auch deshalb nicht dagegen impfen, obwohl viele Ärzte schon lange dazu raten. Jetzt ist klar:

Entscheidung für die MenB-Impfung von Babys

Die ständige Impfkommission STIKO empfiehlt die Meningokokken-B-Impfung (kurz: MenB) nun auch für Säuglinge ab dem 2. Lebensmonat! Ihre seit langem erwartete Entscheidung verkündete sie im Januar dieses Jahres in einer Pressemitteilung. Die Impfung ist damit keine Selbstzahler-Leistung mehr, sondern wird von den Krankenversicherungen übernommen, allerdings voraussichtlich erst ab April 2024!

Wie wird geimpft?

Die Impfserie besteht aus drei Dosen im Alter von zwei, vier und zwölf Monaten. Dabei darf die Gabe gleichzeitig mit anderen empfohlenen Impfungen wie der Sechsfachimpfung erfolgen.

Wichtig hier: Fieber und Schmerzen an der Einstichstelle treten nach der MenB-Impfung häufig auf – vor allem dann, wenn sie kombiniert wird. Deshalb empfiehlt die STIKO, Kindern unter zwei Jahren nach der Gabe Paracetamol zu verabreichen. Der Wirkstoff darin senkt Fieber effektiv und lindert auch andere Beschwerden wie Reizbarkeit, ohne die Immunantwort zu beeinträchtigen. 

Wenn dein Kind schon älter ist, kann und sollte es laut STIKO bis zum fünften Geburtstag nachgeimpft werden. Leidet es an bestimmten Grunderkrankungen wie beispielsweise Diabetes oder reist ihr in ein Hochrisikogebiet, gilt die Empfehlung auch für ältere Kinder und Erwachsene.

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Warum sollen schon Babys geimpft werden?

Obwohl invasive MenB-Erkrankungen selten sind, können sie vor allem bei Säuglingen und kleinen Kindern schwerwiegend verlaufen, zu bleibenden Schäden und sogar zum Tod führen. Kinder bis fünf Jahre sind besonders gefährdet, das größte Risiko besteht allerdings im ersten Lebensjahr. Laut STIKO bietet die MenB-Impfung einen „guten individuellen Schutz“. Das bedeutet im Klartext: Sie schützt das einzelne Kind meist vor einem schweren Verlauf wie zum Beispiel einer Hirnhautentzündung, aber nicht vor einer Ansteckung. Das wäre jedoch die Voraussetzung für einen Herdenschutz für Ungeimpfte. Dennoch überwiegen die individuellen Vorteile auch noch nach Jahren den Aufwand, den drei weitere Impfungen im Impfplan mit sich bringen – der unklare Nutzen war einer der Hauptgründe, warum die STIKO so lange Daten sammeln wollte.

Meningokokken sind Bakterien, die zu schwerwiegenden Erkrankungen führen können. Sie können verschiedene Oberflächen (Serotypen) haben. Die wichtigsten Typen, die invasive Erkrankungen beim Menschen verursachen, sind A, B, C, W und Y. Sie kommen je nach Erdregion unterschiedlich oft vor. B-Meningokokken treten hierzulande am häufigsten auf, gefolgt von Y und von C, gegen die es schon seit Jahren eine MenC-Impfung gibt. Auch eine Kombi-Impfung gegen A, C, W und Y ist bereits verfügbar. Sie ist allerdings bisher nicht Teil der STIKO-Empfehlung.

Ist der Impfstoff sicher?

Fragst du dich, ob die STIKO auch wegen fehlender Sicherheit schwankte? Eher nicht. Der für Kinder empfohlene MenB-Impfstoff „Bexsero“ wurde bereits 2013 zugelassen und wird seitdem eingesetzt. Es handelt sich dabei um einen Totimpfstoff. Bei der Impfung werden also keine abgeschwächten, lebenden Erreger injiziert wie beispielsweise bei der Masern-Impfung im Kleinkindalter. Und mittlerweile liegen ausreichend Daten vor, um einschätzen zu können, dass Bexsero auch für Babys sicher ist. 

Frage am besten in eurer Kinderarztpraxis nach. Kinderarzt oder Kinderärztin werden mit euch das genaue Vorgehen besprechen und offene Fragen klären.

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Quellen

✔ Inhaltlich geprüft am 23.01.2024
Dieser Artikel wurde von Emely Hoppe geprüft. Wir nutzen für unsere Recherche nur vertrauenswürdige Quellen und legen diese auch offen. Mehr über unsere redaktionellen Grundsätze, wie wir unsere Inhalte regelmäßig prüfen und aktuell halten, erfährst du hier.

Veröffentlicht von Anke Modeß

Als waschechte Berlinerin und späte Mutter eines Schulkindes schreibt Anke seit 7 Jahren über Themen, die Babyeltern im Alltag beschäftigen - am allerliebsten mit einer Prise Humor.

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