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Was macht eigentlich ein Taufpate?

Du wirst bald Taufpate? Aber du weißt gar nicht so genau, welche Aufgaben dabei auf dich zukommen? Wir verraten dir, welche Pflichten mit dem Amt des Taufpaten einhergehen und welche Voraussetzungen du erfüllen musst, um Taufpate werden zu können!

Was ist ein Taufpate?

Mit der Taufe wird ein Kind in die christliche Gemeinschaft aufgenommen. Bereits in der frühen Kirche, als erwachsene Taufbewerber die Regel waren, wurden den Täuflingen Paten an die Seite gestellt. Sie sollten den neuen Gemeindemitgliedern als Vorbild für ein christliches Leben dienen und Orientierung im Glauben bieten. An diesem Prinzip hat sich bis heute nichts geändert.

Es geht darum, als getaufter Christ einen anderen getauften Christen im Leben zu begleiten.

(Diakon Tobias Wiegelmann)

Ein Taufpate begleitet also das Kind bei seiner menschlichen und religiösen Entwicklung. Er fungiert als zusätzliche Bezugsperson neben den Eltern. Falls du nicht sicher bist, ob du ein guter Taufpate sein kannst oder diese Verantwortung nicht übernehmen möchtest, solltest du ehrlich sein. Sprich mit den Eltern über deine Bedenken. Als Pate solltest du mit vollem Herzen dabei sein.

Wusstest du, dass…

Früher mussten Paten ein Examen ablegen. Dadurch sollten sie beweisen, dass sie in der Lage sind, ihrem Patenkind den rechten Glauben beizubringen. Heute prüft die Kirchengemeinde nicht mehr, ob die Taufpaten persönlich und „fachlich“ geeignet sind. Sie müssen lediglich einige formelle Voraussetzungen erfüllen. Es ist Aufgabe der Eltern, verlässliche Taufpaten auszuwählen. Für viele Eltern steht dabei eher die persönliche Beziehung des Paten zum Patenkind im Vordergrund, weniger die christliche Erziehung.

Welche Voraussetzungen muss ein Taufpate erfüllen?

Um Taufpate zu werden, musst du bestimmte formelle Kriterien erfüllen. Die Kirchen haben die Voraussetzungen klar formuliert.

In der evangelischen Kirche gelten folgende Voraussetzungen:

  • Paten müssen Mitglieder einer Kirche sein, die der ACK (Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen) angehört. Mindestens ein Pate sollte evangelisch sein.
  • Paten müssen getauft und konfirmiert sein.
  • Paten müssen mindestens 14 Jahre alt sein.

In der katholischen Kirche gelten folgende Voraussetzungen:

  • Paten müssen Mitglieder einer Kirche sein, die der ACK angehört. Mindestens ein Pate muss katholisch sein. Wer nicht katholisch ist, kann nur Taufzeuge werden.
  • Paten müssen getauft sein, die erste Kommunion erhalten haben und gefirmt sein.
  • Paten müssen mindestens 16 Jahre alt sein.

Um die Kirchenmitgliedschaft nachzuweisen, müssen Paten eine Bescheinigung über ihre Kirchenmitgliedschaft (auch Patenschein genannt) vorlegen. Den Patenschein erhältst du im Pfarrbüro der Kirchengemeinde, in der du lebst.

Solltest du kein Kirchenmitglied sein, kannst du lediglich Taufzeuge werden. Dabei handelt es sich nicht um ein offizielles Amt. Deine Rolle ist dann eher symbolisch. Du erhältst keine Patenurkunde und wirst nicht in die Kirchenbücher eingetragen. Um offiziell das Patenamt zu übernehmen, musst du vor der Taufe in die Kirche eintreten.

Was sind die Pflichten eines Taufpaten?

Das Patenamt ist ein kirchliches Amt, das mit der Taufe beginnt. In der katholischen Kirche endet die Patenschaft nicht, du bist auf Lebzeiten Pate des Täuflings. In der evangelischen Kirche endet die Patenschaft offiziell mit der Konfirmation des Patenkindes. Dennoch fühlen sich viele weiterhin eng mit dem Patenkind verbunden.

Die Pflichten eines Paten aus kirchlicher Sicht

Aus kirchlicher Sicht besteht deine Aufgabe darin, an der christlichen Erziehung deines Patenkindes mitzuwirken. Du sollst für dein Patenkind da sein, wann immer es Unterstützung benötigt, und es auf seinem (kirchlichen) Lebensweg begleiten. Zu deinen zentralen Aufgaben gehören folgende:

  • Vorbild sein, indem du deinem Patenkind deinen eigenen Glauben vorlebst.
  • Die christliche Erziehung fördern, etwa indem du deinem Patenkind christliche Geschichten und Lieder näherbringst oder es, sobald es alt genug ist, regelmäßig zum Gottesdienst begleitest.
  • Dein Patenkind bei wichtigen religiösen Festen wie Konfirmation, Kommunion oder Firmung begleiten.
  • Deinem Patenkind als Ansprechpartner zur Verfügung stehen – nicht nur in Glaubensfragen.
  • Eine moralische Stütze für dein Patenkind und die Eltern sein.

Gesetzlich geregelt sind deine Pflichten und Aufgaben nicht. Es handelt sich vielmehr um einen moralischen Bund zwischen dir und deinem Patenkind.

Aufgaben eines Paten während des Gottesdienstes

Während des Gottesdienstes übernehmen Paten symbolisch verschiedene Aufgaben.

  • Fürbitten vortragen: Viele Paten tragen während des Gottesdienstes die Fürbitten vor und geben dem Kind gute Wünsche mit auf den Weg.
  • Kind über das Taufbecken halten: Meist halten die Paten das Kind während der Zeremonie über das Taufbecken und/oder zünden die Taufkerze an. Das symbolisiert, dass das Kind noch von anderen Menschen aus der kirchlichen Gemeinschaft getragen wird, nicht nur von den Eltern.
  • Glaubensbekenntnis sprechen: Die Taufpaten sprechen gemeinsam mit den Eltern das Glaubensbekenntnis. Dadurch verpflichten sie sich dazu, das Patenkind in seinem christlichen Glauben zu begleiten.

Du kannst beispielsweise auch eine Schriftlesung übernehmen, wenn du das möchtest. Deine konkreten Aufgaben kannst du im Vorfeld mit dem Pfarrer und den Eltern des Täuflings besprechen.

Gut zu wissen:

Wenn du das Amt des Paten übernimmst, ist diese Entscheidung mit deiner Unterschrift endgültig. Es sei denn, du trittst während der Patenschaft aus der Kirche aus. Dann erlischt auch dein religiöses Patenamt – zumindest aus kirchlicher Sicht. Deine Patenschaft gilt dann als frühzeitig beendet.

Du hast auch die Möglichkeit dein Amt niederzulegen. Die meisten Kirchen entsprechen einem solchen Wunsch. Die Eltern können dich hingegen nicht gegen deinen Willen nachträglich aus dem Amt entbinden und aus dem Taufregister streichen lassen. Urkundlich wirst du immer der Taufpate bleiben.

Geht mit dem Amt des Taufpaten eine rechtliche Bindung einher?

Nein, eine rechtliche Bindung gehst du mit der Übernahme des Patenamtes nicht ein. Du musst auch nicht das Sorgerecht übernehmen, falls den Eltern deines Patenkindes etwas zustößt – auch wenn sich dieses Gerücht hartnäckig hält. Als Pate bist du lediglich dazu angehalten, dich um das Wohlergehen des Kindes zu kümmern.

Falls du mit den Eltern über ein solches Szenario gesprochen hast und du im Ernstfall tatsächlich das Sorgerecht übernehmen sollst, müssen die Eltern dies handschriftlich in einer Sorgerechtsverfügung festhalten und bestenfalls notariell beurkunden lassen. Mit deinem Patenamt hat dies per se aber nichts zu tun. Vielmehr handelt es sich dabei um eine persönliche Abmachung zwischen euch.

Tipp: Taufkerze und Geschenk für das Patenkind

Es ist eine schöne Geste, wenn du die Taufkerze für dein Patenkind selbst herstellst. Wie das funktioniert, erfährst du im folgenden Video.

Dieses Video ansehen auf YouTube.

Traditionell schenkt der Taufpate seinem Patenkind etwas zur Taufe. Zu den beliebtesten Geschenken gehören:

Wichtiger als materielle Geschenke ist aber der Faktor Zeit. Du solltest dein Patenkind regelmäßig sehen, um ein gutes Verhältnis zu ihm aufzubauen. Versuche sooft es geht Ausflüge mit deinem Patenkind zu unternehmen (auch ohne die Eltern) oder es häufig zu besuchen.

Fazit

Die Taufe ist aus kirchlicher Sicht mehr als eine Familienfeier. Sie symbolisiert die Aufnahme des Täuflings in die christliche Gemeinschaft. Daher müssen Paten eben auch einige Voraussetzungen erfüllen und Kirchenmitglieder sein. „Denn wer einen Täufling an die Hand nimmt, sollte wissen, wohin der Weg führt.“ (Reinhard Mawick)

Quellen

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