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Ultraschall 12. Schwangerschaftswoche - geschlecht nicht erkennbar

Ultraschall: Ab wann ist das Geschlecht erkennbar?

Inhaltlich geprüft von Hebamme Nadine Beermann.

Junge oder Mädchen? DIE drängende Frage vieler Eltern beim ersten Ultraschall. Aber ab wann lässt sich das Geschlecht des Babys tatsächlich erkennen? Und wie sicher ist die Aussage? Wir haben Antworten auf deine Fragen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Trefferquote für das Geschlecht ist beim ersten regulären Ultraschall nicht besonders hoch.
  • Vor Ablauf der 12.SSW darf das Geschlecht aus ethischen Gründen nicht verraten werden.
  • Beim zweiten Ultraschall ist die Vorhersage sehr gut, aber nicht bei 100%.
  • Feindiagnostik-Vorhersagen sind genauer. Aber nicht jede Schwangere braucht diese besondere Untersuchung.
  • Unser Tipp: auf beide Geschlechter vorbereiten ist schlau.

Sobald die Eizelle befruchtet wurde, steht das Geschlecht deines Babys fest. Das bringt dir aber in der Regel wenig. Denn die Genitalien sind im Ultraschall erst nach Monaten deutlich zu erkennen. Sofern dein Kleines überhaupt mitspielt und sich vor euch „nackig“ macht.

Und selbst dann ist die Fehlerquote hoch. In Foren berichten einige Frauen, dass sie nach etlichen Monaten scheinbarer Sicherheit plötzlich umdenken mussten. Doof, wenn sie dann bereits sämtliche Babyklamotten in rosa oder blau besorgt hatten. (Noch ein Grund mehr für unisex-Farben bei Babykleidung).

Damit dir das nicht passiert, kommen hier die Fakten: 

Wann du das Geschlecht im Ultraschall sehen kannst

Bis zur 7. Schwangerschaftswoche gibt es rein äußerlich keinen Unterschied zwischen Jungen und Mädchen. Aber schon in Schwangerschaftswoche 12 sind die Geschlechtsteile so weit angelegt, dass sie gute Geräte einigermaßen darstellen können. Das Problem: aus rechtlichen Gründen darf das Geschlecht erst mit Ablauf der 12. Woche, also bei SSW 12+0 verkündet werden. So steht es im Gendiagnostikgesetz (Stand 2021).

Warum? Weil es Frauen gibt, die bei einem Mädchen zur Abtreibung gedrängt werden. Stammhalter und so. Klingt unglaublich, ist aber leider in vielen Ländern Osteuropas oder Asiens und sogar vereinzelt in westlichen Ländern Realität. In China oder Indien hat die Bevorzugung von Söhnen dazu geführt, dass es dort deutlich mehr Männer als Frauen gibt. Mit allen unschönen Konsequenzen. Aber das nur zum Verständnis …

So oder so, auch wenn deine Ärztin sich ganz sicher ist, darf sie es erstens vorher nicht sagen und kann zweitens daneben liegen. Denn die Trefferquote beträgt zu diesem Zeitpunkt nur rund fünfzig Prozent. Oft liegt das daran, dass der kleine Penis eben doch keiner war, sondern nur ein Stück Nabelschnur oder die Klitoris. Bei der zweiten regulären Ultraschalluntersuchung sind es dann neunzig Prozent. Immer noch genug Raum für Irrtümer.

Das Geschlecht bei der Feindiagnostik sehen

Feindiagnostiker sind schon besondere Menschen. Sie sind wahre Könner (oder Könnerinnen) auf ihrem Gebiet und haben meist einen gewissen Sinn für Humor. Meiner gab mir mit Händen und Füßen zu verstehen, was er da sah. Nur ich kapierte nix. Und so hielt ich mein Mädchen von der 13. bis 21. Schwangerschaftswoche für einen Jungen. Dann stand die zweite Sitzung an und ich wurde auf Nachfrage eines Besseren belehrt. Selbst gesehen habe ich es trotzdem nicht, ich Blindfisch.

Heißt so viel wie: bei guter Kindslage ist das Geschlecht deines Babys mit feindiagnostischen Geräten schon ab SSW 12 für einen Profi ziemlich gut zu erkennen. Die Wahrscheinlichkeit für den richtigen Tipp liegt in SSW 13 bei achtzig Prozent. Zur Mitte der Schwangerschaft geht sie dann gegen hundert Prozent. Sofern dein Baby etwas preisgibt.

Zum Glück müssen sich nicht alle Schwangeren diesen Untersuchungen unterziehen. Und herkömmliche Geräte in einer normalen gynäkologischen Praxis sind einfach fehleranfälliger. Sogar zwischen den Praxen gibt es Unterschiede. Dazu kommt, dass nicht alle Ärzte gleich erfahren sind. Gut für diejenigen Eltern, denen das Geschlecht sowieso egal ist.

Gender disappointment: Enttäuscht vom Geschlecht des Babys

„Aber ich wollte doch ein Mädchen?“

Wenn du ein anderes Geschlecht erwartet hast und nun enttäuscht bist, ist das bis zu einem gewissen Punkt in Ordnung und gibt sich nach einer Weile. Spätestens, wenn du das Würmchen in den Armen hältst.

Manche Eltern kommen jedoch gar nicht darüber hinweg. Entweder, weil sie sich ein kleines mini-me erhofft hatten, mit dem sie Interessen teilen können. Oder weil es irgendetwas in ihrer Vergangenheit gibt, dass sie ein Geschlecht ablehnen lässt. So oder so, die Enttäuschung merkt dein Kleines und eure Bindung leidet. Das ist zum Glück selten, muss aber nicht sein. Wenn du denkst, dass du selbst betroffen bist, lass dir helfen. Manchmal bringt es schon viel, darüber zu reden und sich über die Gründe klarzuwerden. Oute dich am besten bei deiner Gynäkologin oder Hebamme. Beide werden dir weiterhelfen können. 

Tipps für werdende Eltern

  • Bleib bei: wahrscheinlich wird es ein …
  • Überleg dir neben den drei supertollen Mädchennamen noch ein paar schöne Jungennamen, oder umgekehrt. Unser Namensgenerator hilft dir dabei.
  • Kaufe Babysachen in neutralen Farben. Neben Rosa und Blau gibt es noch so viel. Viele Modemarken (nicht alle) haben das mittlerweile begriffen. Zur Not gibt es ja immer noch Accessoires für das perfekte Foto.
  • Plane die Baby-Shower ohne blaue oder rosa Torte.
  • Und last but not least: Hab dein Baby lieb, egal was und wie es wird. 

Kleine anonyme Umfrage: wie ist es bei dir?

Wie ist es bei dir?

Kennst du Fälle, wo Ärzte beim Baby-Geschlecht im Ultraschall sensationell daneben lagen? Dann teile sie gern mit uns in den Kommentaren.

Quellen

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