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Querlage beim Baby

Querlage beim Baby: Eine seltene, aber problematische Kindslage

Inhaltlich geprüft von Hebamme Emely Hoppe.

Im Verlauf der Schwangerschaft kann es hin und wieder vorkommen, dass es sich dein Baby in Querlage in deiner Gebärmutter gemütlich macht. Normalerweise dreht es sich aber einige Wochen vor dem ET noch in Schädel- oder Beckenendlage. In sehr seltenen Fällen behält es die ungünstige Querlage jedoch bei. Das birgt leider Risiken und bedeutet, dass du dein Kind nicht auf natürlichem Wege gebären kannst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Querlage des Babys zum Geburtstermin ist extrem selten.
  • Mögliche Ursachen sind Anomalien der Gebärmutter, des Geburtskanals oder der Nabelschnur, sowie Fehlentwicklungen des Fetus.
  • Babys in Querlage können nicht natürlich geboren werden, es ist immer ein Kaiserschnitt nötig.
  • Bei einem vorzeitigen Blasensprung ist das Risiko für einen gefährlichen Nabelschnurvorfall hoch.
  • Eine verschleppte Querlage kann auch für die Mutter lebensbedrohlich werden.
  • Um das Baby zu drehen, können Yoga-Übungen und eine äußere Wendung versucht werden.
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Was bedeutet Querlage beim Baby?

Im Laufe des 2. Trimesters, spätestens aber bis Mitte des 3. Trimesters begeben sich Babys im Mutterleib in Schädellage. Das heißt, sie drehen sich mit dem Kopf nach unten ins Becken der Mutter. Die perfekte Startposition für die Geburt! In seltenen Fällen parken sie rückwärts im Becken der Mutter ein, das heißt also mit dem Po oder den Füßen voran (Beckenendlage). Noch viel seltener kommt es vor, dass sie sich gar nicht in eine Längslage begeben, sondern sich quer oder schräg im Bauch der Mutter positionieren. Nur etwa 0,3 bis 0,6 Prozent der Babys befinden sich am Tag ihrer Geburt in einer solchen Querlage. 

Baby in Querlage in der Gebärmutter

Von einer Querlage (QL) spricht man, wenn die Körperachse des Kindes nicht parallel zu der Körperachse der Mutter liegt. Der Kopf kann dabei links (I. QL) oder rechts (II. QL) liegen. Außerdem unterscheidet man vier Formen, je nachdem, wo sich der Rücken des Kindes befindet:

  • Rücken vorn (dorsoanteriore QL)
  • Rücken oben (dorsosuperiore QL)
  • Rücken hinten (dorsoposteriore QL)
  • Rücken unten (dorsoinferiore QL)

Einen Sonderfall stellt die sogenannte Schräglage (SchL) dar. Dabei schneidet die kindliche Körperachse die mütterliche im spitzen Winkel. Im Verlaufe der Geburt entwickelt sich aus der Schräglage oft eine Längs- oder Querlage.

Sowohl die Querlage als auch die Schräglage machen eine vaginale Geburt unmöglich. Die betroffenen Kinder müssen per Kaiserschnitt geboren werden. Im Vorfeld können jedoch Versuche unternommen werden, das Kind zum Drehen zu animieren oder von außen zu wenden.

Ursachen und Diagnose

Folgende Faktoren können für eine Schräg- oder Querlage des Babys verantwortlich sein:

  • Anomalien der Gebärmutter, wie Schlaffheit, Überdehnung oder übermäßig viel Fruchtwasser (Polyhydramnion)
  • Anomalien des Geburtskanals, wie ein zu enges Becken, ein steiler Beckeneingang oder Tumore
  • Anomalien der Nabelschnur, wenn sie etwa zu kurz oder verwachsen ist oder sich verwickelt hat
  • Placenta praevia, das heißt, wenn die Plazenta vor dem Muttermund liegt
  • Frühgeburt
  • Fetale Fehlbildungen
  • Mehrlingsschwangerschaften
  • > 4 vorangegangene Geburten der Mutter

Eine Querlage ist für deine Hebamme oder deine Frauenärztin relativ sicher durch Blickdiagnose und Tastuntersuchung feststellbar. Auffällig ist dabei der breit ausladende mütterliche Bauch und der niedrige Fundusstand. Dazu kommt, dass der Kopf des Kindes nicht im kleinen Becken zu finden ist, sich dafür aber rechts oder links am Bauch zeigt. Zusätzlich lässt sich auch bei einer vaginalen Tastuntersuchung kein führender Körperteil ausmachen, also weder Kopf, Po, noch die Beine sind fühlbar. Eine Ultraschalluntersuchung kann die Verdachtsdiagnose letzten Endes sichern.

Bedeutung der Querlage für die Kaiserschnitt-Geburt

Insbesondere vor dem Kaiserschnitt ist es für die Ärzte und Ärztinnen wichtig, die Kindslage möglichst genau zu bestimmen. Denn je nachdem, wie dein Kind liegt, werden bestimmte Abläufe und Maßnahmen bei der Schnittentbindung nötig.

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Welche Risiken birgt die Querlage?

Leider kann eine Querlage für dich und dein Baby sehr gefährlich werden. Doch bevor du in Panik verfällst: Eine engmaschige Schwangerschaftsvorsorge durch deine Hebamme und/oder deine Frauenärztin macht die Risiken besser abschätzbar. Ist deine individuelle Situation besonders riskant, wirst du aller Voraussicht nach ins Krankenhaus eingewiesen und bleibst unter medizinischer Kontrolle, bis der geplante Kaiserschnitt erfolgt. 

Während der Schwangerschaft ist die Querlage deines Babys noch nicht von allzu großer Bedeutung. Je näher ihr jedoch dem errechneten Geburtstermin rückt, desto problematischer wird sie. Solange die Fruchtblase noch intakt ist, der Muttermund geschlossen bleibt und es keine Wehentätigkeit gibt, bestehen zunächst keine unmittelbaren Gefahren für dich und dein Kind.

Eine Querlage des Babys begünstigt allerdings einen vorzeitigen Blasensprung, der wiederum zu einem Nabelschnurvorfall führen kann. In dem Fall wäre die Versorgung deines Kindes erheblich gestört. Diese Situation wäre für das Ungeborene lebensgefährlich. 

Zusätzlich dazu steigt das Risiko für eine verschleppten Querlage. Davon sprechen die Mediziner, wenn es nach einem Blasensprung und beginnender Wehentätigkeit zu einem Armvorfall und/oder Einkeilen der kindlichen Schultern kommt. Die Gebärmutter könnte dadurch abknicken und es bestünde große Gefahr, dass sie unter den Belastungen der Wehen reißt (Uterusruptur). Ein Gebärmutterriss wäre lebensbedrohlich für die werdende Mutter.

Wie also verhalten bei einem Blasensprung und Baby in Querlage?

Befindet sich dein Baby deines Wissens nach in Querlage und hast du das Gefühl, deine Fruchtblase ist geplatzt, solltest du sofort den Notruf (112) wählen. Während du auf Hilfe wartest, lege dich auf den Rücken und lagere dein Becken hoch. Jede körperliche Belastung solltest du vermeiden!

Welche Möglichkeiten der Wendung gibt es?

Wie bei der Beckenendlage gibt es einige Möglichkeiten, dein Baby zum Drehen aus der Quer- in die Längslage zu bewegen. Jedoch nur, solange die Fruchtblase steht, der Muttermund fest und geschlossen ist und du keine Wehen hast. Alles andere bedarf sofortiger ärztlicher Weisung.

Ab der 34. SSW kannst du es mit der Yoga-Übung „Indische Brücke“ versuchen. Dabei lagerst du in Rückenlage das Becken auf einem Polster hoch. Die Beine stellst du auf oder legst sie auf dem Sofa ab. Diese Lage soll deinem Kind dabei helfen, sich in Schädellage zu drehen. Den gleichen Effekt hat auch die Knie-Brust-Position: Im Vierfüßlerstand legst du deinen Oberkörper möglichst tief, aber bequem auf dem Boden ab, sodass dein Po in die Luft ragt. Beide Übungen solltest du 2 x täglich für etwa 15 Minuten machen, jedoch nur, wenn sie bei dir kein Unwohlsein auslösen.

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Weitere Methoden sind Wassergymnastik oder die sogenannte Haptonomie. Dabei nehmen die Eltern durch angeleitete Berühungen der Bauchdecke Kontakt zu ihrem Baby auf. So können sie versuchen, es so liebevoll zum Drehen zu „überreden“. Bestimmt kennt sich deine Hebamme vielleicht mit der Moxibution aus. Dabei werden Akupunkturpunkte an den kleinen Zehen stimuliert, die das Kind zur Bewegung animieren sollen. Weitere beliebte Tipps sind eine Taschenlampe oder Spieluhr, die das Kind über die Bauchdecke in eine geburtsfreundliche Position lenken sollen. 

Äußere Wendung

Hilft das alles nicht, besteht ab der 37. SSW die Möglichkeit der äußeren Wendung. Sie sollte ausschließlich von einem erfahrenen Experten oder einer erfahrenen Expertin ausgeübt werden. Er oder sie versucht über spezielle Handgriffe das Kind im Bauch der Mutter zu drehen. Das Ganze findet im Krankenhaus statt, denn die Wendung könnte Wehen oder einen Blasensprung auslösen. In dem Fall würde das Kind sofort per Kaiserschnitt geholt werden können.

In 50 bis 70 Prozent der Fälle klappt die äußere Wendung aber wie gewünscht und es ist kein Kaiserschnitt notwendig. War der Wendeversuch bei Querlage erfolgreich, wird unter Umständen anschließend die Geburt eingeleitet und du kannst dein Baby auf natürlichem Weg entbinden.

Häufige Fragen

Wie lange ist eine Querlage des Babys normal?

Etwa bis zur 34. SSW können sich Babys noch spontan drehen, danach wird es immer unwahrscheinlicher, aber nicht unmöglich. Das heißt, du brauchst dir zunächst keine Sorgen zu machen, wenn dein Kind sich im Laufe der Schwangerschaft hin und wieder in Querlage begibt. Je näher es Richtung ET geht, desto kritischer wird die Querlage jedoch.

Wie sieht die Bauchform bei Querlage aus?

Liegt das Baby in Querlage, lädt der Bauch der Mutter zum Teil auffallend zu den Seiten aus. Der Fundusstand erreicht nicht die zu erwartende Höhe. Kopf, Po und Füße des Kindes können vor allem bei Bewegung in Form von runden Beulen an den Bauchseiten ausgemacht werden. Manchmal ist der Po des Kindes auch mittig unter dem Bauchnabel zu spüren.

Bereitet die Querlage Schmerzen?

Betroffene Mütter berichten immer wieder über teils starke Schmerzen beim Sitzen, Gehen und/oder Liegen. Die Schmerzen können sowohl im Ober- als auch im Unterbauch und an den Hüftknochen zu spüren sein.

Wann wird der Kaiserschnitt-Termin bei Querlage geplant?

Gibt es keine besonderen Risiken, kann der Termin für den geplanten Kaiserschnitt um den ET herum gelegt werden. Die Schnitt-OP wird jedoch spätestens dann nötig, wenn die Wehen einsetzen oder die Fruchtblase springt.


Liegt oder lag dein Baby auch in Querlage? Teile deine Erfahrungen mit Leserinnen in der gleichen Situation in den Kommentaren!

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