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Allergie beim Kind: Was Eltern wissen sollten!

Beitragsbild Allergie Kind - Allergie beim Kind: Was Eltern wissen sollten!

Dein Kind hat ständig Beschwerden wie Ausschläge, Juckreiz oder Husten? Du vermutest, dass es eine Allergie gegen etwas Bestimmtes haben könnte? Wir haben dir die wichtigsten Informationen zu Allergien beim Kind zusammengetragen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Allergien sind die häufigste chronische Erkrankung im Kindesalter.
  • Sie entstehen, weil der Körper bestimmte harmlose Substanzen als gefährlich einstuft.
  • Wenn Eltern ein Protokoll der Symptome führen und damit zur Kinderarztpraxis gehen, sind sie auf der sicheren Seite.
  • In der Praxis werden Allergietests gemacht. Bei einer Diagnose bekommt das Kind eine Behandlung mit Medikamenten, individueller Beratung und ggf. Immuntherapie.
  • Einmal diagnostiziert, lassen sich Allergien bei Kindern größtenteils gut behandeln bzw. gut in den Alltag integrieren.
  • Es gibt allerdings keine Garantie dafür, dass sich Allergien wieder verwachsen oder verringert werden.

Im Kindesalter sind Allergien die häufigsten chronischen Erkrankungen. Allergien sind also keine Seltenheit und vor allem im Frühstadium (Baby– und Kleinkindalter) gut behandelbar.

Allergien beim Kind – Die Symptome

Allergien bei Kindern lösen unterschiedliche Symptome aus. Das ist nicht nur von der Art der Allergie abhängig, sondern auch vom Körper des Kindes.

Die typischsten Symptome bei Allergien sind 

  • (trockener) Husten
  • Schnupfen
  • Hautausschlag am Gesicht, rote Ohren
  • Ausschlag am Körper, Schwellungen
  • Brennen und Jucken der Augen, verklebte oder angeschwollene Augen
  • ständiges Augenreiben
  • starker Juckreiz an einzelnen Hautstellen am Körper
  • leichtes, aber anhaltendes Fieber
  • Bauchschmerzen, Durchfall, Verstopfung
  • Atembeschwerden bis Atemnot

Im schlimmsten Fall kann eine Allergie einen anaphylaktischen Schock (Extremreaktion des Körpers, der lebensbedrohlich sein kann) auslösen.

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Was, wenn ich beim Kind eine Allergie vermute?

Wir empfehlen dir: Beobachte die Symptome, schreibe sie auf und lasse sie dann ärztlich abklären. Vor allem, wenn der Leidensdruck deines Kindes hoch ist, solltest du keine Zeit verlieren. Bei der Kinderärztin/beim Kinderarzt wirst du bestmöglich beraten und es werden neben Allergietests auch Ursachen, Risiken und Behandlungsmöglichkeiten besprochen.

Das Protokoll

Notiere dir am besten: 

  • Die Symptome (verstopfte Nase, Husten, tränende Augen, Hautausschlag, Schnupfen)
  • Wann und wie treten die Symptome auf? (in Innenräumen, Tages- und Jahreszeit, usw.)
  • Was macht das Kind vor der Reaktion? (Sich Kleidung anziehen, den Hund streicheln, Nüsse essen, auf der Couch spielen, Mama beim Rasenmähen beobachten)
  • Gibt es Symptom-Veränderungen? 
  • Wie lange halten die Symptome an?
  • Gibt es Allergien in der Familie?

Wie entsteht eine Allergie?

Die Bereitschaft des Körpers, Allergien zu entwickeln, nennt sich Atopie (Allergie-Neigung). Wenn beide Elternteile Atopiker sind, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass das Kind auch eine Allergie entwickeln wird. Eine Allergie wird letztendlich durch die Sensibilisierung des Körpers erworben.

Das läuft so ab:

  • Es kommt zu einem „Erstkontakt“ mit dem Allergen (Beispiel: Kind isst zum ersten Mal Erdbeere). In diesem Erstkontakt stuft der Körper die harmlose Substanz (Erdbeere) als „gefährlich“ ein.
  • Der Körper reagiert nicht mit Symptomen, bildet aber Antikörper gegen das Allergen. Jetzt ist er auf das Allergen sensibilisiert.
  • Dann gibt es weitere Kontakte mit dem Allergen (Kind isst zum zweiten Mal Erdbeere). Der Körper reagiert jetzt auf die Allergene (allergische Symptome).

Die Folge? Die Allergie manifestiert sich im Körper und die Entzündungsreaktion wird hervorgerufen. Insofern kann jede Substanz der Umwelt Allergieauslöser sein, wenn der Körper sie als „gefährlich“ einstuft.

Achtung: Nicht alles ist eine Allergie!

Was bestimmte Symptome auch sein können:

  • Andere Erkrankungen. Verklebte, geschwollene Augen können auch auf eine Bindehautentzündung hinweisen.
  • Eine Pseudo-Allergie. Die Symptome sind ähnlich, allerdings nur eine kurzzeitige Reaktion des Körpers auf bestimmte Reiz-Stoffe.
  • Eine toxische Reaktion des Körpers auf stark chemisch belastete Stoffe, wie etwa Giftstoffe in Kleidung.
  • Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten. Leichte Blähungen können auf eine Unverträglichkeit hinweisen. Es muss nicht direkt eine Nahrungsmittelallergie sein.

Bei Allergien finden sich im Blut des Körpers Antikörper gegen das Allergen. Bei einer Unverträglichkeit, toxischen Reaktion oder Pseudo-Allergie liegt meist ein Enzymmangel vor. Das wird beim Arzt herausgefunden.

Welche Allergien bei Kindern gibt es?

Allergien gibt es unzählige. Deswegen haben wir dir hier eine Auswahl der häufigsten Allergien von Kindern und Jugendlichen zwischen 0 bis 18 Jahren zusammengestellt. 

  • Heuschnupfen: Heuschnupfen wird durch eine Allergie gegen den Blütenstaub von bestimmten Bäumen, Gräsern und Kräutern ausgelöst (Pollenallergie).
  • Allergisches Asthma: Hier reagieren die Atemwege auf bestimmte Allergene. Die Atmung ist dann pfeifend, schwer und lang. Viele Kinder mit Heuschnupfen können auch allergisches Asthma bekommen. Dann spricht man vom „Etagenwechsel“: Die Krankheit weitet sich von der höheren Etage (obere Atemwege) auch auf die untere Etage (untere Atemwege) aus.
  • Neurodermitis: Häufig entsteht Neurodermitis als allergische Variante im Zusammenhang mit einer Allergie, wie Hausstaubmilben oder Pollen. Dabei bilden sich kleine rote Verdickungen in Gesicht, Kniekehlen, Armbeugen und weitere Hautausschläge, die stark jucken und sich zügig entzünden können.
  • Hausstaubmilben-Allergie: Diese Allergie zeigt sich in den ersten 6 Lebensjahren durch Jucken, Schnupfen, Husten, Niesen und einen erschwerten Atem. In der Regel haben die betroffenen Kinder nachts oder morgens die meisten Beschwerden, da Hausstaubmilben warmfeuchte Umgebungen bevorzugen, wie sie beispielsweise nachts im Bett entstehen.
  • Nahrungsmittelallergie: Dein Kind kann gegen beinahe alle Nahrungsmittel allergisch sein. Im Kindesalter sind die häufigsten Allergien gegen Nahrungsmittel Kuhmilch, Weizen, Nüsse, Fisch und Soja.
  • Insektengiftallergie: Wenn etwa ein Bienen- oder Mückenstich einen Ausschlag oder eine Anschwellung der Schleimhäute zur Folge hat, reagiert dein Kind allergisch. Hier hilft ein Notfallset, dass die Kinderarztpraxis erklären und verschreiben kann.
  • Tierhaarallergie: Das sind Allergien gegen Pferdehaare, Hundehaare oder Katzenhaare. Doch die Begriffe sind widersprüchlich. Denn eigentlich reagieren die betroffenen Kinder nicht auf die Haare, sondern auf die Eiweiße aus Speichel, Kot, Urin und Hautschuppen der Tiere.
  • Kontaktallergie/allergische Reaktion der Haut: Dein Kind kann zum Beispiel allergisch sein auf bestimmte Stoffe der Kleidung, in Armbändern, dem Waschmittel oder der Sonnencreme. Das zeigt sich über einen Ausschlag an den Stellen, wo die Haut in Kontakt mit der Substanz kommt. Auch angeschwollene Augen sind hier typisch.

Was Eltern von Kindern mit Allergie tun können

In den meisten Fällen wird Eltern von Allergie Kindern empfohlen, bestimmte Allergene und Allergieauslöser im Umfeld des Kindes zu verringern. Das ist mit kleinen Anpassungen möglich.

Dazu gehört etwa: 

  • Das Rauchen zu vermeiden
  • keine Stoff-Teppiche anzuschaffen
  • Schaumstoffmatratzen für das Kind zu besorgen
  • Kinderkleidung aus Allergen-armen Stoffen zu kaufen
  • Richtiges und vorausschauendes Lüften (Pollen)
  • Regelmäßiges Waschen von Stoffen, Kuscheltieren und Kleidung bei 60 Grad oder die Behandlung in der Tiefkühltruhe (tötet Milben ab)
  • offene Bücherregale vermeiden (Milben-Sammelplätze)
  • Bei starker Tierhaarallergie: Das Tier woanders unterbringen

Gut zu wissen: Dein Kind benötigt keine sterile Umgebung (denn auch das kann ein Auslöser für Allergien sein), sondern eine mit weniger Reizstoffen. Versucht also, den goldenen Mittelweg zu finden, damit die Belastung des Kindes verringert werden kann und es sich dennoch nicht einschränken muss.

Die Behandlung von Allergie Kindern

Diagnose 

Zu Beginn wird die Kinderärztin/der Kinderarzt zunächst alle Symptome erfragen. Daraufhin wird eine Familienanamnese (bestehende Allergien, mögliche Auslöser) angelegt, sowie die Gesundheits- und Krankheitsgeschichte deines Kindes. Danach werden entsprechende Allergietests gemacht. In den meisten Kinderarztpraxen ist das Personal in der Allergologie ausgebildet. Ist dem nicht so, kannst du dich zu Allergologen überweisen lassen.

Was wird beim Allergietest gemacht?

Die Art der Allergietests ist immer abhängig vom Alter des Kindes und den Symptomen. Das Personal deiner Kinderarztpraxis wird dich hier im Einzelfall aufklären.

Diese Tests können etwa sein:

  • Hauttest (Prick-, Scratch- und Reibtest): Hier wird die Haut des Kindes mit verschiedenen Allergenextrakten in Kontakt gebracht. Eine Hautreaktion zeigt, ob Antikörper gegen bestimmte Allergene vorliegen.
  • Bluttest: Hier werden über die Blutprobe bestimmte Antikörper auf Allergene gesucht.
  • Provokationstest: Dieser Test soll, wie der Begriff schon sagt, eine ärztlich begleitete allergische Reaktion provozieren, um eine verlässliche Diagnose stellen zu können.

Obendrein lassen sich eventuelle Kreuzallergien aus den Tests ableiten, die häufig in Kombination miteinander auftreten.

Therapie- und Behandlungsplan

Jetzt wird ein individueller Behandlungsplan erstellt. Auch eine Hyposensibilisierung (Immuntherapie) kann ein Teil der Behandlung sein. Bei Kindern greift diese Methode etwa ab einem Alter von 5 bis 6 Jahren und meist bei Inhalationsallergien (Asthma, Blütenpollen, Heuschnupfen).

Hierbei wird dem Kind vom Allergologen-Team ein Allergenextrakt mit steigender Konzentration über Spritzen oder Tropfenform verabreicht (häufig über einen Zeitraum von 2 bis 3 Jahren). Je nach Allergie und Ausprägung können durch die Immuntherapie Beschwerden vollständig zurückgehen oder verringert werden. Eine verlässliche Garantie dafür gibt es nicht. 

Arzneimittel

Heutzutage sind Allergie-Medikamente sehr wirksam. Die häufigsten Arzneimittel bei Allergien sind etwa:

  • Nasensprays (bekannt: Otri bei Heuschnupfen) und Augentropfen
  • Cremes und Salben
  • Medikamente zur Erweiterung der Bronchien und schleimlösende Säfte
  • Antihistaminika in Tropfen-, Sirup- oder Tabletten-Form (bekannt: Cetirizin)
  • Cortisonpräparate

Häufige Fragen

Mein Kind hat ständig Husten und Schnupfen in der Nacht. Dazu kommen Schwellungen an den Augen. Was kann ich tun?

Es ist gut möglich, dass dein Kind eine Allergie gegen Hausstaubmilben hat oder (falls Frühjahreszeit ist) auf bestimmte Pollen reagiert. Jetzt kannst du ein Protokoll über die Symptome führen (siehe oben) und dann zur Kinderarztpraxis, um den Zustand abklären zu lassen. In der Zwischenzeit solltest du darauf achten, richtig zu lüften (bei Pollenflug) und dass die Bettwäsche und Kleidung deines Kindes ausreichend gewechselt und bei 60 Grad gewaschen wird.

Ist Nasenspray bei einer Allergie des Kindes bedenklich?

Nasenspray hat nicht gerade den besten Ruf. Das Risiko zur Abhängigkeit der Nasenschleimhaut ist besonders groß, da sie sich schnell an den im Spray enthaltenden Wirkstoff gewöhnt. Bei richtiger Anwendung und unter ärztlicher Begleitung musst du dir aber keine Sorgen machen. Meist bekommen Kinder Nasensprays mit abgeschwächtem Wirkstoff.

Können sich Allergien verwachsen?

Ja, das ist möglich. Gerade bei Säuglingen und Kleinkindern können Allergien von selbst wieder verschwinden. Häufig ergibt sich das auch durch eine Behandlung, Hyposensibilisierung oder die Stärkung des Immunsystems. Eine Garantie dafür gibt es allerdings nicht.

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Quellen

✔ Inhaltlich geprüft am 28.12.2022
Dieser Artikel wurde von Emely Hoppe geprüft. Wir nutzen für unsere Recherche nur vertrauenswürdige Quellen und legen diese auch offen. Mehr über unsere redaktionellen Grundsätze, wie wir unsere Inhalte regelmäßig prüfen und aktuell halten, erfährst du hier.

Veröffentlicht von Leonie Illerhues

Leonie war nach ihrem Studium der Heilpädagogik lange im Schulhort-, Kita- und Krippenbereich tätig. Erziehungs- und Entwicklungsthemen im Baby- und Kleinkindalter sind deshalb ihr Steckenpferd. Seit 2022 ergänzt Leonie unser Team mit diesem Schwerpunkt.

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