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Vater wechseln Windel beim Baby

Baby wickeln: Video-Anleitung & Tipps

Inhaltlich geprüft von Hebamme Nadine Beermann.

Du bist schwanger oder werdender Papa und weißt noch nicht, wie das mit dem Baby wickeln richtig geht? Kein Problem, wir helfen dir. Alles, was beim Windeln wechseln wichtig ist, erfährst du in diesem Artikel.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei Neugeborenen müssen Windeln oft gewechselt werden. Nach Stuhlgang bitte sofort.
  • Eine Hand bleibt beim Wickeln immer am Baby. Auch Neugeborene können sich aus Versehen drehen und abstürzen.
  • Po nicht mit den Füßchen nach oben ziehen. Spezialgriff siehe Video!
  • Frei strampeln lassen beugt wundem Po vor. Auf dem Wickeltisch ist die beste Zeit für ausgiebiges Schmusen.
  • Geänderte Empfehlung: Baby zweimal pro Woche oder nach dem Baden eincremen ist gut für die Haut.
  • Zu Wegwerfwindeln gibt es super Alternativen. Lieber gleich informieren, später hast du den Kopf voll.

Fun fact: Kein Neugeborenes macht gern in die Windel. Deshalb pullern viele erst mal fröhlich drauflos, sobald die ab ist. Auch Milchstuhl bahnt sich manchmal in hohem Bogen seinen Weg.

Da liegt es nun, dieses zerbrechliche kleine Wesen. Auf die Toilette gehen dauert noch, abhalten willst du es nicht, also muss eine Windel ans Baby. Aber wie geht das Baby wickeln richtig? Soll ja schließlich auch dicht sein, wenn es das Kind schon nicht ist … Kleiner Spoiler: nach wenigen Wochen bist du ein Profi. Bis dahin helfen wir dir gern.

Video-Anleitung fürs Baby wickeln

Dieses Video ansehen auf YouTube.

Baby wickeln: Schritt-für-Schritt-Anleitung für Wegwerfwindeln

  1. Windel prüfen:
    Ist sie ausgelaufen und der Body nass? Oder ist Stuhl darin? Letztes verrät der Geruch. Dann besonders vorsichtig sein. Manche Babys schaffen es, sich am Rücken bis nach oben „vollzukacken“. Milchstuhl ist eben sehr dünnflüssig und hat ordentlich Druck drauf. 
  2. Utensilien vor dem Wickeln bereitlegen: 
    Eine Hand muss immer am Kind bleiben! Daher auch Wechselkleidung parat haben.
  3. Gegebenenfalls Heizstrahler einschalten
  4. Baby auf Wickelunterlage platzieren:
    Köpfchen bei Neugeborenen bitte stützen.
  5. Kleidung ausziehen oder öffnen:
    Hosen oder Strampler ausziehen, Bodys öffnen und auch im Rücken weit hochziehen, damit sie sauber bleiben.
  6. Seitliche Klebestreifen der Windel öffnen.
  7. Den Po heben, indem du unter einem Bein hindurch das andere Beinchen am Oberschenkel greifst und dann beide zusammen hochhebst (siehe Video). Nicht an den Füßen hochziehen, das ist zu viel für die zarten Gelenke.
  8. Bei Stuhl das Vorderteil der Windel schon zum groben Abputzen nutzen (von vorn nach hinten!) dann auf den hinteren Teil klappen und liegen lassen.
  9. Po und Genitalien am besten mit warmem Wasser und Läppchen reinigen. Getrocknete Stuhlreste gehen mit Babyöl ab. Wichtig: 
    • Bei Mädchen bitte nichts in die Scheide hinein putzen. Die Schamlippen möglichst nicht spreizen. Ist Stuhlgang darin? Lieber kurz abduschen.
    • Bei Jungs auch die Hautfalte um den Hodensack gut abwischen.
  10. Erst dann die alte Windel wegziehen, einrollen und mit Klebestreifen verschließen. Am besten gleich in den Windelmüll damit und Deckel darauf. Denn je nach Wetterlage können die dir schon nach wenigen Stunden den Atem nehmen.
  11. Neue Windel öffnen und mit einer Hand unter der alten platzieren, während die andere den Po hebt (siehe oben). So schützt du die Wickelunterlage vor Freipinkelerlebnissen. Der hintere Bund sollte am besten schon hoch genug liegen. Runterziehen geht später leichter als Hochschieben.
  12. Ruhig ein wenig frei strampeln lassen:
    Der Haut tut es gut und Babys lieben es, nackig zu sein. Außerdem ist jetzt die beste Zeit zum Schmusen!
  13. Bei wundem Po: Heilwolle und/oder Wundschutzcreme dünn verteilen. Auch hier gilt: nicht in die Scheide hinein!
  14. Frische Windel mittig zwischen den gespreizten Beinchen hochziehen: 
    Achte darauf, dass die gerafften Windelränder genau in den Beinfalten sind. Wenn die Nabelschnurreste noch dran sind, den Bund notfalls etwas umklappen, damit der Nabel frei bleibt (manche haben eine Aussparung). Windel mit einer Hand am Bauch halten. 
  15. Die andere Hand öffnet und fixiert die Klebestreifen. Nur so fest schließen, dass noch ein bis zwei Fingerbreit zwischen Haut und Bund Platz sind. Egal, was die Markierung sagt, jedes Baby ist anders. Eventuell wird die nächste Windelgröße fällig.
  16. Body schließen und Kleidung drüber.
  17. Gegebenenfalls Heizstrahler ausschalten.

Tricks rund ums Baby wickeln

Nach Stuhlgang immer sofort Windel wechseln

Wenn es müffelt, reagierst du am besten gleich. Denn selbst der Milchstuhl reizt die Haut viel mehr als Urin, also ab damit.

Tüchlein auf den Penis legen, um Pullerunfälle zu vermeiden

Die meisten Mädels pullern eher diskret auf die Wickelunterlage, Jungs dagegen gern im hohen Bogen. Davor kannst du dich mit einem Tüchlein schützen.

Olivenöl enthält oft Mineralöl und trocknet die Haut aus 

Früher rieten Hebammen zu Olivenöl als günstiger Alternative. Das ist nun nicht mehr so. Denn Studien zeigen, dass Olivenöl die Haut austrocknet, statt sie zu nähren. Noch dazu enthalten viele Sorten Mineralölrückstände, weiß ÖKO TEST. Und die willst du sicher nicht an Babys Popo, oder? Besser ist also Babyöl, zum Beispiel von Weleda.

Heilwolle ist super

Schafwolle enthält Lanolin, also Wollfett. Das schützt die Haut vor Nässe. Zusätzlich sorgen die Fasern für mehr Luft zwischen Windel und Haut. Einfach eine kleine Portion platt ziehen und mit in die Windel legen. Aber bitte nicht irgendeine Wolle, sondern nur solche aus der Apotheke. Andere können Pestizide enthalten.

Bei schlimmen Hautreizungen auch an Allergie denken 

Ist die Rötung sehr schmerzhaft und kam wie aus dem Nichts, denk auch an eine Kontaktallergie. Überlege: Hast du Windelsorte, Feuchttücher oder Creme vor Kurzem gewechselt? Falls ja, besser keine Experimente mehr. Falls nicht, kann es eine Windeldermatitis oder ein Windelsoor sein. Dann bitte zum Arzt. Manche älteren Babys bekommen auch bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder beim Zahnen einen wunden Po.

Eincremen nach dem Babybad stärkt die Hautbarriere

Lange dachte man, Babys Haut brauche außer Wasser nichts. Dermatologen haben aber kürzlich ihre Empfehlungen geändert. Denn regelmäßiges Eincremen (zweimal pro Woche oder nach dem Baden) tut der Haut gut, weil es die Hautbarriere stärkt. Neigt dein Kleines zu trockener Haut? Dann erst recht. Aber bitte mit parfümfreien nährenden Babyprodukten, die keine Mineralölrückstände enthalten. Welche Babycremes aktuell ausgezeichnet sind, weiß ÖKO TEST.

Waschläppchen kannst du selbst machen

Hast du eine Nähmaschine und etwas Zeit? Dann kannst du dir deine wiederverwendbaren Läppchen selbst machen. Zerschneide einfach ein paar Waschlappen aus der Drogerie (oder Moltontücher) in handliche kleine Stücke und steppe den Rand ab, damit er nicht ausfranst. Fertig. Die kannst du nun bei 60 Grad in der Maschine mitwaschen und so lange verwenden, bis sie auseinanderfallen. 

Was brauche ich zum Wickeln meines Babys?

Eigentlich brauchst du nicht sehr viel, um dein Baby wickeln zu können:

  1. Wickeltisch, Wickelwandregal oder einfach nur eine Decke auf dem Boden.
  2. Heizstrahler in kalten Wohnungen
  3. Eine weiche Unterlage, die möglichst wenig schadstoffbelastet ist (z.B. durch Weichmacher im Gummibezug)
  4. Eine Mullwindel, ein Handtuch/Frotteebezug oder zur Not Einmal-Wickelunterlagen zum Schutz der Unterlage
  5. Warmes Wasser in einer kleinen Schüssel. Von Ikea gibt es weiße Schalen, die man an den Wickeltisch anhängen kann.
  6. Waschläppchen oder Einmal-Pads
  7. Baby-Creme oder -öl, Wundschutzcreme und Heilwolle
  8. Feuchttücher am besten nur für unterwegs

Föhn: ja oder nein?

Elektrische Geräte und Wasser? Lieber nicht. Denn wenn dein Baby im hohen Bogen in den Föhn pullert, besteht Lebensgefahr! Zum normalen Abtrocknen reicht, wenn du es mit einem weichen Tuch trocken tupfst. Nur bei wundem Po kann ein Föhn ausnahmsweise helfen. Muss aber nicht. Falls du es ausprobierst, decke Penis oder Scheide vorher ab.

Muss ein Wickeltisch sein?

Jein. Ein Wickeltisch ist schon praktisch. Gerade, wenn du am Anfang noch etwas nervös und übermüdet bist. Denn auf einem solchen Tisch haben alle Utensilien einen festen Platz. Außerdem schont die angenehme Wickelhöhe deinen Rücken. 

Es muss ja kein Riesenmodul sein, dass nach der Wickelphase das Kinderzimmer blockiert. Von Ikea gibt es Kommoden, die du auch später noch gut für Spielzeug, Klamotten und Bücher verwenden kannst. Für die Wand gibt es praktische Regale, die sich einklappen lassen. Und auch für die Badewanne findest du Aufsätze, die gleich eine Babywanne mit integriert haben. Gibt es alles gebraucht: geschenkt oder für kleines Geld z.B. bei nebenan.de.

Aber ganz unabhängig von allen Möbelträumen: manchen Eltern reicht eine Decke auf dem Boden. Kostet nichts und dein Baby kann nicht herunterfallen. Auf Couch oder Bett kannst du natürlich auch wickeln, musst aber dein Kind bitte immer gut festhalten.

Wegwerfwindeln, Stoffwindelsystem oder windelfrei?

Hast du dich noch nicht für eine Windelsorte entschieden? Dann möchten wir es dir noch ein klein wenig schwerer machen 😉

Neben den Wegwerfwindeln gibt es noch so viel mehr. Etwa Stoffwindeln. Mutter oder Oma haben dir Horrorgeschichten vom Auskochen der Stoffwindelberge erzählt? Lass dich nicht abschrecken. Die heutigen Stoffwindelsysteme sind viel leichter zu handhaben. Außerdem gab es damals Waschmaschine und Trockner noch nicht in der heutigen Qualität. Wenn du mehr wissen willst, haben wir dem Thema Stoffwindeln einen eigenen Artikel gewidmet.

Und dann gibt es noch windelfrei. „Auf keinen Fall!“, magst du denken. Aber warte, so radikal und öko, wie du denken magst, ist das gar nicht. Denn neugeborene Babys können durchaus anzeigen, dass sie müssen. Wenn wir nicht darauf reagieren, lassen sie es irgendwann bleiben.

Hast du noch eine Frage zum Thema Windeln wechseln beim Baby? Dann schreib uns gern einen Kommentar!

Quellen

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