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Wieviel du in der Schwangerschaft trinken solltest und warum

Während der Schwangerschaft wird deinem Körper viel abverlangt. Es steigen Stoffwechsel und Energieverbrauch. In deinem Bauch wächst neues Leben, das du mit Nährstoffen versorgst. Aus den Gründen ist die richtige Ernährung bei Schwangeren so wichtig. Für dein Wohlbefinden und das deines ungeborenen Kindes musst du vor allem ausreichend Flüssigkeit zu dir zu nehmen. Worauf es beim richtigen Trinkverhalten ankommt, erfährst du in diesem Artikel.

Das Wichtigste in Kürze

  • Als Schwangere solltest du ungefähr 2 – 3 Liter Flüssigkeit pro Tag zu dir nehmen
  • Am besten trinkst du regelmäßig und über den ganzen Tag verteilt Wasser
  • Mineralwasser oder „dünne“ Saftschorlen sind die gesündesten Getränke
  • Zu viel Koffein kann einem Kind im Bauch Schäden zufügen
  • Unterwegs solltest du stets eine kleine Flasche mit Wasser dabei haben

Wie viel Schwangere trinken sollten

Die Angaben über die richtige Zufuhr an Flüssigkeit gehen selbst unter Medizinern auseinander. Wir halten uns an die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), die bei Erwachsenen mindestens 1,5 Liter Wasser pro Tag als absolute Untergrenze empfiehlt. Eines steht nach Ansicht des Ernährungsexperten Uwe Knop fest: „Wie viel Wasser ein Körper benötigt, ist individuell verschieden“. Faktoren wie Gesundheitszustand, Körpergewicht, Temperatur, Alter, Anstrengung oder körperliche Verfassung bestimmen in letzter Instanz darüber, welche Menge angebracht ist.

Hör auf deinen Körper

Dr. Michael Boschmann von der Berliner Charité rät ebenfalls zur Aufnahme von wenigstens 1,5 Litern täglich. Seiner Meinung nach sollte jeder Mensch einfach „auf seinen Körper hören und trinken, wenn man Durst hat“. Und eine Frau in anderen Umständen verspürt automatisch öfters ein Durstgefühl. Mit einem Kind im Bauch solltest du die Menge auf mindestens 2 bis 2,5 Liter am Tag erhöhen. Am empfehlenswertesten ist Boschmanns Ansicht nach Wasser anstelle von Softdrinks, Kaffee oder anderen Getränken. Flüssigkeiten nimmt der Körper beispielsweise auch über Speisen, Obst und Gemüse oder weitere Nahrungsmittel auf.

Trage am besten stets eine kleine Flasche mit Wasser bei dir, wenn du nicht zuhause bist. Sobald du Durst verspürst, ist das ein Körpersignal, jetzt etwas zu trinken. Die Weisheit „Wer Durst bekommt, trinkt zu spät“ trifft wissenschaftlich nicht zu. Trinke Flüssigkeiten über den Tag verteilt, etwa indem du zu jeder kleinen Mahlzeit ein Glas Wasser zu dir nimmst. Gerade in der wärmeren Jahreszeit darfst du als Schwangere das Durstgefühl nicht ignorieren.

Warum Trinken in der Schwangerschaft wichtig ist

Für Menschen, die „vergessen“ genug über den Tag zu trinken, gibt es mittlerweile sogar Apps mit Erinnerungsfunktion. Für dich als Schwangere ist das Thema Trinken besonders wichtig. Durch die Aufnahme von Flüssigem regulierst du deinen Nährstoffhaushalt. Die Gründe hierfür sind unterschiedlich, aber für dich und die Entwicklung des Embryos allesamt wichtig.

Wir stellen dir Ursachen vor, die besonders während der Schwangerschaft zu deinem Flüssigkeitsverlust beitragen. Hinzu kommen individuelle Merkmale, die du gerade als werdende Mama kennen und beachten solltest.

  • Viel Schwitzen:
    Über deine Haut scheidest du durch deinen Schweiß nicht nur Flüssigkeit aus, sondern auch wertvolle Mineralien. Speziell bei sommerlichen Außentemperaturen ist es immens wichtig, dass du diese deinem Körper zurückgibst, indem du genügend trinkst.
  • Blutvolumen:
    Durch die Schwangerschaft erhöht sich dein Blutvolumen im Körper um bis zu 2 Liter. Damit wird zusätzlich der empfindliche Organismus des Embryos versorgt. Um die Extramenge an Blut zu bilden, ist die ausreichende Flüssigkeitsversorgung wichtig.
  • Übelkeit und Erbrechen:
    Während der Schwangerschaft ist dir wahrscheinlich häufiger übel ist, du musst dich übergeben oder hast Durchfall. Gleiche diesen Flüssigkeitsverlust durch dein Trinkverhalten aus.
  • Verstopfungen:
    Manche Frauen leiden besonders während der Schwangerschaft unter Verstopfungen. Solche Beschwerden können ein Zeichen für zu wenig Flüssigkeitsaufnahme sein.
  • Urinproduktion:
    Als Schwangere wirst du das Phänomen kennen: Deine Blase drückt häufiger und du musst öfter Wasser lassen. Das liegt am freigesetzten Hormon Relaxin, welches entspannend auf deine Muskulatur wirkt. Mit zunehmender Schwangerschaftsdauer drückt die Gebärmutter zusätzlich auf deine Blase. Durch das andauernde Wasserlassen vermindert sich gleichzeitig das Risiko für eine Harnwegsinfektion.
  • Mutterbauch:
    Dein Ungeborenes ist von bis zu 2 Litern Fruchtwasser umgeben. Dein Körper braucht dafür mehr Flüssigkeit als normal. Die Versorgung der Plazenta (Mutterkuchen) findet über die Blutzirkulation statt. Ein Flüssigkeitsmangel schränkt diesen Prozess im Mutterleib ein und kann Risiken für die Entwicklung deines Baby mit sich bringen.
  • Wohlbefinden:
    Wenn du zu wenig trinkst, kann dir das Kopfschmerzen, ein schlechteres Hautbild, starkes Herzpochen sowie Konzentrationsschwächen bringen. Durch eine Dehydrierung werden außerdem Kreislaufprobleme ausgelöst, die sogar zum Schwächeanfall führen können. Trinke gerade während der Schwangerschaft lieber ein Glas Wasser mehr als es deinen sonstigen Gewohnheiten entspricht.

Wasser versorgt dein Baby mit Nährstoffen

Bei den Getränken kommt es auf das richtige (Mineral-)Wasser an. Misch es mit etwas Fruchtsaft oder gib für den Geschmack einen Schuss Zitrone dazu, wenn du es pur nicht so gerne trinkst. Bei solchen Schorlen ist es besser, auf ungesüßte Säfte zurückzugreifen. Achte bei dem Wasser besonders auf die folgenden Inhaltsstoffe. Du findest sie bei den Angaben zu den Nährstoffen auf dem Flaschenetikett.

  • Kalzium – Kalzium ist für das heranwachsende Ungeborene wichtig, um die Knochenbildung und die Zahnanlagen zu unterstützen. Entscheide dich am besten für Wasser, das mehr als 200 Milligramm pro Liter enthält.
  • Natrium – Sei beim Natrium während deiner Schwangerschaft ruhig etwas sparsam. Ist das Wasser natriumarm, mindert es die Gefahr auf Präeklampsie (Schwangerschaftsbluthochdruck) und Wassereinlagerungen. Achte beim Kauf also darauf, dass dein Wasser vergleichsweise geringe Mengen Natrium enthält. Bei weniger als 20 Milligramm pro Liter machst du nichts verkehrt.
  • Magnesium – Dein täglicher Bedarf an Magnesium beträgt ungefähr 300 bis 400 Milligramm. Mit dem „richtigen“ Wasser kannst du diese Menge bereits zur Hälfte abdecken. Magnesium beugt Muskelkrämpfen vor. Ein Mangel an diesem Mineral kann das Risiko für frühzeitige Wehen erhöhen.
  • Eisen – Durch dein vergrößertes Blutvolumen besteht ein stärkerer Versorgungsbedarf an Eisen. Idealerweise trinkst du dann kein Wasser, das als „enteisent“ beworben ist.

Classic, Medium oder Still?
Was den Anteil an Kohlesäure im Wasser selbst betrifft, gelten keine Empfehlungen. Wenn du persönlich leicht Blähungen und Sodbrennen bekommst, ist weniger oder gar keine Kohlensäure allerdings klar besser. Wichtiger sind vielmehr die Mineralien, die das Wasser enthält.

Übrigens kannst du in Deutschland Leitungswasser bedenkenlos trinken. Es ist eine günstige Alternative zu dem Mineralwasser aus dem Markt und kommt ganz bequem aus dem Hahn. Angesichts deines empfindlicheren Immunsystems während der Schwangerschaft kannst du dein Leitungswasser testen lassen, um ganz auf Nummer sicher zu gehen. Theoretisch können trotz der guten Trinkwasserqualität Keime, Legionellen, Bleirückstände etc. im Leitungssystem deines Wohnhauses lauern.

Säfte, Tee, Kaffee – was ist erlaubt?

Jeden Tag immer nur Wasser trinken, ist nicht unbedingt dein Ding? Du darfst natürlich auch andere Getränke zu dir nehmen, die dir vielleicht eher zusagen. Allerdings gelten Einschränkungen, um dich und dein Baby optimal mit Flüssigkeiten zu versorgen. Besonders bei Genussmitteln wie etwa Kaffee ist es für Schwangere ratsam, sich einzuschränken. Kaffee pusht schließlich nicht nur dich, sondern auch dein Ungeborenes.

Säfte besser verdünnen

Schwangeren wird empfohlen, Säfte stets mit Wasser zu vermischen. Vorgemixte Saftschorlen aus dem Supermarkt sind okay, solange ihnen nicht zusätzlicher Zucker zugesetzt wurde. Grundsätzlich solltest du deswegen auf Nektar-Säfte oder dergleichen verzichten. Aufgrund deines veränderten Enzyme-Haushalts können deine Zähne oder der Magen empfindlicher reagieren als sonst. Sei deswegen vorsichtig mit Säften aus Zitrusfrüchten und mische diese mit viel Wasser.

Auch wenn du Tomatensaft möglicherweise nur aus dem Flugzeug kennst: Gemüsesäfte sind durch die Bank weg richtig gut für dich und dein Baby. Sie gelten als gesund und unbedenklich und können sogar pur getrunken werden. Mit einem Glas Gemüsesaft kannst du unter Umständen sogar manch einen Anfall von Heißhunger in deiner Schwangerschaft unter Kontrolle bekommen.

Vorsicht bei Getränken mit Koffein

Streng genommen handelt es sich bei Koffein um eine psychoaktive Substanz, die dein Nervensystem stimuliert. Auf dein Baby im Bauch hat das Alkaloid dieselben Auswirkungen. Während du in anderen Umständen bist, solltest du deswegen bei Kaffee und anderen koffeinhaltigen Getränken wie Cola, schwarzem oder grünem Tee und Kakao unbedingt maßhalten. Koffein trägt nämlich unter anderem dazu bei, dass die Durchblutung der Plazenta abnimmt oder sich die Gebärmuttergefäße zusammenziehen. Das kann sich nachteilhaft auf das Wachstum deines Kindes im Mutterbauch auswirken. Welche Mengen für Schwangere unbedenklich sind und wo wieviel Koffein vorkommt, erfährst du in diesem Artikel.

Kaffee ist „doppelt schlecht“
Als Kaffee-Junkie musst du auch während der Schwangerschaft nicht auf deinen Kickstarter verzichten. Trinke aber nicht mehr als 2 oder 3 Tassen am Tag oder steige gleich auf die koffeinfreie Version um. Kaffee trägt bekanntlich zur Entwässerung bei. Dazu hemmt das Koffein die Aufnahme von lebenswichtigem Eisen und kann einen Mangel verursachen.

Bestimmte Teesorten sind besonders geeignet

Während deiner Schwangerschaft sind Früchtetees am besten. Du findest im Sortiment von Apotheken, Biomärkten oder Reformhäusern Teesorten, die ausdrücklich für Schwangere geeignet sind. Eine gute Idee gerade an heißen Tagen ist frischer, lauwarmer Pfefferminztee. Die ätherischen Öle sorgen für einen angenehmen, erfrischenden Effekt.

Nimm andere Teesorten grundsätzlich nicht im Übermaß zu dir, wenn du gerade ein „Kind an Bord“ hast. Aufgrund des enthaltenen Koffeins gilt das für Grün- oder Schwarztee. Unter Umständen können Kräutertees oder Solche, die Süßholzwurzel enthalten, Komplikationen verursachen. Allerdings gilt das erst bei größeren Mengen und nicht für ein gelegentliches Tässchen zwischendurch. In diesem Artikel findest du dich schnell zurecht, welcher Tee für Schwangere unbedenklich ist und wo es besser ist maßzuhalten.

Eingeschränkt bis tabu sind diese Drinks

  • Alkoholische Getränke:
    Aus Rücksicht auf die Entwicklung deines Babys muss für dich über die kompletten 9 Monate eine Nullpromille-Grenze gelten! Es steht einfach zu viel auf dem Spiel, um dir „ein Tröpfchen in Ehren“ oder andere Ausnahmen zu gönnen.
  • Energy-Drinks:
    Selbst wenn du dich als Schwangere vielleicht öfters mal schlapp fühlst, solltest du besser die Finger von sogenannten Energy-Drinks lassen. Neben Koffein enthalten solche Getränke Taurin und andere Stoffe, die deinem Ungeborenen schaden können. Selbst während deiner Stillzeit verzichtest du besser auf solche „Pusher“.
  • Getränke mit Chinin:
    Tonic Water, Bitter Lemon & Co. sollten während der Schwangerschaft nur in kleinen Mengen getrunken werden. Auf Nummer sicher gehst du natürlich, wenn du komplett darauf verzichtest.
  • Softdrinks:
    Wenn es denn sein muss, kannst du dir gelegentlich einen Softdrink gönnen. Achte dabei darauf, dass sie nach Möglichkeit zuckerfrei oder -reduziert sind. Oder mische sie mindestens zur Hälfte mit Wasser. Generell gelten Limos oder Softgetränke aufgrund des übermäßig hohen Zuckeranteils sowie ihrer Kalorienmenge als ungesund und nicht empfehlenswert für werdende Mütter.
  • Milch:
    Fettreduzierte Milch ist grundsätzlich unbedenklich, sie liefert wertvolles Kalzium und Eiweiß. Zusammen mit frischem Obst kannst du dir mit erfrischenden Shakes immer etwas Gutes tun. Allerdings solltest du sie nicht literweise konsumieren. Das fördert im Extremfall das Übergewicht des Babys im Mutterleib, wie der Medizinprofessor Bodo Melnik kritisch zu bedenken gibt.

Fazit

Die „einzig wahre Antwort“, wieviel du in deiner Schwangerschaft genau trinken solltest, gibt es nicht. Wir empfehlen daher eine tägliche Flüssigkeitsaufnahme zwischen ungefähr 2 und 3 Litern. Gerade in der Schwangerschaft ist es wichtig, auf den eigenen Körper zu hören. Sobald du das geringste Durstgefühl verspürst, solltest du etwas trinken. Ganz weit vorne steht einfaches Wasser, mit dem du die ausgeschwemmten Mineralien nachfüllst. Damit umschiffst du Komplikationen und versorgst dein Ungeborenes optimal. Alternativ zu Wasser sind bestimmte Teesorten, Gemüsesäfte und Fruchtsaft-Schorlen besonders gut für dich und das Baby in deinem Bauch.

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