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Wieviel du in der Schwangerschaft trinken solltest und warum

Während der Schwangerschaft muss du dein wachsendes Baby mit allem versorgen, das es braucht. Vor allem ausreichend Trinken ist wichtig. Worauf es da ankommt, erfährst du in diesem Artikel.

Das Wichtigste in Kürze

  • In der Schwangerschaft ungefähr 2 – 3 Liter Flüssigkeit pro Tag trinken.
  • Am besten Wasser – regelmäßig und über den Tag verteilt.
  • Immer auf dein Durstgefühl hören!
  • Mineralwasser oder „dünne“ Saftschorlen sind am gesündesten.
  • Zu viel Koffein kann Baby schaden.

Selbst Mediziner sind sich über die richtige Trinkmenge nicht ganz einig. Wir halten uns an die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), die bei nicht-schwangeren Erwachsenen 1,5 Liter pro Tag als absolute Untergrenze empfiehlt. Eines steht nach Ansicht des Ernährungsexperten Uwe Knop fest: „Wie viel Wasser ein Körper benötigt, ist individuell verschieden“.

Hör auf deinen Körper

Die „Zwei Liter Regel“ gilt als überholt. Und selbst die Weisheit „Wer Durst bekommt, trinkt zu spät“ trifft wissenschaftlich nicht zu. Besser ist es also, wenn du auch in der Schwangerschaft auf dein Durstgefühl hörst. Meist haben Schwangere mehr Durst als Frauen, die gerade kein Kind austragen. Deshalb erhöht sich die Trinkmenge ganz automatisch um etwa einen Liter pro Tag auf zwei bis drei Liter. Die DGE empfiehlt Wasser anstelle von Softdrinks, Kaffee oder anderen Getränken. Ein wenig Flüssigkeit nimmt der Körper auch über Nahrungsmittel auf.

Trage am besten stets eine kleine Flasche mit Wasser bei dir, wenn du nicht zuhause bist. Sobald du Durst verspürst, ist das ein Signal, jetzt etwas zu trinken. Trinke Flüssigkeiten über den Tag verteilt, etwa indem du zu jeder kleinen Mahlzeit ein Glas Wasser zu dir nimmst. Gerade in der wärmeren Jahreszeit darfst du als Schwangere das Durstgefühl nicht ignorieren.

Warum Trinken in der Schwangerschaft wichtig ist

Bist du vergesslich oder überhörst gern mal deine Körpersignale? Dann brauchst du vielleicht eine App, die dich ans Trinken erinnert. Denn dein Bedarf in der Schwangerschaft ist etwas höher:

  • Durch Schwitzen scheidest du wichtige Mineralien aus.
  • Dein Blutvolumen ist bis zu 2 Liter größer als sonst.
  • Bis zu 2 Liter Fruchtwasser möchten ausgetauscht werden.
  • Wenn das Blut gut fließt, versorgt es die Plazenta besser.
  • Übelkeit und Erbrechen klauen dir Flüssigkeit.
  • Gegen Verstopfungen hilft manchmal mehr zu trinken.
  • Öfter Wasserlassen vermeidet Blasenentzündungen.
  • Dehydrierung ist ein häufiger Grund für Kreislaufprobleme in der Schwangerschaft.

Wasser versorgt dein Baby mit Nährstoffen

Bei den Getränken kommt es auf das richtige (Mineral-)Wasser an. Misch es mit etwas Fruchtsaft oder gib für den Geschmack einen Schuss Zitrone dazu, wenn du es pur nicht so gerne trinkst. Bei solchen Schorlen ist es besser, auf ungesüßte Säfte zurückzugreifen. Achte bei dem Wasser besonders auf die folgenden Inhaltsstoffe. Du findest sie bei den Angaben zu den Nährstoffen auf dem Flaschenetikett.

  • Kalzium – Kalzium ist für das heranwachsende Ungeborene wichtig, um die Knochenbildung und die Zahnanlagen zu unterstützen. Entscheide dich am besten für Wasser, das mehr als 200 Milligramm pro Liter enthält.
  • Natrium – Sei beim Natrium während deiner Schwangerschaft ruhig etwas sparsam. Ist das Wasser natriumarm, mindert es die Gefahr auf Präeklampsie (Schwangerschaftsbluthochdruck) und Wassereinlagerungen. Achte beim Kauf also darauf, dass dein Wasser vergleichsweise geringe Mengen Natrium enthält. Bei weniger als 20 Milligramm pro Liter machst du nichts verkehrt.
  • Magnesium – Dein täglicher Bedarf an Magnesium beträgt ungefähr 300 bis 400 Milligramm. Mit dem „richtigen“ Wasser kannst du diese Menge bereits zur Hälfte abdecken. Magnesium beugt Muskelkrämpfen vor. Ein Mangel an diesem Mineral kann das Risiko für frühzeitige Wehen erhöhen.
  • Eisen – Durch dein vergrößertes Blutvolumen besteht ein stärkerer Versorgungsbedarf an Eisen. Idealerweise trinkst du dann kein Wasser, das als „enteisent“ beworben ist.

Classic, Medium oder Still?

Wenn du leicht Blähungen und Sodbrennen bekommst, ist weniger oder stilles Wasser besser. Ansonsten ist es egal, wie viel Kohlensäure drin ist. Wichtiger sind die Mineralien, die das Wasser enthält.

In Deutschland kannst du Leitungswasser bedenkenlos trinken. Es ist eine günstige Alternative zu dem Mineralwasser aus dem Markt und kommt ganz bequem aus dem Hahn. Eigentlich! Denn ob dein Wasser gut oder schlecht ist, hängt von den Rohren im Haus ab. Trotz guter Trinkwasserqualität können dort Keime, Legionellen, Bleirückstände lauern. Um auf Nummer sicher zu gehen, kannst du dein Leitungswasser testen lassen:

  • Einen abgespeckten Test gibt es für Schwangere kostenlos bei den Wasserwerken.
  • Ausführlicher ist z.B. der Labor-Test von Ivario.

Säfte, Tee, Kaffee – was ist erlaubt?

Jeden Tag Wasser trinken ist nicht ein Ding? Du darfst natürlich auch andere Getränke zu dir nehmen, die dir vielleicht eher zusagen. Bei Genussmitteln musst du aber vorsichtig sein:

Säfte besser verdünnen

Säfte enthalten viel Zucker und Säure. Deshalb solltest du sie gut verdünnen. Vorgemixte Saftschorlen aus dem Supermarkt sind okay, solange ihnen nicht zusätzlicher Zucker zugesetzt wurde. Grundsätzlich solltest du deswegen auf Nektar-Säfte oder dergleichen verzichten. Aufgrund deines veränderten Enzymhaushalts können deine Zähne oder der Magen empfindlicher reagieren als sonst. Sei deswegen vorsichtig mit Säften aus Zitrusfrüchten und mische diese mit viel Wasser.

Auch wenn du Tomatensaft möglicherweise nur aus dem Flugzeug kennst: Gemüsesäfte sind jetzt richtig gut. Sie gelten als gesund und unbedenklich und können sogar pur getrunken werden. Mit einem Glas Gemüsesaft kannst du unter Umständen sogar manch einen Anfall von Heißhunger in deiner Schwangerschaft unter Kontrolle bekommen.

Vorsicht bei Getränken mit Koffein

Streng genommen handelt es sich bei Koffein um eine psychoaktive Substanz, die dein Nervensystem stimuliert. Auf dein Baby im Bauch hat das Alkaloid dieselben Auswirkungen. Während du in anderen Umständen bist, solltest du deswegen bei Kaffee und anderen koffeinhaltigen Getränken wie Cola, schwarzem oder grünem Tee und Kakao unbedingt maßhalten. Koffein trägt nämlich unter anderem dazu bei, dass die Durchblutung der Plazenta abnimmt oder sich die Gebärmuttergefäße zusammenziehen. Dann wird dein Baby nicht so gut versorgt.

Kaffee ist „doppelt schlecht“

Als Kaffee-Junkie musst du auch während der Schwangerschaft nicht auf deinen Kickstarter verzichten. Trinke aber nicht mehr als 2 oder 3 Tassen am Tag oder steige gleich auf die koffeinfreie Version um. Kaffee entwässert und hemmt die Aufnahme von wichtigen Mineralien wie Eisen, Magnesium und Zink.

Bestimmte Teesorten sind besonders geeignet

Während deiner Schwangerschaft sind Früchtetees am besten. Du findest im Sortiment von Apotheken, Biomärkten oder Reformhäusern Teesorten, die ausdrücklich für Schwangere geeignet sind.

Nimm andere Teesorten grundsätzlich nicht im Übermaß zu dir, wenn du gerade ein „Kind an Bord“ hast. Das gilt wegen des Koffeins vor allem für Grün- oder Schwarztee. Bestimmte Kräutertees oder solche, die Süßholzwurzel enthalten, können Komplikationen verursachen. Allerdings gilt das erst bei größeren Mengen und nicht für ein gelegentliches Tässchen zwischendurch. In diesem Artikel findest du schnell, welcher Tee für Schwangere unbedenklich ist und wo du aufpassen musst.

Vorsicht bei diesen Drinks

  • Alkoholische Getränke:
    Aus Rücksicht auf die Entwicklung deines Babys muss für dich über die kompletten 9 Monate eine Nullpromille-Grenze gelten! Es steht einfach zu viel auf dem Spiel, um dir „ein Tröpfchen in Ehren“ oder andere Ausnahmen zu gönnen.
  • Energy-Drinks:
    Selbst wenn du dich als Schwangere vielleicht öfter schlapp fühlst, solltest du besser die Finger von sogenannten Energy-Drinks lassen. Neben Koffein enthalten solche Getränke Taurin und andere Stoffe, die deinem Ungeborenen schaden können. Selbst während deiner Stillzeit verzichtest du besser auf solche „Pusher“.
  • Getränke mit Chinin:
    Tonic Water, Bitter Lemon & Co. sollten während der Schwangerschaft nur in kleinen Mengen getrunken werden. Auf Nummer sicher gehst du natürlich, wenn du komplett darauf verzichtest.
  • Softdrinks:
    Wenn es denn sein muss, kannst du dir gelegentlich einen Softdrink gönnen. Achte dabei darauf, dass sie nach Möglichkeit zuckerfrei oder -reduziert sind. Oder mische sie mindestens zur Hälfte mit Wasser. Generell gelten Limos oder Softgetränke aufgrund des übermäßig hohen Zuckeranteils sowie ihrer Kalorienmenge als ungesund und nicht empfehlenswert für werdende Mütter. Gefahr von Schwangerschaftdiabetes!
  • Milch:
    Fettreduzierte Milch ist grundsätzlich unbedenklich, sie liefert wertvolles Kalzium und Eiweiß. Allerdings solltest du sie nicht literweise konsumieren.

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