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Eileiterschwangerschaft: Ursachen, Symptome & Verlauf

Ein positiver Test, erste Schwangerschaftsanzeichen – eine Eileiterschwangerschaft zeigt sich nicht sofort. Erst nach ärztlicher Untersuchung erfahren zwei von hundert Frauen, dass es sie getroffen hat. Aber wie merke ich eine Eileiterschwangerschaft? Ist sie gefährlich? Wie wird sie behandelt? Deine Fragen klären wir in diesem Artikel.

Das Wichtigste in Kürze

  • Etwa 2 von 100 Schwangerschaften sind Eileiterschwangerschaften.
  • Eine Eileiterschwangerschaft kann nicht ausgetragen werden.
  • 50% der Frauen hatten kein erhöhtes Risiko.
  • Behandlung: je nach Fall abwarten, Medikamente oder operieren
  • 50 – 60% der Betroffenen bekommen danach noch ein Kind.

Nicht immer schafft es die befruchtete Eizelle, sich in der Gebärmutter einzunisten. Bei zwei von hundert Schwangerschaften bleibt sie schon vorher im Eileiter stecken und entwickelt sich dort zum Embryo. Das nennt man Eileiterschwangerschaft oder auch Tuborgravidität. Viele Eileiterschwangerschaften gehen unbemerkt ab. Leider klappt das nicht immer.

So traurig es ist: eine Eileiterschwangerschaft kannst du nicht austragen. Es gibt zwar weltweit ganz vereinzelt Fälle, wo das Kind als Frühchen geholt werden konnte, aber dein Risiko zu versterben, ist einfach zu hoch. Denn der Eileiter ist, anders als die Gebärmutter, nur sehr begrenzt dehnbar. Der Embryo selbst lässt sich nicht umpflanzen. Wächst er, reißt irgendwann die Eileiterwand und mit ihr große Blutgefäße. Ein lebensgefährlicher Notfall. Wie viele Wochen bis dahin vergehen, hängt davon ab, wo sich die Eizelle eingenistet hat und ob das Gewebe von dort selbst abgehen kann.

Im engsten Teil des Eileiters (Isthmus) wird es schon nach wenigen Wochen kritisch. Im weitesten Teil der Ampulle kann sich der Embryo bis zu 8 Wochen entwickeln, bis der kritische Punkt erreicht ist. Bei der Untersuchung wird die Ärztin feststellen, wo er genau sitzt. Erst dann wird sie einschätzen können, ob ihr einen natürlichen Abort abwarten könnt (60 – 70% der Eileiterschwangerschaften enden so) oder ob eine OP nötig ist.

Erste Anzeichen und Symptome im Verlauf

Das Gemeine an der Eileiterschwangerschaft: sie unterschiedet sich erst mal nicht großartig von einer normalen. Die Periode bleibt aus und der Test ist positiv. Müdigkeit, Harndrang, Brustspannen, Übelkeit – die ersten Schwangerschaftsanzeichen sind dieselben, wenn meist auch nicht sehr stark ausgeprägt

Je nachdem, wo sich der Embryo eingenistet hat, dauert es wenige Wochen bis anderthalb Monate, bis du merkst, dass etwas nicht stimmt. Symptome einer Eileiterschwangerschaft können sich schleichend entwickeln oder plötzlich und stark einsetzen. So oder so, gibt es Symptome, sofort ab zum Arzt!

Erste Anzeichen können krampfartige Schmerzen auf der betroffenen Seite (oder gegenüber) sein. Oft ist die Bauchdecke berührungsempfindlich. Du bekommst leichtes Fieber und entdeckst schmieriges oder klumpiges Blut im Slip. Gelegentlich weisen auch Schulter-/Nackenschmerzen auf eine Blutung im Bauchraum hin. Das liegt daran, dass der Zwerchfellnerv gereizt ist und die Schmerzen ausstrahlen.

Bei sieben von zehn Frauen kommt es zu einer natürlichen Fehlgeburt. Dann geht das abgestorbene Gewebe in Richtung Bauchraum ab und wird dort im Idealfall vom Körper abgebaut. Die Schmerzen lassen nach. Ein gutes Zeichen. Manchmal kommt es daraufhin zur Bauchfellentzündung oder erneutem Einnisten im Bauchraum. Dann muss doch nachgeholfen werden.

Der schwere Verlauf ist ein medizinischer Notfall!

Wächst die Frucht weiter, wird es gefährlich. Denn bleibt eine schwere Blutung unbemerkt, kommt es zum Kreislaufschock. Jetzt besteht Lebensgefahr! Das Risiko hierfür ist im engen und starren isthmischen Teil des Eileiters am größten. Anzeichen für einen schweren Verlauf sind:

  • wehenartige Schmerzen
  • Schwindel und Blässe
  • Atemnot
  • Herzrasen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • allgemeines Unwohlsein
  • leicht erhöhte Temperatur

Gut zu wissen: die Symptome können auch andere Ursachen haben, sind aber immer gravierend. Also ab in die Notaufnahme oder Rettungswagen rufen!

Diagnose einer Eileiterschwangerschaft

Eine Eileiterschwangerschaft ist gar nicht so leicht festzustellen. Manchmal hilft nur das Ausschlussprinzip. Denn anders als in der Gebärmutter sieht man im Eileiter im Ultraschall nicht sofort eine Fruchthöhle. Wenn sich die Frucht im Isthmus-Teil festgesetzt hat, hast du schon wenige Wochen nach dem Eisprung Beschwerden. Also weit bevor du überhaupt zum Arzt gehen würdest, um die Schwangerschaft feststellen zu lassen. Dennoch ist die Reihenfolge normalerweise so:

1. Gynäkologische Untersuchung

Wie auch in der normaler Schwangerschaft kann die Ärztin über eine Testuntersuchung feststellen, ob eine Schwangerschaft wahrscheinlich ist. Denn manchmal gibt es auch andere Probleme, die sie so diagnostizieren kann.

2. Blutuntersuchung

Gibt es einen Verdacht, bringt eine Blutuntersuchung Klarheit. Denn diese zeigt deutlich an, ob der Beta-hCG-Wert und das Progesteron erhöht sind und wenn ja, wie viel. Außerdem zeigen sich im Blut Entzündungen.

3. Ultraschall mit Farbdoppler

Im normalen Ultraschall kann die Ärztin sehen, ob es im Uterus eine Fruchthöhle gibt. Wenn nicht, ist es entweder noch zu früh oder die Eizelle hat sich woanders eingenistet. Das erkennt im frühen Stadium nur der Farbdoppler, mit dem sich besonders gut durchblutetes Gewebe darstellen lassen.

4. Bauchspiegelung

Wenn all das noch nicht sicher ausreicht, kann eine Bauchspiegelung Klarheit bringen. Das ist ein minimal invasiver Eingriff unter Vollnarkose, von dem du dich schnell erholst. Dabei wird der Bauchraum mithilfe von medizinischen Instrumenten durch einen winzig kleinen Schnitt begutachtet und der Eileiter wenn nötig gleich wieder frei gemacht.

So wird eine Eileiterschwangerschaft behandelt

Im Internet scheint es zwei Lager zu geben. Die einen – oft Naturheilkundler – sind für abwarten. Andere sind für die sofortige Operation. Klar, denn das Risiko ist bei einer Ruptur, also dem Reißen des Eileiters, sehr hoch.

Dennoch, bei etwa 60 bis 70% der Frauen – und das ist abhängig vom Ort der Einnistung – kann gewartet werden, ob die Schwangerschaft auf normalem Weg endet. Unter engmaschiger Beobachtung versteht sich. Denn geht es schief, zählt manchmal jede Minute.

Ist die Schwangerschaft noch nicht weit fortgeschritten, gibt es Medikamente für einen Abbruch. Abgehen muss das abgestorbene Gewebe trotzdem, damit es vom Körper absorbiert werden kann. Tut es das nicht, wird eine OP fällig. Ebenso, wenn die Frucht weiter wächst und eine Eileiter-Ruptur immer wahrscheinlicher wird.

Wie groß oder klein die Operation ausfällt, hängt von der betroffenen Frau und vom Verlauf ab. Denn die Entfernung über eine minimalinvasive Bauchspiegelung unter Vollnarkose ist nur möglich, wenn

  • der Eileiter noch nicht gerissen ist,
  • der Kreislauf der Frau stabil genug ist,
  • die Blutgerinnungswerte okay sind,
  • es keine großen Verwachsungen im Bauchraum gibt und
  • der hCG-Spiegel im Blut unter einen bestimmten Wert gesunken ist.

In allen anderen Situationen muss offen operiert werden. Das ist unschön, aber sicherer. Dann ist der Schnitt in der Bauchdecke größer, damit die Chirurgen besser an den Eileiter kommen. Auch dann bist du natürlich in Vollnarkose.

Kann ich wieder schwanger werden?

Meist gelingt es den Ärzten, den Eileiter zu erhalten. Nach einer OP oder medikamentösem Abort beträgt die Durchlässigkeit dann immerhin noch 80 bis 90%. Die Chancen für eine erneute Schwangerschaft stehen also sehr gut.

Manchmal ist der Eileiter jedoch so zerstört, dass er raus muss. Trotzdem kannst du noch schwanger werden, sofern dein anderer Eileiter intakt ist.

Gut zu wissen: 50 bis 60% der betroffenen Frauen bekommen nach einer Eileiterschwangerschaft noch ein Kind. Das klingt erst einmal wenig. Es sind aber sicher auch einige dabei, die schon ein Kind haben und es deshalb nicht mehr riskieren wollen oder müssen.

Denn nach einer überstandenen Eileiterschwangerschaft, ist eine zweite um 15% wahrscheinlicher. Frauen, die bereits zwei hinter sich haben, haben ein 40% höheres Risiko, wieder Ähnliches durchmachen zu müssen.

Ursachen und Risikofaktoren für eine Eileiterschwangerschaft

Aber woran liegt es, dass eine Eizelle sich mitten im Eileiter einnistet? Gibt es Dinge, die dazu führen, dass es manche Frauen eher trifft als andere?

Jein. Bei der Hälfte der betroffenen Frauen scheint es keinen Grund für eine Eileiterschwangerschaft zu geben. Bei anderen schon. Dass vorangegangene Eileiterschwangerschaften das Risiko erhöhen, hatte wir schon beschrieben. Hier kommen andere mögliche Ursachen:

  • Vorangegangene Entzündungen
    Vor allem Chlamydien verursachen Entzündungen, die die Schleimhäute schädigen und Eierstöcke und Eileiter verkleben können. Deshalb solltest du jede Entzündung gynäkologisch abklären lassen.
  • Die Spirale zur Verhütung
    Entzündungserreger steigen dadurch leichter in die Eileiter auf. Vor allem dann, wenn die Spirale schon länger liegt.
  • Abgeknickte Eileiter oder Ausbuchtungen
    Anatomische Besonderheiten können verhindern, dass die Eizelle weiterkommt.
  • Bestimmte Medikamente
    Medikamente wie z.B. Benzodiazepine zur Bekämpfung von Depressionen, erhöhen nachgewiesenermaßen das Risiko, wenn sie vor der Schwangerschaft eingenommen wurden.
  • Endometriose
    Versprengtes Gebärmuttergewebe kann auch im Eileiter wachsen. Es verhindert, dass die Flimmerhärchen die Eizelle weitertransportieren und bietet außerdem fruchtbaren Boden für eine versehentliche Einnistung. Diese Erkrankung ist häufiger als angenommen und schwer zu diagnostizieren.
  • Ein ungesunder Lebensstil
    Schon wenige Zigaretten pro Tag verengen die Blutgefäße und begünstigen Entzündungen. Auch ungesunde Ernährung und zu wenig Bewegung tun dem Körper nicht viel Gutes.
  • Künstliche Befruchtungen
    Warum künstliche Befruchtungen das Risiko um 3% erhöhen, ist noch nicht ganz verstanden. Wahrscheinlich liegt das Problem im höheren Alter der Frauen gepaart mit der Hormonbehandlung, sowie Stoffen in der Flüssigkeit, mit der Spermien oder Eizelle in die Gebärmutter eingebracht werden.
  • Vorangegangene Bauch-OPs
    Kaiserschnitte, Ausschabungen und andere Bauch-Operationen ziehen manchmal Verwachsungen nach sich. Wenn die Eileiter betroffen sind, kommt es häufiger zu abnormalen Schwangerschaften, weil die Eizelle nicht durchkommt.

Wie einer Eileiterschwangerschaft vorbeugen?

Eine Eileiterschwangerschaft kann jede Frau treffen. Auch wenn sie jung, gesund und fit ist.

Trotzdem kannst du das Risiko verringern, indem du Entzündungen vermeidest. Denn leider sind Geschlechtskrankheiten wie Chlamydien in Deutschland ziemlich häufig. Bei wechselnden Geschlechtspartnern benutzt du am besten Kondome und achtest auch Handhygiene. Halt deine Scheidenflora fit, indem du nach dem Sex urinierst und dich mit Wasser säuberst. Seife killt die guten Bakterien, die die schlechten fernhalten sollen. Hat es dich doch mal erwischt, lass die Infektion immer gleich abklären. Das gilt für alle gynäkologischen Beschwerden wie starke Schmerzen während der Periode.

Mit zuckerarmer Ernährung machst du nichts falsch. Denn einerseits verhinderst du so wiederkehrende Pilzinfektionen. Andererseits soll zu viel Zucker sogar Endometriose begünstigen. Erwiesen ist letztes nicht. Aber wenn du auf vollwertige, abwechslungsreiche Kost und ausreichend Bewegung setzt und das Rauchen sein lässt, tust du deinem Körper etwas Gutes. Und alles was gut tut, macht dich stärker, egal was kommt!

Hast du noch Fragen zum Thema Eileiterschwangerschaft? Dann schreib uns gern einen Kommentar!

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