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Eipollösung zur Geburtseinleitung: Wie wirksam ist sie?

Eipollösung: Wirkung, Risiken und Erfolgschancen
Die Epollösung: eine wirksame Methode zur Geburtseinleitung? / Bild ©  tiagozr, Adobe Stock

Die Eipollösung gehört zu den mechanischen Methoden, um die Geburt einzuleiten. Doch ihr Nutzen-Risiko-Verhältnis ist umstritten. Wie sie funktioniert, wie lange es nach der Eipollösung dauert, bis die Geburt beginnt und wie hoch die Erfolgsquote ist – wir beantworten die wichtigsten Fragen dazu.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Eipollösung ist eine mechanische Methode zur Geburtseinleitung. 
  • Die Hebamme oder Ärztin löst die Eihaut der Fruchtblase vom Muttermund, um die Ausschüttung körpereigener Hormone (Prostaglandine und Oxytocin) anzuregen.
  • Die Methode ist freiwillig und kann mehrmals wiederholt werden.
  • Die Wirksamkeit ist umstritten. Möglicherweise kann die Eipollösung Wehen anregen und den Bedarf an Medikamenten reduzieren.
  • Nachteile: Der Eingriff ist unangenehm bis schmerzhaft. Es kann zu Blutungen kommen. Das Risiko für einen vorzeitigen Blasensprung und Verletzungen am Muttermund ist erhöht.
  • Die Eipollösung eignet sich auch für Frauen mit vorherigem Kaiserschnitt.

Eipollösung: Was ist das?

Bei der Eipollösung (auch: Eipolablösung, Zervix-Stripping) handelt es sich um eine Maßnahme zur Geburtseinleitung. Genauer gesagt gehört sie zu den mechanischen Einleitungsmethoden, da keine künstlichen Hormone dabei zum Einsatz kommen. Stattdessen löst der Geburtshelfer oder die Geburtshelferin manuell die äußere Hülle der Fruchtblase (Eihaut) vom inneren Muttermundrand. 

So funktioniert eine Eipollösung

Die Hebamme oder Ärztin führt einen oder zwei Finger vorsichtig durch den äußeren Muttermund in den Gebärmutterhals ein, bis sie den inneren Muttermund erreicht. Dieser wird dann vorsichtig mit kreisenden und wischenden Bewegungen stimuliert. So löst sich die Eihaut der Fruchtblase etwas vom Gebärmutterhals. Ziel dessen ist es, Prostaglandine freizusetzen, die dem Körper den Startschuss für die Geburt geben. Diese Hormonart macht den Muttermund weich, öffnet ihn weiter und setzt erste Wehen in Gang.

Zusätzlich regt die Dehnung des Muttermunds die Ausschüttung des wehenfördernden Hormons Oxytocin an.

So wird die Eipollösung durchgeführt
Bild © rumruay, Adobe Stock

Wann wird eine Eipollösung gemacht?

Die Eipollösung wird in der Regel nicht vor dem Tag des errechneten Geburtstermins gemacht, also ab der vollendeten 40. Schwangerschaftswoche. Ab diesem Zeitpunkt kann sie auch öfter wiederholt werden, um die Geburt einzuleiten.

Medizinische Voraussetzung für das Zervix-Stripping ist, dass ein geburtsreifer Befund vorliegt. Das bedeutet, dass der Muttermund bereits weich und leicht geöffnet ist.

Eipollösung: Wann setzen die Wehen ein?

Innerhalb von 48 Stunden nach der Stimulation des inneren Muttermunds soll es idealerweise zu geburtswirksamen Wehen kommen. 

Welche Erfahrungen machen Schwangere mit der Eipollösung?

Auch wenn die manuelle Eipolablösung ein relativ leicht durchzuführender Eingriff ist, hat sie leider einen großen Haken: Sie wird von den meisten Schwangeren als unangenehm und schmerzhaft empfunden. Deshalb wirst du im Vorfeld darüber aufgeklärt und kannst die Eipollösung natürlich jederzeit ablehnen.

Aber: Studien zufolge würden 88 Prozent der Frauen diese Methode zur Geburtseinleitung trotz der Schmerzen auch bei der folgenden Schwangerschaft wählen.

Wie hoch ist die Erfolgsquote der Eipollösung?

Nach der aktuellen Datenlage „kann“ das Zervix-Stripping wirksam sein, um spontane Wehen auszulösen, zumindest im Vergleich zum bloßen Abwarten. Es gibt zudem Hinweise darauf, dass nach einer Eipollösung seltener eine medikamentöse Einleitung der Geburt nötig ist.

Allerdings bewertet die Forschungsgesellschaft Cochrane die Vertrauenswürdigkeit der bisherigen Studien als „niedrig“. Die Erfolgsquote der Methode ist deshalb umstritten und lässt sich nicht in Zahlen angeben. Dazu kommt, dass der geringen Evidenz auch Risiken und Nebenwirkungen gegenüberstehen.

In Bezug auf die Cochrane-Ergebnisse heißt es in den aktuellen DGGG-Leitlinienprogramm zur Geburtseinleitung: „Eine Eipollösung am Termin kann den Schwangeren angeboten werden.“ Das bedeutet im Grunde genommen, dass die Effektivität der Maßnahme zwar unklar ist, sie aber zumindest als sicher genug eingestuft wird, um Mutter und Kind nicht zu gefährden.

Vorteile der Eipollösung

Der wichtigste Vorteil dieser Methode ist, dass sie ohne künstliche Hormone auskommt. Zudem ist sie nach der aktuellen Datenlage mit eher geringen Risiken und Nebenwirkungen verbunden. 

Für Frauen, die in der Vergangenheit bereits einen oder mehrere Kaiserschnitte hatten und eine natürliche Geburt anstreben, ist die Eipollösung eine geeignete Methode zur Geburtseinleitung. Im Gegensatz zu medikamentösen Alternativen, deren Wirkung zu stark ausfallen könnte (Wehensturm), gelten mechanische Methoden wie das Zervix-Stripping als sanfter und sicherer.

Nebenwirkungen, Risiken und Nachteile der Eipolablösung

Dass der Eingriff für die Schwangere meist unangenehm und schmerzhaft empfunden wird, kann nach aktueller Datenlage als größter Nachteil gesehen werden. 

Nach der Stimulation des Muttermunds kann es zu Blutungen kommen. Es handelt sich dabei in der Regel um leichte Schmierblutungen, bestenfalls um die sogenannte Zeichnungsblutung, die anzeigt, dass der Muttermund weiter reifte und der Geburtsbeginn kurz bevorsteht. In dem Fall wäre die Blutung also ein positives Signal. 

Allerdings gibt es auch ernstere Risiken, deren Wahrscheinlichkeit jedoch nicht beziffert werden kann. Der Eingriff könnte beispielsweise das Risiko für einen vorzeitigen Blasensprung erhöhen. Zudem birgt er die Gefahr für unbeabsichtigte Verletzungen am Muttermund (Zervixriss). Stärkere Blutungen wären ein Hinweis darauf.

Im Hinblick auf die Kaiserschnittrate zeigt die Eipollösung keine Vorteile gegenüber der medikamentösen Einleitung. Auch das mütterliche und kindliche Wohlergehen nach der Geburt profitiert von der Eipollösung nicht mehr oder weniger als bei anderen Methoden.

Alternative Methoden zur Geburtseinleitung

Neben der Eipollösung gibt es noch weitere mechanische Methoden, um den Beginn der Wehentätigkeit zu fördern. Der Ballonkatheter oder das Dilapan-Stäbchen beispielsweise haben das gleiche Wirkprinzip: sie sollen den Muttermund dehnen und damit di körpereigene Hormonausschüttung anregen. Mehr darüber liest du in unserem Artikel über die Geburtseinleitung.

Um die Geburt medikamentös anzuregen, werden künstliche Prostaglandine (zum Beispiel Misoprostol) als Gel, Zäpfchen oder Tabletten und/oder Oxytocin per Infusion gegeben.

Daneben gibt es noch diverse natürliche (und schonendere) Methoden, um die Wehen zu fördern. Dazu zählen etwa:

  • Bewegung
  • Stimulation der Brustwarzen
  • Geschlechtsverkehr
  • Fußreflexzonenmassagen
  • Akupunktur
  • Nelkenöltampons
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Fazit zur Eipollösung

Die Eipollösung kann bei einer Terminüberschreitung dabei helfen, die Geburt endlich in Gang zu bringen. Dennoch ist sie umstritten. Ihre Wirksamkeit kann in Studien zwar nicht vollends überzeugen, aber viele Hebammen, Ärzte und Mütter berichten von guten Erfahrungen. Deshalb wird die manuelle Eipolablösung in vielen Kliniken und Geburtshäusern als eine Möglichkeit der Wehenförderung angeboten, bevor mit künstlichen Hormongaben „härtere Geschütze“ aufgefahren werden.

FAQ: Häufige Fragen zur Eipollösung

Kann ich eine Eipollösung ablehnen?

Ja, selbstverständlich. Eine Eipollösung ist ein freiwilliges Verfahren – du entscheidest, ob sie bei dir gemacht werden soll oder nicht. Deine Zustimmung ist immer Voraussetzung.

Wie oft kann die Methode wiederholt werden?

Eine Eipollösung kann, falls beim ersten Mal keine Wirkung eintritt, in der Regel nach einigen Tagen wiederholt werden. Manchmal wird sie auch mehrmals in kurzen Abständen versucht. Wie oft genau, hängt von deiner individuellen Situation und der Empfehlung deiner Hebamme oder Ärztin ab.

Was ist der Unterschied zu einer normalen vaginalen Untersuchung?

Bei einer normalen Untersuchung tastet die Hebamme oder Ärztin nur den Muttermund und den Gebärmutterhals ab, um den Geburtsfortschritt einzuschätzen. Bei der Eipollösung wird zusätzlich mit dem Finger gezielt die Eihaut leicht vom Gebärmutterhals gelöst, um hormonelle Prozesse anzuregen. Sie ist also nicht nur eine Untersuchung, sondern ein gezielter Eingriff zur Geburtsanregung.

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Quellen

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✔ Inhaltlich geprüft am 08.11.2024
Dieser Artikel wurde von Emely Hoppe geprüft. Wir nutzen für unsere Recherche nur vertrauenswürdige Quellen und legen diese auch offen. Mehr über unsere redaktionellen Grundsätze, wie wir unsere Inhalte regelmäßig prüfen und aktuell halten, erfährst du hier.

Veröffentlicht von Carolin Severin

Carolin ist zweifache Mama und leidenschaftliche Familien-Redakteurin. Sie beschäftigt sich schon seit über 10 Jahren hauptberuflich mit allem, was (werdende) Eltern interessiert. Bei Babelli versorgt sie euch mit Informationen und News rund ums Thema Schwangerschaft. Dabei ist es ihr besonders wichtig, komplexe medizinische Themen verständlich und sensibel aufzubereiten und dabei möglichst Sorgen und Ängste zu nehmen. Dafür arbeitet sie eng mit unserer Expertin Hebamme Emely Hoppe zusammen.