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Hochschwangere Frau liegt im Bett - Hat sie einen Blasensprung?

Blasensprung – das musst du tun, wenn die Fruchtblase platzt!

Inhaltlich geprüft von Hebamme Nadine Beermann.

Ein vorzeitiger Blasensprung ist nicht so häufig wie in Filmen, aber auch nicht selten. Wir erklären, was du tun kannst, wenn deine Fruchtblase geplatzt ist. Und wie du bei wenig Flüssigkeit testen kannst, ob es sich um Fruchtwasser handelt oder nicht.

Irgendwann im Geburtsverlauf springt die Fruchtblase bei fast allen Schwangeren – so weit, so normal. Von einem vorzeitigen Blasensprung spricht man jedoch, wenn die Fruchtblase schon vor Beginn der Eröffnungswehen platzt. 8 bis 10 von 100 Frauen passiert das um den ET herum. Fruchtwasser kannst du schwallartig verlieren – bis zu anderthalb Liter klare Flüssigkeit auf einmal – oder tröpfchenweise.

Fruchtblase eindeutig geplatzt? Das machst du jetzt!

  • Tief durchatmen, ein Blasensprung ist meist kein Notfall
  • Kliniktasche bereitstellen
  • Bequem hinlegen
  • Hebamme und Krankenhaus informieren

Mehr nicht? Nein, erst mal nicht. Denn wann du in die Klinik musst, hängt von ein paar Faktoren ab, auf die wir gleich näher eingehen:

  • Schwangerschaftswoche
  • dein Gesundheitszustand und der deines Babys
  • Kindslage

Gut zu wissen: Die Empfehlung, mit geplatzter Fruchtblase immer liegend ins Krankenhaus zu fahren, ist nicht mehr aktuell. Bis zur 36. SSW fordere bitte trotzdem einen Liegendtransport im Kranken- oder Rettungswagen an. Ansonsten ist er nur bei Beckenendlage und Querlage wirklich nötig.

Blasensprung: In welcher Schwangerschaftswoche bist du?

Je jünger deine Schwangerschaft, desto schneller solltest du ins Krankenhaus fahren oder besser gefahren werden. Denn vor der 34. Schwangerschaftswoche ist dein Baby noch nicht weit genug, um einfach so auf die Welt zu kommen. Die Ärzte können aber nachhelfen, damit die Lungen reifen. Zum Glück dauert es zwischen der 32. bis 34. Woche meist um die vier Tage, bis die Wehen nach dem Blasensprung einsetzen. Genug Zeit also, damit die Medikamente wirken. Zur Not gibt es Wehenhemmer. Bis zur 36. SSW fordere bitte einen Liegendtransport an. Danach frag in der Klinik nach ihrem Rat.

Wenn du schon in der Nähe des errechneten Termins bist, also etwa ab SSW 38+0, kannst du dich meist ganz in Ruhe fertig machen. Erst wenn die Wehen nach 12 bis spätestens 24 Stunden nicht von selbst einsetzen, wird eingeleitet. Vorher gibt es nur ein paar Checks und Antibiotika. Bei 9 von 10 Frauen ist es zu diesem Zeitpunkt innerhalb eines Tages so weit. Ausnahme: eine Infektion wird nachgewiesen. Dann wird in der Regel schneller eingeleitet.

Blasensprung: Wie geht es dir?

Hast du erhöhte Temperatur oder Fieber? Hast du Schmerzen? Fühlst du dich unwohl? Riecht das Fruchtwasser unangenehm? Oder hast du einfach ein ungutes Gefühl? Alles Gründe, deine Kliniktasche zu schnappen und dich doch gleich auf den Weg zu machen. Mehr als dich nach Hause zu schicken, können sie nicht. Das kommt bei einem vorzeitigen Blasensprung jedoch selten vor. Meist darfst du es dir in einem Stationszimmer bequem machen, bis es so weit ist.

Bestätigt sich eine Infektion, bekommst du umgehend Antibiotika und es wird eingeleitet. Ansonsten nur vorbeugend Antibiotika und Bettruhe. Ärzte gehen dabei nach bestimmten Kriterien vor. Ob eine Infektion am vorzeitigen Blasensprung schuld ist oder nicht, kannst du selbst zu Hause nicht testen. Aber auch wenn es andere Gründe waren: sobald die Fruchtblase nicht mehr dicht ist, können Bakterien eindringen und sich schnell vermehren. Deshalb wartet man nicht endlos lange ab.

Wenn der ET noch nicht in Sicht ist, kann es passieren, dass du länger in der Klinik bleibst. Aber es gibt Schlimmeres, Hauptsache deinem Kleinen wird geholfen.

Blasensprung: Wie liegt dein Kind im Becken?

Durch die regelmäßigen Untersuchungen weißt du wahrscheinlich, wie dein Kind zuletzt lag. Hat es sich schon mit dem Köpfchen nach unten einquartiert und sitzt bereits fest im Becken, ist es nicht schlimm, wenn das Fruchtwasser eine Weile fehlt. Von Infektionen mal abgesehen.

Wenn das Köpfchen jedoch noch nicht auf den Muttermund drückt, besteht rein theoretisch das Risiko eines „Nabelschnurvorfalls“. Das bedeutet: Die Nabelschnur kann sich zwischen Muttermund und Kopf schieben. Die Blutzufuhr zum Kind wird dadurch verringert. Zum Glück ist das selten (0,14 bis 0,62 Prozent). In Panik musst du bitte nicht verfallen. Ein Grund aber, viel zu liegen und dich bald in die Klinik fahren zu lassen.

Bei Beckenendlage und Querlage ist das Risiko höher. In dem Fall bleibt bitte unbedingt liegen und fordere einen Liegendtransport an.

Blasensprung, oder nicht? Ich bin unsicher …

Was, wenn die Flüssigkeit nicht auf einmal austritt? Wie erkenne ich, ob es ein Blasensprung war? Ändert sich das Vorgehen?

Wenn die Fruchtblase nicht komplett platzt, sondern nur reißt, ist es ebenfalls ein Blasensprung (Blasenriss). Und auch dann kann eine Infektion unschön sein. Deshalb ist es wichtig, den Unterschied zwischen Fruchtwasser und anderen Flüssigkeiten wie Urin oder Ausfluss zu erkennen.

Das geht auf mehrere Arten:

  1. Geh auf Toilette und leere deine Blase. Kommt gleich danach wieder Flüssigkeit? Dann ist es wahrscheinlich Fruchtwasser.
  2. Leg dich eine halbe Stunde bis Stunde auf die Seite und packe ein Kissen unter dein Becken. Fängt es nach dem Aufstehen wieder zu tröpfeln an, kann das Fruchtwasser sein.
  3. Wasch den Intimbereich mit einem Lappen und fang danach die Flüssigkeit mit etwas Toilettenpapier auf. Schau es dir genau an:
    1. Ist es farblos bis leicht rosa, wässrig und riecht leicht süßlich? Klingt nach Fruchtwasser.
    2. Ist es wässrig bis gelblich und riecht nach Urin? Dann ist es Urin.
    3. Ist es schleimig und weißlich bis rosa und riecht okay? Das könnte normaler Ausfluss oder der Schleimpfropf sein. Beides harmlos.
    4. Ist es gelblich, bräunlich, grünlich und eher cremig? Riecht es unangenehm bis eklig? Das spricht für eine Infektion. Ab zum Arzt oder in die Klinik.

Bist du dir nach wie vor unsicher? Dann benachrichtige bitte deine Hebamme (oder gynäkologische Praxis). Wenn du recht sicher bist, dass es Fruchtwasser ist, solltest du die Hebamme ebenfalls kontaktieren und auch in der Geburtsklinik anrufen.

Quellen

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