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9 wichtige Tipps vor der Fahrt in die Klinik

7 Tipps für die Fahrt in die Klinik

Wenn die Geburt beginnt, muss es nicht sofort hektisch werden. In den meisten Fällen bleibt genug Zeit, um in Ruhe zu Hause anzukommen, die Wehen zu beobachten und gut vorbereitet zur Klinik oder ins Geburtshaus zu fahren. Diese Tipps helfen dir, den Weg zur Geburt entspannt zu planen – egal, ob mit Partner, Partnerin, Begleitperson oder allein.

Ein Baby hält sich selten genau an den errechneten Geburtstermin. Manchmal geht es nachts los, manchmal morgens beim Frühstück, manchmal ganz unspektakulär über viele Stunden hinweg. Gerade beim ersten Kind bleibt in den meisten Fällen genug Zeit, erst einmal durchzuatmen, die Wehen zu beobachten und in Ruhe zu entscheiden, wann ihr euch auf den Weg macht.

Wichtig ist: Die erste Wehe bedeutet nicht, dass du dich sofort in die Klinik begeben musst. Oft ist es sogar angenehmer, die frühe Phase der Geburt noch zu Hause zu verbringen in vertrauter Umgebung, mit Wärme, Bewegung, Ruhe und allem, was dir guttut.

Trotzdem ist es sinnvoll, den Weg zur Geburtsklinik oder zum Geburtshaus vorher zu planen, damit ihr euch sicherer fühlt, wenn der Moment gekommen ist.

1. Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Fahrt?

Die wichtigste Nachricht zuerst: In den allermeisten Fällen muss niemand hektisch alles fallen lassen und sofort losfahren. Besonders bei Erstgebärenden dauert die Geburt häufig viele Stunden.

Ein guter Anhaltspunkt sind regelmäßige Wehen, die stärker werden, etwa eine Minute dauern und in kürzeren Abständen wiederkommen. Viele Kliniken nennen als Orientierung Wehen alle 5 bis 10 Minuten. Noch wichtiger als die Uhr ist aber dein Gefühl: Kannst du noch sprechen, dich bewegen und dich zu Hause gut entspannen? Oder brauchst du jetzt Unterstützung im Kreißsaal?

Ruf im Zweifel deine Hebamme, den Kreißsaal oder die Geburtsklinik an. Dort kann man dir sagen, ob du noch zu Hause bleiben kannst oder dich besser auf den Weg machst.

Sofort abklären lassen solltest du

  • starke Blutungen,
  • grünliches oder bräunliches Fruchtwasser,
  • starke Schmerzen,
  • Fieber,
  • Schwindel,
  • starke Kopfschmerzen,
  • Sehstörungen oder
  • wenn sich dein Baby auffällig viel oder auffällig wenig bewegt.

Dann gilt: Nicht abwarten, sondern schnell medizinischen Rat einholen.

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2. Den Weg vorher kennen

Schaut euch den Weg zur Klinik oder zum Geburtshaus am besten schon vor der Geburt einmal in Ruhe an. Sinnvoll ist auch, eine mögliche Ausweichroute zu kennen für den Fall, dass es tagesaktuelle Sperrungen, Baustellen oder Umleitungen gibt.

Vor Ort ist es hilfreich zu wissen:

  • Wo ist tagsüber der Eingang?
  • Gibt es nachts einen anderen Eingang, zum Beispiel über die Notaufnahme?
  • Wo kann man kurz halten?
  • Wo ist der Kreißsaal?
  • Wen ruft man an, wenn man angekommen ist?

Viele Kliniken klären solche Fragen beim Anmeldegespräch oder Infoabend. Frag dort ruhig konkret nach: „Wann sollen wir anrufen?“, „Welchen Eingang nutzen wir nachts?“ und „Was mache ich, wenn ich allein komme?“

3. Wenn kein eigenes Auto vorhanden ist

Ein eigenes Auto ist praktisch, aber längst nicht für alle selbstverständlich. Deshalb gehört zur Geburtsvorbereitung auch ein Plan B und am besten ein Plan C. Mögliche Optionen sind:

  • Taxi oder Fahrdienst
  • eine vertraute Person mit Auto
  • öffentliche Verkehrsmittel, wenn die Klinik gut erreichbar ist und es dir gut geht
  • Krankenwagen bei medizinischer Dringlichkeit
  • bei kurzer Distanz eventuell ein begleiteter Fußweg, wenn es noch sehr früh ist und du dich wohlfühlst

Vor allem ohne eigenes Auto oder feste Begleitperson lohnt es sich, den Weg zur Geburt frühzeitig und in Ruhe zu planen. Speichere dir frühzeitig die Nummer einer Taxizentrale, sprich mit vertrauten Menschen über Erreichbarkeit und kläre beim Geburtsort, was sie in deiner Situation empfehlen.

Wichtig: Setz dich mit starken Wehen nicht selbst ans Steuer. Auch wenn du dich sonst sicher fühlst, können Wehen dich plötzlich ablenken.

4. Wichtige Telefonnummern speichern

Speichere dir im Vorfeld die wichtigsten Kontakte so ab, dass du oder deine Begleitperson sie schnell findet. Dazu gehören:

  • Kreißsaal oder Geburtsklinik
  • Hebamme
  • Frauenarztpraxis
  • ärztlicher Bereitschaftsdienst
  • Taxizentrale oder Fahrdienst
  • vertraute Personen, die dich begleiten oder unterstützen können
  • Betreuungspersonen für Geschwisterkinder

Falls du allein schwanger bist oder den Kinderwunsch allein umgesetzt hast, ist dieser Punkt besonders wichtig. Überlege dir vorher: Wen kannst du nachts anrufen? Wer kann dich begleiten? Wer bleibt erreichbar, falls du nach der Geburt Unterstützung benötigst?

5. Geschwisterkinder gut versorgen

Wenn es bereits ein Kind oder mehrere Kinder gibt, braucht ihr einen Betreuungsplan. Auch hier gilt: lieber vorher entspannt klären als unter Wehen improvisieren. Organisiere dafür eine oder bei Bedarf mehrere Vertrauenspersonen, die im Geburtszeitraum Tag und Nacht für euch erreichbar sind. Gut ist, wenn sie wissen:

  • wo Ersatzkleidung, Schlafsachen und Lieblingskuscheltier liegen
  • was das Kind essen kann
  • welche Kita- oder Schulzeiten wichtig sind
  • wen sie zusätzlich erreichen kann

Auch Alleinerziehende sollten diesen Punkt möglichst früh planen. Vielleicht können sich zwei Personen abwechseln oder gegenseitig absichern, falls eine gerade nicht erreichbar ist.

6. Kliniktasche griffbereit haben

Eine gepackte Kliniktasche spart Stress. Sie muss nicht perfekt sein, aber die wichtigsten Dinge sollten ab etwa der 36. SSW bereitstehen.

Falls du allein in die Klinik fährst, kann eine kleine „Soforttasche“ sinnvoll sein: Dokumente, Handy, Ladekabel, Wasser, Snack, Geldkarte und Schlüssel. Alles Weitere kann später jemand nachbringen.

7. Falls ihr mit dem Auto fahrt

Wenn euch ein Auto zur Verfügung steht, sollte es zum Ende der Schwangerschaft für die Fahrt in die Klinik weitgehend vorbereitet sein. Sinnvoll ist:

  • ausreichend Sprit oder Akkuladung
  • Kindersitz oder Babyschale für die Heimfahrt
  • ein Handtuch oder eine Einmalunterlage auf dem Rücksitz
  • im Winter Eiskratzer und passende Bereifung
  • Adresse der Klinik im Navi gespeichert (wenn nötig)

Und ganz wichtig: Fahrt ruhig und sicher. Keine roten Ampeln, kein Rasen, keine riskanten Überholmanöver. Eine sichere Ankunft ist wichtiger, als eine Minute früher da zu sein.

8. Was tun bei Blasensprung?

Wenn Fruchtwasser abgeht, muss das nicht automatisch heißen, dass dein Baby in den nächsten Minuten kommt. Ein Blasensprung kann vor den Wehen passieren oder erst später unter der Geburt. Achte auf diese Punkte:

  • Wann ist das Fruchtwasser abgegangen?
  • Ist es klar oder leicht milchig?
  • Riecht es ungewöhnlich?
  • Hast du Wehen?
  • Bewegt sich dein Baby normal?

Ruf deine Hebamme oder die Geburtsklinik an und frag, wie du weiter vorgehen sollst. In vielen Fällen kannst du dich in aller Ruhe vorbereiten und dann entspannt auf den Weg machen.

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9. Kurzer Anruf im Krankenhaus

Einige Krankenhäuser sind phasenweise nicht so gut besetzt. Ein kurzer Anruf, wenn ihr euch auf den Weg macht, hilft dem Team, sich vorzubereiten. So können sie bei Bedarf möglicherweise eine weitere Hebamme bestellen. Außerdem weiß das Klinikpersonal nun, dass ihr kommt und kann euch vorbereitet empfangen.

Klärt beim Vorgespräch in der Klinik ab, ob ein solcher „Vorab-Anruf“ gewünscht ist oder nicht.

Quellen

✔ Inhaltlich geprüft am 04.03.2022
Dieser Artikel wurde von Christine Müller geprüft. Wir nutzen für unsere Recherche nur vertrauenswürdige Quellen und legen diese auch offen. Mehr über unsere redaktionellen Grundsätze, wie wir unsere Inhalte regelmäßig prüfen und aktuell halten, erfährst du hier.

Veröffentlicht von Patricia Schlösser-Christ

Patricia widmet sich als Kulturanthropologin mit Leidenschaft der Kindheits- und Familienforschung. Ihre liebsten (und herausforderndsten) „Studienobjekte“ sind ihre beiden kleinen Töchter. Wenn sie nicht gerade Feldforschung im Kinderzimmer ihrer kleinen Rasselbande betreibt, powert sie sich beim Handball aus.