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Was ist Kopfgneis & wie entferne ich ihn im Bedarfsfall?

Kopfgneis beim Baby: Wenn entfernen, dann vorsichtig!

Weiche, fettige, gelblich-bräunliche Schuppen auf Babys Kopf: Das ist oft Kopfgneis! Nicht alle Eltern kennen den Begriff. Rein optisch mag er stören, in der Regel ist diese Form des frühkindlichen seborrhoischen Ekzems jedoch völlig harmlos. Warum sich die Babyhaut schuppt und wie du den Kopfgneis entfernen kannst, erklären wir hier.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kopfgneis tritt bei Babys oft bereits wenige Wochen nach der Geburt auf.
  • Er ist in der Regel völlig harmlos, nicht ansteckend und beeinträchtigt den Allgemeinzustandes des Kindes nicht.
  • In den meisten Fällen heilt das Ekzem von allein und folgenlos innerhalb von 1-2 Jahren ab.
  • Die Schuppen zu entfernen, ist meistens nicht notwendig.
  • Bei Bedarf kann das Ablösen der Schuppen sanft unterstützt werden. Wichtig: Schuppen nicht abkratzen! (Entzündungsgefahr)
  • Wenn zusätzlich ein Juckreiz besteht oder die Schuppen unangenehm riechen, sollte eine kinderärztliche Abklärung erfolgen.

Was ist Kopfgneis und wie entsteht er?

Wenn Babys Talgproduktion überschießt, entsteht Kopfgneis. Das überschüssige Fett sammelt sich zusammen mit abgestorbenen Hautzellen an behaarten Körperstellen als kleinere und größere, gelblich-bräunliche Schuppen, die wie Weizenkleie aussehen. Bei Babys betrifft das überwiegend den Kopf von Stirn bis großer Fontanelle. Auf Englisch heißt Kopfgneis deshalb schlicht „cradle cap“, also Wiegenkappe.

Im Verlauf kann sich das Ekzem jedoch auch auf das Gesicht oder in die Hautfalten – zum Beispiel hinter den Ohren – ausbreiten. In der Regel merkt das Baby davon wenig, weil es nicht juckt.

Eine weitere, mit Schuppen am Kopf einhergehende Hautveränderung bei Babys ist der sogenannte Milchschorf. Da das Erscheinungsbild ähnlich ist, wird letzter häufig mit dem Kopfgneis verwechselt oder synonym verwendet. Allerdings handelt es sich dabei um zwei unterschiedliche Hautbefunde, deren Abgrenzung wichtig ist und im Zweifel kinderärztlich erfolgen sollte. Denn während der Gneis harmlos verläuft und meist spontan und folgenlos abheilt, kann Milchschorf mit einer zum Teil ausgeprägten Entzündungsreaktion und einem erhöhten Neurodermitis-Risiko einhergehen.

Symptome vergleichen: Was hat mein Baby: Milchschorf oder Kopfgneis?

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Die genaue Ursache ist bislang unklar

Warum die Drüsen so viel Hauttalg produzieren, ist noch nicht ganz geklärt. Wahrscheinlich führt die noch erhöhte Konzentration mütterlicher Hormone im Blut des Kindes zu vermehrter Talgproduktion und Schuppenbildung. In den meisten Fällen reguliert sich die Überproduktion der Talgdrüsen im Rahmen der kindlichen Hormonumstellung und führt zu einer Normalisierung des Hautbefundes.

Ob weitere Faktoren, wie zum Beispiel ein Defekt in der Hautschutzbarriere oder eine Fehlregulation des Immunsystems eine Rolle spielen, ist bislang nicht geklärt.

Wann zeigt sich Kopfgneis bei Babys?

Kopfgneis tritt häufig in den ersten Lebenswochen, zum Teil schon in der Zeit des Wochenbettes auf. Es kann jedoch auch länger dauern, bis sich Schuppen zeigen. Entdeckst du ihn früh, handelt es sich wahrscheinlich um Kopfgneis und nicht um Milchschorf. Lass am besten Kinderarzt oder -ärztin für eine genaue Diagnosestellung darauf schauen.

Die Schuppenbildung kann individuell sehr unterschiedlich sein. In den meisten Fällen bilden sich nach dem erste Lebensjahr keine neuen talgigen Schuppen mehr. Die letzten Schuppen können jedoch hartnäckig sein. Nur in Ausnahmefällen hält sich der Kopfgneis länger als zwei Jahre.

Wie viele Babys sind davon betroffen?

Man schätzt, dass etwa 3 bis 5 Prozent der Babys in den ersten Lebensmonaten einen Kopfgneis entwickeln. Statistiken gibt es dazu jedoch nicht. Er kann verschieden stark ausgeprägt sein.

Darf ich den Kopfgneis entfernen?

Da der Kopfgneis in den allermeisten Fällen keine weiteren Symptome verursacht und von alleine abheilt, ist es nicht erforderlich, die Schuppen zu entfernen. Sollten sie dich optisch stören, darfst du die Kopfgneis-Schuppen bei deinem zwar Baby entfernen, allerdings solltest du hierbei sehr vorsichtig vorgehen und im Zweifel Rücksprache mit deinem Kinderarzt halten. Denn in einigen Fällen kann die Entfernung auch das genaue Gegenteil bewirken: Der Gneis kommt unter Umständen stärker wieder.

Insbesondere dann, wenn die Schuppenschicht so dick wird, dass die Kopfhaut darunter nicht mehr atmen kann, oder wenn Juckreiz oder Entzündungen dazukommen, solltest du kinderärztlichen Rat einholen.

Wichtig: keinesfalls mit den Nägeln abkratzen! Damit riskierst du Verletzungen der zarten Babyhaut, die sich schnell entzünden können. Wie du die Schuppen und Krusten sanft beseitigst, ohne die Haut zu verletzen, folgt nun:

kopfgneis entfernen - Was ist Kopfgneis & wie entferne ich ihn im Bedarfsfall?

Kopfgneis entfernen – schonend und effektiv

Schuppige Krusten am Kopf deines Babys entfernst du am besten, indem du sie mit Öl einweichst und dann abreibst. Für die Entfernung der eingeweichten Kopfgneis-Schuppen kannst du eine weiche Babybürste, einen einfachen Waschlappen oder einen speziellen Babykamm mit abgerundeten Zinken nehmen.

Kopfgneis entfernen mit Öl

Am besten wählst du ein Öl in Bio-Qualität, um möglichst viele schädliche Rückstände zu vermeiden. Besonders beliebt ist Mandelöl. Es ist in der Regel nicht teuer und lässt sich auch für Babymassagen einsetzen. Kopfgneis macht es geschmeidiger und löst die Schuppen von der Kopfhaut. So lassen sie sich besser entfernen, statt in den Haaren hängenzubleiben.

Reibe den Kopf deines Babys damit ein, bedecke ihn mit einem Baumwollmützchen und lass das Öl über Nacht einwirken. Morgens kannst du dein Baby baden und mildes Baby-Haarshampoo einmassieren. Während du es aufschäumst und auswäschst, bürste, kämme oder reibe die gelösten Schuppen sanft ab. Auch beim Trockenreiben mit einem Handtuch wird sich noch ein wenig lösen.

Wahrscheinlich musst du die Prozedur alle paar Tage wiederholen, denn du wirst nicht alle Schuppen auf einmal entfernen können.

Der häufig genannte Hausmitteltipp mit einfachem Olivenöl wird zunehmend kritisch gesehen, da es Hinweise gibt, dass es die wichtige Funktion der Hautschutzbarriere beeinträchtigen kann. Zudem enthalten viele Olivenöle (auch Bio-Öle) Mineralölrückstände, dasselbe gilt für haushaltsübliches Sonnenblumenöl. Eine bessere Alternative ist daher Baby-Öl.

Kopfgneis entfernen mit Oleogel oder Ölspray?

Oleogele oder Ölsprays setzen sich vor allem aus Ölen und wasserbindenden Substanzen zusammen. Sie wirken daher wie eine Kombination aus feuchten Wickeln und Pflanzenöl, sind in der Anwendung jedoch ähnlich. Wenn die Schuppen bei deinem Baby nicht hartnäckiger als üblich sind, kannst du sie damit möglicherweise in ein bis zwei Sitzungen entfernen. Sie können sich natürlich neu bilden, dann müsstest du die Anwendung wiederholen.

Verlässliche Studien, die die Vorteile gegenüber einer Behandlung mit normalem Öl belegen, gibt es nicht. Zudem sind die Produkte nicht besonders günstig und enthalten Olivenöl. Ob du es ausprobieren willst, bleibt dir überlassen.

Produkte und Inhaltsstoffe, die bei Erwachsenen zum Einsatz kommen, wie z.B. spezielle Anti-Schuppen-Shampoos, sind für die Anwendung beim Baby ungeeignet und können mitunter zu schweren Nebenwirkungen führen. Lass dich am besten kinderärztlich beraten.

Wann sollte mein Baby mit Kopfgneis zum Arzt?

Kopfgneis ist in der Regel harmlos und ein rein kosmetisches Problem. Dennoch solltest du bei übermäßiger Krustenbildung in der Kinderarztpraxis vorstellig werden. Auch wenn sich das Ekzem auf Gesicht und/oder Windelbereich ausdehnt, sehr unangenehm zu riechen oder gar zu jucken beginnt, ist es ratsam, ärztlichen Rat einzuholen, um eine andere Ursache für das Ekzem nicht zu übersehen.

Konnten wir deine Fragen zu Kopfgneis beantworten? Kennst du vielleicht noch andere Methoden, wie man die Schuppen sanft entfernen kann? Lass uns gern wissen, was bei euch funktioniert hat!

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Quellen

✔ Inhaltlich geprüft am 01.02.2023
Dieser Artikel wurde von Emely Hoppe geprüft. Wir nutzen für unsere Recherche nur vertrauenswürdige Quellen und legen diese auch offen. Mehr über unsere redaktionellen Grundsätze, wie wir unsere Inhalte regelmäßig prüfen und aktuell halten, erfährst du hier.

Veröffentlicht von Anke Modeß

Als waschechte Berlinerin und späte Mutter eines Schulkindes schreibt Anke seit 7 Jahren über Themen, die Babyeltern im Alltag beschäftigen - am allerliebsten mit einer Prise Humor.

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