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Sichelfuß beim Baby

Sichelfuß beim Baby: Anzeichen, Ursachen und Therapie

Inhaltlich geprüft von Hebamme Emely Hoppe.

Sichelfüße beim Baby sind relativ häufig zu beobachten. Dabei ist der Vorfuß des Babys mehr oder weniger stark nach innen gebogen. Meistens korrigiert sich diese Fußfehlstellung mit der Zeit von allein. Nur in seltenen Fällen braucht es dafür therapeutische Unterstützung. 

Sichelfuß beim Baby erkennen

Wie es der Name schon verrät, erkennt man einen Sichelfuß an seiner nach innen gebogenen Haltung. Wie eine Sichel, ein Halbmond oder eine Banane sehen die kleinen Füßchen aus, wenn man sie von unten oder oben betrachtet. Der Vorderfuß knickt dabei nach innen ab. Die Zehen, insbesondere der große Zeh, sind nach innen verdreht. Die Ferse steht jedoch in Normalposition oder knickt leicht nach innen. Zur Abgrenzung: Bei Innendrehung der Hüfte ohne Sichelfuß wäre die Ferse mit gedreht.

Meist tritt die Fehlstellung beidseitig auf. In der Medizin bezeichnet man sie auch Adduktionshaltung. Der Fachbegriff für den Sichelfuß lautet deshalb auch Pes adductus oder Metatarsus adductus.

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Man unterscheidet zwischen einem angeborenen und einem erworbenen Sichelfuß. Außerdem lassen sich verschiedene Schweregrade ausmachen, nach denen sich die Notwendigkeit und die Art von therapeutischen Maßnahmen richten. Wichtig ist in dem Zusammenhang auch eine eindeutige Abgrenzung zum Klumpfuß, dem ein ausgeprägter Sichelfuß sehr ähnlich sehen kann.

Sichelfuß beim Baby: Metatarsus adductus

Du glaubst, dein Baby hat auch kleine Halbmond-Füße? Oder fiel in der Kinderarztpraxis bereits das Wort Sichelfuß? Mach dir erst mal keine Sorgen: Meist ist diese Fußfehlstellung nur schwach ausgeprägt und normalisiert sich im Laufe der Entwicklung ganz von allein. Beobachte die Fußentwicklung deines Kindes und sprich bei Bedarf mit eurem Kinderarzt oder eurer Kinderärztin über deine Bedenken. Im Zweifel wird er oder sie euch an einen Orthopäden überweisen, der die richtige Diagnose stellt und das weitere Vorgehen festlegt.

Wie kommt es zum Sichelfuß?

Der angeborene Sichelfuß ist sehr selten. Seine Ursachen sind noch nicht ganz geklärt. Es könnte aber eine genetische Veranlagung dafür geben. Außerdem werden Entwicklungsverzögerungen sowie Platzmangel oder eine ungünstige Kindslage in der Gebärmutter für die Fehlstellung verantwortlich gemacht. Es scheint auch eine Verbindung zur Hüftdysplasie zu geben.

Weitaus häufiger wird der Sichelfuß erworben. Das bedeutet, dass sich die Fußfehlstellung erst nach der Geburt bildet. Auch hier weiß man noch nicht genau, wie es dazu kommt. Aber es gibt einen Verdacht: Die häufige Bauchlage des Säuglings könnte die Ausbildung eines Sichelfußes provozieren. Diese Haltung fördert nämlich das nach innen Drehen der Füße und Zehen. 

Therapie des Sichelfußes beim Baby

Wie zuvor erwähnt, ist ein Sichelfuß beim Baby meistens harmlos und korrigiert sich von selbst im Laufe der Zeit. Das gilt insbesondere für die leichteste und häufigste Form der Fehlstellung.

Die Korrektur der Verformung können Eltern durch spezielle Übungen und Fußmassagen unterstützen, die die Fußinnenseite sanft dehnen. Zum Beispiel, indem du den Fuß immer wieder sanft (!) in eine normale Stellung drückst. Oder du streichst mit deinem Finger wiederholt über den Fußaußenrand, der sich dadurch von selbst gerade stellt. Ein Video dieser Reflexgymnastik für Sichelfüße findest du hier. Sie sollte etwa 5 x pro Tag für jeweils 5 Minuten durchgeführt werden. Eine genaue Anleitung dafür gibt dir der Therapeut oder die Therapeutin oder auch deine Hebamme. Einige Hebammen bieten bei einem Sichelfuß auch das Tapen der Babyfüße an.

Bei Säuglingen, die zum Sichelfuß neigen, könnte in Bauchlage ein Schaumstoffring an den Knöcheln die Füße entlasten und so der Fehlstellung vorbeugen.

Bei schwereren Ausprägungen ist eine professionelle Behandlung angebracht. Wie genau die aussieht, hängt vom Alter deines Kindes und dem Schweregrad der Fehlstellung ab. Normalerweise startet die Therapie mit einer Krankengymnastik oder Bandagen. Sollten sie nicht den gewünschten Erfolg bringen, können für einige Wochen Schienen oder Gipsverbände nötig werden. Nur in besonders schweren Fällen muss die Fußstellung operativ korrigiert werden. Eine solche OP (Osteotomie) käme jedoch erst nach dem 4. Lebensjahr infrage. Auf spezielle Einlagen für die Schuhe verzichtet man bei Kindern heute weitgehend.

Was passiert, wenn der Sichelfuß unentdeckt oder unbehandelt bleibt?

Normalerweise ziehen leichte Formen des Sichelfußes keine Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen nach sich. Je nach Ausprägung der Fehlstellung könnte dein Kind später einen deutlichen Fußinnen- oder auch Innenrotationsgang zeigen – es also „über den großen Onkel laufen“, wie es im Volksmund manchmal heißt. Es könnte sich dadurch als ungeschickter Läufer erweisen und häufig stolpern.

In schwerwiegenden Fällen könnte die Fußfehlstellung sich auf den Bewegungsapparat auswirken und zu Hüft- und anderen Gelenkbeschwerden führen. Aber keine Sorge! Bevor es so weit ist, wurde die Fehlstellung durch euren Kinderarzt oder eure Kinderärztin normalerweise schon längst erkannt und therapiert.

Was du selbst tun kannst

Wichtig ist eine frühzeitige Diagnose und – wenn nötig – Therapie des Sichelfußes. Denn im Baby- und Kleinkindalter lassen sich solche Fehlstellungen noch recht leicht korrigieren. Deshalb solltest du auf jeden Fall alle U-Untersuchungen wahrnehmen. Der Arzt oder die Ärztin beobachtet dabei auch die Fußentwicklung deines Babys. Sollte dir selbst etwas auffallen, sprich dies bei eurem nächsten Termin in der Kinderarztpraxis an. 

Sollte der Fuß therapiert werden müssen, ist es wichtig, dass du und dein Partner die Behandlung konsequent durchzieht. Bandagen, Schienen oder gar ein wochenlanger Gips sind sicherlich nichts Angenehmes für Babys und Baby-Eltern. Im besten Fall können sie deinem Baby aber spätere Probleme oder eine Operation ersparen. 

Ansonsten gilt für Baby-Sichelfüße das gleiche, wie für alle Kinderfüße: Training tut gut. Lasse dein Baby und dein Kleinkind so oft es geht barfuß die Welt entdecken. Schuhe braucht es erst, wenn es beginnt, zu laufen. Achte auch sehr weiche, biegsame Sohlen, das trainiert die Fußmuskulatur. Außerdem dürfen Kinderschuhe niemals zu klein sein. Die Zehen sollten mindestens 1,5 Zentimeter Platz im Schuhe haben. Mehr über die gesunde Fußentwicklung von Kindern erfährst du in unserem Artikel:

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Quellen

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