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Tipps bei Tokophobie (Angst vor der Geburt)

Hast du große Angst vor der Geburt? Bis zu einem gewissen Grad ist das normal. Aber spätestens, wenn es dir die schöne Zeit der Schwangerschaft kaputt macht, solltest du etwas dagegen tun. Wir geben Tipps, wie du die Angst überwindest und wer dir helfen kann, wenn sie übergroß wird.

Wenn du Angst vor der Geburt hast, musst du dich nicht dafür schämen. Denn du bist nicht allein. Für ausgeprägte Fälle von Schwangerschaftsangst und damit verbundener Geburtsangst gibt es sogar einen Namen: Tokophobie. Angst vor der Geburt hat fast jede Frau unterschiedlich stark. Einige machen sich lediglich Sorgen, andere verfallen regelrecht in Panik und können nicht mehr schlafen. Gründe dafür gibt es einige.

Gründe für die Angst vor der Geburt

Hauptsächlich Erstgebärende haben einen Riesenrespekt vor den Schmerzen, die vielleicht auf sie zu kommen könnten. Und dummerweise kann keine Mutter wirklich beschreiben, wie stark die Schmerzen genau waren. Denn zum einen reagiert jede Frau anders. Zum anderen hat es die Natur so eingerichtet, dass die Hormone nach der Geburt die meisten Anstrengungen vergessen lassen.

Es ist also das Unbekannte, dass die Frauen quält. Hinzu kommt, dass sich manche Frauen vor dem Ausgeliefertsein fürchten und dabei vergessen, dass sie selbst einen großen Einfluss darauf haben, wie die Geburt abläuft. Aber dazu gleich mehr.

Frauen, die selbst eine schwierige Geburt hinter sich haben oder bei einer solchen dabei waren, sind mitunter traumatisiert. Das kann so weit gehen, dass sie danach keine Kinder mehr wollen. Werden sie dann doch schwanger, ist die Sorge groß, dass die Geburt wieder so abläuft oder sie bzw. ihr Baby Schaden nehmen könnten.

Negative Erfahrungsberichte anderer befeuern das Ganze noch. Und in Foren findet man meistens genau das. Denn eine normal verlaufene Geburt gibt einfach nicht so viel her.

Tipps gegen die Angst vor der Geburt

Angst ist eigentlich eine sinnvolle Erfindung der Natur, um im Ernstfall kämpfen oder der Gefahrensituation entfliehen zu können. Bei der Geburt wirkt übergroße Angst dagegen lähmend auf Muskeln und Nervensystem. Frauen, die davon betroffen sind, nehmen die Signale ihres Körpers kaum richtig wahr und können sich nicht richtig fallen lassen. Ist die Frau verkrampft, dauert die Geburt meist länger. Deshalb ist es wichtig, dass du dich selbst ernst nimmst und frühzeitig etwas gegen deine Angst tust. Hier kommen ein paar Vorschläge:

Eigene Stärke vor Augen halten

Gerade wenn du dazu neigst, dir nicht allzu viel zuzutrauen, versuch dir bewusst zu machen, dass der Körper der Frau viel stärker ist, als die meisten glauben. Denn er ist vor allem für das Kinderkriegen gemacht. Weltweit gebären pro Tag etwa 370.000 Frauen erfolgreich, über 2.000 allein in Deutschland. Milliarden Frauen haben es vor dir geschafft und du schaffst das auch!

Der Medizin vertrauen lernen

Auch wenn du vielleicht Ärzte und/oder Krankenhäuser nicht magst, die Zahlen sprechen für sich. Seit es medizinisch unterstützte Geburten in Deutschland gibt, ist die Zahl der negativen Geburtsausgänge kontinuierlich gesunken. Die Wahrscheinlichkeit, dass dir oder deinem Baby etwas passiert, ist wirklich verschwindend gering.

Negative Geburtsberichte meiden

Wenn du der Typ Frau bist, der sich gern selbst verrückt macht, meide alle negativen Berichte. Am besten erteilst du dir selbst ein Google- und Forenverbot und liest stattdessen hilfreiche, beruhigende Bücher über Schwangerschaft und Geburt. Bevor du Freundinnen und Bekannte von ihren Geburten erzählen lässt, frag vorher, ob sie Positives zu berichten haben. Sonst heißt es: Ohren zu und wegducken. Denn negative Anekdoten werden dir nicht gegen die Angst helfen, ganz im Gegenteil.

Mit Hebamme und Frauenarzt darüber sprechen

Wenn du unter Tokophobie leidest, scheue dich nicht, darüber mit deiner Frauenärztin und am besten auch mit deiner Hebamme zu reden. Denn manchmal hilft es schon, wenn du dir beim Reden darüber klar wirst, woher deine Angst rührt und wovor du genau Angst hast. Je nach Schwere deiner Geburtsangst werden dir sowohl Arzt als auch Hebamme gut helfen können und dich gegebenenfalls weitervermitteln, damit du die richtige Hilfe bekommst.

Beleghebamme oder Doula suchen

Wenn du trotz allem unsicher bist, ob du die Geburt durchstehen wirst, such dir frühzeitig eine kompetente Begleitung für die Geburt, die dich schon vorher beraten kann und auch die ganze Geburt über an deiner Seite ist. Da es nur wenige Beleghebammen gibt, kommt auch eine Doula in Frage. Sowohl Doulas als auch Beleghebammen haben in der Regel einen sehr positiven Einfluss auf den Geburtsverlauf. Denn sie geben die Sicherheit, die du mehr brauchst als andere und die ein Partner oder eine Freundin nicht immer vermitteln kann.

Richtig informieren und Geburtsplan erstellen

Ein Geburtsplan ist nicht unbedingt nötig. Aber er hilft dir, dich mit dem Thema Geburt genauestens auseinander zu setzen und dich sicherer zu fühlen. Und während des Niederschreibens wirst du merken, dass du selbst viel für eine entspanntere Geburt tun kannst.

Der beste Ansprechpartner für einen solchen Geburtsplan sind ebenfalls Hebamme und Doula. Natürlich kann es passieren, dass alles ganz anders kommt, als du dir vorher ausgedacht hast. Deshalb solltet ihr alle möglichen Szenarien gemeinsam durchgehen, damit du dich auch dann sicher fühlst, wenn du von deinem Plan A abweichen musst.

Den Geburtsort mit Bedacht wählen

Manchmal rührt Geburtsangst daher, dass sich Frauen in einem Krankenhaus mit all den medizinischen Geräten und weiß bekittelten Menschen nicht wohlfühlen. Aber Krankenhaus ist nicht gleich Krankenhaus. Wenn du schon bei dem Gedanken an eine medizinische Umgebung verkrampfst, lohnt es sich, besonders viel Zeit in die Suche nach dem richtigen Geburtsort zu investieren.

Gut ist, wenn du dir schon beim Schreiben des Geburtsplans darüber klar geworden bist, was dir wirklich wichtig ist. Viele babyfreundliche Krankenhäuser geben besser auf Bedürfnisse von Mutter und Kind acht, als Krankenhäuser, die dieses Prädikat nicht tragen. Wenn dir das alles zu steril ist, bist du vielleicht in einem Geburtshaus am besten aufgehoben, sofern es der Verlauf deiner Schwangerschaft zulässt.

Täglich Schwangerschaftsyoga praktizieren

Yoga ist eine tolle Erfindung, die seit Tausenden von Jahren praktiziert wird. Menschen, die Yoga machen, sind meist mehr bei sich als andere. Sie können sich gut selbst beruhigen und konzentrieren, sind ausgeglichener und entspannter. All das ist für eine schöne Geburt sehr förderlich. Natürlich ist es am besten, so früh wie möglich mit Schwangerschaftsyoga zu beginnen, vorzugsweise in einem angeleiteten Kurs. Aber auch wenn du nur noch ein paar Monate Zeit hast, kann Yoga dir helfen, deine Angst zu überwinden. Neben Yoga gibt es auch andere Atem- und Entspannungsübungen, die dir dabei helfen können, dich fallen zu lassen.

Einen Hypnobirthing-Kurs besuchen

Hypnobirthing ist eine Methode zur Geburtsvorbereitung mit Übungen zu Achtsamkeit, Entspannung, Visualisierung, Selbsthypnose und Atmung. Alles Dinge, die wir Menschen eigentlich intuitiv beherrschen, die manchmal aber von unserem Kopfkarussell unterdrückt werden. Mit diesen Übungen kann eine angespannte Schwangere wieder zu innerer Gelassenheit finden, die sich positiv auf den Geburtsverlauf auswirkt. Keine Sorge, auch wenn der Begriff neumodisch klingt, Hypnobirthing ist kein Trend und auch nicht esoterisch. Das Konzept gibt es schon sehr lange. Es war nur zwischendurch in Vergessenheit geraten. Durch die Übungen wird die Geburt wahrscheinlich kein Spaziergang, aber du kannst lernen, dir selbst und deinen inneren Fähigkeiten wieder zu vertrauen.

Psychologische Hilfe suchen

Wenn alles nichts hilft, gibt es Menschen, die Schwangere in einer solchen Ausnahmesituation gezielt unterstützen können. Sowohl eine psychologische Beratung als auch eine richtige Psychotherapie können helfen, Ängste zu identifizieren und Traumata aufzuarbeiten, die dich daran hindern, deine Schwangerschaft entspannt genießen zu können.

Fazit

„Hab keine Angst“ sagt sich so leicht. Geburtsangst spüren viele Frauen. Damit sie dich nicht lähmt, lohnt es sich aber, dich selbst ernst zu nehmen und etwas gegen die Angst zu tun. Zögere nicht, dich deiner Hebamme anzuvertrauen. Mit den richtigen Maßnahmen wirst du dich wieder sicherer fühlen und so die Geburt selbst mitbestimmen können, statt dich dem Schicksal und den Ärzten ausgeliefert zu fühlen. Du schaffst das! Wir wünschen dir eine gute Geburt und eine schöne Zeit mit deinem Baby 🙂

Sag uns, wie es dir geht

Hast du selbst Angst vor der Geburt? Wenn ja, wie sehr?

Weißt du, woher die Angst rührt?

Hast du noch eine Frage zum Thema Angst vor der Geburt? Dann schreib uns gern einen Kommentar!

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